„Le Nozze di Figaro“
von Wolfgang A. Mozart in Neustrelitz

Christoph Dammann arbeitet seit 1999 als Operndirektor am Theater in Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern. Sein Großvater war dort seinerzeit als Bürgermeister tätig. Das kleine Theater ist ein so genanntes Dreispartenhaus mit Schauspiel, Ballett und Oper. Und es hat große finanzielle Sorgen.

Christoph spricht mit Urs Leicht dem Intendanten und beide sind plötzlich bei mir am Telefon. Ob ich denn nicht Interesse hätte, Mozarts Oper zu inszenieren? Ein paar Tage später sitzen wir uns im einzigen Büro des Landestheaters Mecklenburg gegenüber und besprechen die Bedingungen. Ich erläutere ein Regiekonzept, welches schon Jahre in meiner Schublade auf seine Verwirklichung wartet.

Dann geht es um die Finanzierung. Für die Produktion wird eine Höchstausstattungssumme von zwanzigtausend Mark festgesetzt. Das beinhaltet alle Kosten für Dekorationen, Kostüme, Perücken, Beleuchtung und Requisiten. Und ich soll für die Einhaltung dieser Höchstsumme mitverantwortlich sein ... Armes Deutschland!

Für meine Reisen, Unterbringung, die Arbeit während der langen Probenwochen einigen wir uns auf ein Honorar von einer einzigen Mark. So steht es dann auch in meinem siebenseitigen Vertrag, der von Intendant, Verwaltungsdirektor und mir unterzeichnet wird. Ordnung muss sein.

Ende der siebziger Jahre habe ich in New York einen Maler und Bildhauer aus dem Bayerischen Wald kennengelernt. Ausgerechnet in Amerika, obwohl wir als Kinder nur fünfzehn Kilometer entfernt voneinander zur Schule gingen. Diesen Artur Pfleghar rufe ich jetzt an und gewinne ihn als Bühnenbildner für diese Produktion. Ich möchte mit einer ganz speziellen Inszenierung zeigen, dass sich der Inhalt des Stückes ganz werktreu in einem abstrakten Umfeld nacherzählen lässt.