Proben zu "Figaros Hochzeit" in Neustrelitz

Opernregie

"Wenn ihr‘s nicht fühlt, ihr werdet‘s nicht erjagen,
wenn es nicht aus der Seele dringt und mit urkräftigem Behagen
die Herzen aller Hörer zwingt."
Johann Wolfgang von Goethe

„Weshalb führen Sie jetzt Regie und wechseln sozusagen die Seiten?“, fragt die Studentin der Theaterwissenschaft. Das tue ich doch gar nicht. Meiner Überzeugung nach sollten Darsteller und Regie immer auf einer Seite stehen. In Achtung vor dem Handwerk, dem Inhalt der Oper - besonders auch dem musikalischen - und dem Publikum. Und sie sollten mit Liebe, ja mit Liebe, an ihre Arbeit herangehen. Dabei hat das subventionierte, ergo von der Gemeinschaft mitfinanzierte Musiktheater den Bildungsauftrag, möglichst viele Damen und Herren aus dem Auditorium zu beglücken und emotional zu schulen. Eine Notwendigkeit in unserer so einseitig und viel zu kurzfristig geprägten Denkweise der Gegenwart, in welcher alle Bedürfnisse auf Geld reduziert sind. Aber: „Does money really make the world go round?“ Menschen haben essentiellere Bedürfnisse, oder sie sind schon so gefühllos, dass sie jene gar nicht mehr vermissen. Die Oper als musikdramatische Handlung ist durch ihre musikalisch-gesangliche Aussage geschaffen, Publikum gefühlvoll werden zu lassen.