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Kein Märchenbuch
Weikl: „Es gab immer wieder Damen und Herren aus musik- oder theaterwissenschaftlichen Instituten, die ihre jeweilge Doktorarbeit über mein künstlerisches Wirken schreiben wollten. Ich habe das immer abgelehnt. Keine Vita eines Opernsängers läßt sich nur von der beruflichen Seite betrachten. Stimme und Psyche gehören zusammen. Ist die Seele krank, funktioniert die Stimme nicht - oder nur schlecht. Und dies leider öffentlich und sozusagen nackt vor großem Publikum. Derlei gravierende Abhängigkeiten erkläre ich an meiner Person und stellvertretend für viele Künstler. So ein Buch konnte ich daher auch nur selber schreiben!“
Der Künstler schildert seine überaus behütete und schöne Kindheit in Wien und Bodenmais am Arber zeigt aber auch das Spannungsfeld auf zwischen seiner schwierigen Mutter-Sohn-Beziehung und dem nur scheinbar siegessicheren Auftritt auf den großen Bühnen der Welt. Wie wird man mit dieser extremen Polarisierung fertig? Eiserne Disziplin und möglichst nicht nachdenken. Vergessen! Kann man das? Dem Publikum ein „Lache Bajazzo“ vorspielen? Und wie es der Seele dabei geht, das soll niemand erfahren ...
Weikl schreibt in der Ich-Form und im Präsens. Er nimmt den Leser mit in das tagebuchartige Geschehen. Kurze Sätze ohne emotionale Untertöne. Er berichtet über sich, als wäre er ein anderer. Manche seiner Aussagen sind beklemmend neu für die meisten Leser, wenn sie sich den Künstler im Allgemeinen und seinen Beruf in ihren Träumen ganz anders vorstellen.
Licht & Schatten ist ein emotional gewiß nicht leicht verdauliches Buch. Und trotzdem bleibt man gebannt dabei, von der ersten bis zur letzten Seite.
Weikl: „Ich habe die Märchenbiografien von einigen Kollegen nicht zu Ende gelesen. Diese Lobhudelei konnte ich nicht ertragen. Keiner von uns ist perfekt. Das gibt es nicht. Weshalb also nicht auch über die Misserfolge berichten? Und was war der Grund für künstlerische Fehlentscheidungen? Gelogen wird an allen Ecken und Enden, aber Feigheit war noch nie mein Ding! Ich bin für die Wahrheit und mir durchaus darüber bewußt, dass sie für manchen Zeitgenossen schwer zu ertragen sein wird. Man glaubt der Wahrheit nicht, möchte lieber belogen werden. Man hat Angst vor ihr, vertraut lieber einem irrationalen Wunschdenken. Und Heraklit von Ephesos hat es schon 500 vor Chr. trefflichst ausgedrückt: „Durch ihre Unglaubhaftigkeit entzieht sich die Wahrheit dem Erkanntwerden".
Licht & Schatten
Meine Weltkarriere als Opernsänger
Eine Mutter-Sohn-Beziehung als zweite Handlung
Verlag Pro BUSINESS
www.pb-bookshop.de
Euro 11,80
ISBN 978-3-939430-85-8
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