Kimba
Episodenvergleich - Episode 13 bis 16

Die Nummerierung entspricht der japanischen Original-Reihenfolge.
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Druckversion Episode 13
13
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel The Trappers Die Tierfänger 
Inhalt Die beiden fiesen Jäger Snakely und Tubby haben das Schiffsunglück, bei dem Kimbas Mutter umkam, überlebt und sind schon wieder voll im Geschäft. Ihr neuester Auftrag: sie sollen in Afrika eine große Menge Tiere für Zoos einfangen. Dazu fliegen sie erneut in Kimbas Dschungel.

Als Snakely und Tubby dort ankommen, bringen die Tiere gerade ihrem Menschenfreund Roger Ranger (Ronny) ein flottes Ständchen, um ihn aufzuheitern, da er sich mittlerweile recht einsam fühlt. Die Jäger greifen zu einer List: sie geben sich als harmlose Wissenschaftler aus, erschleichen sich das Vertrauen der Tiere und laden alle zu einer Party ein - mit dem Zweck, die Tiere dort zu betäuben und abzutransportieren.

Kimba erkennt in Snakely und Tubby plötzlich die Jäger wieder, die er als Baby auf dem Schiff von seiner Mutter gezeigt bekam, und die letztlich den Tod seiner Eltern auf dem Gewissen haben. Zuerst reagiert er verständlich: er stürzt sich auf Snakely. Roger weist ihn entsetzt zurecht: "Wieso benimmst du dich plötzlich wie ein wildes Tier?"

Daraufhin muss Kimba den schwersten Kampf seines Lebens bestehen: einerseits fordern Daniel, Pauly und Bucky ihn auf, sich an den Mördern seiner Eltern zu rächen, andererseits verbietet ihm seine Erziehung zum zivilisierten Lebewesen solch eine Tat. Er gewinnt diesen Kampf gegen sich und bleibt seinen Idealen treu, auch wenn es ihm schwerfällt.

Als bekannt wird, dass Roger und die Tiere gefangen wurden, nimmt Kimba mit Daniel, Pauly und Bucky (die alle nicht mit auf die Party gegangen sind) die Verfolgung auf. Kimba steht plötzlich Snakely alleine gegenüber, der zurückgefahren ist, da er sein Gewehr vergessen hat. Als Kimba ihn angreift, löst sich ein Schuss. Snakely redet ihm ein, dies sei das Zeichen für Tubby, alle Tiere zu töten. Dies ist natürlich Unsinn, denn die Fänger müssen die Tiere ja lebend abliefern. Snakely will Kimba dadurch nur einschüchtern und extra quälen, was ihm sehr gut gelingt: Kimba bricht nun völlig zusammen.

Zum Glück greift in der Zwischenzeit Samson mit seiner Büffelherde die Jäger an und hindert sie am Entkommen. Kimba mischt mit, und es gelingt, alle Tiere zu befreien und die Autos zu zerstören. Dabei rettet Kimba Snakely noch das Leben: er zieht ihn aus seinem brennenden Wagen, bevor er gegen einen Baum kracht.

Die Schlussszene ist bemerkenswert: Roger und Kimba reden den beiden Jägern ernsthaft ins Gewissen. Während Snakely uneinsichtig ist und keine Reue zeigt, verspricht Tubby, ein anderer Mensch zu werden und nie mehr ein Tier zu jagen. Dies gelingt ihm auch, wie man aus dem Manga weiß.

Allge-
meines
In dieser Episode gibt es viele Abweichungen zwischen dem englischen und dem deutschen Text. Manches klingt in der deutschen Fassung flotter. Einige Stellen wurden völlig verändert und der ursprüngliche Sinn verfälscht. Dies gilt zum Glück nicht für die wichtigste Szene, in der Kimba sich schweren Herzens dazu durchringt, um des Friedens willen auf seine persönliche Rache zu verzichten.

(Da diese Folge eine der wichtigsten der gesamten Serie ist, wurden die Textunterschiede besonders sorgfältig dokumentiert.)

In der deutschen Fassung fällt ein Fehler im logischen Ablauf der Handlung auf: Snakely und Tubby fallen vor Staunen fast in Ohnmacht, als sie von Kimba und den Tieren sprechend begrüßt werden - dies ergibt keinen Sinn, weil sie zuvor ja schon ihren Gesang gehört haben!
In der Originalfassung ist diese Reaktion jedoch verständlich, da der Chorgesang hier nur aus wortlosem La-La-La besteht und die Tiere bis zur Begrüßung der Männer noch nicht gesprochen haben (siehe auch "Unterschiede TEXT und MUSIK"). 

Außerdem unterlief in dieser Episode bereits der US-Crew ein Fehler, der vom deutschen Team prompt übernommen wurde: Kimba fragt erstaunt, was eine Party sei und was man da mache? Dies müsste er eigentlich wissen, da bereits in Folge 4 (Great Caesar's Ghost / Cäsars Geist) zu Ehren Samsons eine Party gegeben wurde!

Spezieller Insider-Gag: Snakely und Tubby sehen sich auf dem TV-Gerät in ihrem Zelt eine "Astro Boy"-Folge an!

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schiede
TEXT
1) Der Tierhändler telefoniert mit einem "Mister Lotofmoney" - lustig, aber schwer übersetzbar.

2) Als Roger sehnsüchtig in die Wolken schaut, spricht er selbst seine Gedanken zu dieser Szene.

3) Als Snakely und Tubby im Busch die Tiere singen sehen und Snakely die Gewehre wegwirft, spricht er in der US-Fassung von einer "Änderung der Taktik".

4) Roger versucht Snakely zu erklären, dass es nicht sein Verdienst war, dass alle Tiere sprechen können.

5) Der genial ausgedachte Vor- und Nachname "Viper Snakely" verdeutlicht den englischen Zuschauern dessen üblen Charakter.

6) Als Kimba Snakely und Tubby angreift, sagt Roger Ranger: "Kimba, was ist in dich gefahren? Diese Männer sind im Dschungel unsere Gäste. Von dir wird erwartet, dass du zivilisiert bist. Bist du zu einem wilden Tier geworden?"

7) Pauley zu Kimba (als Daniel, Pauly und Bucky ihn auffordern, Rache an den beiden zu nehmen): "Es ist eine Schande. Was würden Deine Mutter und Dein Vater dazu sagen? Sie würden sich schämen, das ist es! Wirst Du diese Männer von hier weggehen lassen? Tu etwas!!!"

8) Auch Bucky wird in der US-Fassung deutlicher: "Willst Du keine Rache an diesen Männern nehmen?"

9) Pauley: "Aber, Kimba ..." (Danach fällt Kimba ihm ins Wort und sagt, dass davon seine Eltern auch nicht wieder lebendig werden.)

10) Snakely zu Roger, bevor das Schlafmittel seine Wirkung zeigt: "Freut mich, dass es Ihnen gefallen hat - ich fand die Party total zum Einschlafen!"

11) Im Jeep erkennt Roger das wahre Ziel von Snakely: "Sie sind nicht hier, um meine Freunde zu studieren, sondern um sie zu fangen!"

12) In der US-Fassung fragt Roger, was Snakely so sicher macht, zurückzukehren, um zu kassieren. Snakely: "Ich werde zurückkehren, machen Sie sich da keine Sorgen!"

13) Als Snakely mit seinem Jeep in der Wüste Kimba allein gegenübersteht, lauten Kimbas Gedanken: "Wenn ich Snakely nicht stoppen kann, wird es im Dschungel niemals Frieden geben!"

14) Snakely droht Kimba gegenüber: "Sowie Tubby den Schuss hört, erledigt er alle Tiere - und das ist allein deine Schuld!" Das Wort "töten" wird nicht direkt angesprochen. Kimbas Trauer danach über seine Tat zerreißt einem das Herz, er schluchzt und stößt hervor: "Alles meine Schuld! Alles meine Schuld!"

15) Die Schlussszene hat in der amerikanischen Fassung einen völlig anderen Wortlaut:
Snakely: "So, Ihr werft mich also aus dem Dschungel, mich, Snakely, den weltgrößten Jäger? Ok, aber ich komme zurück und krieg' euch alle!"
Kimba: "Also genau wie meine Mutter und meinen Vater?"
Auf diese Äußerung hin wird Snakely zum ersten Mal nachdenklich.

16) Kimbas bewegende Ansprache lautet in der US-Fassung: "Ich werde keine Rache nehmen. Nichts wäre irgendwie anders, wenn ich Rache nehmen würde. Meine Mutter und mein Vater sind fort, und nichts kann sie mir zurückbringen. Ich bin verantwortlich für den Frieden im Dschungel. Und alle meine Freunde wollen Frieden, genauso sehr wie ich auch. Wir können uns selbst schützen, wenn Leute wie ihr herkommen, um uns weh zu tun. Aber wenn ihr als Freunde kommt, sind wir bereit, euch auch als Freunde zu akzeptieren."

17) Auch Tubby sagt im Original etwas anderes:
Tubby: "Ich verspreche, nie mehr ein Tier zu verletzen! Ich bin nicht wie der da!" (Er zeigt auf Snakely.)
Snakely: "Wie meinst du das?"
Tubby: "Ich bereue meine Taten, und du tust es nicht!"

18) Als Tubby Kimba bittet, bei ihm bleiben zu dürfen, reagiert Kimba überrascht, aber er hat nichts dagegen.

19) Rogers Worte zu Tubby: "Ich freue mich zu hören, dass Du so fühlst."

20) Kimbas Schlussworte, nachdem die Tierfänger fort sind: "O.k. zusammen, da sich alles nun wieder zum Guten gewendet hat, schlage ich vor, dass wir auf unserem Rückweg alle singen!"

21) Der Schlusstext des Erzählers: "Vielleicht erreicht die Postkarte Kimba ja wirklich eines Tages mal, wenn Tiere und Menschen gelernt haben, friedlich zusammenzuleben. Bis dahin gibt es für Kimba aber noch viel zu tun."

1) Dieser "Herr Vielgeld" wird in der deutschen Version zu einem "Herrn Ackermann".

2) In der deutschen Fassung spricht Daniel Ronnys Gedankentexte als Erzähler im Hintergrund.

3) Snakelys deutsche Worte lauten: "Und nun beginnen wir mit der psychologischen Kriegsführung." Wieder eine unnötige Verrohung des Textes.

4) Diese Bemerkung von Roger wird in der deutschen Version gar nicht erwähnt.

5) Da dieses englische Wortspiel für die deutschen Kinder kaum verständlich ist, wurde aus "Viper" hierzulande "Walter".

6) In der deutschen Fassung sagt Ronny: "Kimba, was ist in Dich gefahren? Diese Männer sind im Dschungel unsere Gäste. Sie genießen das Gastrecht. Warum benimmst Du Dich wie ein wildes Tier?"

7) Die frechen Reime des deutschen Pauly erreichen nicht den Tiefgang des Originals: "Augenblick mal. Sitz nicht da und schüttle Deine Mähne, fletsch lieber mal die Zähne. Greif sie Dir und stoß' die beiden aus dem Fell, aber schnell!"

8) Der deutsche Bucky bringt hier den recht harmlosen Spruch: "Auch Friedfertigkeit kann man übertreiben!"

9) Der deutsche Pauly sagt hier: "Nein, Strafe muss sein." Das passt zwar auch, aber nicht so gut wie in der US-Fassung.

10) In der deutschen Fassung sagt Snakely eher das Gegenteil: "Es war doch nett - sonst find' ich Partys zum Einschlafen!"

11) In der deutschen Fassung wirkt Ronny dagegen recht naiv: "Warum halten Sie mich und meine Freunde fest, und wohin fahren wir?"

12)  In der deutschen Fassung wird von Ronny nur das Kassieren, nicht aber Snakely's Rückkehr angezweifelt: "Wirklich? Und was macht Sie so sicher, dass Sie kassieren?" Snakely: "Ich verstehe mein Geschäft, keine Sorge!"

13) Der deutsche Kimba denkt in dieser Szene deutlich drastischer: "Wenn ich den Kerl nicht unschädlich mache, gibt es keine Ruhe im Dschungel!"

14) Der deutsche Snakely sagt: "Ich mach' nur den Finger krumm, dann müssen alle dran glauben." Auch hier wird die Dramatik des Tötens durch geschickte Sprachwahl abgemildert. Als Kimba dann um seine Freunde trauert, tut er es mit weniger Schluchzen und mit größerer Beherrschung als sein US-Pendant.

15) In der deutschen Schlussszene wurden Kimba und Snakely folgende Worte in den Mund gelegt:
Snakely: "Soll das etwa heißen, dass wir uns nicht wiedersehen? Das wäre ja direkt ein Verlust für mich, hehe. Aber ich mag keine Verluste, ich komme wieder!"
Kimba: "Dann werden wir dich töten - und jeden von euch!"
Diese drastische Verrohung trifft zwar exakt die Stimmung dieser Szene, passt aber in keiner Weise zur sonst üblichen Abmilderungspraxis!

16) Die Worte des deutschen Kimba sind rhetorisch gelungener, aber inhaltlich doch recht unterschiedlich: "Ich nehme keine Rache. Dadurch werden die Toten auch nicht wieder lebendig. Und Hass und Gewalt machen uns allen das Leben nur schwer. Wir werden den Frieden erhalten. Und alle meine Freunde werden daran mitarbeiten. Gegen Leute wie ihr es seid werden wir uns zu schützen wissen. Aber wer als Freund zu uns kommt, kann sich auf unsere Freundschaft verlassen."

17) Diese Szene hört sich im Deutschen so an:
Tubby: "Ich verspreche, nie mehr ein Tier zu jagen, Kimba! Ich habe nichts mehr mit dem da zu tun."
Snakely: "Und wie du es mit mir zu tun kriegst, du fette Ratte!"
Tubby: "Ich wollte deine Eltern nicht töten, Kimba..."

18) Als Tubby Kimba bittet, bei ihm bleiben zu dürfen, antwortet Kimba: "Geht nicht, Tubby!"

19) Ronnys Text: "Vielleicht meinst Du es wirklich ehrlich."

20) Der deutsche Kimba: "Also, nach der kleinen Unterbrechung machen wir weiter mit unserer Gesangsprobe, ja?" (zusammen mit einem merkwürdigen Lachen am Ende). Die englische Fassung ist da wesentlich passender. 

21) Der Schlusstext von Daniel: "Irgendwann werden Tiere und Menschen gelernt haben, friedlich zusammenzuleben. Aber bis dahin, fürchte ich, wird es im Dschungel nicht mehr sehr gemütlich sein."
(Dieser Satz ist äußerst rätselhaft...)

Bucky wird in dieser Episode von Erich Fiedler gesprochen.

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MUSIK
In der Original-Episode gibt es relativ viel Musik und praktisch keine "leer" wirkenden Stellen. Auch die Verfolgungsszenen wurden komplett vertont.

1) Als Roger sehnsüchtig in die Wolken schaut, erklingt das charakteristische Flötenthema aus "A Human Friend".

2) Beim "Dschungelchor" der Tiere wurde in der US-Fassung die japanische Originalversion unverändert beibehalten. Die Tiere singen hier nur "La La La", also ohne Worte. Der Chorgesang ist deutlich voller und passt dadurch viel besser zu dieser "Massenszene". Die Melodie ist jedoch schwermütiger und längst nicht so fetzig wie das Lied der deutschen Version.

3) Die Szenen, als sich Kimba beim Fell seines Vaters einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt sieht, wurden in der US-Fassung deutlich gefühlvoller vertont: Zuerst erklingt das japanische "Kimba-Theme", das passend zu Kimbas Erinnerungen langsam in ein düsteres und schließlich in ein wütendes Motiv übergeht. Wie in Episode 1 gibt es auch in der Rückblende keine Musik zu den Szenen von Caesars Tod.

4) Die flotte Twistmusik, zu deren Klänge die Tiere auf der Party tanzen, ist zwar nicht besonders melodisch, passt aber perfekt zu den teils sehr witzigen Bildern und dem darin enthaltenen typischen Tezuka-Humor.

5) Die dramatische Musik zu Kimbas Trauer um seine vermeintlich getöteten Freunde verstärkt die Wirkung dieser ergreifenden Szene noch zusätzlich.

6) Kimbas Schluss-Ansprache an die Tierfänger enthält eine gefühlvolle, dezente Musik, die den Ernst seiner Rede unterstreicht.

7) Am Schluss der Episode singt der Chor der Tiere (wiederum ohne Worte) die Abspannmelodie der japanischen Originalserie! 

Es wurden sehr viele Originalmelodien übernommen (z.B. bei der Verfolgung der Tierfänger!), aber auch einiges ersetzt (z.B. Dschungelchor).

1) Das melancholische Streicherthema der deutschen Fassung passt zu diesen Szenen ebenfalls sehr gut. 

2) Das Lied der Tiere "Ach wie schön ist es im Dschungel" gehört zu den gelungensten deutschen Musikbeiträgen der Serie. Leider wirkt der deutsche "Dschungelchor" recht dünn, da er aus höchstens 4 Gesangsstimmen besteht. Dieses Problem der zu dünnen Besetzung stört auch in anderen Episoden den Genuss der deutschen Musiknummern.
(Hinweis: Bei Buckys Satz "Es sind unsere Freunde, und sie leben!" gegen Ende der Episode erklingt für einen Moment die Originalmelodie des japanischen Dschungelchors!)

3) Die deutsche Ersatzmusik zu dieser wichtigen Szenenfolge ist am Anfang äußerst gefühlvoll und passt gut; geht dann jedoch viel zu abrupt in die "Standard-Spannungsmusik" über, die sich während der gesamten Rückblende - bis zu Kimbas Angriff auf Snakely und Tubby - ständig wiederholt. Dies wirkt unnötig aggressiv und außerdem sehr eintönig.

4) Der deutsche Party-Twist klingt ähnlich und ist ein ganzes Stück fetziger. Da die Melodie jedoch nicht zur Bewegung der Tiere passt, geht der spezielle Humor der Originalszene verloren. Hier hätte man die Musik besser beibehalten sollen.

5) Das versöhnliche "Alles-wird-gut"- Streicherthema mildert diese Szene ab und macht sie leichter verdaulich für die deutschen Kinder.

6) Hierzu erklingt ebenfalls das "Alles-wird-gut" Streicherthema, das in keiner anderen Episode so hervorragend passt wie an dieser Stelle.

7) Hier ist noch einmal die deutsche Version des Dschungelchors zu hören.

Fazit Dies ist eine der besten, schönsten und wertvollsten Episoden der gesamten Serie. Kimbas Erkenntnis, dass blutige Rache nur zu einer endlosen Spirale von Gewalt führen würde, berührt ein brisantes, gerade in der heutigen Zeit hochaktuelles Thema. Seine Entscheidung, nicht wie ein wildes Tier zu reagieren, sondern den Jägern zu verzeihen, beweist seine zutiefst "humane" Einstellung. Noch dazu rettet er am Schluss dem Mörder seiner Eltern das Leben.

Man merkt allgemein, dass in der deutschen Bearbeitung die Serie etwas mehr "Pfiff" bekommen sollte. Das tut jedoch ernsteren Episoden wie gerade dieser nicht gut.

Detail am Rande: Es gab offenbar keine einheitliche Vorgabe, wie die Hände der Menschen gezeichnet werden sollten. In manchen Szenen haben sie - wie die meisten Zeichentrickfiguren - nur vier Finger, in manchen aber auch fünf. Dies wechselt oft innerhalb einer Episode mehrfach und ist unabhängig von Darstellungsgröße oder Bildausschnitt. 




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Druckversion Episode 14
14
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel Journey Into Time nicht vorhanden
Inhalt In einer abgelegenen Region Afrikas lebt der gefleckte Löwe Specklerex, einer der letzten dieser seltenen Rasse, die früher in ganz Afrika beheimatet war. Als König seines Stammes genießt er hohes Ansehen und ist für alle Löwen ein Held und Vorbild. Darum wird jedes Jahr im Frühling ihm zu Ehren eine "Löwenversammlung" abgehalten, zu der Raubtiere aus ganz Afrika kommen.

Kimba hört davon und geht ebenfalls zu dieser Versammlung. Er weiß nicht, dass sein Vater und Specklerex Feinde waren. Als die Schurken Cassius und Klaue davon erfahren, erkennen sie eine ideale Chance, Kimba endlich loszuwerden.

Kimba grüßt Specklerex ehrfurchtsvoll, doch dieser macht sich über ihn lustig: "Wir wollen hier keine weißen Miezekatzen!" Specklerex beleidigt auch Caesar und behauptet, weiße Löwen seien überhaupt keine richtige Löwen - wegen ihrer Farbe!

Als Kimba sich heftig wehrt, lässt Specklerex ihn gefangen nehmen. Da kommt Kitty hinzu (sie ist die Nichte von Specklerex) und bittet um Kimbas Freilassung. Widerwillig gibt Specklerex nach, aber er verbietet Kitty jeden Umgang mit Kimba, da sie sonst verstoßen wird. Traurig muss Kitty gehorchen.

Zurück in seinem Dschungel zweifelt Kimba an sich - vielleicht hat Specklerex ja recht? Seine Freunde sorgen sich, während die Hyänen Tom und Tab überall im Dschungel verbreiten, Kimba sei ein Betrüger und gar kein richtiger Löwe. Einige beginnen es schon zu glauben.

In dieser Situation kommt ihm Roger Ranger mit einem Stapel Bücher aus der Bibliothek zu Hilfe (praktisch, was es im Dschungel alles gibt!). Er beweist Kimba, dass er kein Pussikätzchen ist, sondern zur seltenen Gattung der intelligenten weißen Löwen gehört, und erzählt ihm die Geschichte seiner Vorfahren:

Vor 4000 Jahren herrschte in Ägypten ein böser Pharao namens Tut-Tut, der ein verschwenderisches Leben führte und sein Volk versklavte. Phrates, der weise alte Berater des Pharao, kritisiert die dekadente Lebensweise und warnt ihn, dass dies eines Tages zur bitteren Armut führen werde. Daraufhin bezeichnet ihn der Pharao zornig als Verräter und jagt ihn davon.

Schon im Jahr darauf wird die Prophezeiung wahr: Ägypten ist dem Untergang geweiht. Da taucht eines Tages ein junger weißer Löwe im Palast des Pharao auf. Die Ägypter verehren ihn als "Geist der Sphinx" und glauben, er wurde geschickt, um das Land zu retten.

Der Löwe ist in Wirklichkeit das zahme Haustier des verstoßenen Ratgebers Phrates, der Ägypten helfen und den Pharao zur Vernunft bringen will. Mit einem Zaubertrank hat er die Intelligenz des weißen Löwen so erhöht, dass dieser jetzt wie ein Mensch denken und handeln kann.

Der Pharao und sein Hofstaat befolgen alles, was der "Geist der Sphinx" ihnen zeigt oder vormacht. Dadurch lernen sie langsam, vom Luxus zum einfachen Leben zu wechseln, und die ägyptische Kultur blüht wieder auf.

"Der weiße Löwe war dein Urahn" sagt Roger zu Kimba. Dieser zweifelt: Ägypten ist so weit weg, wie soll das möglich sein? Im nächsten Kapitel folgt die Erklärung.

Pharao Tut-Tut bemüht sich um gute Nachbarschaft mit anderen Völkern. Als er eines Tages einen Stamm aus Zentralafrika einlädt, ist er von ihrem Tanz so begeistert, dass er ihnen zum Dank schenken will, was sie wollen. Die Eingeborenen fordern den weißen Löwen, und der Pharao muss ihn hergeben. Der Löwe reist also mit in den Dschungel Zentralafrikas und verhilft nun seinen neuen Besitzern zu Wohlstand.

Roger findet heraus, dass der Afrikaforscher Livingston auf einer seiner Reisen inmitten der Ruinen eines verlassenen Eingeborenendorfes einen Tempel entdeckte, in dem Hunderte von weißen Löwenfellen aufbewahrt werden. Da dies in unmittelbarer Nähe von Kimbas Dschungel war, ist zweifelsfrei bewiesen, dass Kimba ein Nachkomme der intelligenten ägyptischen weißen Löwen ist.

Dankbar und glücklich, endlich die Wahrheit über seine Herkunft zu kennen, trifft Kimba auf Kitty. Sie hat inzwischen den Grund für die Feindschaft zwischen Caesar und ihrem Onkel herausgefunden: Caesar war der Klügere, und Specklerex lässt jetzt seine Wut an Kimba aus. Darum will sie auch nicht mehr auf ihn hören: "Er muss sich damit abfinden, dass ich deine Freundin bin!" Kimba läuft puterrot an (einmalig süße Szene der beiden, eingerahmt in Herzform!)

Kimba begleitet Kitty nach Hause und will sich mit Specklerex aussöhnen. Dieser steht plötzlich vor ihm und fordert ihn zum Kampf gegen den starken Löwen Fang, einer von Specklerex' Untertanen.

Kimba wird nun zum Psychologen: er konfrontiert Specklerex mit seinen Hassgefühlen. "Sie wollen, dass ich verliere, Sir, weil Sie meinen Vater gehasst haben, der schlauer war als Sie. Daran sind Sie selbst schuld, wenn Sie so altmodisch sind und nichts Neues dazulernen wollen. Dabei könnten Sie sich jede Menge Wissen aneignen, wenn Sie sich nur bemühen. Versprechen Sie mir, Sir: wenn ich gewinne, dann bemühen Sie sich, etwas zu lernen, damit Sie nicht mehr eifersüchtig auf meinen Vater sein müssen!"

Nun folgt ein heftiger Kampf, der teils unter Wasser und teils in einer Fledermaushöhle ausgetragen wird. Der Löwe Fang hetzt in der Höhle die Fledermäuse auf Kimba, und als Specklerex den Kampf für beendet erklärt, liegt Kimba böse verletzt am Boden.

Doch Specklerex hat durch eine Spiegelung im Wasser das unfaire Geschehen in der Höhle mit angesehen. Er verstößt Fang angewidert: "Du bist es nicht wert, Löwe genannt zu werden!" Kimba dagegen hat bewiesen, ein echter Löwe zu sein. Specklerex will Kimbas Bedingungen erfüllen. Zu Kitty sagt er: "Ich bin stolz darauf, dass Kimba dein Freund ist."

In der Schlussszene kann Daniel Pauly und Bucky nur mit Mühe davon abhalten, zu Kimba zu stürmen, der verliebt neben Kitty sitzt: "Lasst Kimba gefälligst in Ruhe, der hat jetzt Wichtigeres zu tun!"

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meines
Es gibt nur eine einzige Szene, die schuld sein könnte, weshalb man diese Episode in Deutschland nicht gezeigt hat: Beim Bau einer Pyramide wird eine Gruppe Sklaven von einem herabfallenden Steinblock zerquetscht. Diese Drei-Sekunden-Szene hätte man leicht herausschneiden können.

Kimbas Familiengeschichte und die Entstehung der intelligenten weißen Löwen ist für den Hintergrund der gesamten Serie eigentlich unverzichtbar. Auch wie Kimba sich gegen die Beleidungen von Specklerex wehrt und schließlich seine Anerkennung erringt, sind großartige Momente. Es ist unfassbar, dass den deutschen Zuschauern dies alles vorenthalten wurde.

Der Name des Pharao-Beraters "Phrates" ist eine Anspielung auf den Fluss Euphrat (englisch "Euphrates"), wodurch sich ein englisches Wortspiel erzeugen lässt ("You, Phrates").

Musik In dieser Episode hat man als deutscher Zuschauer nicht das Gefühl, dass zuwenig Musik vorhanden ist. Einleitungs- und Schlussszene sind mit schönen Tomita-Melodien unterlegt, und die Rückblenden sind so spannend und handlungsintensiv, dass man die Musik nicht vermisst.

Bei den "gefühlvollen" Szenen mit Kitty und Kimba gibt es wie üblich dezente japanische Melodien, die wunderbar passen.

Fazit Wie in den anderen Episoden mit Rückblenden ist auch hier die Handlung dicht gedrängt und anspruchsvoll. Es gibt eben viel zu sagen, wenn man die Entstehung der ungewöhnlichen weißen Löwen erklären will. Osamu Tezuka hat hierfür geschickt Realität und Fiktion mit Elementen der griechischen Mythologie vermischt, so dass das Ganze äußerst glaubhaft klingt. Die Aesop'sche Fabel "Androklus und der Löwe" lieferte ja gewissermaßen die Ur-Idee zu Kimba.

In den 70-er Jahren haben einige Erwachsene darüber die Nase gerümpft, dass Kimbas Geschichte "fälschlicherweise" im Dschungel und nicht im "natürlichen" Lebensraum des Löwen, der Savanne, spielt. Diese Episode erklärt, weshalb das so ist - leider konnten die deutschen Kinder (und Eltern) sie nicht sehen. 

Es scheint System dahinter zu stecken, dass handlungsmäßig anspruchsvolle Episoden in Deutschland nicht gezeigt wurden. Glaubte man im Ernst, die Kinder hierzulande könnten dem Geschehen nicht folgen? Andere konnten es doch auch: Amerikaner, Engländer, Franzosen, Italiener und noch viele mehr - sie alle sahen die 52 Episoden komplett!




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Druckversion Episode 15
15
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel Scrambled Eggs Keine Feier ohne Eier
Inhalt Kimba ruft den großen Frühjahrsputz im Dschungel aus, und alle Schulkinder werden zum Saubermachen abkommandiert. Sogar die Vögel müssen ihre Nester räumen, und sämtliche Vogeleier landen auf einem Haufen. Der kleinen Wildkatze Speedy Cheetah passiert ein böses Missgeschick: sie hält die Eier irrtümlich für Abfall und "entsorgt" sie im Fluss.

Als die Katastrophe bekannt wird, sind die Vögel außer sich vor Zorn und werfen Kimba vor, in seiner Schule den Kindern Eierdiebstahl beizubringen. Kimba verspricht, die Eier wieder zu beschaffen. Auch die Tierkinder machen sich auf die Suche.

Nach einigen Missverständnissen zwischen Kimba und einem Krokodil gelingt es den Kindern, die Eier gerade noch aus dem Fluss zu bergen, bevor sie den Wasserfall hinunterrauschen. Der Schimpansenjunge Chimpy wird dabei fast mitgerissen und von Kimba in letzter Sekunde gerettet.

Nach all der Aufregung können die Eier nun ihren Eltern zurückgegeben werden, was gar nicht so leicht ist, da viele ihre eigenen Eier nicht erkennen. Als die Babys schlüpfen, gibt es nochmals Verwechslungen, und einige Vögelchen müssen "umgetauscht" werden.

Zwischenzeitlich brütet Kimba ein übriggebliebenes Ei aus, das, wie sich später herausstellt, ein Krokodilbaby enthält. Auch Mama Krokodil bekommt ihr Baby zurück, und alles wird gut.

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Die Dialogtexte sind in beiden Episoden großteils identisch. Was nicht wörtlich übersetzt wurde, klingt im Deutschen oft witziger als im Original.
Einige englische Wortspiele kann man auch nicht übersetzen, z.B. das Schlusswort des Erzählers: "This was the story of the Scrambled Eggs. And that's how it ended: Sunnyside up!"

Große Unterschiede gibt es bei den Liedertexten (siehe "Unterschiede MUSIK").

In manchen Episoden gehört Kimba zu den Schülern, in manchen - so wie in dieser - ist Kimba selbst der Lehrer und unterrichtet die Tierkinder. Speedy redet ihn in der US-Version deshalb mit "Teacher" (Lehrer) an, was in der deutschen Episode nicht übernommen wurde.

In der japanischen Originalfassung gibt es eine ca. 25 sek. lange Szene mit äußerst skurillem Humor, die aus der US-Fassung herausgeschnitten wurde (interessanterweise ist sie nicht auf der amerikanischen Bonus-DVD der gelöschten Szenen enthalten):

Als die Tierkinder erkennen, dass die Eier im Fluss auf den Wasserfall zutreiben, erscheint plötzlich der japanische Vorspann von neuem! Dieser beginnt, wie bei allen japanischen Folgen, mit einer Großaufnahme eben dieses Wasserfalls, worauf die Kamera auf den Felsen über dem Fluss schwenkt, auf dem stolz der erwachsene Leo steht! Plötzlich hört man eine Stimme: "Falsch! Ich brauch' das andere Band!" Hierzu sieht man Tezuka selbst als gezeichnete Karikatur, umgeben von Filmspulen und Filmstreifen (siehe Bild). Nach diesem kurzen Intermezzo wird die Folge mit der "richtigen" Filmspule fortgesetzt.

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TEXT
1) "Habt ihr auch alle Werkzeuge aufgeräumt?" fragt Kimba in der US-Version.

2) Als Kimba verspricht, die Eier zurückzuholen, sagen die Vögel zu ihm: "Wir trauen dir nicht! Bei dir sind sie nicht sicher!"

3) Nach Kimbas Kampf mit dem Krokodil sagt dieses: "Ich muss dringend zum Zahnarzt!"

1) "Ist auch wirklich alles sauber?" fragt Kimba in der deutschen Version.

2) In der deutschen Version sagen die Vögel: "Wie willst du das denn anstellen? Wo willst du sie finden?"

3) In der deutschen Version sagt das Krokodil: "Blödes Löwenbaby!"

Bucky wird in dieser Episode von Harry Wüstenhagen gesprochen.

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MUSIK
1) Das Lied der Tierkinder am Anfang ist in beiden Fassungen in Melodie und Versmaß fast identisch, hat aber einen ganz anderen Text. In der US-Fassung singen die Kinder (Auszug):
"Wir geh'n zur Schule - Lehrer Kimba, zeig' uns, wie alles funktioniert - doch möchten wir am liebsten den ganzen Tag nur spielen..." 
Dann erklärt Kimba, dass heute Frühjahrsputz ist, und die Kinder singen: "Frühjahrsputz - wir geh'n den Erwachsenen zur Hand..."
Das Originallied wird von einer großen Orchesterbesetzung gespielt und wirkt eindrucksvoller.

2) Das "Eierlied der Vögel" ist ebenfalls in Melodie und Versmaß gleich, aber vom Text her völlig anders. In der US-Fassung singen die Vögel (Auszug):
"Lalalala - Baby, wo ist mein Baby? Mama liebt dich schon, wenn du noch gar nicht geschlüpft bist, und auch noch, wenn du mal groß bist..."

3) Zweifellos viel schöner in der US-Fassung ist Kimbas Wiegenlied für das Ei. Kimbas Stimme erklingt im Hintergrund, und er spricht quasi seine Gedanken, während eine Frauenstimme das Lied auf japanisch singt (siehe hierzu auch: "Wie Kimba entstand"). Der US-Text ist völlig anders als in der deutschen Version und passt sehr gut zu Kimbas Traumbildern:
"Schlafe, einsames Baby, träum' von einem glücklichen Tag. Wenn du wieder bei deiner Mami bist, werdet ihr zusammen spielen. Deine Mami liebt dich, obwohl sie sehr weit weg ist..."

4) Auch beim Schlusslied der Vögel unterscheidet sich der Text. In der US-Episode heißt es unter anderem:
"Mama liebt dich so sehr, wie man's gar nicht sagen kann - sie liebt dich am meisten von allen, egal ob du nun klein oder groß bist..."

1) Hier ein Auszug aus der deutschen Fassung des Liedes: "Singt alle mit, das kleine Lied vom Spaß an der Freud' - ja das Leben ist lebenswert, ohne Frage - alle Tage..."
Dann erklärt Kimba, dass heute Frühjahrsputz ist, und die Kinder singen: "Macht alle mit - freie Bahn, der Wald wird gefegt - kein Dschungel kann reiner sein, wirklich keiner kann noch reiner sein..." (Klingt fast wie eine Waschmittelwerbung.)
Das deutsche Lied wird von einer kleinen Besetzung gespielt und wirkt lustiger.

2) Die deutsche Fassung vom Eierlied der Vögel lautet (Auszug): "Eieieiei popeia, wo sind die Eier? Hier muss aber, hol's der Geier, was gescheh'n, denn es ist, auweia, kein Ei zu seh'n..."
Man kann geteilter Meinung darüber sein, ob dieser Text lustig oder einfach nur albern ist.

3) Kimbas Wiegenlied für sein gefundenes Ei ist in der deutschen Fassung sowohl vom Text als auch von der Melodie anders. Auch hier wird es von einer Frau gesungen, aber weil man Kimbas Stimme nicht hört, wirkt es nicht überzeugend. Auch der deutsche Text passt nicht zu Kimbas Traumbildern:
"Kleines Baby du, schließ die Augen zu, träum' von einem, der dich liebt, ich halt dich fest - es ist alles gut, keiner, der was Böses tut..."

4) Das deutsche Schlusslied der Vögel nimmt eher Bezug auf das aktuelle Geschehen. Beispiel: "Viele Eier sind schon aufgesprungen, und ganz leise zwitschern die Jungen - piep piep piep, das heißt, ich hab dich lieb". Dieses Lied ist textlich gelungener als die anderen dieser Episode.

Technisch gesehen sind die deutschen Lieder und Melodien wesentlich besser. Die gesamte deutsche Tonspur ist bei allen Episoden in der Qualität viel besser als das Original, wo man oft Probleme hat, die Sprecher zu verstehen.

Fazit Dies ist eine der harmlosesten Kimba-Episoden. Abgesehen von Kimbas kurzen Raufereien mit den Krokodilen kommt auch keine Gewalt vor. Die Handlung ist weder besonders spannend noch anspruchsvoll.

Das Highlight dieser Episode ist ohne Zweifel Kimbas rührende Szene, wie er das fremde Ei umsorgt und dabei träumt, er wäre wieder mit seiner Mutter zusammen. (Anmerkung: Dies war auch Billie Lou Watt's Lieblingsszene.)

Detail am Rande: Genau wie in Episode 39 (The Return Of Fancy Prancy / Dschungeldame mit Hut) wird auch hier der kleine graublaue Gepardenjunge "Speedy" genannt, während er in allen anderen Episoden "Dash" heißt. Dieser Namensfehler unterlief der US-Crew und wurde in der deutschen Fassung brav übernommen.

Der "richtige" Speedy ist gelb und, ungeachtet der Bezeichnung "Cheetah" (=Gepard) in Wirklichkeit ein Leopard, erkennbar an den größeren ringförmigen Flecken. Er kommt in den Episoden 5 (Fair Game), 19 (The Mystery Of The Deserted Village / Das Geheimnis des verlassenen Dorfes), 26 (A Revolting Development / Revolte im Dschungel) und 44 (A Friend In Deed / Ein Freund in Not) vor.




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Druckversion Episode 16
16
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel Diamonds In The Gruff Kroko mit Brillanten
Inhalt An Bord eines Flugzeugs, das über Kimbas Dschungel fliegt, befinden sich die beiden Diamantenschmuggler Manny Mean und Norbert Nasty. Als ein Maschinenschaden den Piloten zwingt, Ballast und Gepäck abzuwerfen, ist auch der Diamantenkoffer der Schmuggler darunter.

Im Dschungel findet eine Gruppe Tierkinder kurz darauf einen Benzinkanister, der auch aus dem Flugzeug stammt. Das Alligatorenkind Alli beißt trotz aller Warnung hinein, verschluckt Benzin und wird krank. Daraufhin nehmen die Alligatoren die Tierkinder gefangen und drohen, sie umzubringen.

Inzwischen kommen die beiden Schmuggler mit einem Hubschrauber in den Dschungel und suchen nach ihrem Koffer. Den hat aber der Alligatorenboss Schnaff mitsamt den Diamanten gefressen!

In einer spektakulären Unterwasser-Rettungsaktion befreien Roger Ranger und Kimba mit Hilfe von Tauchgeräten, die sie heimlich bei den Schmugglern "ausborgen", die gefangenen Tierkinder von der Alligatoren-Insel. Als die Krokos merken, dass man sie geleimt hat, ziehen sie wütend Richtung Dschungel, um sich zu rächen.

Pauly hat eine "geniale" Idee, um beide Probleme zu lösen: er verrät den Schmugglern, dass eines der Krokodile ihre Diamanten gefressen hat. Um die Klunker zurückzubekommen, müssten sie einfach alle Krokodile aufschlitzen. Damit wäre man die blöden Alligatoren auch endlich los.

Klar, dass Kimba damit nicht einverstanden ist. Er versucht, die Alligatoren zu warnen. Die Schmuggler haben die Tiere bereits mit Teer bewegungsunfähig gemacht und wollen sie mit einem rotierenden Messer vom Helikopter aus abschlachten.

Kimba gelingt es, den Hubschrauber zum Absturz zu bringen. Dabei entzündet sich der Teer, wird flüssig, und die Alligatoren kommen frei. Kimba, der bei seinem Einsatz wieder einmal verletzt wurde, wird vom Alligatorenboss Schnaff aus den Flammen gerettet. Nach überstandenem Abenteuer schließen die Alligatoren Frieden mit den anderen Tieren.

Allge-
meines
Obwohl es teilweise ziemlich heftig zugeht - mit rotierenden Messern gegen Alligatoren vorzugehen, ist nicht gerade harmlos - wurde diese Episode zum Glück ungeschnitten bei uns gezeigt. Allerdings gibt es einige Unterschiede in den Dialogen, und der Text ist oft sehr frei übersetzt. Leider hat man den Wortlaut der Schlussszene komplett geändert, wodurch die positive Botschaft völlig verloren geht.

Der deutsche Episodentitel wurde pfiffig umgesetzt: "Kroko mit Brillanten" ist ebenso gelungen wie das englische "Diamonds In The Gruff". Dieses Wortspiel mit dem Begriff "diamonds in the rough" (=ungeschliffene Diamanten) kann man nicht wörtlich übersetzen.

Das Alligatorenkind Alli ist in beiden Fassungen ein Junge, obwohl es ganz offensichtlich rosa Haarschleifen trägt. Einmal mehr ein Beispiel dafür, dass der äußere Eindruck täuschen kann!

Unter-
schiede
TEXT
1) In der amerikanischen Version werden die Tiere stets als "alligators" bezeichnet. Der Alligatorenboss heißt "Gruff" (gruff = grob, barsch, mürrisch).

2) Dodie Deer sagt zu Alli: "Du brauchst nicht schüchtern zu sein, du darfst die Fische ruhig fangen!"

3) Gruff bringt in der US-Fassung seinen Vorwurf gegen die Tierkinder deutlich zur Sprache: "Sie haben Alli dazu gebracht, aus diesem Benzinkanister zu trinken!"

4) Gruff zu Kimba, als dieser erfahren hat, dass es dem kleinen Alli inzwischen wieder gut geht: "Du glaubst wohl, du kannst mir meine Rachepläne ausreden, wie? Sie haben versucht, meinen Sohn Alli zu vergiften, und ich werde mit ihnen abrechnen!"

5) Daniel bezeichnet die Alligatoren äußerst sachlich als die "unvernünftigsten Tiere im Dschungel". Kimba erwidert daraufhin: "Ich wette, Roger kann uns dabei helfen, sie (die Tierkinder) zu befreien!"

6) In der US-Fassung erwähnt Manny Mean, dass der Koffer zusätzlich zu den geklauten Diamanten noch 3 Millionen Dollars enthält.

7) Roger Ranger steht sprachlos - also ohne Text - mit offenem Mund hinter einem Baum, als er bemerkt hat, dass die beiden Männer Schmuggler sind.

8) In der US-Fassung wird die Beschränktheit der Alligatoren deutlich hervorgehoben. Bevor Gruff den Diamantenkoffer frisst, sagt er: "Sieht nach was zu essen aus!" Nachdem er ihn zermalmt hat, meint er: "Das hat gut geschmeckt, was auch immer es war!"

9) Der US-Kimba erkennt den wertvollen Inhalt des Koffers nicht, denn er sagt zu Roger: "Da haben irgendwelche Menschen einen Teil ihres Gepäcks verloren!" Roger: "Oh, dann hast du wohl etwas davon gefunden?" Kimba: "Das stimmt." Daraufhin erklärt Roger seinen staunenden Freunden, dass es sich um Diamantenschmuggler handelt.

10) "Wenn diese Männer wüssten, wo ihre geschmuggelten Diamanten sind, würden sie eine Menge Tiere töten, um sie wiederzubekommen." Diese deutlichen Worte von Kimba bringen Pauly dann auch auf seine "clevere Idee".

11) Gruff spricht in der US-Episode nach der Befreiung der Tierkinder sehr deutlich: "Diese Tiere haben uns Alligatoren zum Narren gehalten, jetzt gehen wir in ihren Dschungel und fressen sie!"

12) Mit deutlichen Worten erzählt Pauly, wie er mit Hilfe der Schmuggler die verhassten Alligatoren loswerden will: "Hört zu, Freunde, und ihr werdet erfahren, wie Pauly die Vernichtung sämtlicher Alligatoren arrangiert hat!"

13) Als Pauly seine "Heldentat" erzählt hat, lautet der Originaldialog:
Pauly: "Du bist stolz auf mich, Kimba, nicht wahr?"
Kimba (sehr scharf): "NEIN!!!"
Pauly (kleinlaut): "Du bist's nicht?"
Kimba: "Ich schäme mich für dich, Pauly!"
Pauly (zerknirscht): "Ich dachte, meine Idee sei ausgesprochen clever."
Kimba: "Tiere vernichten zu lassen, das ist doch nicht clever!"
Pauly: "Nicht einmal Alligatoren?"
Kimba: "Es spielt keine Rolle, wie schlecht manche Tiere sein mögen! Wir müssen ihnen helfen, anstatt sie zu verletzen!"

14) Die Schlussszene weicht textmäßig am stärksten ab. In der US-Fassung sagt Gruff zu Kimba:
"Ich weiß jetzt, dass eure Kinder nicht versucht haben, meinen Sohn Alli zu vergiften. Ich habe einen großen Fehler gemacht, es tut mir leid, Kimba! Bitte sage den anderen, wir wollen von jetzt an Freunde sein!"
Kimba: "Ich bin froh, dass du's verstehst. Die Hauptsache ist, dass wir jetzt Freunde sind. Übrigens, was machen deine Brandwunden?"
Gruff: "Sind in Ordnung, wir Krokodile haben ein dickes Fell. Und wie geht's dir?"
Kimba: "Einfach großartig. Kommt, alle zusammen, lasst uns feiern und Spaß haben!"
Daraufhin spielen Alli und die anderen Kinder gemeinsam im Wasser, und Pauly sagt: "Schau hin, Daniel, wenn diese Kinder erwachsen sind, werden sie zusammmen in Frieden und Freundschaft leben!" Die Episode klingt ohne Erzählerkommentar aus.

1) Im Deutschen ist manchmal von Alligatoren und manchmal von Krokodilen die Rede. Bei uns heißt der Alligatorenboss "Schnaff".

2) Die deutsche Dodie Deer sagt zu Alli etwas ganz anderes: "Du darfst ruhig mit den Fischen spielen, aber tu' ihnen nichts, hörst du!"

3) Diese Worte von Schnaff kommen in der deutschen Fassung nicht vor. Er sagt lediglich "Seht mal!", während er Kimba den Kanister vor die Füße wirft.  Kimbas Reaktion darauf: "Hää?"

4) In der deutschen Fassung sagt Schnaff an dieser Stelle: "Wir werden ihnen eine Lektion erteilen, die sie im Leben nie vergessen sollen! Wir fressen sie - alle!" Ob man diesen Satz als komisch oder makaber auffassen soll, bleibt der Betrachtung des Zuschauers überlassen.

5) Der deutsche Daniel benutzt hier blumige Vergleiche: "Stur wie die Panzer und dumm wie Bohnenstroh!" Kimba erwidert: "Hmmm - aber das sind halt starke Argumente." Diese Art intelligenter Wortspielereien verleihen der deutschen Kimba-Fassung ihre typische Note.

6) Hiervon ist in der deutschen Fassung nicht die Rede. Dies erscheint auch logisch, denn als Schnaff den Koffer zerbeißt, ist von Geld nichts zu sehen.

7) Ronny gibt den deutschen Kindern in dieser Szene Hilfestellung für den Fall, dass sie's noch immer nicht verstanden haben: "Das ist ja 'ne tolle Geschichte! Das sind Diamantenschmuggler!"

8) In der deutschen Fassung werden die Krokodile nicht ganz so dämlich dargestellt. Schnaff sagt hier: "Ich kümmere mich drum!" Und als er das Maul voll Diamanten hat, meint er: "Nur kein Neid - wer hat, der hat!"

9) Der deutsche Kimba weiß hierüber offensichtlich genau Bescheid (woher nur?), denn er bringt das Thema sofort zur Sprache: "Ronny, da bist du ja - Schnaff hat einen Koffer mit Diamanten gefressen!" Ronny:" Oh, der wurde schon eifrig gesucht!" Kimba:" Von wem?" Ronny: "Von zwei ganz üblen Gestalten..."

10) "Wenn die Kerle erst mal wissen, wo ihre Diamanten stecken, dann haben wir alle hier nichts mehr zu lachen!" Der deutsche Kimba ist hier wieder einmal nicht so sachlich wie sein US-Pendant.

11) Schnaffs Worte klingen in der deutschen Fassung nicht ganz so scharf. Außerdem will Schnaff nur die Tierkinder zurückholen, aber nicht alle anderen Tiere fressen!

12) Diese Szene wird in der deutschen Fassung abgemildert und klingt harmloser. Pauly spricht hier: "Hört, meine Freunde, der große Angriff findet nicht statt; alle Krokodile sind schachmatt!"

13) Und so lautet der deutsche Dialog:
Pauly: "(...) und die armen Kroko-Knaben werden großes Bauchweh haben!"
Kimba (vorwurfsvoll): "Pfui, Pauly."
Pauly (verdutzt): "Was ist los?"
Kimba: "Schämst du dich denn überhaupt nicht?"
Pauly (entrüstet): "Warum soll ich mich schämen? Ihr könnt euch ein Beispiel an mir nehmen!"
Kimba: "Na, sie werden die Krokodile alle umbringen!"
Pauly: "Wie du mir, so ich dir."
Kimba: "Noch haben sie dir ja gar nichts getan. Und vielleicht wollten sie auch nur bluffen."

14) In der deutschen Szene sagt Schnaff: "Also Kimba, ich schlage vor, wir vergessen die ganze Sache. Meinem Alli geht's wieder gut, und eigentlich wollten wir euch gar nicht richtig fressen. Nur so'n bisschen."
Kimba: "Schon gut, Schnaff, alles in Ordnung. Erzähl' mir, wie's dir geht, was machen deine Brandwunden?" Der Rest der Unterhaltung wird durch einen belanglosen Kommentar von Daniel überdeckt.
Pauly spricht in der folgenden Szene, in der Alli und die anderen Kinder gemeinsam im Wasser spielen: "Also, was ich euch gestehe: Wenn ich das hier alles sehe ist das doch ein schöner Lohn für meine große Rettungsaktion!"
Dieser merkwürdige Kommentar lässt die positive Botschaft der Originalfassung völlig außer acht.  Daniels Schlussbemerkung ist ebenfalls wenig sinnvoll: "Jaja, wenn wir unseren Pauly nicht hätten und unseren schönen grünen Dschungel, müssten wir alle baden gehen (...)"

Musik In dieser Episode gibt es sehr viel Originalmusik und jede Menge Geräuscheffekte, so dass diesmal kein Eindruck von "leeren" Stellen entsteht.

1) Zu den Anfangsszenen im bzw. rund ums Flugzeug gibt es keine Musik, sondern nur Flugzeuggeräusche.

2) Völlig ohne Musik ist die hitzige Diskussion zwischen Kimba und dem Alligatorenboss nach der Gefangennahme der Tierkinder.

3) Auch der Helikopter-Angriff der Schmuggler, die mit rotierenden Messern gegen die Alligatoren vorgehen, enthält nur Geräuscheffekte.

4) Am Schluss der Episode erklingt dezente Musik zu den hoffnungsvoll stimmenden Bildern. Auf wuchtige Fanfaren hat man diesmal verzichtet.

Abgesehen von einigen Szenen mit zusätzlichen Spannungsmelodien wurde die Originalmusik bei dieser Folge nahezu komplett beibehalten.

1) Die dezente deutsche Hintergrundmusik unterstreicht hier die sich aufbauende Spannung sehr gut.

2) Saxophone und gestopfte Trompeten setzen hier typische Untermalungsakzente, die die Spannung noch zusätzlich steigern. 

3) Die aufpeitschende Spannungsmusik zu diesen Szenen wirkt angesichts der ohnehin schon heftigen Bilder regelrecht überladen.

4) Als deutsches Schlussthema wurde die klassische "Ronny & Mary"- Melodie aus "Unser neuer Freund" verwendet, die hier eigentlich nicht passt, da weder Ronny noch Mary in der Schlussszene vorkommen.

Fazit Diese Episode mit ihrer spannenden Handlung und ihren hinreißenden Bildern gehört zu den schönsten der gesamten Serie. Wieder einmal kann Roger seinen Freunden aus der Klemme helfen, ganz im Sinne von Osamu Tezuka, für den die Kommunikation zwischen Tier und Mensch eines der Hauptanliegen seiner Geschichte war.

Bei der Art und Weise der Rettungsaktion - Einsatz von Tauchgeräten - kommt auch wieder Tezukas Begeisterung für Technik zum Vorschein. Außerdem sind die Zeichnungen von Kimba mit Taucherbrille und Flossen einfach süß! (Wenngleich er diese Hilfsmittel normalerweise nicht nötig hat - wie schon des öfteren erwähnt, ist Wasser sein zweites Element!)

Auch der spezielle Tezuka-Humor kommt wieder einmal zum Einsatz, als sich Kimba beim Kampf mit den Alligatoren in eine Art weiße Bowlingkugel verwandelt und die Krokos denn auch wie Kegel umfallen.

"Nicht einmal Alligatoren darf man einfach vernichten! Egal, wie schlecht diese Tiere auch sind, wir müssen ihnen helfen!" Diese Botschaft ist die Kernaussage der Episode. Kimbas gute Tat wird auch prompt belohnt, denn der grobe Alligatorenboss Schnaff rettet ihm am Schluss das Leben.

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