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Episodenvergleich - Episode
25 bis 28
Die Nummerierung entspricht der japanischen Original-Reihenfolge.
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jeweiligen Episode.
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25
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Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
Too Many Elephants |
Die Elefanten sollen sterben |
| Inhalt |
Hinweis:
Die deutsche Fassung wurde inhaltlich stark verfremdet. Viele Szenen wurden
herausgeschnitten und teilweise umgestellt. Diese Inhaltsbeschreibung bezieht
sich auf das US-Original und gibt die geschnittenen Szenen kursiv wieder.
Roger Rangers Onkel Mr. Pompus
(deutscher Name: Onkel Harry) stattet dem Dschungel einen Besuch ab. Er
will seinen Neffen dazu bewegen, zurück in die Zivilisation zu kommen,
anstatt seine Zeit hier mit den "gefährlichen Bestien" zu verschwenden.
Von Onkel Pompus erfährt
Kimba durch Zufall eine böse Neuigkeit: Der Tierbestand des nahegelegenen
staatlichen Wildparks hat so zugenommen, dass der Direktor eine große
Anzahl "böser" Tiere vernichten lassen will, um Platz für "gute"
zu schaffen.
Kimba kann dies nicht glauben
und rennt in den Park, um sich selbst davon zu überzeugen. Dort trifft
er auf den bösartigen Elefantenboss Pachydermus (deutscher Name: Darius)
und seine Herde. Die großspurige Art des Elefantenbullen, der sich
selbst zum König ernannt hat, gefällt Kimba ganz und gar nicht,
und es kommt zum Kampf.
Pachydermus kämpft
äußerst brutal. Sein Stoßzahn verfehlt Kimba nur um Haaresbreite.
Er wird von der Herde eingekesselt. (ca. 30 sek.)
Nur der Elefantenjunge Pee
Wee (der in der deutschen Version ein Mädchen ist und Elly heißt)
hilft Kimba: Er versteckt ihn in einem Erdloch und bringt ihn so vor der
wütenden Elefantenherde in Sicherheit.
Da fahren Tonga und ihr Adoptivvater*,
der Jägerboss Mr. Triggerman, im Auto vorüber. "Was haben die
denn im Tierpark zu suchen?" wundert sich Kimba. Er folgt ihnen und belauscht
das Gespräch zwischen den beiden Jägern und dem Parkchef Thomas
Shaveless. Zu seinem Entsetzen erfährt Kimba, dass sämtliche
Elefanten des Parks noch in dieser Nacht mit großem Waffeneinsatz
vernichtet werden sollen.
(*
Die verwandtschaftliche Beziehung zwischen Tonga und dem Jagdboss wird
nur in der US-Fassung erwähnt. Siehe hierzu auch Episode 45, "Such
Sweet Sorrow").
Kimba sucht nach Pachydermus,
um ihn zu warnen. Dabei beobachtet er die Ankunft von Tongas "Jagdgesellschaft",
die eher einer Invasionsarmee ähnelt.
Eine Gruppe Löwen
im Tierpark zeigt sich den Touristen gegenüber zuerst äußerst
grimmig, doch als diese ihre Kameras herausholen, posieren alle Löwen
und machen Faxen. Kimba fragt einen Löwen nach Pachydermus, doch dieser
ist froh, ihn nicht gesehen zu haben. (ca. 25 sek.)
Als Kimba an einem Wasserloch
nach den Elefanten fragt, zeigen ihm einige Antilopen den Weg der Zerstörung:
Pachydermus' Herde nimmt allen anderen Grasfressern das Futter weg. Als
Kimba den Elefanten von der Gefahr berichtet, glauben sie ihm nicht.
Kimba wütend zu Pachydermus:
"Jetzt weiß ich auch, warum die Menschen euch alle vernichten wollen!"
Darauf Pachydermus höhnisch: "Dies ist ein staatliches Wildreservat,
und kein Mensch kann uns hier etwas anhaben. Weißt du das denn nicht?"
(ca. 30 sek.)
Als die Elefanten weiterziehen
wollen, stellt sich Kimba ihnen in den Weg und fordert sie energisch auf,
sich in Sicherheit zu bringen. Daraufhin werden die Dickhäuter äußerst
grob und schleudern ihn wie einen Fußball hin und her. Schließlich
gibt Kimba erschöpft auf.
Im Dschungel bearbeitet inzwischen
Mr. Pompus seinen Neffen so lange, bis dieser einwilligt, mit ihm heimzufahren.
Roger will jedoch erst gehen, wenn Kimba wieder da ist. Um die Sache zu
beschleunigen, schlägt Mr. Pompus vor, nach Kimba zu suchen. Ein Gepard
und ein Leopard, die während Kimbas Abwesenheit "die Aufsicht" über
den Dschungel haben, tragen Roger und seinen Onkel auf ihrem Rücken
zum Wildpark.
Unter dem Vorwand, zwei entsprungene
Tiere zurückgeben zu wollen, verschaffen sich Roger und Mr. Pompus
Zutritt. Als sie in der Ferne Schüsse fallen hören, werden sie
misstrauisch und verlangen vom Parkwächter, zum Direktor gebracht
zu werden.
Kimba hat mittlerweile das
Elefantenkind Pee Wee in einem leeren Gebäude in Sicherheit gebracht
und rennt wieder los, um den Elefanten zu Hilfe zu kommen, die bereits
gnadenlos gejagt werden. Elefantenboss Pachydermus gibt Anweisungen, aber
er kann nicht verhindern, dass die Herde von den Jägern planmäßig
in einen Felsenkessel getrieben wird. Dort ist sie gefangen.
Währenddessen versuchen
Roger und sein Onkel verzweifelt, den Parkdirektor von seinem Vorhaben
abzubringen, doch dieser bleibt hart: "Meine Aufgabe ist es, die anderen
Tiere zu retten. Sie müssen verhungern, weil die Elefanten ihnen das
ganze Futter wegfressen. Deshalb müssen wir sie töten." Roger:
"Aber das ist falsch! Stoppen Sie es sofort! Können Sie das Problem
denn nicht anders lösen? - Wenn ich nur Kimba finden könnte!
Ich bin sicher, er wüsste Rat." Der Direktor: "Kimba?" Mr. Pompus,
ärgerlich: "Kimba, der weiße Löwe!" Direktor: "Weißer
Löwe? Sie Schwachkopf, sowas gibt's ja gar nicht!" Pompus: "Gibt's
doch!" Direktor: "Sind Sie verrückt?" Pompus: "Nein, aber Sie sind's!"
Daraufhin prügeln sich alle Anwesenden, einschließlich Cheetah,
Leopard und zwei Parkaufsehern. (ca. 60 sek.)
Inzwischen feuert Tongas
Armee auf die Felswände und bringt sie zum Einsturz. Sämtliche
Elefanten werden dabei getötet! Kimba kann nichts tun. Als die Panzer
abziehen, ist er verzweifelt und weint: "Es tut mir so leid. Ich hab' versucht,
euch zu retten."
Zu seiner Freude findet er
kurze Zeit später Pee Wees Mutter lebend auf, die bei der Stampede
verletzt zurückgeblieben war. Als Tonga und ihr Jagdboss mit dem Helikopter
auftauchen und beide Tiere erschießen wollen, bekämpft Kimba
den Hubschrauber und bringt ihn zum Absturz. Tonga und der Boss retten
sich mit dem Fallschirm.
Nun kann Kimba endlich Pee
Wee zu seiner Mutter bringen. Das glückliche Wiedersehen wird von
der bitteren Tatsache überschattet, dass die beiden die einzigen überlebenden
Elefanten sind. Schließlich kommen auch Roger und Onkel Pompus auf
ihren "Reitkatzen" hinzu. Hier anschließend
wurde in die deutsche Fassung eine "gefälschte" Szenenfolge eingefügt
(siehe roter Text in "Allgemeines").
Ein bitteres, kleines
Happy-End: Kimba, Roger, Mr. Pompus, die beiden Raubkatzen sowie Mama Elefant
und Pee Wee stehen unter einem leuchtenden Regenbogen. Die Szene wird langsam
ausgeblendet. (ca. 10 sek.)
In der Schlussszene reist
Mr. Pompus wieder ab. Als Roger pflichtbewusst einsteigen will, schreit
sein Onkel ihn an: "Wenn du es wagst, Kimba und deine Freunde jetzt im
Stich zu lassen, leg' ich dich übers Knie!" Roger ist glücklich,
dass er bleiben darf, und alle Tiere freuen sich mit ihm. |
Allge-
meines |
In
der Originalfassung war diese Folge logischerweise in Deutschland nicht
sendefähig, und es wäre vernünftiger gewesen, sie auszulassen.
Aber man hat beschlossen, sie zu zeigen, und dazu musste sie gründlich
umgearbeitet werden. Keine andere deutsche Kimba-Episode ist so verfälscht
worden wie diese.
Abgesehen von den oben angeführten
geschnittenen Szenen wurden zusätzlich noch folgende Szenen entfernt:
1) Langer Wolken-Schwenk
am Beginn der Episode, bevor Mr. Pompus' Auto erscheint. (ca. 7 sek.)
2) Die Elefantenherde
bricht ganze Baumstämme ab. (ca. 5 sek.)
3) Viele Tiere stehen
ängstlich herum, während sich die Elefanten vollstopfen. Großaufnahme
von Pachydermus' Rüssel und Gesicht. (ca. 10 sek.)
4) Die Elefanten stehen
hilflos in der Schlucht. Am Rand des Canyons sind Geschütze zu sehen.
(ca. 10 sek.)
5) Die Elefanten stehen
am Fuß einer riesigen Felswand, die weggesprengt wird und alles unter
sich begräbt. (ca. 10 sek.)
6) Kimba, Pee Wee und
dessen Mutter stehen allein auf einer weiten Ebene; im Hintergrund geht
die Sonne auf. (ca. 7 sek.)
In der Originalfassung ist
klar ersichtlich, dass die Elefanten getötet wurden. In der deutschen
Version ist die Rede davon, dass sich alle Elefanten retten konnten, wenngleich
die Bilder - trotz der geschickten Schnitte - eine andere Sprache sprechen.
Damit dieser Betrug glaubhaft
wird, hat man neben vielen Textänderungen gegen Ende der Episode eine
Szene aus der 1. Begegnung zwischen Kimba und Darius eingefügt, die
dort gar nicht hingehört, und mit einem neuen Text versehen. Dieser
lautet:
Darius: "Na, du?"
Kimba: "Na, du hast ja eine
Art, die Leute zu erschrecken! Wo habt ihr euch denn 'rumgetrieben? Es
war so still hier ohne euch."
Darius: "Hör' zu, du
Komiker, du hattest recht mit deiner Unkerei und hast uns allen einen großen
Dienst erwiesen."
Kimba: "Gern geschehen.
Nun helft euch selbst weiter und richtet nicht mehr so viel Schaden an,
damit die Menschen nicht wieder auf euch losgehen."
Darius: "Gut gebrüllt,
Löwe. Einverstanden."
Während dieses ganzen
Dialogs lehnt Kimba an einem Baumstamm (in der Originalszene wurde er zuvor
von Darius verletzt). Der aufmerksame Betrachter erkennt, dass die Dialoge
überhaupt nicht zu den Gesichtausdrücken passen.
Nachdem man in der deutschen
Version so viel verfälscht hat, wundert es nicht, dass auch die meisten
Dialoge abgeändert oder zumindest sehr frei übersetzt wurden.
Dabei fallen manch heftige oder saloppe Ausdrücke, die in der US-Fassung
nicht vorkommen.
Außerdem gibt es in
dieser Episode noch einen Regiefehler der kuriosen Art: Pompus kommt zu
Beginn mit einem dunkelgrünen Jeep in den Dschungel und reist am Ende
mit einem roten Cabrio wieder ab! Die Pflaster auf der Karosserie des Cabrios
sollen zwar andeuten, dass das zu Beginn kaputt gegangene Auto wieder zusammengebaut
wurde, aber die versehentliche Änderung von Farbe und Wagentyp ist
ein typischer Flüchtigkeitsfehler dieser Low-Budget-Produktion (siehe
auch: "Wie Kimba entstand"). |
Unter-
schiede
TEXT |
1) In der Einleitung berichtet der
Erzähler lediglich: "Es ist ein friedlicher Tag in Kimbas Königreich
- bis zur Ankunft eines alten Bekannten: Mister Pompus."
2) Rogers Onkel wird hier stets "Onkel Pompus"
genannt.
3) Als sein Auto auseinandergefallen ist, sagt
Pompus: "Na, dann muss ich eben laufen. Es ist absolut sicher - oder vielleicht
nicht?"
4) Roger zu Mr. Pompus: "Ich will hierbleiben,
Onkel! So kann ich den Tieren dabei helfen, ebenfalls zivilisiert zu werden."
5) Mr. Pompus berichtet: "Der Park ist zu überfüllt.
Darum wollen sie alle bösen Tiere vernichten, um Platz für die
guten zu machen!" Von Elefanten ist hier noch nicht die Rede.
6) Zu der Szene, wo der Wildpark und seine Funktion
zum ersten Mal vorgestellt wird, spricht der Erzähler kurz: "Viele
Besucher kommen hierher, um die Tiere zu sehen." Der Rest dieser sehr langen
Szene ist nur von Musik begleitet.
7) Der Elefantenboss heißt "Pachydermus",
der kleine Elefant ist ein Junge und heißt "Pee Wee".
8) Beim Streit zwischen Kimba und Pachydermus geht
es etwas gesitteter zu. Dieser sagt z.B. "Er ist ein Gesetzesbrecher! Los,
Leute, kümmern wir uns um ihn!"
9) Kimba denkt, nachdem Pee Wee ihn gerettet hat:
"Bin ich froh, wenigstens einen Elefanten gefunden zu haben, der nicht
so gemein wie Pachydermus ist."
10) Als Tonga und der Jägerboss an ihm vorbeifahren,
denkt Kimba: "Sind das nicht Leute, die zum Hunting Ground gehören,
wo Tiere geschossen werden? Ich werde ihnen folgen!" Die Namen erwähnt
er nicht.
11) Als Kimba im Park auf ein Gebäude zuläuft,
erläutert der US-Erzähler, dass es sich hierbei um das Büro
des Parkverwalters handelt.
12) Das Gespräch zwischen Tonga, dem Parkchef
Thomas Shaveless und dem Jagdboss Triggerman lautet in der Originalfassung:
Parkchef: "Hallo Mr. Triggerman! Tut mir schrecklich
leid; das ist ein unangenehmer Job, der Sie zu uns führt."
Jagdboss: "Ist alles innerhalb eines Tages erledigt,
nicht wahr, Tonga?"
Tonga: "Ja, solange werden wir ungefähr brauchen,
Daddy. Also, der Rest unserer Jagdgesellschaft wird bei Einbruch der Dunkelheit
hier sein. Dann wird man Sie brauchen!"
Jagdboss: "Die bringen dann die Ausrüstung.
Wir haben Panzer, Maschinengewehre und einen Helikopter. Ich versichere
Ihnen, dass unsere Jagdgesellschaft sich darum kümmern wird, jeden
einzelnen Elefanten des Parks zu vernichten. Sie können sich auf uns
verlassen."
13) Kimba fragt am Wasserloch eine Gazelle nach
der Elefantenherde. Die Gazelle weist mit ihrem Körper in Richtung
der zerstörten Bäume, und Kimba begreift selbst: "O-oh... hier
müssen sie vorbeigekommen sein."
14) Onkel Pompus zu Roger: "Hier im Dschungel riskierst
du dein Leben - für nichts!"
15) Roger zu seinem Onkel: "Ich kann doch nicht
fortgehen, ohne Kimba auf Wiedersehen zu sagen!"
16) Klein Pee-Wee zu Kimba, als dieser ihn zurückgerufen
hat: "Was ist los?"
17) "Das sind gefährliche Bestien!" sagt Roger
zum Parkaufseher, während er Cheetah und Leopard am Genick hochhält.
Man beachte deren Gesichtsausdruck!
18) Pachydermus bei der Elefantenjagd: "Bewahrt
die Ruhe und kühlen Kopf! Keine Panik! Hört auf zu rennen und
folgt den Anweisungen von König Pachydermus!"
19) Als die Elefanten in Richtung eines
unheimlichen Berges getrieben werden, der wie ein riesiges Monster mit
weit aufgerissenem Maul aussieht, wird in der Originalfassung kein Wort
gesprochen.
20) Beim dramatischen und tragischen Höhepunkt
wird kein Wort gesprochen. In der US-Fassung sieht man, wie die Elefanten
in den Canyon getrieben und dort zwischen hohen Felsen eingekesselt werden.
Geschützsalven knallen, die Felsen stürzen ein, alle Tiere werden
darunter begraben.
21) Kimba rennt nach wie vor durch den Park und
sucht nach den Elefanten. Zu dieser Szene, die nach deren Tötung zu
sehen ist, gibt es in der Originalfassung keinen Text.
22) Als die Jagdgesellschaft abzieht, begreift
Kimba, dass er zu spät kommt. Er weint und trauert um die Elefanten:
"Es tut mir leid, Elefanten, ich hab' versucht, euch zu retten." Danach
sieht man ihn einsam am Horizont entlangwandern, wozu keinerlei Text gesprochen
wird.
23) Als Kimba schließlich Pee Wees Mutter
findet, sagt er zu ihr: "Sieht aus, als wärst du verletzt!" Darauf
Pee Wees Mutter: "Mein Bein ist verrenkt, aber was viel schlimmer ist:
ich hab' meinen kleinen Pee Wee verloren..."
24) Als Kimba und Pee Wees Mutter einsam in Richtung
Pee Wees Versteck davonmarschieren, wird in der US-Fassung nichts gesprochen.
25) Tonga im Hubschrauber, als sie Pee Wees Mutter
erblickt: "Schau, Daddy, da haben wir einen übersehen!" Der Jagdboss:
"Es ist ja nur einer. Der Job ist erledigt, oder nicht?" Tonga: "Nein,
wir versprachen, sie alle zu vernichten!"
26) Jagdboss im Hubschrauber zu Tonga: "Dieser
kleine ekelhafte Löwe beschützt den Elefanten! Mach ihn zuerst
fertig!" Tonga: "Darauf kannst du wetten! Mit Vergnügen!"
27) Kimba nachdenklich, als Pee Wee seine Mutter
zärtlich begrüßt: "Warum können nicht alle Elefanten
so nett sein sein wie Pee Wee? Dann hätte man sie nicht alle töten
müssen. Freilich war Pachydermus gemein, aber es tut mir trotzdem
leid, dass ich ihn nicht retten konnte."
28) Als Roger und Pompus in Richtung Kimba angeritten
kommen, rufen sie nur "Kimba!" Die Szene endet mit dem Regenbogen-Schlussbild
(nur US-Fassung).
29) Beim Abschied von Rogers Onkel lautet der Originaltext:
Mr. Pompus: "Wo glaubst du denn, dass es jetzt
hingeht?"
Roger: "Ich habe mich von Kimba verabschiedet
und bin soweit, mit dir zu fahren."
Kimba: "Ich verstehe, wie einsam dein Onkel ohne
dich ist. Wir hatten das Glück, dass du so lange bei uns bleiben konntest."
Roger (an alle): "Lebt wohl, meine Freunde! Ich
kann leider nicht länger euer Lehrer sein, weil mein Onkel mich braucht."
Mr. Pompus (wütend): "Ich brauche dich nicht
halb so dringend wie die da! Solltest du so herzlos sein und Kimba und
die anderen jetzt verlassen, dann leg' ich dich übers Knie!"
30) Seinem bockigen Auto droht Mr. Pompus, es gegen
einen Cheetah (Geparden) einzutauschen.
31) Der Erzähler spricht nur einen kurzen
Schlusskommentar: "Und so bricht Mr. Pompus wieder zurück in die Zivilisation
auf." Der Rest der Szene enthält nur Musik. |
1) Daniel spricht in der Einleitung
sehr viel Text und nimmt hier bereits das dramatische Geschehen mit den
Elefanten vorweg.
2) In der deutschen Version heißt der Onkel
"Harry".
3) Onkel Harry sagt hier: "Typisch für die
Karre. Ich sag' noch extra: Nimm dich zusammen, und da fällt sie auseinander."
4) Ronny sagt an dieser Stelle: "Aber Onkel, das
sind meine Freunde! Und außerdem: ich unterrichte sie. Sie lernen
gern."
5) Onkel Harry sagt hier: "Eine Herde von Schad-Elefanten,
sogenannten Rogues, soll vernichtet werden." Vermutlich
ist dies ein Fantasiewort, abgeleitet vom englischen Begriff rogue
(=Schurke.)
6) Hier hält Daniel einen langen Vortrag über
Elefanten. Er berichtet, dass es Schad-Elefanten gar nicht gibt, dass Einzelgänger
aber durchaus großen Schaden anrichten können, den Menschen
gefährlich werden können, und vieles mehr über Elefanten...
7) Der Elefantenboss heißt hier "Darius",
der kleine Elefant ist ein Mädchen und heißt "Elly".
8) In der deutschen Fassung fallen kräftigere
Ausdrücke. Darius bezeichnet Kimba mehrmals als "Wollknäuel",
dieser sagt zu ihm "Königsberger Riesenklops".
9) Der deutsche Kimba denkt über die kleine
Elly, nachdem sie ihn gerettet hat: "Hält man gar nicht für möglich,
dass das ein und dieselbe Famile ist."
10) Der deutsche Kimba denkt hier: "Die kenn' ich
doch - das war doch Tonga! Mit so 'nem Jägerboss! Was wollen die denn
hier?" Dieser Text passt hier besser, da sich Kimba ja an Tonga erinnern
muss. Dass er ihnen folgt, erwähnt er jedoch nicht.
11) Zu dieser Szene gibt es in der deutschen Fassung
keinen Text.
12) Und so lautet das deutsche Gespräch der
drei 'Herzchen':
Parkchef: "Also kurz und gut, wir müssen
die Elefanten loswerden, und zwar schnell."
Jagdboss: "Alles ist vorbereitet, wir brauchen
nur eine Nacht."
Tonga: "Ja, das geht schnell. Morgen früh
ist alles vorbei. Wir werden mit der Operation gleich nach Einbruch der
Dunkelheit beginnen."
Jagdboss: "Wir setzen Panzer ein und treiben die
Herde unter leichtem Beschuss in die Hoffnungsschlucht und bringen dann
mit schwerem Geschütz die Felsen zum Einsturz. Die ganze Herde wird
spurlos verschwinden. Kein Hahn wird nach ihr krähen."
Dass der Jagdboss Tongas Vater ist, wird hier
nicht erwähnt. Auch die englischen Namen "Shaveless" und "Triggerman"
wurden weggelassen. Der Begriff "Hoffnungsschlucht" ist eine deutsche Schöpfung
und kommt in der US-Fassung nicht vor.
13) In der deutschen Fassung antwortet die Gazelle
auf Kimbas Bemerkung, sie seien wie vom Erdboden verschwunden: "Schön
wär's ja. So schnell verschwinden die nicht. Du brauchst nur da zu
suchen, wo noch ein paar heile Bäume stehen. Viele sind nicht mehr
übrig."
14) Dieser Satz kommt in der deutschen Fassung
nicht vor. Hier sagt Onkel Harry: "Nichts wird sich ändern."
15) Ronny sagt hier zu seinem Onkel: "Aber erst
muss Kimba wieder zurück sein!"
16) Klein-Elly fragt Kimba: "Bist du wieder lieb?",
was besser zu dieser Szene passt.
17) Dieser Gag wurde in der deutschen Fassung nicht
übernommen. Hier sagt Ronny zu dem Parkaufseher: "Jaja, es stimmt"
(als Bestätigung, dass die beiden ausgebrochen sind).
18) Darius in diesen Szenen: "Nehmt genau den Weg,
den ich euch gesagt habe! Wir sammeln uns in der Hoffnungsschlucht!"
19) Erzähler Daniel bereitet hier schon mit
beruhigender Stimme den Betrug vor: "Der üble Plan, der hunderten
von Elefanten das Leben kosten sollte, hatte offenbar keine Lücke..."
20) Zu diesen Bildern erläutert Daniel mit
versöhnlicher Stimme, dass "der listige Darius die ganze Herde auf
einem uralten geheimen Elefantenpfad in Sicherheit gebracht habe - in ein
kleines Nebental, das von keiner Menschenseele eingesehen werden konnte."
21) Daniel beschwichtigt die deutschen Zuschauer:
"Und so waren die Elefanten mit dem Schrecken schon davongekommen, als
Kimba sich noch die größten Sorgen um sie machte."
22) Daniel, mit sonorer Stimme: "Tja, die Truppe
hatte ihr Pulver verschossen und war wohl gar noch stolz auf die vermeintlich
ganze Arbeit, die sie geleistet hatte. Niemand konnte Kimba sagen, dass
nochmal alles gut gegangen war!"
23) In der deutschen Fassung legt man Kimba in
den Mund: "Was ist mit den anderen? Sind sie wirklich alle tot? Sag's mir!"
Darauf erwidert Ellys Mutter: "Aber nein! Darius wußte einen sicheren
Platz! Aber meine kleine Elly ist umgekommen..."
24) Daniel spricht hier: "So könnte man fast
sagen: Ende gut, alles gut. Aber das dicke Ende kommt noch."
25) Und so lautet der deutsche Text: "Da ist noch
einer, und da ist auch der weiße Löwe!" Jagdboss: "Lass sie
laufen, sie können keinen großen Schaden mehr anrichten." Tonga:
"Oh nein - die beiden will ich haben!" Dass Tonga hier den weißen
Löwen wiedererkennt, ist ein Pluspunkt der deutschen Fassung.
26) Jagdboss im Hubschrauber zu Tonga: "Sagtest
du nicht, du hättest mit diesem Kimba noch eine alte Rechnung zu begleichen?"
Tonga: "O ja, mit Vergnügen!" Dass hier Kimbas Name erwähnt wird,
ist ein weiterer Pluspunkt der deutschen Fassung.
27) Dieser Text musste natürlich in der deutschen
Fassung anders lauten: "Wie lieb Elefanten sein können! Ich hoffe
bloß, dass der alte Darius inzwischen auch ein bisschen liebenswürdiger
geworden ist und nicht mehr so viel Unheil anrichtet."
28) In der deutschen Version ruft Pompus: "Kimba!
Die Elefanten sind gerettet!" Eine plumpe Einleitung der nachfolgenden
gefälschten Szene (siehe "Allgemeines").
29) Und so lautet die deutsche Szene:
Mr. Pompus: "Na, was hast du dir überlegt?"
Ronny: "Dass ich gerne noch hierbleiben möchte,
aber was nicht geht, geht halt nicht."
Kimba: "Aber ja, wir wissen doch, wie nötig
dein Onkel dich braucht."
Ronny (an alle): "Vielleicht gibt mir mein Onkel
ja Urlaub, dann besuch' ich euch mal!"
Mr. Pompus (wütend): "Urlaub? Willst du deine
Freunde im Stich lassen? Das würde ich nie unterstützen! Ich
komme wieder und sehe nach dem Rechten!"
30) In der deutschen Fassung wurde der Gepard wieder
mal zum Leopard.
31) Erzähler Daniel bringt hier nochmals jede
Menge Text - in keiner anderen deutschen Folge spricht er so viele Kommentare
wie in dieser. |
Unter-
schiede
MUSIK |
In dieser Episode
gibt es neben den beklemmenden Szenen, die nur Geräusche enthalten,
auch viel Original-Musik, die die traurige Atmosphäre unterstreicht.
1) Die Musik bei der Ankunft
von Mr. Pompus ist nicht so albern wie in der deutschen Fassung.
2) Keine Musik gibt's, als
Onkel Pompus in der Höhle mit Roger spricht und schließlich
die Vernichtung der Tiere erwähnt.
3) Die Musik in der Tierpark-Szene
entspricht mehr den gezeigten Bildern. Sie wirkt ruhig und stimmt nachdenklich.
4) Keine Musik gibt's, als
Kimba mit Pachydermus streitet und von den Elefanten angegriffen wird (bis
Pee Wee ihn rettet).
5) Als Kimba Pee Wee erst
wütend fortschickt, dann Gewissensbisse bekommt und ihn wieder herbeiruft,
ist Tomitas Originalmusik viel passender und schöner.
6) Bei der Jagd auf die Elefanten
und den Szenen mit dem Helikopter gibt es nur Geräusche, keine Musik.
7) Die Originalmusik zur
Abschiedsszene von Mr. Pompus ist etwas dünn geraten. |
Die verdrehte
Handlung der deutschen Fassung wird durch viel sentimentale Musik noch
betont. Ein gutes Beispiel dafür, wie Musik die Handlung beeinflussen
kann.
1) Bei der Ankunft von Mr.
Pompus erklingt in der deutschen Fassung eine reichlich alberne Musik.
2) Die komplette Höhlenszene
wurde mit einer extra-albernen Musik unterlegt, um das Ganze auf lustig
zu trimmen.
3) Hier erklingt seltsamerweise
positive, heitere Musik, die gar nicht zu Daniels ernsten Worten passt.
4) Die deutschen Szenen wurden
komplett mit Spannungsmusik in verschiedenen Variationen unterlegt.
5) Hier erklingt unpassenderweise
eine deutsche "Happy-End"-Musik. Diese Stelle hätte man lassen sollen,
wie sie ist.
6) Diese Szenen werden durch
deutsche Spannungsmusik regelrecht aufgepeitscht.
7) An dieser Stelle passt
die gefühlvolle deutsche Ersatzmelodie sehr gut. |
| Fazit |
Diese Episode
klagt Brutalität und Grausamkeit an. Und sie hat brutale und grausame
Bilder. Vieles davon ist auch in der deutschen Version zu sehen, z.B. der
unheimliche Berg, auf den die Herde zugetrieben wird und der wie ein riesiges
Monster aussieht, das die Elefanten mit weit aufgerissenem Maul verschlingt.
Durch die Verfälschungen
in der deutschen Bearbeitung geht die entscheidende Botschaft völlig
verloren. Diese Episode sollte allen, die in Kimba stets eine Art Superheld
gesehen haben, deutlich klarmachen, dass auch er einer Katastrophe machtlos
gegenübersteht, wenn Dummheit und Ignoranz regieren.
Aufschlussreich ist hierzu
besonders die (in der deutschen Fassung nicht enthaltene) Szene, wo der
Direktor eines Wildparks (!) allen Ernstes die Existenz von weißen
Löwen abstreitet und Elefanten lieber töten lässt, als andere
Lösungen zu finden. |
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26
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Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
A Revolting Development |
Revolte im Dschungel |
| Inhalt |
Alle
Dschungelkinder haben Spaß beim Seilspringen, nur das Zebra Stripes
macht Ärger und teilt Schläge aus. Der alte Löwe Beatle
wird Zeuge dieser Szene. Er ärgert sich über die braven Jungtiere
und meint, sie sollten das aufmüpfige Zebra doch einfach fressen.
Als Kimba den Löwen
Beatle daraufhin empört zur Rede stellt, wirft dieser ihm vor, auch
kein richtiger Vegetarier zu sein, weil er doch die Heuschrecken an die
Tiere verfüttern lässt. Die Sehnsucht nach echtem Fleisch ist
groß unter den Raubtieren...
Klaue und Cassius machen
sich dies sogleich zunutze und zetteln eine Revolution unter den Fleischfressern
an. Cassius wiegelt geschickt die jungen Raubkatzen auf, indem er ihnen
Fleisch zu versuchen gibt. Bald wollen alle Raubtiere keine Insekten oder
Grünzeug mehr, sondern verlangen richtiges Fleisch.
In dieser gefährlichen
Situation taucht im Dschungel der junge Nahrungsmittelexperte Professor
Hottage auf, der ein Freund von Roger Ranger (Ronny) ist. Hottage ist auf
der Suche nach dem seltenen Tickle-Chickle-Baum (deutscher Name: Kitzel-Witzel-Wurzel).
Dem begabten Professor ist es vor kurzem gelungen, eine Art künstliches
Fleisch herzustellen, das jedoch noch nicht besonders schmeckt. Hierzu
fehlt eine Zutat: die Blüten dieses seltenen Baumes.
Die Raubkatzen sind drauf
und dran, den Professor zu fressen, doch Kimba kann sie zum Glück
davon überzeugen, dass es besser wäre, ihm bei der Suche nach
dieser Pflanze zu helfen - künstliches, wohlschmeckendes Fleisch würde
auch ihr Futterproblem lösen! Widerwillig geben die Raubtiere nach
- unter der Bedingung, dass der Fleischersatz binnen einer Woche fertig
ist! Andernfalls wollen sie den Professor verspeisen.
Trotz einiger Schwierigkeiten
findet Kimba mit Hilfe der Schildkröte Turtle gerade noch rechtzeitig
den seltenen Baum in einem weit abgelegenen Gebiet. Auf dem Rückweg
wird es noch lebensgefährlich für ihn: die Assistenten des Professors
machen Jagd auf ihn, um ihren Chef vor den wilden Tieren zu retten.
Aber alles geht gut. Professor
Hottage kann den wohlschmeckenden Fleischersatz herstellen, die Raubtiere
speisen wieder glücklich in Daniels Restaurant, und der Professor
bekommt eine Medaille verliehen, die er aber ablehnt: "Nicht ich verdiene
sie, sondern ein Tier."
In der Schlussszene lassen
Kimba und seine Freunde alle gefangenen Heuschrecken aus der Höhle
frei. Dank des neuen Fleischersatzes braucht jetzt keiner mehr Insekten
zu fressen. |
Allge-
meines |
Aus
der deutschen Fassung wurde eine 7 Sekunden lange Szene herausgeschnitten,
vermutlich aus technischen Gründen. Es handelt sich um den Schluss
der Szenenfolge, in der Kimba (nachdem er Cassius vertrieben hat) mit den
Kleinen nach Hause gehen will und diese ihm die kalte Schulter zeigen.
In der US-Fassung sieht man Kimba am Ende stumm zwischen zwei Bäumen
stehen, bevor das Bild abblendet und der Ort der Handlung wechselt.
Abgesehen davon sind beide
Fassungen im Großen und Ganzen gleich. Nur eine einzige Szene wurde
komplett verfälscht (siehe "Unterschiede TEXT", Punkt 12). Viele Dialoge
sind ziemlich frei übersetzt, wodurch der deutsche Text an vielen
Stellen witziger und treffender wird.
In der US-Fassung ist diesmal
kein Erzähler zu hören.
Was den Namen des Professors
betrifft, so gibt es in beiden Fassungen einige Ungereimtheiten. Im abgebildeten
Zeitungsartikel ist deutlich der Name "Albert" zu lesen, den der Professor
auch im Manga hat. In der US-Version heißt er "Calvin Hottage", was
in der deutschen Fassung zu "Henry Hottage" wurde, wenngleich ihn Ronny
bei deren Wiedersehen im Zelt mit "Harry" anredet!
In dieser Episode haben die
Hyänen Tom und Tab einen langen Auftritt mit ihrem "Schurkenlied". |
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TEXT |
1) Als Kimba von Beatle's
Worten erfährt, bleibt ihm fast die Spucke weg. Zu der sich drehenden
Großaufnahme von Kimba hört man ihn nur sagen: "Oh nein! Nein!
Nein, Sir!"
2) In der US-Fassung klingt
der Dialog zwischen Kimba und Beatle folgendermaßen:
Kimba: "Der Frieden in unserem
Dschungel wäre unmöglich!"
Beatle: "Wirklich, Kimba,
deine blöde Idee, dass Raubtiere kein Fleisch mehr fressen sollen,
ist einfach lächerlich!"
Daniel: "Hast du einen besseren
Vorschlag?"
Beatle: "Natürlich!
Lass' uns fressen, was immer wir fressen möchten!"
Kimba: "Das werde ich nicht!"
Beatle: "Du willst, dass
wir alle Vegetarier werden?"
Kimba: "So ist es!"
Beatle: "Du bist ein großer
Lügner! Was ist denn mit den Heuschrecken? Die sind auch kein Gemüse!"
3) Daniel: "Kimba hat dem
Verzehr der Heuschrecken zugestimmt, aber glücklich war er darüber
nie!"
4) Claw fragt Cassius: "Wie
können wir die Tiere dazu bringen, Kimba als ihren Anführer abzusetzen?"
5) Als Cassius den Jungtieren
das Fleischessen beibringt, macht er nur "Oouh", als Kimba erscheint.
6) "Wir mögen dich nicht!"
Diesen heftigen Satz schleudern die Tierkinder Kimba in der US-Episode
ins Gesicht, als er sie wegen des Fleischfressens zur Rede stellt. Kimba
bleibt daraufhin die Spucke weg. Die anschließende traurige Musik
vertieft Kimbas Betroffenheit eindrucksvoll.
7) Als Dash die Schildkröte
anrempelt, reagiert diese in der US-Fassung mit wortloser Empörung.
8) Mama Gepard sagt in der
US-Fassung: "Dash, es ist Zeit für dich und deine Schwester, mit mir
ins Restaurant zu gehen, um zu essen." Darauf Dash: "Wir wollen keine lausigen
Heuschrecken mehr, wir wollen Fleisch!"
9) Die Gepardenmama: "Kimba!
Dieser schreckliche Löwe Claw bringt alle fleischfressenden Tiere
soweit, dass sie revoltieren!"
10) Der Dialog im Zelt zwischen
Ronny und seinem Freund ist in der US-Fassung genauer im Ablauf:
Roger: "Das letzte was ich
hörte, war, dass du dabei bist, einen Fleischersatz zu entwickeln."
Professor: "Das ist der
Grund, weshalb ich nach dem Tickle-Chickle-Baum suche!"
Roger: "Ich habe davon gehört,
aber ich glaube, ich habe in meinem Leben noch keinen Tickle-Chickle-Baum
gesehen."
Professor: "Er ist sehr
selten, aber seine Blüten enthalten diese eine Zutat, die ich brauche,
um den besten Fleischersatz der ganzen weiten Welt zu machen."
(...)
Roger: "Dann nehme ich an,
dass du bisher noch keinen Erfolg hattest?"
Professor: "Tja, nur einmal,
aber mein Vorrat an Tickle-Chickle ging zu Ende, so dass ich der Einzige
war, der es probiert hat."
11) Claw fordert die Jungkatzen
auf, den Professor anzufallen: "Kommt her, ihr Kleinen!" Dash's Name erwähnt
er nicht. Klein-Dash zögert: "Aber ich bin doch gar nicht groß
genug, um zu kämpfen!"
12) Die gröbste Verfälschung
dieser Episode: Kimba sagt zu Claw, der den Professor fressen will: "Wenn
du Fleisch so dringend brauchst, dann iss mich! Ich werde mich nicht
wehren." Dann legt sich Kimba direkt vor Claw und bietet sich als Opfer
an!
13) "NUR eine Woche?" sagt
Kimba in der englischen Fassung erschrocken, als es darum geht, das künstliche
Fleisch zu beschaffen.
14) Als alle Tiere losziehen,
um den Chickle-Tickle-Tree zu suchen, gibt es in der US-Fassung keinen
Text.
15) Noch eine Überraschung:
Als Dash sich entschuldigt, sagt Kimba zu ihm: "Du brauchst dich nicht
zu entschuldigen. Ich mag Fleisch ja auch gern!"
16) Auf Turtle's Motto "Eile
mit Weile - wer langsam geht, kommt auch ans Ziel" antwortet der US-Kimba:
"Das ist schon richtig. Es war ja einer deiner Verwandten, der das in einem
Rennen gegen einen Hasen bewiesen hat. Aber was glaubst du, wie lange brauchen
wir noch, um hinzukommen?" Turtle's Antwort: "Einen Monat!"
17) Die Szenen, in denen
alle Tiere wieder friedlich vereint in Dan'ls Restaurant fressen, sowie
die Ansicht des Hochhauses, in dem der Professor für sein künstliches
Fleisch ausgezeichnet wird, enthalten in der US-Fassung keinerlei Text. |
1) Der deutsche Kimba redet
hierzu pausenlos: "Ich werd' verrückt! Was hat er gesagt? Der olle
Beatle ist ja ein Revoluzzer! Na, das ist ja direkt - also, da muss man
ja was unternehmen!"
2) Und so klingt die deutsche
Fassung:
Kimba: "Behalte solche Ideen
für dich, Onkel Beatle!"
Beatle: "Ach, hör doch
auf, Kimba! Einem Tier Fleisch zu verbieten ist genauso, also wolltest
du den Bäumen befehlen, keine Blätter zu kriegen."
Daniel: "Hast du sonst noch
was zu sagen?"
Beatle: "Aber ja! Vor allem,
dass ihr nicht so angeben sollt!"
Kimba: "Was soll'n das heißen?"
Beatle: "Ihr macht hier
einen auf Vegetarier!"
Kimba: "Allerdings!"
Beatle: "Aber nur, wenn's
dir passt! Was ist denn mit den Heuschrecken? Ist das vielleicht nur Gemüse?"
3) Diesen wichtigen Satz
bringt Daniel in der deutschen Fassung nicht.
4) In der deutschen Fassung
ist dieser Satz viel passender aufgearbeitet. Klaue fragt: "Wie bringen
wir die Tiere nur dazu, gegen Kimba zu revoltieren?"
5) Den deutschen Cassius
lässt man in dieser Szene den Satz "Jetzt kommt der Quatschkopf" sagen.
6) "Du bist ein Schummler!"
sagen die Kinder, worauf Kimba laut denkt: "Na, da hört sich doch
alles auf!" Erzähler Daniel versöhnt sofort zu sentimentaler
Hintergrundmusik: "Tja, wer aus einer fleischfressenden Pflanze eine Salatschnecke
züchten will, muss Rückschläge einstecken..."
7) In der deutschen Fassung
entfährt der Schildkröte ein wütendes "Unerhört!"
8) Die deutsche Gepardenmama
sagt hier: "Da seid ihr ja! Es ist Zeit zum Essen! Kommt mit, wir gehen
in Daniels Stuben." Dash: "Wir verzichten auf Daniels Stubenhockerfraß,
wir wollen Fleisch!"
9) Der deutsche Text lautet:
"Hört mal! Klaue und Cassius, diese grässlichen Kerle, überreden
alle Tiere zum Fleischfressen!"
10) Und so lautet der Dialog
in der deutschen Fassung:
Ronny: "Was machen denn
eigentlich Deine Studien?"
Professor: "Deswegen bin
ich hier, ich suche eine seltene Pflanze."
Ronny: "Na, also hoffentlich
findest Du sie bei uns. Arbeitest Du denn immer noch an diesem Nahrungsmittelprojekt?"
Professor: "Aber ja, dazu
brauche ich doch diese verflixte Pflanze. Und wenn ich sie habe, dann mache
ich mit ihr den besten Fleischersatz der Welt."
(...)
Ronny: "Dann lässt
also der große Durchbruch noch auf sich warten?"
Professor: "Ja, einmal hatte
ich den Erfolg schon in der Tasche. Aber da hatte ich auch diese Pflanze.
Sie heißt Kitzel-Witzel-Wurzel."
11) Klaue sagt hier: "Kommt
her, der ist für euch! Los, Dash!" Die Erwähnung eines Tierkinder-Namens
in der deutschen Fassung ist eine große Seltenheit! Klein-Dashs Reaktion
lautet: "Ich habe da noch nicht so viel Erfahrung."
12) Der deutsche Kimba sagt
an dieser Stelle: "Kommt nur ran, wenn ihr euch traut! Und lasst euch Zeit,
ich warte." Dann legt er sich vor Klaue nieder. Dass er sich tatsächlich
selbst opfern will, bekommt der deutsche Zuschauer nicht mit - eine solch
schockierende Handlungsweise war für eine Kinderserie wohl etwas zu
heftig.
13) In der deutschen Fassung
sagt er mit entschlossener Stimme: "Gut, eine Woche!" Man beachte den feinen
Unterschied!
14) Bei der deutschen Suche
nach der Kitzel-Witzel-Wurzel hört man Pauly im Hintergrund sagen:
"Es geht ums Ganze - blöde Pflanze!" Und Kimba sagt: "Wenn wir sie
bloß rechtzeitig finden."
15) Der deutsche Kimba sagt
zu Dash: "Ich kann auch verstehen, dass ihr mal Fleisch essen wollt." Man
beachte diesen gewaltigen Unterschied!
16) Der deutsche Kimba bringt
diesen Gag nicht. Seine Worte lauten: "Das ist alles richtig, liebe Turtle,
und wir wollen dich auch nicht hetzen. Aber so sehr viel Zeit haben wir
nicht! Wann sind wir da?" Die deutsche Schildkröte antwortet. "In
einer Woche!"
17) Zu diesen Szenen kommentiert
Daniel: "Und damit zog erst mal wieder Frieden ein in unseren Dschungel,
denn Frieden kommt ja wohl von zufrieden sein - satt und zufrieden. Die
Erfindung des Professors, das künstliche Fleisch, wurde ein voller
Erfolg."
Bucky wird in dieser Episode
von Harry Wüstenhagen gesprochen. |
Unter-
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MUSIK |
Es gibt sehr
viel gute Originalmusik in dieser Episode, die zum Großteil für
die deutsche Fassung übernommen wurde.
1) Als das Zebra die Jungtiere
ärgert und in die Büsche kickt, gibt es in der Originalfassung
keine Musik.
2) Ebenso ist die Unterredung
der Schurken Claw und Cassius über die bevorstehende Revolution ohne
Musik.
3) Das "Schurkenlied" von
Tom und Tab ist, wie in der US-Version üblich, eine behelfsmäßige
Bearbeitung des japanischen Originaltons (im Hintergrund sind noch japanische
Worte hörbar!) und wurde von der Crew laut und schräg gesungen.
Allerdings passt das in diesem Fall prima und wirkt "echter" als die qualitativ
hochwertige deutsche Neubearbeitung des Liedes. Auch passen die Texte hier
synchron zum Bild, im Gegensatz zum deutschen Song, der teilweise gar nicht
mit den Lippenbewegungen übereinstimmt.
4) Keine Musik gibt's, als
die Raubkatzen den Professor umzingeln, um ihn zu fressen. Auch die Szenen,
in denen Kimba den Professor verteidigt und sich selbst opfern will, sind
ohne Musik.
5) Die Originalmusik zum
erst langsamen und dann "beschleunigten" Tempo der Schildkröte ist
nicht so gut gelungen.
6) Als Kimba von den Jägern
verfolgt wird, gibt's in der US-Fassung nur heftige Geräusche, aber
keine Musik.
7) Als Kimba schließlich
dem Professor die Blüten überbringt und danach alle Tiere wieder
im Restaurant speisen, ertönt ein gefühlvolles Streicher-Motiv.
8) Wie so oft ist die Schlussszene
im Original musikalisch eindrucksvoller. Kein Kommentar stört die
feierliche Musik in dieser langen Szene, als die Tiere die Heuschrecken
wieder freilassen. Nur Kimba ruft ein paar kurze Worte: "Lebt wohl, ihr
Heuschrecken, ihr seid frei und könnt wieder fliegen, wohin ihr wollt.
Wir brauchen euch nicht länger!" |
In der deutschen
Fassung wurde relativ viel Originalmusik übernommen, sogar für
einige dramatische Szenen. Die deutschen Melodien passen diesmal sehr gut.
1) Diese Szenen werden durch
geschickt eingestreute deutsche Musikeffekte aufgewertet.
2) Auch hier untermalt die
deutsche Spannungsmusik diese "stillen" Szenen äußerst passend.
3) Die deutsche Version des
"Schurkenliedes" unterscheidet sich in Melodie und Text. Die technische
Qualität ist wie üblich besser. Man hat aber den groben Fehler
gemacht, "Tab" in "Jimmy" umzutaufen, obwohl Tabs Name kurz zuvor noch
genannt wurde! Schlamperei!
Außerdem wirkt das
Lied nicht echt, weil man nicht die deutschen Stimmen von Tom und Tab hört,
sondern die Sänger der Musikgruppe.
Die Texte des "Schurkenliedes"
sind in beiden Fassungen inhaltlich völlig belanglos.
4) All diese Szenen hat man
wieder mit bewährter deutscher Spannungsmusik versehen. Da sie hier
sehr gut passt, wertet sie die die deutsche Fassung deutlich auf.
5) Hier passt die lustige
deutsche Ersatz-Melodie viel besser, da sie die unterschiedlichen Geschwindigkeiten
"mitmacht".
6) Hier kommt wieder einmal
die an dieser Stelle regelmäßig verwendete deutsche "Action-Musik"
zum Einsatz.
7) Hier werden in der deutschen
Fassung zwei Variationen des Titelliedes "Kleiner weißer Löwe"
angespielt. Diese Melodie ist nur sehr selten innerhalb der Serie zu hören.
8) Die deutsche Szene enthält
das deutsche Kimba-Standard-Schlussthema, während Daniel jede Menge
Kommentare dazu spricht: "... Wir haben das alle nicht so recht verstanden
... Die gefangenen Heuschrecken haben wir wieder freigelassen, in der hoffentlich
nicht unbegründeten Erwartung, dass sie unsere Farm künftig verschonen..." |
| Fazit |
Diese Episode
gehört zu den schönsten und wichtigsten der Serie. Sie kommt
ohne brutale Szenen aus und behandelt ein überlebenswichtiges Thema:
Nahrungsbeschaffung für die Fleischfresser.
Es ist bezeichnend für
den technik- und wissenschaftsbegeisterten Osamu Tezuka, dass er sowohl
in seinem Manga als auch in der Trickserie das Problem der Fleischversorgung
für die Raubtiere durch die Erfindung eines "Fleischersatzes" löst.
Für die logische und friedvolle Weiterentwicklung von Kimbas Königreich
ist das künstliche Fleisch eine Grundbedingung, da sonst langfristig
kein Raubtier das Töten lässt.
Dass Kimba am Schluss den
Heuschrecken die Freiheit schenkt, mag im Hinblick auf die Farm bedenklich
erscheinen. Für Kimba ist es aber ein Herzensanliegen, dass alle Lebewesen
frei sein sollten, egal ob sie vielleicht irgendwann ein Risiko darstellen.
Ethik-Unterricht pur... |
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27
|
Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
The Chameleon Who Cried
Wolf |
nicht vorhanden |
| Inhalt |
Hinweis:
Diese Episode ist eine regelrechte Psycho-Studie. Um sie besser zu verstehen,
wurde der Inhalt sehr ausführlich und an vielen Stellen wörtlich
wiedergegeben.
"Es gibt einfach keinen Platz
für mich armes Chamäleon! In den Bergen gibt's nur Schnee und
Eis, die Flüsse sind voller gefährlicher Bestien, die nur darauf
warten, mich zu fressen, und der Dschungel ist so schwül und furchterregend.
Was für ein trauriges Leben."
Voll von solch trüben
Gedanken trifft das Chamäleon Newton in Kimbas Dschungel ein und bittet
um Genehmigung, für eine Weile bleiben zu dürfen. Kimba nimmt
es sofort in seiner typisch positiven Art auf: "Wir lassen nicht zu, dass
dir was passiert. Fühl' dich wie zu Hause."
Newton sagt "Sir Lion" zu
Kimba, doch dieser wehrt ab: "Nenn' mich einfach Kimba!" Daraufhin setzt
sich das Chamäleon mit der Bemerkung "Das gibt 'ne feine Träne"
einen Tautropfen ins Auge und jammert: "Ach, was für ein Glück!
Du hast ja keine Ahnung, wie wunderbar es ist, Freunde zu haben." Daniel
beobachtet diese Szene bereits mit argwöhnischem Blick.
Bei den Flusspferden gibt
es inzwischen Ärger: Gaboo, ein bulliger Hippo-Teenager, rempelt Mama
Hippo und ihr Baby an. Die Flusspferd-Mama voller Zorn: "Dieser Gaboo ist
ein so gemeiner Kerl!"
Newton schläft in der
Nacht in Kimbas Lager und wird plötzlich durch ein Geräusch geweckt.
Es ist Gaboo, der Hippo-Rambo. Newton schreit um Hilfe, und da stürmt
Gaboo auch schon herein und greift an. Ob seine Attacke Newton oder Kimba
gilt, ist hierbei nicht sicher. Kimba verfolgt ihn bis zum Fluss und stellt
ihn zur Rede: "Was fällt dir ein, den armen Newton anzugreifen?"
"Und was fällt dir ein,
den Kerl zu beschützen?" kontert Gaboo. "Weißt du nicht, dass
er der größte Lügner ist?" Kimbas Antwort: "Wer weiß,
vielleicht bist du ja der Lügner!" Gaboo behauptet, dass man
diesem Chamäleon nicht trauen kann. Kimba verlangt Beweise. Er prügelt
sich mit Gaboo und schmeißt ihn in den Fluss. "Newton, die Gefahr
ist vorbei, du kannst wieder rauskommen!"
In diesem Moment rennen alle
Tiere aufgeregt herbei. Sie wollen Kimba retten, der angeblich "in schlimmster
Gefahr schwebt" - so hat einer es vom anderen erfahren. Schnell stellt
sich heraus, dass Newton dieses Gerücht verbreitet hat. Nach anfänglichem
Leugnen gesteht er, den Kampf mit Gaboo künstlich dramatisiert zu
haben. Er hat es gut gemeint und verspricht hoch und heilig, nicht mehr
zu schwindeln.
Doch Newton ist ein notorischer
Lügner und verursacht weiterhin Ärger. Während der Schulstunde
bringt er das Gerücht in Umlauf, dass Jäger unterwegs seien.
Als Kimba dahinterkommt, wer alle Tiere unnötig in Panik versetzt
hat, ist er sehr ärgerlich. Newton verspürt offenbar keinerlei
Schuldgefühle, als er ihn zur Rede stellt. "Warum lügst du nur?
Hör endlich damit auf! Gaboo hatte doch Recht; ich muss mich bei ihm
entschuldigen." Darauf Newton: "Nein, geh nicht zu ihm, der hasst mich,
quält mich, macht mich fertig!"
Als Kimba der Geduldsfaden
reißen will, greift Daniel vermittelnd ein. Er glaubt, die Ursache
für das Verhalten des Chamäleons zu kennen: "Der winzige Newton
erlebt durch seine riesigen Augen die Eindrücke um sich herum doppelt
so intensiv wie wir und ist darum ständig in Panik, deshalb reagiert
er so heftig." Zur Bestätigung sieht der Zuschauer einige von Newtons
lebhaften Alpträumen, in denen harmlose Dinge wie Lianen und Felsen
sich in bösartige Tiere verwandeln.
Aber das ist nicht die ganze
Wahrheit. Newton lügt auch wegen seiner Minderwertigkeitsgefühle
gegenüber den großen Tieren. Als eine Büffelherde auf ihn
zurennt, ruft er "Achtung, die Jäger kommen!" Sämtliche Büffel
machen kehrt. Auch als Gaboo von Newtons Kola-Nüssen fressen will,
behauptet das Chamäleon, sie gehörten ihm gar nicht, und er müsse
sie "für den Elefantenboss da drüben bewachen, und der hat gesagt,
Gaboo kriegt auf keinen Fall was davon!" Daraufhin prügelt sich Gaboo
mit dem Elefanten. Es macht Newton sichtlich Spaß, mit diesen Lügen
sein Ego zu stärken und die großen Tiere zu ärgern.
Logischerweise gibt das Zoff.
Als Daniel und Kimba sich Newton vorknöpfen, gibt er zerknischt zu,
aus reiner Wichtigtuerei solche Geschichten zu erfinden. "Es tut mir leid,
ich will keinen Ärger machen, aber anscheinend mach' ich genau das
andauernd. Ich geh' wohl besser wieder." Kimba tut der Kleine leid. Wenn
er nur das Lügen lassen könnte! Daniel meint, schlechte Angewohnheiten
abzulegen sei sehr schwer und könne lange dauern.
Da kommt Kitty zu Besuch.
Es gibt einige süße Szenen zwischen Kimba und seinem "girlfriend".
Als alle zusammen spielen wollen, sondert sich Newton ab. Dodie Deer sieht
es und fordert ihn auf, doch mitzuspielen. Newton lehnt ab: "Ich bin zu
gut in allen Spielen und gewinne immer, und dann sind die anderen sauer
auf mich." Als Dodie geht, ist Newton wütend auf sich selbst: "Ich
musste sie anlügen, denn in Wirklichkeit will ja gar niemand mit mir
spielen! Nein, das stimmt auch nicht, jetzt lüge ich mich schon selbst
an! Ich muss mich wirklich ändern!"
Der Tag geht zu Ende. Kitty
verabschiedet sich und macht sich auf den Heimweg. Newton beobachtet sie
eifersüchtig aus seinem Versteck: "Kimbas Freundin ... endlich haut
sie ab. Vielleicht beachten sie zur Abwechslung jetzt wieder mal mich!"
In Gedanken stellt er sich vor, dass Kitty von Tom, Tab und Klaue angegriffen
wird. Da hätte er nichts dagegen...
Um erneut auf sich aufmerksam
zu machen, rennt er zu Kimba und schreit "Gaboo ist wieder hinter mir her!"
Kimba will sofort los und ihm helfen - vielleicht lügt Newton ja diesmal
nicht. Aber Daniel hält ihn am Schwanz fest: "Schau mal, da kommt
Kitty zurück! Was hat das wohl zu bedeuten?"
Kitty berichtet, dass sie
umkehren musste, weil sie unterwegs viele "Wölfe" gesehen hat (gemeint
sind die Wildhunde). Außerdem wollte sie Kimba und die anderen vor
einem drohenden Angriff warnen. Kimba bedankt sich und meint: "Ich wäre
dir natürlich zu Hilfe gekommen, wenn ich nicht Newton erst wieder
mal vor Gaboo retten müsste -" Da begreift er, dass Newton schon wieder
gelogen hat.
Jetzt reicht es ihm. In einem
Wutanfall wirft er Newton endgültig hinaus. Dabei wird er unglaublich
grob und sieht bedrohlich aus. Kitty: "Ich hoffe, Newton wird nicht von
den Wölfen gefressen!" Kimba: "Der ist so schlau, dem passiert nichts!
RAUS! Ich zähle bis drei, dann bist du weg!" Es ist das erste und
einzige Mal, dass Kimba ein schwächeres Tier davonjagt.
Newton ist fassungslos: "Kimbas
Königreich ist auch nicht besser als der Rest des Dschungels... Ich
wünschte, ich hätte einen ruhigen Platz, wo ich den Rest meiner
Tage verbringen könnte - unter Freunden..." Dabei weint er und sieht
den hartherzigen Kimba unter einem Tränenschleier. Daniel und Kitty
schauen kritisch und streng.
Kimba (wörtlich): "Gott
sei Dank ist dieser Newton weg. Ich kann Lügner nicht ausstehen."
Dabei strahlt er wie nach einer Heldentat, was auf den Betrachter doppelt
befremdlich wirkt. Zu Daniel und Kitty: "Es sieht so aus, als würde
euch beiden irgendwas missfallen. Könntet ihr mir bitte sagen, was?"
- Stille. - Zu Kitty: "Ich hoffe, du bist mir jetzt nicht böse." -
Stille. - "Bitte, Kitty, sag' was!" Kimba wird trotzig: "Jaja, ich weiß
genau, was du jetzt denkst: dass ich kein Herz habe und grausam bin!"
Kitty: "Was er braucht, ist
mehr Verständnis." Kimba wütend: "Der und mehr Verständnis!
Hoppla - das stimmt..." In diesem Moment erwacht Kimba wie aus einem Rausch.
"Ich selbst habe ja zu Daniel gesagt, er bräuchte Verständnis
und unsere Hilfe. Wie konnte ich nur so stur sein." Auf einmal tut es ihm
schrecklich leid, und er beginnt, das Chamäleon überall zu suchen.
Newton ist derweil am Fluss
angekommen. Als Gaboo vor ihm auftaucht, zeigt er keinerlei Abwehrreaktion:
"Also gut, mach' mich fertig. Ich hab's satt, vor dir davonzulaufen, und
mir fallen auch keine Geschichten mehr ein. Komm' und hol' mich." Gaboo
wütend: "Ist das wieder einer deiner Tricks?" Newton: "Von wegen,
ich kann ja nicht mal an eine gute Lüge denken. Worauf wartest du
noch?"
In dem Moment, als Gaboo
sich auf Newton stürzt, springt Kimba dazwischen: "Lass Newton in
Frieden!" Endlich ist bei Kimba der Knoten geplatzt, und er erkennt: "Ich
bin sicher, Newton hat keinem von uns etwas Böses antun wollen - er
weiß einfach nicht, was man tun muss, um Freunde zu gewinnen!"
Gaboo wütend: "Ich zeig'
dir schon, wie man sich Freunde macht!" Die beiden kämpfen heftig
miteinander. Newton beobachtet die Szene und bemerkt plötzlich eine
große Anzahl Wildhunde am Ufer, die durch das dichte Blätterwerk
fast nicht zu erkennen sind. "Wölfe! Wölfe greifen an!"
Newton rennt schreiend in
Richtung Dschungel. "Die Wölfe greifen an, Kimba braucht eure Hilfe!"
Alle Tiere lachen ihn aus und reißen Witze, mit Ausnahme von Kitty,
die nachdenklich dreinblickt. Als Newton verzweifelt merkt, dass ihm keiner
glauben will, rennt er weinend zurück zum Fluss. Da fasst sich Kitty
ein Herz und läuft ihm nach: "Ich denke, er sagt die Wahrheit!" Daniel
folgt ihr.
Währenddessen kämpfen
Gaboo und Kimba verzweifelt gegen eine riesige Anzahl von Wildhunden. Newton
ist inzwischen auf Cheetah geklettert und benutzt ihn als Reittier. Das
kleine Chamäleon greift clever in den Kampf ein: mit seiner langen
Zunge schleudert es den "Wölfen" klebrige Spucke in die Augen, die
dadurch für kurze Zeit kampfunfähig sind und schließlich
von Gaboo und Kimba besiegt werden können.
Als der Kampf vorbei ist,
verlangt Gaboo nach Newton: "Da ist noch eine Sache offen zwischen uns!"
Newton erwartet nun die fällige Abreibung, doch es kommt ganz anders:
Gaboo dankt ihm: "Ohne deine Warnung wären wir getötet worden.
Außerdem hast du uns im Kampf geholfen und bewiesen, dass du ein
echter Freund bist - ich könnte doch nie einen Freund verletzen!"
Kimba lädt Gaboo zur großen Siegesparty ein, doch der lehnt
ab.
Da kommen Kitty und Daniel
an. Newton: "Jetzt, wo deine Freunde hier sind, mach' ich mich besser wieder
auf den Weg." Kimba: "Aber die Tiere haben etwas wiedergutzumachenen, Newton,
und ich bin sicher, sie wollen es dir selbst sagen." Sie verabschieden
sich von Gaboo: "Auf Wiedersehen und danke für die Hilfe!" Gaboo:
"Leb' wohl, mein Freund Newton!"
Die Schlussszene zeigt den
triumphalen Rückweg aller Tiere in den Dschungel. Newton hüpft
überglücklich von einem zum anderen und nimmt dabei stets die
Farbe des entsprechenden Tieres an: "Seht mich an! Ich bin Newton, das
Chamäleon, und das sind alles meine Freunde! Oh, ist das hier nicht
ein toller Platz, um zu leben?" |
Allge-
meines |
Warum
diese Episode in Deutschland nicht gezeigt wurde, lässt sich nur vermuten.
Wahrscheinlich lag es an der schweren Charakter-Entgleisung von Kimba,
die tatsächlich äußerst bedrohlich wirkt. Auf den ersten
Blick sieht es für den Zuschauer so aus, als ob Kimbas aggressives
Verhalten nur ein Trick sei, Newton zur Vernunft zu bringen. Dass er es
tatsächlich ernst meint, wird dem Betrachter erst später klar.
Diese Szenen wirken abstoßend und passen logischerweise nicht in
das Schema der deutschen Kimbaserie.
Problematisch ist auch, dass
Newtons Wunschtraum-Bilder nicht auf Anhieb als solche zu erkennen sind.
So entsteht beim Zuschauer der Eindruck, Kitty würde tatsächlich
von Klaue angegriffen. Bei den nachfolgenden Szenen kommt man dann leicht
ins Schleudern.
Trotzdem ist es bedauerlich,
dass die Episode ausgelassen wurde, denn abgesehen von Kimbas Wutausbruch
(den man auch hätte schneiden können) enthält sie ein großes
Potential an Weisheit. Es geht um Freundschaft, Eifersucht, Lügen,
Hass, Angst...
Bucky unterrichtet in dieser
Episode als Lehrer eine Tierklasse, die sich ganz offensichtlich aus schon
erwachsenen Tieren zusammensetzt. Eine Art "Volkshochschule".
In dieser Episode ist überhaupt
kein Erzähler zu hören, weder am Anfang noch am Schluss.
Weshalb die angreifenden
Wildhunde als "Wölfe" bezeichnet werden, hat seine Ursache in der
Äsop-Fabel vom Wolf und den Schafen, die der Geschichte als Vorlage
dient.
Vermutlich wurde der Hippo-Teenager
nach der westafrikanischen Region Gabú benannt. Da die Schreibweise
des Namens jedoch auch bei amerikanischen Kimba-Experten nicht eindeutig
feststeht, wurde hier die Form "Gaboo" gewählt. |
| Musik |
Die
Musik spielt in dieser Episode, in der es sehr viele Dialoge gibt, nur
eine untergeordnete Rolle. Die Untermalung besteht zum großen Teil
aus Geräuscheffekten. |
| Fazit |
Diese Episode
ist ein glänzendes psychologisches Lehrstück und enthält
viele wertvolle Botschaften. Für Kimba ist es nicht nachvollziehbar,
dass ein Tier scheinbar grundlos lügt und sich so merkwürdig
verhält. Das erklärt auch seine jähzornige, brutale Reaktion
- er kann mit dieser Situation nicht umgehen und verliert die Beherrschung.
Zum Glück begreift er noch rechtzeitig, worin Newtons Problem liegt.
Noch viel wichtiger ist die
Erkenntnis, warum das Chamäleon lügt: es ist seine einzige Möglichkeit,
mit der Umwelt zu kommunizieren, weil es nie gelernt hat, offen und ehrlich
auf andere zuzugehen. Die Fähigkeit, die Kimba von Geburt an hat -
nämlich Freunde zu gewinnen - fehlt bei Newton vollkommen. Wieviele
kleine und große Zuschauer können sich wohl in ihm wiedererkennen!
Auch die alte Weisheit, dass
man mit Lügen oder falschen Hilferufen keine Scherze treiben darf,
wird hier vermittelt: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und
wenn er auch die Wahrheit spricht."
Kimba ist nach diesem Crash-Kurs
in Psychologie bestens vorbereitet für sein zweites und noch wichtigeres
Abenteuer auf diesem Gebiet, das Osamu Tezuka in der nächsten Episode
folgen lässt (Nr. 28, The Wild Wildcat / Der wilde Willi). |
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28
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Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
The Wild Wildcat |
Der wilde Willi |
| Inhalt |
Hinweis:
Die deutsche Fassung wurde um ca. 3 Minuten gekürzt. Diese Inhaltsangabe
bezieht sich auf die Originalversion und gibt die geschnittenen Szenen
kursiv wieder.
Eines Nachts taucht eine
freche Wildkatze namens Wiley (deutscher Name: Willi) im Dschungel auf
und sorgt dort für jede Menge Ärger: zuerst klaut sie Futter
aus dem Restaurant, dann greift sie Kitty an und verletzt sie. Kimba überwältigt
den Rabauken und will ihn bestrafen.
Doch Kitty bittet Kimba ausdrücklich
darum, Wiley laufen zu lassen und ihm eine Chance zu geben. Die Tiere stehen
der Sache skeptisch gegenüber und möchten die freche Katze am
liebsten wieder loswerden. Doch Kimba steht zu seinem Wort. Er bietet Wiley
seine Freundschaft an und lädt ihn zu sich nach Hause ein.
In Kimbas Lager angekommen,
stellen sie sich erstmal gegenseitig vor. Wiley kann es nicht lassen, mit
Caesars Fell herumzuspielen. Als er sich im Löwenrachen verkeilt,
scheucht Kimba ihn empört weg: "Tut mir leid, Papa, er ist ein Problemkind
und neigt zur Jugendkriminalität!" Schließlich gehen sie schlafen
und liegen einträchtig nebeneinander - süß gezeichnet!
Aber im Traum geht der Streit weiter: Wiley haut Kimba mit dem Holzhammer
platt! Als sie daraufhin beide erwachen, können sie nur mit Mühe
ihre Aggression unterdrücken.
Am nächsten Morgen
führt Kimba Wiley herum und zeigt ihm die Farm. Die Wildkatze hat
aber nur Unfug im Sinn und entdeckt ein Vogelnest. (ca 75 sek.)
Wiley ärgert die Vögel,
dann schleudert er einen Felsbrocken in den Teich, wo gerade viele Tiere
friedlich trinken, dann quält er einige Affen. Kimba stellt ihn zur
Rede, und Wiley gibt freimütig zu, dass es ihm Spaß macht, gemein
zu sein. Außerdem ist er davon überzeugt, dass ihn sowieso niemand
mag.
Als Kimba und Wiley an der
Schule vorbeikommen, wo die Tierkinder gerade ein Lied für ihre Mütter
einstudieren, rastet Wiley völlig aus und geht auf die anwesenden
Mütter los: "Ich hasse Mütter!" Dann rennt er davon. Kimba und
seine Freunde sind fassungslos und können sich dieses Verhalten nicht
erklären.
Als Kimba zu seiner Behausung
zurückkehrt, findet er dort den schlafenden Wiley vor und wird Zeuge
dessen schlimmen Alptraums: Weil Jäger seine Mutter getötet haben,
hasst er ganze Welt - insbesondere Mütter - und fühlt sich komplett
allein gelassen.
Kimba versteht plötzlich
genau Wileys Gefühle. In Gedanken sieht er sich wieder im Meer schwimmen:
"Ich weiß, wie es ist, die Mutter zu verlieren - allein ist der Kampf
so hart und gefährlich, der Weg so weit, und man fühlt sich so
verloren... (Hierzu erklingt wieder das wunderbare japanische "Sternenlied"
aus Episode 1.) Du glaubst, du erreichst nie dein sicheres Zuhause - die
Reise ist endlos - ohne jemanden, der dich leitet, der dir den Weg zeigt..."
Kimba schluchzt: "Ach Mutter, es ist schon so lange her, dass die Menschen
dich fortgenommen haben und du mit dem Schiff untergingst - ich bin allein
nach Afrika zurückgekehrt, wie du es mir aufgetragen hast, aber ich
vermisse dich so schrecklich!"
Die Szene wechselt, und
Snowene spricht jetzt: "Kimba, hab' keine Angst. Du bist nicht allein,
mein Sohn. Meine Liebe ist für alle Zeiten bei dir, und sie hat mehr
Kraft als die größen Ozeanwellen. Nimm sie und benutze sie,
um anderen zu helfen." Kimba: "Ich versuch's, aber ich fühle mich
so klein und machtlos. Werde ich denn jemals stark genug sein?" Snowene:
"Selbstverständlich! Du wirst ein ebenso großer Dschungelkönig
wie dein Vater sein. Denk immer daran: Es gibt keine größere
Kraft auf Erden als die Macht der Liebe." Kimba: "Ich danke dir, Mutter,
jetzt verstehe ich, wie ich Wiley helfen kann: alles, was er braucht, ist
jemand, der ihn liebt!" (ca. 1,5 min.)
Kimba erkennt, dass Wiley
unter einem schweren Trauma leidet. Um ihm zu helfen, wendet er eine kluge
Psychotherapie an: er macht Wiley jede Bewegung nach, um ihm zu beweisen,
dass er ihn mag.
Als Wiley merkt, dass
Kimba ihn fortwährend nachahmt, versucht er, ihm davonzurennen. Auf
einem Felsvorsprung macht er Halt und blickt sich prüfend um: Kimba
ist nicht mehr zu sehen. Zufrieden blickt Wiley nach vorn und entdeckt
plötzlich, dass Kimba direkt vor ihm sitzt. (ca. 15 sek.)
Ärgerlich stellt er
Kimba zur Rede, und dieser erklärt ihm, er wolle sein Freund sein
und deshalb alles genauso machen wie er. Diesen Freundschaftsbeweis kann
Wiley nicht glauben und muss ihn sogleich einer Prüfung unterziehen:
Wird Kimba auch all seinen Unfug mitmachen?
Wohl oder übel muss
Kimba nun auch Wileys üble Taten unterstützen: So zerstören
sie gemeinsam Daniels Restaurant und richten im Dschungel jede Menge Verwüstungen
an. Die Tiere stehen fassungslos dabei und begreifen ihren Anführer
Kimba nicht mehr.
Da taucht eine große
Jagdgesellschaft im Verlassenen Dorf auf. Kimba gibt Anweisung an alle,
im Dschungel zu bleiben. Aber Wiley gehorcht nicht. Heimlich schleicht
er zu den Jägern und verwüstet ihre Zelte. Als er zurückkommt
und seine Missetat gesteht, gerät Kimba in die Zwickmühle: Da
er Wileys Vertrauen nicht enttäuschen will, verspricht er, die Sache
vor den anderen geheim zu halten.
Doch die Jäger sind
bereits auf dem Vormarsch und wollen sich für den Schaden rächen.
Die Tiere finden den wahren Sachverhalt schnell heraus, und weil Kimba
keine Anstalten macht, Wiley zu bestrafen, zweifeln Daniel, Bucky und Pauly
Kimbas Führungsqualität ernsthaft an. Sie hegen sogar den Verdacht,
dass Kimba bei der Zerstörungsaktion im Jägercamp dabei war.
Daraufhin rennt Wiley fort
- "Ich mach' euch doch nur Schwierigkeiten!" und den Jägern direkt
vor die Flinte. Kimba kann ihm zur Flucht verhelfen, wird jedoch selbst
gefangen und ruft Wiley verzweifelt um Hilfe. Dieser haut zuerst ab, doch
dann begreift er, dass Freunde in der Not zusammenhalten müssen. Er
kehrt um und rettet Kimba das Leben. Gemeinsam schaffen sie es auch, die
Jäger in die Flucht zu schlagen.
Damit hat Wiley den Sprung
vom fiesen Außenseiter zum geachteten Mitglied der Tiergemeinschaft
geschafft. Außerdem entschuldigt er sich von ganz allein für
seine Grobheit bei Kitty, die wegen ihrer Verletzungen noch immer das Bett
hüten muss. |
Allge-
meines |
Leider
hat man aus deutschen Fassung wieder einiges herausgeschnitten, darunter
die ergreifende und rührende Sequenz, in der Kimba noch einmal seinen
eigenen Abschiedsschmerz durchlebt. Diese Szenen wurden jedoch nicht weggeworfen,
sondern in die deutsche Fassung von Episode 45 (Such Sweet Sorrow / Endlich
wieder Mary) eingefügt! Rätselhaft, aber besser als nichts.
Obwohl viele Texte wieder
ziemlich frei übersetzt wurden, hat man die Episode inhaltlich sehr
gut übertragen. Gelegentlich wurde allerdings der ursprüngliche
Sinn komplett verfälscht (siehe "Unterschiede TEXT", Punkt 14). Andererseits
wurde die Handlung an anderen Stellen durch bessere Formulierungen aufgewertet.
Willis deutsche Stimme ist
frecher und passt besser zum Charakter der Wildkatze als die amerikanische
Originalstimme. |
Unter-
schiede
TEXT |
1) Kitty sagt
im Original: "Ich bin froh, dass er gefangen ist. Aber ich will nicht,
dass er bestraft wird."
2) Dass die Katze gewalttätig
ist und andere verletzt, wird in der US-Fassung von den Tieren ausdrücklich
erwähnt, als sie den gefangenen Wiley im Käfig davontragen.
3) Der amerikanische Pauly
ist vor allem um Kittys Wohl besorgt, denn er sagt: "Ich kann ihm niemals
verzeihen, dass er Kitty angegriffen und so sehr verletzt hat!"
4) In der US-Fassung sagt
Kimba zu Wiley: "Du könntest doch mitkommen und bei mir wohnen!"
5) Bucky, nachdem Wiley jede
Menge Unfug gemacht hat: "Tut es dir jetzt leid, dass du dich unbedingt
mit ihm anfreunden wolltest?" Kimba, resigniert: "Oh ja."
6) Wiley zu den versammelten
Tieren: "Keiner von euch kann mich daran hindern, fies zu sein." Kimba
fragt: "Warum nicht, Wiley?" Dieser antwortet: "Weil ich so viel mehr Spaß
habe! Ihr könnt mich nicht ändern. Also, warum gebt ihr es nicht
auf, unbedingt Freundschaft schließen zu wollen?"
7) Kimba zu Wiley: "Heute
sind alle Mütter zu Besuch in der Schule..." Dies stimmt mit
den Bildern überein, da von jeder Gattung nur ein erwachsenes Tier
zu sehen ist.
8) Nachdem Wiley Kimba den
unverständlichen Satz "Ich hasse alle Mütter" ins Gesicht geschleudert
hat, sitzt Kimba fassungslos und stumm am Ufer. Später sagt er dann
zu Daniel: "Jeder, der behauptet, dass er seine Mutter hasst, muss doch
nicht alle beisammen haben!"
9) In seinem Alptraum sagt
Wiley wörtlich: "Es ist so einsam ohne meine Mutter!"
10) Wiley zu Kimba: "Schau,
Kimba, dort ist Boss Rhino! Mit dem wollen wir ein paar Späße
treiben, ja?" Kimba, ärgerlich: "Es wäre besser, du würdest
dir dazu jemanden aussuchen, der so groß ist wie du!"
11) "Schau jetzt nicht hin,
aber er versucht, uns niederzustarren!" Dies sagt Wiley zu Kimba, bevor
er Boss Rhino ärgert.
12) In der US-Fassung heißt
es, dass im "Verlassenen Dorf" Menschen aufgetaucht seien. Dies stimmt
mit den gezeigten Bildern jedoch nicht überein.
13) Wortlaut der US-Fassung,
als Kimba Wiley für sein Ungehorsam zurechtweist:
Kimba: "Du schämst
dich also, so unfolgsam gewesen zu sein?"
Wiley: "Sie (die Tiere)
könnten versuchen, mich wieder wegschicken. Und wenn sie herausfinden,
was ich getan habe, könnten wir keine Freunde mehr sein, stimmt's?"
Wileys Stimme verrät, dass er Angst hat, Kimbas Freundschaft zu verlieren.
14) In der folgenden Sequenz
wurde der deutsche Text inhaltlich komplett geändert und verfälscht.
Der Wortlaut des Originals:
Pauly: "Woher sollen wir
wissen, ob wir dir noch trauen können, Kimba?"
Daniel blickt kalt, sagt
aber nichts.
Kimba (entsetzt): "Daniel,
du traust mir doch! Ich hab' doch immer nur das Beste für die Tiere
getan!"
Pauly (ironisch): "So, das
ist es also, was du in letzter Zeit gemacht hast!"
Bucky: "Du benimmst dich
selbst wie eine Wildkatze!"
Pauly: "Es würde uns
nicht wundern, wenn du mit im Dorf warst!"
Kimba (wütend): "Das
ist überhaupt nicht wahr!"
15) "Unsere Zelte sind zerstört
- dafür wirst du bezahlen!" sagt der Jäger in sachlichem Ton,
als er auf Wiley zielt. Danach kommandiert er: "Feuer frei!"
16) Wiley zu Kimba am Schluss:
"Danke für alles, Kimba!" Später sagt Kimba zu Wiley: "Nun hast
du bewiesen, dass du ein Freund bist."
17) In der Schlussszene hört
man den Erzähler: "So hat Kimba gelernt, dass man mit Hilfe der Liebe
alles erobern kann, sogar die wildeste Wildkatze."
Kimba (in Großaufnahme):
"Mutter, du hattest recht!"
Erzähler: "Das haben
Mütter doch gewöhnlich immer, nicht wahr, Kimba?"
Kimba (zwinkernd): "Genau!" |
1) In der deutschen
Fassung sagt Kitty: "Dabei sah sie so nett aus. Werdet ihr sie nun bestrafen?"
2) Diese Stelle wurde abgemildert.
Verletzungen werden nicht erwähnt. Pauly sagt nur: "Hör auf mit
dem Gegacker, du hast überhaupt keinen Grund, zu lachen!"
3) Der deutsche Pauly reimt
an dieser Stelle lustig, aber ohne Tiefgang: "Er warf auf mich den ersten
Stein - wer will dem Biest denn das verzeih'n?"
4) In der deutschen Fassung
sagt Kimba: "Du könntest doch bei uns bleiben, dann wärst
du nicht mehr so allein." Man beachte diesen feinen Unterschied.
5) Bucky fragt Kimba in der
deutschen Fassung: "Na, glaubst du jetzt, dass aus der Freundschaft nichts
wird?" Kimba, nachdenklich: "Hmmmm...."
6) Willis deutscher Text
lautet etwas anders: "Ich hoffte, bei euch feine Manieren zu lernen!" Kimba
fragt ihn: "Warum machst du das alles?" Willi: "Ganz einfach, weil's mir
Spaß macht. Ihr gebt groß an mit eurer Freundschaft und wollt
mich doch bloß rumkommandieren!"
7) Kimba zu Willi: "Heute
ist Schulfeier, da kommen auch alle Eltern..." Dies stimmt nicht
mit den Bildern überein. Wieso man hier den Hinweis auf Willis Mutterproblem
nicht übernommen hat, ist unverständlich.
8) In der deutschen Fassung
lässt man Kimba hier in Gedanken "Na, die Katze hat 'se wohl nicht
alle!" sagen. Später sagt er dann zu Daniel: "Er braucht nur das Wort
'Mutter' zu hören, und schon dreht er durch."
9) Willis deutscher Text:
"Warum habt ihr mich nur so allein gelassen?"
10) In der deutschen Fassung
sagt Willi: "Guck mal den Dicken dort drüben! Wir wollen ein bisschen
Spaß mit ihm machen!" Kimba, belehrend: "Das ist Boss Rhino, der
versteht nicht viel Spaß!"
11) Der deutsche Willi ist
hier frech und respektlos: "Der kuckt so stur! Kann das sein, dass er 'n
bisschen blöd ist?"
12) Paulys aufgeregter Ruf
"Jäger im Ort! Verschwindet sofort!" passt besser zu den gezeigten
Bildern, da hier eben nicht das "Verlassene Dorf" zu sehen ist.
13) Wortlaut der deutschen
Fassung:
Kimba: "Nanu? Hast du ein
schlechtes Gewissen?"
Willi: "Ach was, ich mein'
nur so ... ich möchte sie nicht unnötig gegen mich aufbringen.
Und wir sind doch Freunde, oder?" Willis Stimme verrät, dass er weder
Angst noch Reue verspürt.
14) Und diese Worte sprechen
die Tiere in der deutschen Fassung (auf das Wesentliche gekürzt):
Pauly: "Dein Freund ist
ja 'ne tolle Nummer, der macht uns jede Menge Kummer!"
Daniel blickt kalt, dazu
hört man ihn sagen: "Ja, so langsam langt's uns."
Kimba: "Ich bringe das in
Ordnung, glaubt mir!"
Pauly: "Ich hab' so'n Schimmer,
der Kerl wird immer schlimmer."
Bucky: "Und du hast für
ihn immer eine Entschuldigung!"
Pauly: "Der Willi ist ein
schlimmer Finger, der dreht täglich neue Dinger!"
Kimba (wütend): "Hackt
nicht alle auf ihm 'rum!"
15) Die deutsche Fassung
klingt viel brutaler: "Wir werden die Löcher in den Zelten mit deinem
Fell stopfen!" schreit der Jäger, und dann: "Los, knallt ihn ab"!
16) Willis Worte lauten an
dieser Stelle: "Eigentlich konnte ich dich schon immer ganz gut leiden."
Kimba zu Willi: "Jetzt kannst du für immer hierbleiben."
17) In der Schlussszene kommentiert
Daniel: "Das war wieder mal die berühmte Geschichte von guten Kern
in der rauhen Schale, oder, wie man bei uns in Afrika sagt..."
Kimba (in Großaufnahme):
"Pranken mit Herz!"
Erzähler: "Na dann
in alter Herzlichkeit bis zum nächsten Mal, ihr lieben Menschen."
Kimba (zwinkernd): "Tschüs!"
Bucky wird in dieser Episode
von Harry Wüstenhagen gesprochen. |
Unter-
schiede
MUSIK |
In dieser inhaltlich
sehr berührenden Folge ist nicht übermäßig viel Originalmusik
vorhanden. Viele Szenen bleiben total "stumm", was vermutlich von Isao
Tomita durchaus beabsichtigt war.
1) Zu Anfang der Episode,
als Kimba mit Wiley kämpft und ihn endlich überwältigt,
ertönt keinerlei Musik. Dadurch wird die Ernsthaftigkeit der Sache
betont.
2) Auch als Wiley das Vogelnest
vom Baum stößt und die Affen quält, gibt es keine oder
nur ernste Musik.
3) Das Lied der Schulkinder
entspricht von der Melodie dem Lied aus Episode 15 (Scrambled Eggs) und
ist ebenfalls ziemlich laienhaft gesungen. Der Text weist wieder auf Kimba
als Lehrer hin: "Wir geh'n zur Schule, wo wir lernen, nach den Regeln zu
leben - Lehrer Kimba, zeig' uns den Weg - wir spielen den ganzen Tag..."
4) Zu Wileys Alptraum ertönen
Hörner und dramatische Musik, die den Eindruck seiner Qualen noch
verstärken.
5) Als Kimba dem verärgerten
Wiley erklärt, er mache ihn nach, weil er sein Freund sein will, gibt
es keine Musik.
6) Keine Musik enthalten
die Szenen, in denen Wiley und Kimba Dan'ls Restaurant auseinander nehmen
und dann den Dschungel verwüsten.
7) Als Wiley und Kimba vor
dem wütenden Boss Rhino ausreißen und die Dschungeltiere ihnen
fassungslos hinterherblicken, passt die düstere und wuchtige Originalmusik
hervorragend.
8) Keine Musik gibt es bei
den langen Szenen, als Kimba Anordnungen trifft, sich vor den Jägern
versteckt zu halten und als später die Tiere ihm offen ihr Vertrauen
absprechen. Auch als Kimba Wiley befreit, verzweifelt kämpft und selbst
gefangen wird, erklingt keinerlei Musik. |
In der deutschen
Fassung wurden fast alle stummen Szenen mit Zusatzmusik gefüllt, die
zuweilen recht deplatziert wirkt. An anderen Stellen füllt die Zusatzmusik
jedoch die Leere wohltuend aus und wertet die Episode auf.
1) Diese Szenen wurden mit
einer total unpassenden, lustigen Musik darübergelegt, die das Ganze
abmildert und viel harmloser aussehen lässt.
2) Auch diese Szenen werden
durch betont harmlose deutsche Kling-Klang-Musik verfälscht und abgeschwächt.
3) Das deutsche Lied entspricht
ebenfalls dem aus Episode 15 (Keine Feier ohne Eier). Dadurch, dass diesmal
ein mehrstimmiger Chor singt, wirkt es viel besser als das Original. Der
Inhalt lautet: "Sind alle da - ruft alle 'ja' - keiner fehlt, es
sind alle hier! Für das Leben, da lernen wir, in der Schule..."
4) In der deutschen Fassung
wird die Dramatik wieder durch eine versöhnlich-harmonische Melodie
abgeschwächt.
5) Auch hier muss die deutsche
Kling-Klang-Musik wieder die tiefere Botschaft dieser Szene verflachen.
6) Hier ist der deutschen
Zusatzmusik ein dickes Lob auszusprechen. Diese Szenen wurden mit sehr
guten Effekten untermalt und aufgewertet.
7) Diese Originalmusik wurde
in der deutschen Fassung durch ein Standard-Action-Thema ersetzt. Gewiss
ist auch dieses nicht schlecht, aber zur Szene hätte das Original
besser gepasst.
8) All diese Szenen wurden
komplett mit deutscher Zusatzmusik aufgefüllt. An manchen Stellen
passt sie ganz gut, an manchen Stellen wirkt sie zu heftig. Ob sie hier
immer angebracht ist und der Handlung guttut, mag jeder Zuschauer selbst
entscheiden. |
| Fazit |
Dies ist mit
Sicherheit eine der besten, vor allem jedoch eine der klügsten Episoden.
Wie Kimba die Wildkatze zum Freund gewinnt und dabei selbst fast seine
Freunde verliert (was in der deutschen Fassung längst nicht so deutlich
wird), ist eine absolut realitätsnahe und nachvollziehbare Handlung.
Durch die Streichungen wird
wieder einmal deutlich, dass den deutschen Zuschauern oftmals sowohl komisch-lustige
als auch berührend-ernste Szenen vorenthalten wurden. Hat man wirklich
geglaubt, deutsche Kinder der späten 70-er Jahre würden dies
nicht verstehen?
Filmmusik ist eine mächtige
Waffe, sie beeinflusst Stimmungen und kann ein gezeigtes Bild völlig
verändern bzw. verfälschen. Es bleibt letztlich dem persönlichen
Geschmack des Betrachters überlassen, ob die deutsche Musik die Kimba-Serie
generell auf- oder abwertet. |
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