Kimba
Episodenvergleich - Episode 25 bis 28

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Druckversion Episode 25
25
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel Too Many Elephants Die Elefanten sollen sterben
Inhalt Hinweis: Die deutsche Fassung wurde inhaltlich stark verfremdet. Viele Szenen wurden herausgeschnitten und teilweise umgestellt. Diese Inhaltsbeschreibung bezieht sich auf das US-Original und gibt die geschnittenen Szenen kursiv wieder.

Roger Rangers Onkel Mr. Pompus (deutscher Name: Onkel Harry) stattet dem Dschungel einen Besuch ab. Er will seinen Neffen dazu bewegen, zurück in die Zivilisation zu kommen, anstatt seine Zeit hier mit den "gefährlichen Bestien" zu verschwenden.

Von Onkel Pompus erfährt Kimba durch Zufall eine böse Neuigkeit: Der Tierbestand des nahegelegenen staatlichen Wildparks hat so zugenommen, dass der Direktor eine große Anzahl "böser" Tiere vernichten lassen will, um Platz für "gute" zu schaffen.

Kimba kann dies nicht glauben und rennt in den Park, um sich selbst davon zu überzeugen. Dort trifft er auf den bösartigen Elefantenboss Pachydermus (deutscher Name: Darius) und seine Herde. Die großspurige Art des Elefantenbullen, der sich selbst zum König ernannt hat, gefällt Kimba ganz und gar nicht, und es kommt zum Kampf. 

Pachydermus kämpft äußerst brutal. Sein Stoßzahn verfehlt Kimba nur um Haaresbreite. Er wird von der Herde eingekesselt. (ca. 30 sek.)

Nur der Elefantenjunge Pee Wee (der in der deutschen Version ein Mädchen ist und Elly heißt) hilft Kimba: Er versteckt ihn in einem Erdloch und bringt ihn so vor der wütenden Elefantenherde in Sicherheit.

Da fahren Tonga und ihr Adoptivvater*, der Jägerboss Mr. Triggerman, im Auto vorüber. "Was haben die denn im Tierpark zu suchen?" wundert sich Kimba. Er folgt ihnen und belauscht das Gespräch zwischen den beiden Jägern und dem Parkchef Thomas Shaveless. Zu seinem Entsetzen erfährt Kimba, dass sämtliche Elefanten des Parks noch in dieser Nacht mit großem Waffeneinsatz vernichtet werden sollen.

(* Die verwandtschaftliche Beziehung zwischen Tonga und dem Jagdboss wird nur in der US-Fassung erwähnt. Siehe hierzu auch Episode 45, "Such Sweet Sorrow"). 

Kimba sucht nach Pachydermus, um ihn zu warnen. Dabei beobachtet er die Ankunft von Tongas "Jagdgesellschaft", die eher einer Invasionsarmee ähnelt.

Eine Gruppe Löwen im Tierpark zeigt sich den Touristen gegenüber zuerst äußerst grimmig, doch als diese ihre Kameras herausholen, posieren alle Löwen und machen Faxen. Kimba fragt einen Löwen nach Pachydermus, doch dieser ist froh, ihn nicht gesehen zu haben. (ca. 25 sek.)

Als Kimba an einem Wasserloch nach den Elefanten fragt, zeigen ihm einige Antilopen den Weg der Zerstörung: Pachydermus' Herde nimmt allen anderen Grasfressern das Futter weg. Als Kimba den Elefanten von der Gefahr berichtet, glauben sie ihm nicht.

Kimba wütend zu Pachydermus: "Jetzt weiß ich auch, warum die Menschen euch alle vernichten wollen!" Darauf Pachydermus höhnisch: "Dies ist ein staatliches Wildreservat, und kein Mensch kann uns hier etwas anhaben. Weißt du das denn nicht?" (ca. 30 sek.)

Als die Elefanten weiterziehen wollen, stellt sich Kimba ihnen in den Weg und fordert sie energisch auf, sich in Sicherheit zu bringen. Daraufhin werden die Dickhäuter äußerst grob und schleudern ihn wie einen Fußball hin und her. Schließlich gibt Kimba erschöpft auf.

Im Dschungel bearbeitet inzwischen Mr. Pompus seinen Neffen so lange, bis dieser einwilligt, mit ihm heimzufahren. Roger will jedoch erst gehen, wenn Kimba wieder da ist. Um die Sache zu beschleunigen, schlägt Mr. Pompus vor, nach Kimba zu suchen. Ein Gepard und ein Leopard, die während Kimbas Abwesenheit "die Aufsicht" über den Dschungel haben, tragen Roger und seinen Onkel auf ihrem Rücken zum Wildpark.

Unter dem Vorwand, zwei entsprungene Tiere zurückgeben zu wollen, verschaffen sich Roger und Mr. Pompus Zutritt. Als sie in der Ferne Schüsse fallen hören, werden sie misstrauisch und verlangen vom Parkwächter, zum Direktor gebracht zu werden.

Kimba hat mittlerweile das Elefantenkind Pee Wee in einem leeren Gebäude in Sicherheit gebracht und rennt wieder los, um den Elefanten zu Hilfe zu kommen, die bereits gnadenlos gejagt werden. Elefantenboss Pachydermus gibt Anweisungen, aber er kann nicht verhindern, dass die Herde von den Jägern planmäßig in einen Felsenkessel getrieben wird. Dort ist sie gefangen.

Währenddessen versuchen Roger und sein Onkel verzweifelt, den Parkdirektor von seinem Vorhaben abzubringen, doch dieser bleibt hart: "Meine Aufgabe ist es, die anderen Tiere zu retten. Sie müssen verhungern, weil die Elefanten ihnen das ganze Futter wegfressen. Deshalb müssen wir sie töten." Roger: "Aber das ist falsch! Stoppen Sie es sofort! Können Sie das Problem denn nicht anders lösen? - Wenn ich nur Kimba finden könnte! Ich bin sicher, er wüsste Rat." Der Direktor: "Kimba?" Mr. Pompus, ärgerlich: "Kimba, der weiße Löwe!" Direktor: "Weißer Löwe? Sie Schwachkopf, sowas gibt's ja gar nicht!" Pompus: "Gibt's doch!" Direktor: "Sind Sie verrückt?" Pompus: "Nein, aber Sie sind's!" Daraufhin prügeln sich alle Anwesenden, einschließlich Cheetah, Leopard und zwei Parkaufsehern. (ca. 60 sek.)

Inzwischen feuert Tongas Armee auf die Felswände und bringt sie zum Einsturz. Sämtliche Elefanten werden dabei getötet! Kimba kann nichts tun. Als die Panzer abziehen, ist er verzweifelt und weint: "Es tut mir so leid. Ich hab' versucht, euch zu retten."

Zu seiner Freude findet er kurze Zeit später Pee Wees Mutter lebend auf, die bei der Stampede verletzt zurückgeblieben war. Als Tonga und ihr Jagdboss mit dem Helikopter auftauchen und beide Tiere erschießen wollen, bekämpft Kimba den Hubschrauber und bringt ihn zum Absturz. Tonga und der Boss retten sich mit dem Fallschirm.

Nun kann Kimba endlich Pee Wee zu seiner Mutter bringen. Das glückliche Wiedersehen wird von der bitteren Tatsache überschattet, dass die beiden die einzigen überlebenden Elefanten sind. Schließlich kommen auch Roger und Onkel Pompus auf ihren "Reitkatzen" hinzu. Hier anschließend wurde in die deutsche Fassung eine "gefälschte" Szenenfolge eingefügt (siehe roter Text in "Allgemeines").

Ein bitteres, kleines Happy-End: Kimba, Roger, Mr. Pompus, die beiden Raubkatzen sowie Mama Elefant und Pee Wee stehen unter einem leuchtenden Regenbogen. Die Szene wird langsam ausgeblendet. (ca. 10 sek.)

In der Schlussszene reist Mr. Pompus wieder ab. Als Roger pflichtbewusst einsteigen will, schreit sein Onkel ihn an: "Wenn du es wagst, Kimba und deine Freunde jetzt im Stich zu lassen, leg' ich dich übers Knie!" Roger ist glücklich, dass er bleiben darf, und alle Tiere freuen sich mit ihm.

Allge-
meines
In der Originalfassung war diese Folge logischerweise in Deutschland nicht sendefähig, und es wäre vernünftiger gewesen, sie auszulassen. Aber man hat beschlossen, sie zu zeigen, und dazu musste sie gründlich umgearbeitet werden. Keine andere deutsche Kimba-Episode ist so verfälscht worden wie diese.

Abgesehen von den oben angeführten geschnittenen Szenen wurden zusätzlich noch folgende Szenen entfernt:

1) Langer Wolken-Schwenk am Beginn der Episode, bevor Mr. Pompus' Auto erscheint. (ca. 7 sek.)

2) Die Elefantenherde bricht ganze Baumstämme ab. (ca. 5 sek.)

3) Viele Tiere stehen ängstlich herum, während sich die Elefanten vollstopfen. Großaufnahme von Pachydermus' Rüssel und Gesicht. (ca. 10 sek.)

4) Die Elefanten stehen hilflos in der Schlucht. Am Rand des Canyons sind Geschütze zu sehen. (ca. 10 sek.)

5) Die Elefanten stehen am Fuß einer riesigen Felswand, die weggesprengt wird und alles unter sich begräbt. (ca. 10 sek.)

6) Kimba, Pee Wee und dessen Mutter stehen allein auf einer weiten Ebene; im Hintergrund geht die Sonne auf. (ca. 7 sek.)

In der Originalfassung ist klar ersichtlich, dass die Elefanten getötet wurden. In der deutschen Version ist die Rede davon, dass sich alle Elefanten retten konnten, wenngleich die Bilder - trotz der geschickten Schnitte - eine andere Sprache sprechen.

Damit dieser Betrug glaubhaft wird, hat man neben vielen Textänderungen gegen Ende der Episode eine Szene aus der 1. Begegnung zwischen Kimba und Darius eingefügt, die dort gar nicht hingehört, und mit einem neuen Text versehen. Dieser lautet:

Darius: "Na, du?"
Kimba: "Na, du hast ja eine Art, die Leute zu erschrecken! Wo habt ihr euch denn 'rumgetrieben? Es war so still hier ohne euch."
Darius: "Hör' zu, du Komiker, du hattest recht mit deiner Unkerei und hast uns allen einen großen Dienst erwiesen."
Kimba: "Gern geschehen. Nun helft euch selbst weiter und richtet nicht mehr so viel Schaden an, damit die Menschen nicht wieder auf euch losgehen."
Darius: "Gut gebrüllt, Löwe. Einverstanden."

Während dieses ganzen Dialogs lehnt Kimba an einem Baumstamm (in der Originalszene wurde er zuvor von Darius verletzt). Der aufmerksame Betrachter erkennt, dass die Dialoge überhaupt nicht zu den Gesichtausdrücken passen.

Nachdem man in der deutschen Version so viel verfälscht hat, wundert es nicht, dass auch die meisten Dialoge abgeändert oder zumindest sehr frei übersetzt wurden. Dabei fallen manch heftige oder saloppe Ausdrücke, die in der US-Fassung nicht vorkommen.

Außerdem gibt es in dieser Episode noch einen Regiefehler der kuriosen Art: Pompus kommt zu Beginn mit einem dunkelgrünen Jeep in den Dschungel und reist am Ende mit einem roten Cabrio wieder ab! Die Pflaster auf der Karosserie des Cabrios sollen zwar andeuten, dass das zu Beginn kaputt gegangene Auto wieder zusammengebaut wurde, aber die versehentliche Änderung von Farbe und Wagentyp ist ein typischer Flüchtigkeitsfehler dieser Low-Budget-Produktion (siehe auch: "Wie Kimba entstand").

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schiede
TEXT
1) In der Einleitung berichtet der Erzähler lediglich: "Es ist ein friedlicher Tag in Kimbas Königreich - bis zur Ankunft eines alten Bekannten: Mister Pompus."

2) Rogers Onkel wird hier stets "Onkel Pompus" genannt.

3) Als sein Auto auseinandergefallen ist, sagt Pompus: "Na, dann muss ich eben laufen. Es ist absolut sicher - oder vielleicht nicht?"

4) Roger zu Mr. Pompus: "Ich will hierbleiben, Onkel! So kann ich den Tieren dabei helfen, ebenfalls zivilisiert zu werden."

5) Mr. Pompus berichtet: "Der Park ist zu überfüllt. Darum wollen sie alle bösen Tiere vernichten, um Platz für die guten zu machen!" Von Elefanten ist hier noch nicht die Rede.

6) Zu der Szene, wo der Wildpark und seine Funktion zum ersten Mal vorgestellt wird, spricht der Erzähler kurz: "Viele Besucher kommen hierher, um die Tiere zu sehen." Der Rest dieser sehr langen Szene ist nur von Musik begleitet.

7) Der Elefantenboss heißt "Pachydermus", der kleine Elefant ist ein Junge und heißt "Pee Wee".

8) Beim Streit zwischen Kimba und Pachydermus geht es etwas gesitteter zu. Dieser sagt z.B. "Er ist ein Gesetzesbrecher! Los, Leute, kümmern wir uns um ihn!"

9) Kimba denkt, nachdem Pee Wee ihn gerettet hat: "Bin ich froh, wenigstens einen Elefanten gefunden zu haben, der nicht so gemein wie Pachydermus ist."

10) Als Tonga und der Jägerboss an ihm vorbeifahren, denkt Kimba: "Sind das nicht Leute, die zum Hunting Ground gehören, wo Tiere geschossen werden? Ich werde ihnen folgen!" Die Namen erwähnt er nicht.

11) Als Kimba im Park auf ein Gebäude zuläuft, erläutert der US-Erzähler, dass es sich hierbei um das Büro des Parkverwalters handelt.

12) Das Gespräch zwischen Tonga, dem Parkchef Thomas Shaveless und dem Jagdboss Triggerman lautet in der Originalfassung:
Parkchef: "Hallo Mr. Triggerman! Tut mir schrecklich leid; das ist ein unangenehmer Job, der Sie zu uns führt."
Jagdboss: "Ist alles innerhalb eines Tages erledigt, nicht wahr, Tonga?"
Tonga: "Ja, solange werden wir ungefähr brauchen, Daddy. Also, der Rest unserer Jagdgesellschaft wird bei Einbruch der Dunkelheit hier sein. Dann wird man Sie brauchen!"
Jagdboss: "Die bringen dann die Ausrüstung. Wir haben Panzer, Maschinengewehre und einen Helikopter. Ich versichere Ihnen, dass unsere Jagdgesellschaft sich darum kümmern wird, jeden einzelnen Elefanten des Parks zu vernichten. Sie können sich auf uns verlassen."

13) Kimba fragt am Wasserloch eine Gazelle nach der Elefantenherde. Die Gazelle weist mit ihrem Körper in Richtung der zerstörten Bäume, und Kimba begreift selbst: "O-oh... hier müssen sie vorbeigekommen sein."

14) Onkel Pompus zu Roger: "Hier im Dschungel riskierst du dein Leben - für nichts!"

15) Roger zu seinem Onkel: "Ich kann doch nicht fortgehen, ohne Kimba auf Wiedersehen zu sagen!"

16) Klein Pee-Wee zu Kimba, als dieser ihn zurückgerufen hat: "Was ist los?"

17) "Das sind gefährliche Bestien!" sagt Roger zum Parkaufseher, während er Cheetah und Leopard am Genick hochhält. Man beachte deren Gesichtsausdruck!

18) Pachydermus bei der Elefantenjagd: "Bewahrt die Ruhe und kühlen Kopf! Keine Panik! Hört auf zu rennen und folgt den Anweisungen von König Pachydermus!"

19) Als die Elefanten in Richtung eines unheimlichen Berges getrieben werden, der wie ein riesiges Monster mit weit aufgerissenem Maul aussieht, wird in der Originalfassung kein Wort gesprochen.

20) Beim dramatischen und tragischen Höhepunkt wird kein Wort gesprochen. In der US-Fassung sieht man, wie die Elefanten in den Canyon getrieben und dort zwischen hohen Felsen eingekesselt werden. Geschützsalven knallen, die Felsen stürzen ein, alle Tiere werden darunter begraben.

21) Kimba rennt nach wie vor durch den Park und sucht nach den Elefanten. Zu dieser Szene, die nach deren Tötung zu sehen ist, gibt es in der Originalfassung keinen Text.

22) Als die Jagdgesellschaft abzieht, begreift Kimba, dass er zu spät kommt. Er weint und trauert um die Elefanten: "Es tut mir leid, Elefanten, ich hab' versucht, euch zu retten." Danach sieht man ihn einsam am Horizont entlangwandern, wozu keinerlei Text gesprochen wird.

23) Als Kimba schließlich Pee Wees Mutter findet, sagt er zu ihr: "Sieht aus, als wärst du verletzt!" Darauf Pee Wees Mutter: "Mein Bein ist verrenkt, aber was viel schlimmer ist: ich hab' meinen kleinen Pee Wee verloren..."

24) Als Kimba und Pee Wees Mutter einsam in Richtung Pee Wees Versteck davonmarschieren, wird in der US-Fassung nichts gesprochen.

25) Tonga im Hubschrauber, als sie Pee Wees Mutter erblickt: "Schau, Daddy, da haben wir einen übersehen!" Der Jagdboss: "Es ist ja nur einer. Der Job ist erledigt, oder nicht?" Tonga: "Nein, wir versprachen, sie alle zu vernichten!"

26) Jagdboss im Hubschrauber zu Tonga: "Dieser kleine ekelhafte Löwe beschützt den Elefanten! Mach ihn zuerst fertig!" Tonga: "Darauf kannst du wetten! Mit Vergnügen!"

27) Kimba nachdenklich, als Pee Wee seine Mutter zärtlich begrüßt: "Warum können nicht alle Elefanten so nett sein sein wie Pee Wee? Dann hätte man sie nicht alle töten müssen. Freilich war Pachydermus gemein, aber es tut mir trotzdem leid, dass ich ihn nicht retten konnte."

28) Als Roger und Pompus in Richtung Kimba angeritten kommen, rufen sie nur "Kimba!" Die Szene endet mit dem Regenbogen-Schlussbild (nur US-Fassung).

29) Beim Abschied von Rogers Onkel lautet der Originaltext:
Mr. Pompus: "Wo glaubst du denn, dass es jetzt hingeht?"
Roger: "Ich habe mich von Kimba verabschiedet und bin soweit, mit dir zu fahren."
Kimba: "Ich verstehe, wie einsam dein Onkel ohne dich ist. Wir hatten das Glück, dass du so lange bei uns bleiben konntest."
Roger (an alle): "Lebt wohl, meine Freunde! Ich kann leider nicht länger euer Lehrer sein, weil mein Onkel mich braucht."
Mr. Pompus (wütend): "Ich brauche dich nicht halb so dringend wie die da! Solltest du so herzlos sein und Kimba und die anderen jetzt verlassen, dann leg' ich dich übers Knie!"

30) Seinem bockigen Auto droht Mr. Pompus, es gegen einen Cheetah (Geparden) einzutauschen.

31) Der Erzähler spricht nur einen kurzen Schlusskommentar: "Und so bricht Mr. Pompus wieder zurück in die Zivilisation auf." Der Rest der Szene enthält nur Musik.

1) Daniel spricht in der Einleitung sehr viel Text und nimmt hier bereits das dramatische Geschehen mit den Elefanten vorweg.

2) In der deutschen Version heißt der Onkel "Harry".

3) Onkel Harry sagt hier: "Typisch für die Karre. Ich sag' noch extra: Nimm dich zusammen, und da fällt sie auseinander."

4) Ronny sagt an dieser Stelle: "Aber Onkel, das sind meine Freunde! Und außerdem: ich unterrichte sie. Sie lernen gern."

5) Onkel Harry sagt hier: "Eine Herde von Schad-Elefanten, sogenannten Rogues, soll vernichtet werden." Vermutlich ist dies ein Fantasiewort, abgeleitet vom englischen Begriff rogue (=Schurke.)

6) Hier hält Daniel einen langen Vortrag über Elefanten. Er berichtet, dass es Schad-Elefanten gar nicht gibt, dass Einzelgänger aber durchaus großen Schaden anrichten können, den Menschen gefährlich werden können, und vieles mehr über Elefanten... 

7) Der Elefantenboss heißt hier "Darius", der kleine Elefant ist ein Mädchen und heißt "Elly".

8) In der deutschen Fassung fallen kräftigere Ausdrücke. Darius bezeichnet Kimba mehrmals als "Wollknäuel", dieser sagt zu ihm "Königsberger Riesenklops".

9) Der deutsche Kimba denkt über die kleine Elly, nachdem sie ihn gerettet hat: "Hält man gar nicht für möglich, dass das ein und dieselbe Famile ist."

10) Der deutsche Kimba denkt hier: "Die kenn' ich doch - das war doch Tonga! Mit so 'nem Jägerboss! Was wollen die denn hier?" Dieser Text passt hier besser, da sich Kimba ja an Tonga erinnern muss. Dass er ihnen folgt, erwähnt er jedoch nicht.

11) Zu dieser Szene gibt es in der deutschen Fassung keinen Text.

12) Und so lautet das deutsche Gespräch der drei 'Herzchen':
Parkchef: "Also kurz und gut, wir müssen die Elefanten loswerden, und zwar schnell."
Jagdboss: "Alles ist vorbereitet, wir brauchen nur eine Nacht."
Tonga: "Ja, das geht schnell. Morgen früh ist alles vorbei. Wir werden mit der Operation gleich nach Einbruch der Dunkelheit beginnen."
Jagdboss: "Wir setzen Panzer ein und treiben die Herde unter leichtem Beschuss in die Hoffnungsschlucht und bringen dann mit schwerem Geschütz die Felsen zum Einsturz. Die ganze Herde wird spurlos verschwinden. Kein Hahn wird nach ihr krähen."
Dass der Jagdboss Tongas Vater ist, wird hier nicht erwähnt. Auch die englischen Namen "Shaveless" und "Triggerman" wurden weggelassen. Der Begriff "Hoffnungsschlucht" ist eine deutsche Schöpfung und kommt in der US-Fassung nicht vor.

13) In der deutschen Fassung antwortet die Gazelle auf Kimbas Bemerkung, sie seien wie vom Erdboden verschwunden: "Schön wär's ja. So schnell verschwinden die nicht. Du brauchst nur da zu suchen, wo noch ein paar heile Bäume stehen. Viele sind nicht mehr übrig."

14) Dieser Satz kommt in der deutschen Fassung nicht vor. Hier sagt Onkel Harry: "Nichts wird sich ändern."

15) Ronny sagt hier zu seinem Onkel: "Aber erst muss Kimba wieder zurück sein!"

16) Klein-Elly fragt Kimba: "Bist du wieder lieb?", was besser zu dieser Szene passt.

17) Dieser Gag wurde in der deutschen Fassung nicht übernommen. Hier sagt Ronny zu dem Parkaufseher: "Jaja, es stimmt" (als Bestätigung, dass die beiden ausgebrochen sind).

18) Darius in diesen Szenen: "Nehmt genau den Weg, den ich euch gesagt habe! Wir sammeln uns in der Hoffnungsschlucht!"

19) Erzähler Daniel bereitet hier schon mit beruhigender Stimme den Betrug vor: "Der üble Plan, der hunderten von Elefanten das Leben kosten sollte, hatte offenbar keine Lücke..."

20) Zu diesen Bildern erläutert Daniel mit versöhnlicher Stimme, dass "der listige Darius die ganze Herde auf einem uralten geheimen Elefantenpfad in Sicherheit gebracht habe - in ein kleines Nebental, das von keiner Menschenseele eingesehen werden konnte."

21) Daniel beschwichtigt die deutschen Zuschauer: "Und so waren die Elefanten mit dem Schrecken schon davongekommen, als Kimba sich noch die größten Sorgen um sie machte."

22) Daniel, mit sonorer Stimme: "Tja, die Truppe hatte ihr Pulver verschossen und war wohl gar noch stolz auf die vermeintlich ganze Arbeit, die sie geleistet hatte. Niemand konnte Kimba sagen, dass nochmal alles gut gegangen war!"

23) In der deutschen Fassung legt man Kimba in den Mund: "Was ist mit den anderen? Sind sie wirklich alle tot? Sag's mir!" Darauf erwidert Ellys Mutter: "Aber nein! Darius wußte einen sicheren Platz! Aber meine kleine Elly ist umgekommen..."

24) Daniel spricht hier: "So könnte man fast sagen: Ende gut, alles gut. Aber das dicke Ende kommt noch."

25) Und so lautet der deutsche Text: "Da ist noch einer, und da ist auch der weiße Löwe!" Jagdboss: "Lass sie laufen, sie können keinen großen Schaden mehr anrichten." Tonga: "Oh nein - die beiden will ich haben!" Dass Tonga hier den weißen Löwen wiedererkennt, ist ein Pluspunkt der deutschen Fassung.

26) Jagdboss im Hubschrauber zu Tonga: "Sagtest du nicht, du hättest mit diesem Kimba noch eine alte Rechnung zu begleichen?" Tonga: "O ja, mit Vergnügen!" Dass hier Kimbas Name erwähnt wird, ist ein weiterer Pluspunkt der deutschen Fassung.

27) Dieser Text musste natürlich in der deutschen Fassung anders lauten: "Wie lieb Elefanten sein können! Ich hoffe bloß, dass der alte Darius inzwischen auch ein bisschen liebenswürdiger geworden ist und nicht mehr so viel Unheil anrichtet."

28) In der deutschen Version ruft Pompus: "Kimba! Die Elefanten sind gerettet!" Eine plumpe Einleitung der nachfolgenden gefälschten Szene (siehe "Allgemeines").

29) Und so lautet die deutsche Szene:
Mr. Pompus: "Na, was hast du dir überlegt?"
Ronny: "Dass ich gerne noch hierbleiben möchte, aber was nicht geht, geht halt nicht."
Kimba: "Aber ja, wir wissen doch, wie nötig dein Onkel dich braucht."
Ronny (an alle): "Vielleicht gibt mir mein Onkel ja Urlaub, dann besuch' ich euch mal!"
Mr. Pompus (wütend): "Urlaub? Willst du deine Freunde im Stich lassen? Das würde ich nie unterstützen! Ich komme wieder und sehe nach dem Rechten!"

30) In der deutschen Fassung wurde der Gepard wieder mal zum Leopard.

31) Erzähler Daniel bringt hier nochmals jede Menge Text - in keiner anderen deutschen Folge spricht er so viele Kommentare wie in dieser.

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MUSIK
In dieser Episode gibt es neben den beklemmenden Szenen, die nur Geräusche enthalten, auch viel Original-Musik, die die traurige  Atmosphäre unterstreicht.

1) Die Musik bei der Ankunft von Mr. Pompus ist nicht so albern wie in der deutschen Fassung.

2) Keine Musik gibt's, als Onkel Pompus in der Höhle mit Roger spricht und schließlich die Vernichtung der Tiere erwähnt.

3) Die Musik in der Tierpark-Szene entspricht mehr den gezeigten Bildern. Sie wirkt ruhig und stimmt nachdenklich.

4) Keine Musik gibt's, als Kimba mit Pachydermus streitet und von den Elefanten angegriffen wird (bis Pee Wee ihn rettet).

5) Als Kimba Pee Wee erst wütend fortschickt, dann Gewissensbisse bekommt und ihn wieder herbeiruft, ist Tomitas Originalmusik viel passender und schöner.

6) Bei der Jagd auf die Elefanten und den Szenen mit dem Helikopter gibt es nur Geräusche, keine Musik.

7) Die Originalmusik zur Abschiedsszene von Mr. Pompus ist etwas dünn geraten.

Die verdrehte Handlung der deutschen Fassung wird durch viel sentimentale Musik noch betont. Ein gutes Beispiel dafür, wie Musik die Handlung beeinflussen kann.

1) Bei der Ankunft von Mr. Pompus erklingt in der deutschen Fassung eine reichlich alberne Musik.

2) Die komplette Höhlenszene wurde mit einer extra-albernen Musik unterlegt, um das Ganze auf lustig zu trimmen.

3) Hier erklingt seltsamerweise positive, heitere Musik, die gar nicht zu Daniels ernsten Worten passt.

4) Die deutschen Szenen wurden komplett mit Spannungsmusik in verschiedenen Variationen unterlegt.

5) Hier erklingt unpassenderweise eine deutsche "Happy-End"-Musik. Diese Stelle hätte man lassen sollen, wie sie ist.

6) Diese Szenen werden durch deutsche Spannungsmusik regelrecht aufgepeitscht.

7) An dieser Stelle passt die gefühlvolle deutsche Ersatzmelodie sehr gut.

Fazit Diese Episode klagt Brutalität und Grausamkeit an. Und sie hat brutale und grausame Bilder. Vieles davon ist auch in der deutschen Version zu sehen, z.B. der unheimliche Berg, auf den die Herde zugetrieben wird und der wie ein riesiges Monster aussieht, das die Elefanten mit weit aufgerissenem Maul verschlingt.

Durch die Verfälschungen in der deutschen Bearbeitung geht die entscheidende Botschaft völlig verloren. Diese Episode sollte allen, die in Kimba stets eine Art Superheld gesehen haben, deutlich klarmachen, dass auch er einer Katastrophe machtlos gegenübersteht, wenn Dummheit und Ignoranz regieren.

Aufschlussreich ist hierzu besonders die (in der deutschen Fassung nicht enthaltene) Szene, wo der Direktor eines Wildparks (!) allen Ernstes die Existenz von weißen Löwen abstreitet und Elefanten lieber töten lässt, als andere Lösungen zu finden.




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Druckversion Episode 26
26
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel A Revolting Development Revolte im Dschungel
Inhalt Alle Dschungelkinder haben Spaß beim Seilspringen, nur das Zebra Stripes macht Ärger und teilt Schläge aus. Der alte Löwe Beatle wird Zeuge dieser Szene. Er ärgert sich über die braven Jungtiere und meint, sie sollten das aufmüpfige Zebra doch einfach fressen.

Als Kimba den Löwen Beatle daraufhin empört zur Rede stellt, wirft dieser ihm vor, auch kein richtiger Vegetarier zu sein, weil er doch die Heuschrecken an die Tiere verfüttern lässt. Die Sehnsucht nach echtem Fleisch ist groß unter den Raubtieren...

Klaue und Cassius machen sich dies sogleich zunutze und zetteln eine Revolution unter den Fleischfressern an. Cassius wiegelt geschickt die jungen Raubkatzen auf, indem er ihnen Fleisch zu versuchen gibt. Bald wollen alle Raubtiere keine Insekten oder Grünzeug mehr, sondern verlangen richtiges Fleisch.

In dieser gefährlichen Situation taucht im Dschungel der junge Nahrungsmittelexperte Professor Hottage auf, der ein Freund von Roger Ranger (Ronny) ist. Hottage ist auf der Suche nach dem seltenen Tickle-Chickle-Baum (deutscher Name: Kitzel-Witzel-Wurzel). Dem begabten Professor ist es vor kurzem gelungen, eine Art künstliches Fleisch herzustellen, das jedoch noch nicht besonders schmeckt. Hierzu fehlt eine Zutat: die Blüten dieses seltenen Baumes.

Die Raubkatzen sind drauf und dran, den Professor zu fressen, doch Kimba kann sie zum Glück davon überzeugen, dass es besser wäre, ihm bei der Suche nach dieser Pflanze zu helfen - künstliches, wohlschmeckendes Fleisch würde auch ihr Futterproblem lösen! Widerwillig geben die Raubtiere nach - unter der Bedingung, dass der Fleischersatz binnen einer Woche fertig ist! Andernfalls wollen sie den Professor verspeisen.

Trotz einiger Schwierigkeiten findet Kimba mit Hilfe der Schildkröte Turtle gerade noch rechtzeitig den seltenen Baum in einem weit abgelegenen Gebiet. Auf dem Rückweg wird es noch lebensgefährlich für ihn: die Assistenten des Professors machen Jagd auf ihn, um ihren Chef vor den wilden Tieren zu retten.

Aber alles geht gut. Professor Hottage kann den wohlschmeckenden Fleischersatz herstellen, die Raubtiere speisen wieder glücklich in Daniels Restaurant, und der Professor bekommt eine Medaille verliehen, die er aber ablehnt: "Nicht ich verdiene sie, sondern ein Tier."

In der Schlussszene lassen Kimba und seine Freunde alle gefangenen Heuschrecken aus der Höhle frei. Dank des neuen Fleischersatzes braucht jetzt keiner mehr Insekten zu fressen.

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Aus der deutschen Fassung wurde eine 7 Sekunden lange Szene herausgeschnitten, vermutlich aus technischen Gründen. Es handelt sich um den Schluss der Szenenfolge, in der Kimba (nachdem er Cassius vertrieben hat) mit den Kleinen nach Hause gehen will und diese ihm die kalte Schulter zeigen. In der US-Fassung sieht man Kimba am Ende stumm zwischen zwei Bäumen stehen, bevor das Bild abblendet und der Ort der Handlung wechselt.

Abgesehen davon sind beide Fassungen im Großen und Ganzen gleich. Nur eine einzige Szene wurde komplett verfälscht (siehe "Unterschiede TEXT", Punkt 12). Viele Dialoge sind ziemlich frei übersetzt, wodurch der deutsche Text an vielen Stellen witziger und treffender wird.

In der US-Fassung ist diesmal kein Erzähler zu hören.

Was den Namen des Professors betrifft, so gibt es in beiden Fassungen einige Ungereimtheiten. Im abgebildeten Zeitungsartikel ist deutlich der Name "Albert" zu lesen, den der Professor auch im Manga hat. In der US-Version heißt er "Calvin Hottage", was in der deutschen Fassung zu "Henry Hottage" wurde, wenngleich ihn Ronny bei deren Wiedersehen im Zelt mit "Harry" anredet!

In dieser Episode haben die Hyänen Tom und Tab einen langen Auftritt mit ihrem "Schurkenlied".

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TEXT
1) Als Kimba von Beatle's Worten erfährt, bleibt ihm fast die Spucke weg. Zu der sich drehenden Großaufnahme von Kimba hört man ihn nur sagen: "Oh nein! Nein! Nein, Sir!"

2) In der US-Fassung klingt der Dialog zwischen Kimba und Beatle folgendermaßen:
Kimba: "Der Frieden in unserem Dschungel wäre unmöglich!"
Beatle: "Wirklich, Kimba, deine blöde Idee, dass Raubtiere kein Fleisch mehr fressen sollen, ist einfach lächerlich!"
Daniel: "Hast du einen besseren Vorschlag?"
Beatle: "Natürlich! Lass' uns fressen, was immer wir fressen möchten!"
Kimba: "Das werde ich nicht!"
Beatle: "Du willst, dass wir alle Vegetarier werden?"
Kimba: "So ist es!"
Beatle: "Du bist ein großer Lügner! Was ist denn mit den Heuschrecken? Die sind auch kein Gemüse!"

3) Daniel: "Kimba hat dem Verzehr der Heuschrecken zugestimmt, aber glücklich war er darüber nie!"

4) Claw fragt Cassius: "Wie können wir die Tiere dazu bringen, Kimba als ihren Anführer abzusetzen?"

5) Als Cassius den Jungtieren das Fleischessen beibringt, macht er nur "Oouh", als Kimba erscheint.

6) "Wir mögen dich nicht!" Diesen heftigen Satz schleudern die Tierkinder Kimba in der US-Episode ins Gesicht, als er sie wegen des Fleischfressens zur Rede stellt. Kimba bleibt daraufhin die Spucke weg. Die anschließende traurige Musik vertieft Kimbas Betroffenheit eindrucksvoll.

7) Als Dash die Schildkröte anrempelt, reagiert diese in der US-Fassung mit wortloser Empörung.

8) Mama Gepard sagt in der US-Fassung: "Dash, es ist Zeit für dich und deine Schwester, mit mir ins Restaurant zu gehen, um zu essen." Darauf Dash: "Wir wollen keine lausigen Heuschrecken mehr, wir wollen Fleisch!"

9) Die Gepardenmama: "Kimba! Dieser schreckliche Löwe Claw bringt alle fleischfressenden Tiere soweit, dass sie revoltieren!"

10) Der Dialog im Zelt zwischen Ronny und seinem Freund ist in der US-Fassung genauer im Ablauf:
Roger: "Das letzte was ich hörte, war, dass du dabei bist, einen Fleischersatz zu entwickeln." 
Professor: "Das ist der Grund, weshalb ich nach dem Tickle-Chickle-Baum suche!"
Roger: "Ich habe davon gehört, aber ich glaube, ich habe in meinem Leben noch keinen Tickle-Chickle-Baum gesehen."
Professor: "Er ist sehr selten, aber seine Blüten enthalten diese eine Zutat, die ich brauche, um den besten Fleischersatz der ganzen weiten Welt zu machen."
(...) 
Roger: "Dann nehme ich an, dass du bisher noch keinen Erfolg hattest?" 
Professor: "Tja, nur einmal, aber mein Vorrat an Tickle-Chickle ging zu Ende, so dass ich der Einzige war, der es probiert hat."

11) Claw fordert die Jungkatzen auf, den Professor anzufallen: "Kommt her, ihr Kleinen!" Dash's Name erwähnt er nicht. Klein-Dash zögert: "Aber ich bin doch gar nicht groß genug, um zu kämpfen!"

12) Die gröbste Verfälschung dieser Episode: Kimba sagt zu Claw, der den Professor fressen will: "Wenn du Fleisch so dringend brauchst, dann iss mich! Ich werde mich nicht wehren." Dann legt sich Kimba direkt vor Claw und bietet sich als Opfer an!

13) "NUR eine Woche?" sagt Kimba in der englischen Fassung erschrocken, als es darum geht, das künstliche Fleisch zu beschaffen.

14) Als alle Tiere losziehen, um den Chickle-Tickle-Tree zu suchen, gibt es in der US-Fassung keinen Text.

15) Noch eine Überraschung: Als Dash sich entschuldigt, sagt Kimba zu ihm: "Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ich mag Fleisch ja auch gern!"

16) Auf Turtle's Motto "Eile mit Weile - wer langsam geht, kommt auch ans Ziel" antwortet der US-Kimba: "Das ist schon richtig. Es war ja einer deiner Verwandten, der das in einem Rennen gegen einen Hasen bewiesen hat. Aber was glaubst du, wie lange brauchen wir noch, um hinzukommen?" Turtle's Antwort: "Einen Monat!"

17) Die Szenen, in denen alle Tiere wieder friedlich vereint in Dan'ls Restaurant fressen, sowie die Ansicht des Hochhauses, in dem der Professor für sein künstliches Fleisch ausgezeichnet wird, enthalten in der US-Fassung keinerlei Text.

1) Der deutsche Kimba redet hierzu pausenlos: "Ich werd' verrückt! Was hat er gesagt? Der olle Beatle ist ja ein Revoluzzer! Na, das ist ja direkt - also, da muss man ja was unternehmen!"

2) Und so klingt die deutsche Fassung:
Kimba: "Behalte solche Ideen für dich, Onkel Beatle!"
Beatle: "Ach, hör doch auf, Kimba! Einem Tier Fleisch zu verbieten ist genauso, also wolltest du den Bäumen befehlen, keine Blätter zu kriegen."
Daniel: "Hast du sonst noch was zu sagen?"
Beatle: "Aber ja! Vor allem, dass ihr nicht so angeben sollt!"
Kimba: "Was soll'n das heißen?"
Beatle: "Ihr macht hier einen auf Vegetarier!"
Kimba: "Allerdings!"
Beatle: "Aber nur, wenn's dir passt! Was ist denn mit den Heuschrecken? Ist das vielleicht nur Gemüse?"

3) Diesen wichtigen Satz bringt Daniel in der deutschen Fassung nicht.

4) In der deutschen Fassung ist dieser Satz viel passender aufgearbeitet. Klaue fragt: "Wie bringen wir die Tiere nur dazu, gegen Kimba zu revoltieren?"

5) Den deutschen Cassius lässt man in dieser Szene den Satz "Jetzt kommt der Quatschkopf" sagen.

6) "Du bist ein Schummler!" sagen die Kinder, worauf Kimba laut denkt: "Na, da hört sich doch alles auf!" Erzähler Daniel versöhnt sofort zu sentimentaler Hintergrundmusik: "Tja, wer aus einer fleischfressenden Pflanze eine Salatschnecke züchten will, muss Rückschläge einstecken..."

7) In der deutschen Fassung entfährt der Schildkröte ein wütendes "Unerhört!"

8) Die deutsche Gepardenmama sagt hier: "Da seid ihr ja! Es ist Zeit zum Essen! Kommt mit, wir gehen in Daniels Stuben." Dash: "Wir verzichten auf Daniels Stubenhockerfraß, wir wollen Fleisch!"

9) Der deutsche Text lautet: "Hört mal! Klaue und Cassius, diese grässlichen Kerle, überreden alle Tiere zum Fleischfressen!"

10) Und so lautet der Dialog in der deutschen Fassung:
Ronny: "Was machen denn eigentlich Deine Studien?"
Professor: "Deswegen bin ich hier, ich suche eine seltene Pflanze."
Ronny: "Na, also hoffentlich findest Du sie bei uns. Arbeitest Du denn immer noch an diesem Nahrungsmittelprojekt?"
Professor: "Aber ja, dazu brauche ich doch diese verflixte Pflanze. Und wenn ich sie habe, dann mache ich mit ihr den besten Fleischersatz der Welt."
(...)
Ronny: "Dann lässt also der große Durchbruch noch auf sich warten?"
Professor: "Ja, einmal hatte ich den Erfolg schon in der Tasche. Aber da hatte ich auch diese Pflanze. Sie heißt Kitzel-Witzel-Wurzel."

11) Klaue sagt hier: "Kommt her, der ist für euch! Los, Dash!" Die Erwähnung eines Tierkinder-Namens in der deutschen Fassung ist eine große Seltenheit! Klein-Dashs Reaktion lautet: "Ich habe da noch nicht so viel Erfahrung."

12) Der deutsche Kimba sagt an dieser Stelle: "Kommt nur ran, wenn ihr euch traut! Und lasst euch Zeit, ich warte." Dann legt er sich vor Klaue nieder. Dass er sich tatsächlich selbst opfern will, bekommt der deutsche Zuschauer nicht mit - eine solch schockierende Handlungsweise war für eine Kinderserie wohl etwas zu heftig.

13) In der deutschen Fassung sagt er mit entschlossener Stimme: "Gut, eine Woche!" Man beachte den feinen Unterschied!

14) Bei der deutschen Suche nach der Kitzel-Witzel-Wurzel hört man Pauly im Hintergrund sagen: "Es geht ums Ganze - blöde Pflanze!" Und Kimba sagt: "Wenn wir sie bloß rechtzeitig finden."

15) Der deutsche Kimba sagt zu Dash: "Ich kann auch verstehen, dass ihr mal Fleisch essen wollt." Man beachte diesen gewaltigen Unterschied!

16) Der deutsche Kimba bringt diesen Gag nicht. Seine Worte lauten: "Das ist alles richtig, liebe Turtle, und wir wollen dich auch nicht hetzen. Aber so sehr viel Zeit haben wir nicht! Wann sind wir da?" Die deutsche Schildkröte antwortet. "In einer Woche!"

17) Zu diesen Szenen kommentiert Daniel: "Und damit zog erst mal wieder Frieden ein in unseren Dschungel, denn Frieden kommt ja wohl von zufrieden sein - satt und zufrieden. Die Erfindung des Professors, das künstliche Fleisch, wurde ein voller Erfolg."

Bucky wird in dieser Episode von Harry Wüstenhagen gesprochen.

Unter-
schiede
MUSIK
Es gibt sehr viel gute Originalmusik in dieser Episode, die zum Großteil für die deutsche Fassung übernommen wurde.

1) Als das Zebra die Jungtiere ärgert und in die Büsche kickt, gibt es in der Originalfassung keine Musik.

2) Ebenso ist die Unterredung der Schurken Claw und Cassius über die bevorstehende Revolution ohne Musik.

3) Das "Schurkenlied" von Tom und Tab ist, wie in der US-Version üblich, eine behelfsmäßige Bearbeitung des japanischen Originaltons (im Hintergrund sind noch japanische Worte hörbar!) und wurde von der Crew laut und schräg gesungen. Allerdings passt das in diesem Fall prima und wirkt "echter" als die qualitativ hochwertige deutsche Neubearbeitung des Liedes. Auch passen die Texte hier synchron zum Bild, im Gegensatz zum deutschen Song, der teilweise gar nicht mit den Lippenbewegungen übereinstimmt.

4) Keine Musik gibt's, als die Raubkatzen den Professor umzingeln, um ihn zu fressen. Auch die Szenen, in denen Kimba den Professor verteidigt und sich selbst opfern will, sind ohne Musik.

5) Die Originalmusik zum erst langsamen und dann "beschleunigten" Tempo der Schildkröte ist nicht so gut gelungen.

6) Als Kimba von den Jägern verfolgt wird, gibt's in der US-Fassung nur heftige Geräusche, aber keine Musik.

7) Als Kimba schließlich dem Professor die Blüten überbringt und danach alle Tiere wieder im Restaurant speisen, ertönt ein gefühlvolles Streicher-Motiv.

8) Wie so oft ist die Schlussszene im Original musikalisch eindrucksvoller. Kein Kommentar stört die feierliche Musik in dieser langen Szene, als die Tiere die Heuschrecken wieder freilassen. Nur Kimba ruft ein paar kurze Worte: "Lebt wohl, ihr Heuschrecken, ihr seid frei und könnt wieder fliegen, wohin ihr wollt. Wir brauchen euch nicht länger!"

In der deutschen Fassung wurde relativ viel Originalmusik übernommen, sogar für einige dramatische Szenen. Die deutschen Melodien passen diesmal sehr gut.

1) Diese Szenen werden durch geschickt eingestreute deutsche Musikeffekte aufgewertet.

2) Auch hier untermalt die deutsche Spannungsmusik diese "stillen" Szenen äußerst passend.

3) Die deutsche Version des "Schurkenliedes" unterscheidet sich in Melodie und Text. Die technische Qualität ist wie üblich besser. Man hat aber den groben Fehler gemacht, "Tab" in "Jimmy" umzutaufen, obwohl Tabs Name kurz zuvor noch genannt wurde! Schlamperei!
Außerdem wirkt das Lied nicht echt, weil man nicht die deutschen Stimmen von Tom und Tab hört, sondern die Sänger der Musikgruppe.
Die Texte des "Schurkenliedes" sind in beiden Fassungen inhaltlich völlig belanglos.

4) All diese Szenen hat man wieder mit bewährter deutscher Spannungsmusik versehen. Da sie hier sehr gut passt, wertet sie die die deutsche Fassung deutlich auf.

5) Hier passt die lustige deutsche Ersatz-Melodie viel besser, da sie die unterschiedlichen Geschwindigkeiten "mitmacht".

6) Hier kommt wieder einmal die an dieser Stelle regelmäßig verwendete deutsche "Action-Musik" zum Einsatz.

7) Hier werden in der deutschen Fassung zwei Variationen des Titelliedes "Kleiner weißer Löwe" angespielt. Diese Melodie ist nur sehr selten innerhalb der Serie zu hören.

8) Die deutsche Szene enthält das deutsche Kimba-Standard-Schlussthema, während Daniel jede Menge Kommentare dazu spricht: "... Wir haben das alle nicht so recht verstanden ... Die gefangenen Heuschrecken haben wir wieder freigelassen, in der hoffentlich nicht unbegründeten Erwartung, dass sie unsere Farm künftig verschonen..."

Fazit Diese Episode gehört zu den schönsten und wichtigsten der Serie. Sie kommt ohne brutale Szenen aus und behandelt ein überlebenswichtiges Thema: Nahrungsbeschaffung für die Fleischfresser.

Es ist bezeichnend für den technik- und wissenschaftsbegeisterten Osamu Tezuka, dass er sowohl in seinem Manga als auch in der Trickserie das Problem der Fleischversorgung für die Raubtiere durch die Erfindung eines "Fleischersatzes" löst. Für die logische und friedvolle Weiterentwicklung von Kimbas Königreich ist das künstliche Fleisch eine Grundbedingung, da sonst langfristig kein Raubtier das Töten lässt.

Dass Kimba am Schluss den Heuschrecken die Freiheit schenkt, mag im Hinblick auf die Farm bedenklich erscheinen. Für Kimba ist es aber ein Herzensanliegen, dass alle Lebewesen frei sein sollten, egal ob sie vielleicht irgendwann ein Risiko darstellen. Ethik-Unterricht pur...




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27
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel The Chameleon Who Cried Wolf nicht vorhanden
Inhalt Hinweis: Diese Episode ist eine regelrechte Psycho-Studie. Um sie besser zu verstehen, wurde der Inhalt sehr ausführlich und an vielen Stellen wörtlich wiedergegeben.

"Es gibt einfach keinen Platz für mich armes Chamäleon! In den Bergen gibt's nur Schnee und Eis, die Flüsse sind voller gefährlicher Bestien, die nur darauf warten, mich zu fressen, und der Dschungel ist so schwül und furchterregend. Was für ein trauriges Leben."

Voll von solch trüben Gedanken trifft das Chamäleon Newton in Kimbas Dschungel ein und bittet um Genehmigung, für eine Weile bleiben zu dürfen. Kimba nimmt es sofort in seiner typisch positiven Art auf: "Wir lassen nicht zu, dass dir was passiert. Fühl' dich wie zu Hause."

Newton sagt "Sir Lion" zu Kimba, doch dieser wehrt ab: "Nenn' mich einfach Kimba!" Daraufhin setzt sich das Chamäleon mit der Bemerkung "Das gibt 'ne feine Träne" einen Tautropfen ins Auge und jammert: "Ach, was für ein Glück! Du hast ja keine Ahnung, wie wunderbar es ist, Freunde zu haben." Daniel beobachtet diese Szene bereits mit argwöhnischem Blick.

Bei den Flusspferden gibt es inzwischen Ärger: Gaboo, ein bulliger Hippo-Teenager, rempelt Mama Hippo und ihr Baby an. Die Flusspferd-Mama voller Zorn: "Dieser Gaboo ist ein so gemeiner Kerl!"

Newton schläft in der Nacht in Kimbas Lager und wird plötzlich durch ein Geräusch geweckt. Es ist Gaboo, der Hippo-Rambo. Newton schreit um Hilfe, und da stürmt Gaboo auch schon herein und greift an. Ob seine Attacke Newton oder Kimba gilt, ist hierbei nicht sicher. Kimba verfolgt ihn bis zum Fluss und stellt ihn zur Rede: "Was fällt dir ein, den armen Newton anzugreifen?"

"Und was fällt dir ein, den Kerl zu beschützen?" kontert Gaboo. "Weißt du nicht, dass er der größte Lügner ist?" Kimbas Antwort: "Wer weiß, vielleicht bist du ja der Lügner!" Gaboo behauptet, dass man diesem Chamäleon nicht trauen kann. Kimba verlangt Beweise. Er prügelt sich mit Gaboo und schmeißt ihn in den Fluss. "Newton, die Gefahr ist vorbei, du kannst wieder rauskommen!"

In diesem Moment rennen alle Tiere aufgeregt herbei. Sie wollen Kimba retten, der angeblich "in schlimmster Gefahr schwebt" - so hat einer es vom anderen erfahren. Schnell stellt sich heraus, dass Newton dieses Gerücht verbreitet hat. Nach anfänglichem Leugnen gesteht er, den Kampf mit Gaboo künstlich dramatisiert zu haben. Er hat es gut gemeint und verspricht hoch und heilig, nicht mehr zu schwindeln.

Doch Newton ist ein notorischer Lügner und verursacht weiterhin Ärger. Während der Schulstunde bringt er das Gerücht in Umlauf, dass Jäger unterwegs seien. Als Kimba dahinterkommt, wer alle Tiere unnötig in Panik versetzt hat, ist er sehr ärgerlich. Newton verspürt offenbar keinerlei Schuldgefühle, als er ihn zur Rede stellt. "Warum lügst du nur? Hör endlich damit auf! Gaboo hatte doch Recht; ich muss mich bei ihm entschuldigen." Darauf Newton: "Nein, geh nicht zu ihm, der hasst mich, quält mich, macht mich fertig!"

Als Kimba der Geduldsfaden reißen will, greift Daniel vermittelnd ein. Er glaubt, die Ursache für das Verhalten des Chamäleons zu kennen: "Der winzige Newton erlebt durch seine riesigen Augen die Eindrücke um sich herum doppelt so intensiv wie wir und ist darum ständig in Panik, deshalb reagiert er so heftig." Zur Bestätigung sieht der Zuschauer einige von Newtons lebhaften Alpträumen, in denen harmlose Dinge wie Lianen und Felsen sich in bösartige Tiere verwandeln.

Aber das ist nicht die ganze Wahrheit. Newton lügt auch wegen seiner Minderwertigkeitsgefühle gegenüber den großen Tieren. Als eine Büffelherde auf ihn zurennt, ruft er "Achtung, die Jäger kommen!" Sämtliche Büffel machen kehrt. Auch als Gaboo von Newtons Kola-Nüssen fressen will, behauptet das Chamäleon, sie gehörten ihm gar nicht, und er müsse sie "für den Elefantenboss da drüben bewachen, und der hat gesagt, Gaboo kriegt auf keinen Fall was davon!" Daraufhin prügelt sich Gaboo mit dem Elefanten. Es macht Newton sichtlich Spaß, mit diesen Lügen sein Ego zu stärken und die großen Tiere zu ärgern.

Logischerweise gibt das Zoff. Als Daniel und Kimba sich Newton vorknöpfen, gibt er zerknischt zu, aus reiner Wichtigtuerei solche Geschichten zu erfinden. "Es tut mir leid, ich will keinen Ärger machen, aber anscheinend mach' ich genau das andauernd. Ich geh' wohl besser wieder." Kimba tut der Kleine leid. Wenn er nur das Lügen lassen könnte! Daniel meint, schlechte Angewohnheiten abzulegen sei sehr schwer und könne lange dauern.

Da kommt Kitty zu Besuch. Es gibt einige süße Szenen zwischen Kimba und seinem "girlfriend". Als alle zusammen spielen wollen, sondert sich Newton ab. Dodie Deer sieht es und fordert ihn auf, doch mitzuspielen. Newton lehnt ab: "Ich bin zu gut in allen Spielen und gewinne immer, und dann sind die anderen sauer auf mich." Als Dodie geht, ist Newton wütend auf sich selbst: "Ich musste sie anlügen, denn in Wirklichkeit will ja gar niemand mit mir spielen! Nein, das stimmt auch nicht, jetzt lüge ich mich schon selbst an! Ich muss mich wirklich ändern!"

Der Tag geht zu Ende. Kitty verabschiedet sich und macht sich auf den Heimweg. Newton beobachtet sie eifersüchtig aus seinem Versteck: "Kimbas Freundin ... endlich haut sie ab. Vielleicht beachten sie zur Abwechslung jetzt wieder mal mich!" In Gedanken stellt er sich vor, dass Kitty von Tom, Tab und Klaue angegriffen wird. Da hätte er nichts dagegen...

Um erneut auf sich aufmerksam zu machen, rennt er zu Kimba und schreit "Gaboo ist wieder hinter mir her!" Kimba will sofort los und ihm helfen - vielleicht lügt Newton ja diesmal nicht. Aber Daniel hält ihn am Schwanz fest: "Schau mal, da kommt Kitty zurück! Was hat das wohl zu bedeuten?"

Kitty berichtet, dass sie umkehren musste, weil sie unterwegs viele "Wölfe" gesehen hat (gemeint sind die Wildhunde). Außerdem wollte sie Kimba und die anderen vor einem drohenden Angriff warnen. Kimba bedankt sich und meint: "Ich wäre dir natürlich zu Hilfe gekommen, wenn ich nicht Newton erst wieder mal vor Gaboo retten müsste -" Da begreift er, dass Newton schon wieder gelogen hat.

Jetzt reicht es ihm. In einem Wutanfall wirft er Newton endgültig hinaus. Dabei wird er unglaublich grob und sieht bedrohlich aus. Kitty: "Ich hoffe, Newton wird nicht von den Wölfen gefressen!" Kimba: "Der ist so schlau, dem passiert nichts! RAUS! Ich zähle bis drei, dann bist du weg!" Es ist das erste und einzige Mal, dass Kimba ein schwächeres Tier davonjagt.

Newton ist fassungslos: "Kimbas Königreich ist auch nicht besser als der Rest des Dschungels... Ich wünschte, ich hätte einen ruhigen Platz, wo ich den Rest meiner Tage verbringen könnte - unter Freunden..." Dabei weint er und sieht den hartherzigen Kimba unter einem Tränenschleier. Daniel und Kitty schauen kritisch und streng.

Kimba (wörtlich): "Gott sei Dank ist dieser Newton weg. Ich kann Lügner nicht ausstehen." Dabei strahlt er wie nach einer Heldentat, was auf den Betrachter doppelt befremdlich wirkt. Zu Daniel und Kitty: "Es sieht so aus, als würde euch beiden irgendwas missfallen. Könntet ihr mir bitte sagen, was?" - Stille. - Zu Kitty: "Ich hoffe, du bist mir jetzt nicht böse." - Stille. - "Bitte, Kitty, sag' was!" Kimba wird trotzig: "Jaja, ich weiß genau, was du jetzt denkst: dass ich kein Herz habe und grausam bin!"

Kitty: "Was er braucht, ist mehr Verständnis." Kimba wütend: "Der und mehr Verständnis! Hoppla - das stimmt..." In diesem Moment erwacht Kimba wie aus einem Rausch. "Ich selbst habe ja zu Daniel gesagt, er bräuchte Verständnis und unsere Hilfe. Wie konnte ich nur so stur sein." Auf einmal tut es ihm schrecklich leid, und er beginnt, das Chamäleon überall zu suchen.

Newton ist derweil am Fluss angekommen. Als Gaboo vor ihm auftaucht, zeigt er keinerlei Abwehrreaktion: "Also gut, mach' mich fertig. Ich hab's satt, vor dir davonzulaufen, und mir fallen auch keine Geschichten mehr ein. Komm' und hol' mich." Gaboo wütend: "Ist das wieder einer deiner Tricks?" Newton: "Von wegen, ich kann ja nicht mal an eine gute Lüge denken. Worauf wartest du noch?"

In dem Moment, als Gaboo sich auf Newton stürzt, springt Kimba dazwischen: "Lass Newton in Frieden!" Endlich ist bei Kimba der Knoten geplatzt, und er erkennt: "Ich bin sicher, Newton hat keinem von uns etwas Böses antun wollen - er weiß einfach nicht, was man tun muss, um Freunde zu gewinnen!"

Gaboo wütend: "Ich zeig' dir schon, wie man sich Freunde macht!" Die beiden kämpfen heftig miteinander. Newton beobachtet die Szene und bemerkt plötzlich eine große Anzahl Wildhunde am Ufer, die durch das dichte Blätterwerk fast nicht zu erkennen sind. "Wölfe! Wölfe greifen an!"

Newton rennt schreiend in Richtung Dschungel. "Die Wölfe greifen an, Kimba braucht eure Hilfe!" Alle Tiere lachen ihn aus und reißen Witze, mit Ausnahme von Kitty, die nachdenklich dreinblickt. Als Newton verzweifelt merkt, dass ihm keiner glauben will, rennt er weinend zurück zum Fluss. Da fasst sich Kitty ein Herz und läuft ihm nach: "Ich denke, er sagt die Wahrheit!" Daniel folgt ihr.

Währenddessen kämpfen Gaboo und Kimba verzweifelt gegen eine riesige Anzahl von Wildhunden. Newton ist inzwischen auf Cheetah geklettert und benutzt ihn als Reittier. Das kleine Chamäleon greift clever in den Kampf ein: mit seiner langen Zunge schleudert es den "Wölfen" klebrige Spucke in die Augen, die dadurch für kurze Zeit kampfunfähig sind und schließlich von Gaboo und Kimba besiegt werden können.

Als der Kampf vorbei ist, verlangt Gaboo nach Newton: "Da ist noch eine Sache offen zwischen uns!" Newton erwartet nun die fällige Abreibung, doch es kommt ganz anders: Gaboo dankt ihm: "Ohne deine Warnung wären wir getötet worden. Außerdem hast du uns im Kampf geholfen und bewiesen, dass du ein echter Freund bist - ich könnte doch nie einen Freund verletzen!" Kimba lädt Gaboo zur großen Siegesparty ein, doch der lehnt ab.

Da kommen Kitty und Daniel an. Newton: "Jetzt, wo deine Freunde hier sind, mach' ich mich besser wieder auf den Weg." Kimba: "Aber die Tiere haben etwas wiedergutzumachenen, Newton, und ich bin sicher, sie wollen es dir selbst sagen." Sie verabschieden sich von Gaboo: "Auf Wiedersehen und danke für die Hilfe!" Gaboo: "Leb' wohl, mein Freund Newton!"

Die Schlussszene zeigt den triumphalen Rückweg aller Tiere in den Dschungel. Newton hüpft überglücklich von einem zum anderen und nimmt dabei stets die Farbe des entsprechenden Tieres an: "Seht mich an! Ich bin Newton, das Chamäleon, und das sind alles meine Freunde! Oh, ist das hier nicht ein toller Platz, um zu leben?"

Allge-
meines
Warum diese Episode in Deutschland nicht gezeigt wurde, lässt sich nur vermuten. Wahrscheinlich lag es an der schweren Charakter-Entgleisung von Kimba, die tatsächlich äußerst bedrohlich wirkt. Auf den ersten Blick sieht es für den Zuschauer so aus, als ob Kimbas aggressives Verhalten nur ein Trick sei, Newton zur Vernunft zu bringen. Dass er es tatsächlich ernst meint, wird dem Betrachter erst später klar. Diese Szenen wirken abstoßend und passen logischerweise nicht in das Schema der deutschen Kimbaserie. 

Problematisch ist auch, dass Newtons Wunschtraum-Bilder nicht auf Anhieb als solche zu erkennen sind. So entsteht beim Zuschauer der Eindruck, Kitty würde tatsächlich von Klaue angegriffen. Bei den nachfolgenden Szenen kommt man dann leicht ins Schleudern.

Trotzdem ist es bedauerlich, dass die Episode ausgelassen wurde, denn abgesehen von Kimbas Wutausbruch (den man auch hätte schneiden können) enthält sie ein großes Potential an Weisheit. Es geht um Freundschaft, Eifersucht, Lügen, Hass, Angst...

Bucky unterrichtet in dieser Episode als Lehrer eine Tierklasse, die sich ganz offensichtlich aus schon erwachsenen Tieren zusammensetzt. Eine Art "Volkshochschule".

In dieser Episode ist überhaupt kein Erzähler zu hören, weder am Anfang noch am Schluss.

Weshalb die angreifenden Wildhunde als "Wölfe" bezeichnet werden, hat seine Ursache in der Äsop-Fabel vom Wolf und den Schafen, die der Geschichte als Vorlage dient.

Vermutlich wurde der Hippo-Teenager nach der westafrikanischen Region Gabú benannt. Da die Schreibweise des Namens jedoch auch bei amerikanischen Kimba-Experten nicht eindeutig feststeht, wurde hier die Form "Gaboo" gewählt. 

Musik Die Musik spielt in dieser Episode, in der es sehr viele Dialoge gibt, nur eine untergeordnete Rolle. Die Untermalung besteht zum großen Teil aus Geräuscheffekten.
Fazit Diese Episode ist ein glänzendes psychologisches Lehrstück und enthält viele wertvolle Botschaften. Für Kimba ist es nicht nachvollziehbar, dass ein Tier scheinbar grundlos lügt und sich so merkwürdig verhält. Das erklärt auch seine jähzornige, brutale Reaktion - er kann mit dieser Situation nicht umgehen und verliert die Beherrschung. Zum Glück begreift er noch rechtzeitig, worin Newtons Problem liegt.

Noch viel wichtiger ist die Erkenntnis, warum das Chamäleon lügt: es ist seine einzige Möglichkeit, mit der Umwelt zu kommunizieren, weil es nie gelernt hat, offen und ehrlich auf andere zuzugehen. Die Fähigkeit, die Kimba von Geburt an hat - nämlich Freunde zu gewinnen - fehlt bei Newton vollkommen. Wieviele kleine und große Zuschauer können sich wohl in ihm wiedererkennen!

Auch die alte Weisheit, dass man mit Lügen oder falschen Hilferufen keine Scherze treiben darf, wird hier vermittelt: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht."

Kimba ist nach diesem Crash-Kurs in Psychologie bestens vorbereitet für sein zweites und noch wichtigeres Abenteuer auf diesem Gebiet, das Osamu Tezuka in der nächsten Episode folgen lässt (Nr. 28, The Wild Wildcat / Der wilde Willi).




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28
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel The Wild Wildcat Der wilde Willi
Inhalt Hinweis: Die deutsche Fassung wurde um ca. 3 Minuten gekürzt. Diese Inhaltsangabe bezieht sich auf die Originalversion und gibt die geschnittenen Szenen kursiv wieder.

Eines Nachts taucht eine freche Wildkatze namens Wiley (deutscher Name: Willi) im Dschungel auf und sorgt dort für jede Menge Ärger: zuerst klaut sie Futter aus dem Restaurant, dann greift sie Kitty an und verletzt sie. Kimba überwältigt den Rabauken und will ihn bestrafen.

Doch Kitty bittet Kimba ausdrücklich darum, Wiley laufen zu lassen und ihm eine Chance zu geben. Die Tiere stehen der Sache skeptisch gegenüber und möchten die freche Katze am liebsten wieder loswerden. Doch Kimba steht zu seinem Wort. Er bietet Wiley seine Freundschaft an und lädt ihn zu sich nach Hause ein.

In Kimbas Lager angekommen, stellen sie sich erstmal gegenseitig vor. Wiley kann es nicht lassen, mit Caesars Fell herumzuspielen. Als er sich im Löwenrachen verkeilt, scheucht Kimba ihn empört weg: "Tut mir leid, Papa, er ist ein Problemkind und neigt zur Jugendkriminalität!" Schließlich gehen sie schlafen und liegen einträchtig nebeneinander - süß gezeichnet! Aber im Traum geht der Streit weiter: Wiley haut Kimba mit dem Holzhammer platt! Als sie daraufhin beide erwachen, können sie nur mit Mühe ihre Aggression unterdrücken.
Am nächsten Morgen führt Kimba Wiley herum und zeigt ihm die Farm. Die Wildkatze hat aber nur Unfug im Sinn und entdeckt ein Vogelnest. (ca 75 sek.)

Wiley ärgert die Vögel, dann schleudert er einen Felsbrocken in den Teich, wo gerade viele Tiere friedlich trinken, dann quält er einige Affen. Kimba stellt ihn zur Rede, und Wiley gibt freimütig zu, dass es ihm Spaß macht, gemein zu sein. Außerdem ist er davon überzeugt, dass ihn sowieso niemand mag.

Als Kimba und Wiley an der Schule vorbeikommen, wo die Tierkinder gerade ein Lied für ihre Mütter einstudieren, rastet Wiley völlig aus und geht auf die anwesenden Mütter los: "Ich hasse Mütter!" Dann rennt er davon. Kimba und seine Freunde sind fassungslos und können sich dieses Verhalten nicht erklären.

Als Kimba zu seiner Behausung zurückkehrt, findet er dort den schlafenden Wiley vor und wird Zeuge dessen schlimmen Alptraums: Weil Jäger seine Mutter getötet haben, hasst er ganze Welt - insbesondere Mütter - und fühlt sich komplett allein gelassen.

Kimba versteht plötzlich genau Wileys Gefühle. In Gedanken sieht er sich wieder im Meer schwimmen: "Ich weiß, wie es ist, die Mutter zu verlieren - allein ist der Kampf so hart und gefährlich, der Weg so weit, und man fühlt sich so verloren... (Hierzu erklingt wieder das wunderbare japanische "Sternenlied" aus Episode 1.) Du glaubst, du erreichst nie dein sicheres Zuhause - die Reise ist endlos - ohne jemanden, der dich leitet, der dir den Weg zeigt..." Kimba schluchzt: "Ach Mutter, es ist schon so lange her, dass die Menschen dich fortgenommen haben und du mit dem Schiff untergingst - ich bin allein nach Afrika zurückgekehrt, wie du es mir aufgetragen hast, aber ich vermisse dich so schrecklich!" 

Die Szene wechselt, und Snowene spricht jetzt: "Kimba, hab' keine Angst. Du bist nicht allein, mein Sohn. Meine Liebe ist für alle Zeiten bei dir, und sie hat mehr Kraft als die größen Ozeanwellen. Nimm sie und benutze sie, um anderen zu helfen." Kimba: "Ich versuch's, aber ich fühle mich so klein und machtlos. Werde ich denn jemals stark genug sein?" Snowene: "Selbstverständlich! Du wirst ein ebenso großer Dschungelkönig wie dein Vater sein. Denk immer daran: Es gibt keine größere Kraft auf Erden als die Macht der Liebe." Kimba: "Ich danke dir, Mutter, jetzt verstehe ich, wie ich Wiley helfen kann: alles, was er braucht, ist jemand, der ihn liebt!" (ca. 1,5 min.)

Kimba erkennt, dass Wiley unter einem schweren Trauma leidet. Um ihm zu helfen, wendet er eine kluge Psychotherapie an: er macht Wiley jede Bewegung nach, um ihm zu beweisen, dass er ihn mag.

Als Wiley merkt, dass Kimba ihn fortwährend nachahmt, versucht er, ihm davonzurennen. Auf einem Felsvorsprung macht er Halt und blickt sich prüfend um: Kimba ist nicht mehr zu sehen. Zufrieden blickt Wiley nach vorn und entdeckt plötzlich, dass Kimba direkt vor ihm sitzt. (ca. 15 sek.)

Ärgerlich stellt er Kimba zur Rede, und dieser erklärt ihm, er wolle sein Freund sein und deshalb alles genauso machen wie er. Diesen Freundschaftsbeweis kann Wiley nicht glauben und muss ihn sogleich einer Prüfung unterziehen: Wird Kimba auch all seinen Unfug mitmachen?

Wohl oder übel muss Kimba nun auch Wileys üble Taten unterstützen: So zerstören sie gemeinsam Daniels Restaurant und richten im Dschungel jede Menge Verwüstungen an. Die Tiere stehen fassungslos dabei und begreifen ihren Anführer Kimba nicht mehr.

Da taucht eine große Jagdgesellschaft im Verlassenen Dorf auf. Kimba gibt Anweisung an alle, im Dschungel zu bleiben. Aber Wiley gehorcht nicht. Heimlich schleicht er zu den Jägern und verwüstet ihre Zelte. Als er zurückkommt und seine Missetat gesteht, gerät Kimba in die Zwickmühle: Da er Wileys Vertrauen nicht enttäuschen will, verspricht er, die Sache vor den anderen geheim zu halten.

Doch die Jäger sind bereits auf dem Vormarsch und wollen sich für den Schaden rächen. Die Tiere finden den wahren Sachverhalt schnell heraus, und weil Kimba keine Anstalten macht, Wiley zu bestrafen, zweifeln Daniel, Bucky und Pauly Kimbas Führungsqualität ernsthaft an. Sie hegen sogar den Verdacht, dass Kimba bei der Zerstörungsaktion im Jägercamp dabei war.

Daraufhin rennt Wiley fort - "Ich mach' euch doch nur Schwierigkeiten!" und den Jägern direkt vor die Flinte. Kimba kann ihm zur Flucht verhelfen, wird jedoch selbst gefangen und ruft Wiley verzweifelt um Hilfe. Dieser haut zuerst ab, doch dann begreift er, dass Freunde in der Not zusammenhalten müssen. Er kehrt um und rettet Kimba das Leben. Gemeinsam schaffen sie es auch, die Jäger in die Flucht zu schlagen.

Damit hat Wiley den Sprung vom fiesen Außenseiter zum geachteten Mitglied der Tiergemeinschaft geschafft. Außerdem entschuldigt er sich von ganz allein für seine Grobheit bei Kitty, die wegen ihrer Verletzungen noch immer das Bett hüten muss.

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meines
Leider hat man aus deutschen Fassung wieder einiges herausgeschnitten, darunter die ergreifende und rührende Sequenz, in der Kimba noch einmal seinen eigenen Abschiedsschmerz durchlebt. Diese Szenen wurden jedoch nicht weggeworfen, sondern in die deutsche Fassung von Episode 45 (Such Sweet Sorrow / Endlich wieder Mary) eingefügt! Rätselhaft, aber besser als nichts.

Obwohl viele Texte wieder ziemlich frei übersetzt wurden, hat man die Episode inhaltlich sehr gut übertragen. Gelegentlich wurde allerdings der ursprüngliche Sinn komplett verfälscht (siehe "Unterschiede TEXT", Punkt 14). Andererseits wurde die Handlung an anderen Stellen durch bessere Formulierungen aufgewertet.

Willis deutsche Stimme ist frecher und passt besser zum Charakter der Wildkatze als die amerikanische Originalstimme.

Unter-
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TEXT
1) Kitty sagt im Original: "Ich bin froh, dass er gefangen ist. Aber ich will nicht, dass er bestraft wird."

2) Dass die Katze gewalttätig ist und andere verletzt, wird in der US-Fassung von den Tieren ausdrücklich erwähnt, als sie den gefangenen Wiley im Käfig davontragen.

3) Der amerikanische Pauly ist vor allem um Kittys Wohl besorgt, denn er sagt: "Ich kann ihm niemals verzeihen, dass er Kitty angegriffen und so sehr verletzt hat!"

4) In der US-Fassung sagt Kimba zu Wiley: "Du könntest doch mitkommen und bei mir wohnen!"

5) Bucky, nachdem Wiley jede Menge Unfug gemacht hat: "Tut es dir jetzt leid, dass du dich unbedingt mit ihm anfreunden wolltest?" Kimba, resigniert: "Oh ja."

6) Wiley zu den versammelten Tieren: "Keiner von euch kann mich daran hindern, fies zu sein." Kimba fragt: "Warum nicht, Wiley?" Dieser antwortet: "Weil ich so viel mehr Spaß habe! Ihr könnt mich nicht ändern. Also, warum gebt ihr es nicht auf, unbedingt Freundschaft schließen zu wollen?"

7) Kimba zu Wiley: "Heute sind alle Mütter zu Besuch in der Schule..." Dies stimmt mit den Bildern überein, da von jeder Gattung nur ein erwachsenes Tier zu sehen ist.

8) Nachdem Wiley Kimba den unverständlichen Satz "Ich hasse alle Mütter" ins Gesicht geschleudert hat, sitzt Kimba fassungslos und stumm am Ufer. Später sagt er dann zu Daniel: "Jeder, der behauptet, dass er seine Mutter hasst, muss doch nicht alle beisammen haben!"

9) In seinem Alptraum sagt Wiley wörtlich: "Es ist so einsam ohne meine Mutter!"

10) Wiley zu Kimba: "Schau, Kimba, dort ist Boss Rhino! Mit dem wollen wir ein paar Späße treiben, ja?" Kimba, ärgerlich: "Es wäre besser, du würdest dir dazu jemanden aussuchen, der so groß ist wie du!"

11) "Schau jetzt nicht hin, aber er versucht, uns niederzustarren!" Dies sagt Wiley zu Kimba, bevor er Boss Rhino ärgert.

12) In der US-Fassung heißt es, dass im "Verlassenen Dorf" Menschen aufgetaucht seien. Dies stimmt mit den gezeigten Bildern jedoch nicht überein.

13) Wortlaut der US-Fassung, als Kimba Wiley für sein Ungehorsam zurechtweist:
Kimba: "Du schämst dich also, so unfolgsam gewesen zu sein?"
Wiley: "Sie (die Tiere) könnten versuchen, mich wieder wegschicken. Und wenn sie herausfinden, was ich getan habe, könnten wir keine Freunde mehr sein, stimmt's?" Wileys Stimme verrät, dass er Angst hat, Kimbas Freundschaft zu verlieren.

14) In der folgenden Sequenz wurde der deutsche Text inhaltlich komplett geändert und verfälscht. Der Wortlaut des Originals:
Pauly: "Woher sollen wir wissen, ob wir dir noch trauen können, Kimba?"
Daniel blickt kalt, sagt aber nichts.
Kimba (entsetzt): "Daniel, du traust mir doch! Ich hab' doch immer nur das Beste für die Tiere getan!"
Pauly (ironisch): "So, das ist es also, was du in letzter Zeit gemacht hast!"
Bucky: "Du benimmst dich selbst wie eine Wildkatze!"
Pauly: "Es würde uns nicht wundern, wenn du mit im Dorf warst!"
Kimba (wütend): "Das ist überhaupt nicht wahr!"

15) "Unsere Zelte sind zerstört - dafür wirst du bezahlen!" sagt der Jäger in sachlichem Ton, als er auf Wiley zielt. Danach kommandiert er: "Feuer frei!"

16) Wiley zu Kimba am Schluss: "Danke für alles, Kimba!" Später sagt Kimba zu Wiley: "Nun hast du bewiesen, dass du ein Freund bist."

17) In der Schlussszene hört man den Erzähler: "So hat Kimba gelernt, dass man mit Hilfe der Liebe alles erobern kann, sogar die wildeste Wildkatze."
Kimba (in Großaufnahme): "Mutter, du hattest recht!"
Erzähler: "Das haben Mütter doch gewöhnlich immer, nicht wahr, Kimba?"
Kimba (zwinkernd): "Genau!"

1) In der deutschen Fassung sagt Kitty: "Dabei sah sie so nett aus. Werdet ihr sie nun bestrafen?"

2) Diese Stelle wurde abgemildert. Verletzungen werden nicht erwähnt. Pauly sagt nur: "Hör auf mit dem Gegacker, du hast überhaupt keinen Grund, zu lachen!"

3) Der deutsche Pauly reimt an dieser Stelle lustig, aber ohne Tiefgang: "Er warf auf mich den ersten Stein - wer will dem Biest denn das verzeih'n?"

4) In der deutschen Fassung sagt Kimba: "Du könntest doch bei uns bleiben, dann wärst du nicht mehr so allein." Man beachte diesen feinen Unterschied.

5) Bucky fragt Kimba in der deutschen Fassung: "Na, glaubst du jetzt, dass aus der Freundschaft nichts wird?" Kimba, nachdenklich: "Hmmmm...."

6) Willis deutscher Text lautet etwas anders: "Ich hoffte, bei euch feine Manieren zu lernen!" Kimba fragt ihn: "Warum machst du das alles?" Willi: "Ganz einfach, weil's mir Spaß macht. Ihr gebt groß an mit eurer Freundschaft und wollt mich doch bloß rumkommandieren!"

7) Kimba zu Willi: "Heute ist Schulfeier, da kommen auch alle Eltern..." Dies stimmt nicht mit den Bildern überein. Wieso man hier den Hinweis auf Willis Mutterproblem nicht übernommen hat, ist unverständlich.

8) In der deutschen Fassung lässt man Kimba hier in Gedanken "Na, die Katze hat 'se wohl nicht alle!" sagen. Später sagt er dann zu Daniel: "Er braucht nur das Wort 'Mutter' zu hören, und schon dreht er durch."

9) Willis deutscher Text: "Warum habt ihr mich nur so allein gelassen?"

10) In der deutschen Fassung sagt Willi: "Guck mal den Dicken dort drüben! Wir wollen ein bisschen Spaß mit ihm machen!" Kimba, belehrend: "Das ist Boss Rhino, der versteht nicht viel Spaß!"

11) Der deutsche Willi ist hier frech und respektlos: "Der kuckt so stur! Kann das sein, dass er 'n bisschen blöd ist?"

12) Paulys aufgeregter Ruf "Jäger im Ort! Verschwindet sofort!" passt besser zu den gezeigten Bildern, da hier eben nicht das "Verlassene Dorf" zu sehen ist.

13) Wortlaut der deutschen Fassung:
Kimba: "Nanu? Hast du ein schlechtes Gewissen?"
Willi: "Ach was, ich mein' nur so ... ich möchte sie nicht unnötig gegen mich aufbringen. Und wir sind doch Freunde, oder?" Willis Stimme verrät, dass er weder Angst noch Reue verspürt.

14) Und diese Worte sprechen die Tiere in der deutschen Fassung (auf das Wesentliche gekürzt):
Pauly: "Dein Freund ist ja 'ne tolle Nummer, der macht uns jede Menge Kummer!"
Daniel blickt kalt, dazu hört man ihn sagen: "Ja, so langsam langt's uns."
Kimba: "Ich bringe das in Ordnung, glaubt mir!"
Pauly: "Ich hab' so'n Schimmer, der Kerl wird immer schlimmer."
Bucky: "Und du hast für ihn immer eine Entschuldigung!"
Pauly: "Der Willi ist ein schlimmer Finger, der dreht täglich neue Dinger!"
Kimba (wütend): "Hackt nicht alle auf ihm 'rum!"

15) Die deutsche Fassung klingt viel brutaler: "Wir werden die Löcher in den Zelten mit deinem Fell stopfen!" schreit der Jäger, und dann: "Los, knallt ihn ab"!

16) Willis Worte lauten an dieser Stelle: "Eigentlich konnte ich dich schon immer ganz gut leiden." Kimba zu Willi: "Jetzt kannst du für immer hierbleiben."

17) In der Schlussszene kommentiert Daniel: "Das war wieder mal die berühmte Geschichte von guten Kern in der rauhen Schale, oder, wie man bei uns in Afrika sagt..."
Kimba (in Großaufnahme): "Pranken mit Herz!"
Erzähler: "Na dann in alter Herzlichkeit bis zum nächsten Mal, ihr lieben Menschen."
Kimba (zwinkernd): "Tschüs!"

Bucky wird in dieser Episode von Harry Wüstenhagen gesprochen.

Unter-
schiede
MUSIK
In dieser inhaltlich sehr berührenden Folge ist nicht übermäßig viel Originalmusik vorhanden. Viele Szenen bleiben total "stumm", was vermutlich von Isao Tomita durchaus beabsichtigt war.

1) Zu Anfang der Episode, als Kimba mit Wiley kämpft und ihn endlich überwältigt, ertönt keinerlei Musik. Dadurch wird die Ernsthaftigkeit der Sache betont.

2) Auch als Wiley das Vogelnest vom Baum stößt und die Affen quält, gibt es keine oder nur ernste Musik.

3) Das Lied der Schulkinder entspricht von der Melodie dem Lied aus Episode 15 (Scrambled Eggs) und ist ebenfalls ziemlich laienhaft gesungen. Der Text weist wieder auf Kimba als Lehrer hin: "Wir geh'n zur Schule, wo wir lernen, nach den Regeln zu leben - Lehrer Kimba, zeig' uns den Weg - wir spielen den ganzen Tag..."

4) Zu Wileys Alptraum ertönen Hörner und dramatische Musik, die den Eindruck seiner Qualen noch verstärken.

5) Als Kimba dem verärgerten Wiley erklärt, er mache ihn nach, weil er sein Freund sein will, gibt es keine Musik.

6) Keine Musik enthalten die Szenen, in denen Wiley und Kimba Dan'ls Restaurant auseinander nehmen und dann den Dschungel verwüsten.

7) Als Wiley und Kimba vor dem wütenden Boss Rhino ausreißen und die Dschungeltiere ihnen fassungslos hinterherblicken, passt die düstere und wuchtige Originalmusik hervorragend.

8) Keine Musik gibt es bei den langen Szenen, als Kimba Anordnungen trifft, sich vor den Jägern versteckt zu halten und als später die Tiere ihm offen ihr Vertrauen absprechen. Auch als Kimba Wiley befreit, verzweifelt kämpft und selbst gefangen wird, erklingt keinerlei Musik.

In der deutschen Fassung wurden fast alle stummen Szenen mit Zusatzmusik gefüllt, die zuweilen recht deplatziert wirkt. An anderen Stellen füllt die Zusatzmusik jedoch die Leere wohltuend aus und wertet die Episode auf.

1) Diese Szenen wurden mit einer total unpassenden, lustigen Musik darübergelegt, die das Ganze abmildert und viel harmloser aussehen lässt.

2) Auch diese Szenen werden durch betont harmlose deutsche Kling-Klang-Musik verfälscht und abgeschwächt.

3) Das deutsche Lied entspricht ebenfalls dem aus Episode 15 (Keine Feier ohne Eier). Dadurch, dass diesmal ein mehrstimmiger Chor singt, wirkt es viel besser als das Original. Der Inhalt lautet: "Sind alle da - ruft alle 'ja'  - keiner fehlt, es sind alle hier! Für das Leben, da lernen wir, in der Schule..."

4) In der deutschen Fassung wird die Dramatik wieder durch eine versöhnlich-harmonische Melodie abgeschwächt.

5) Auch hier muss die deutsche Kling-Klang-Musik wieder die tiefere Botschaft dieser Szene verflachen.

6) Hier ist der deutschen Zusatzmusik ein dickes Lob auszusprechen. Diese Szenen wurden mit sehr guten Effekten untermalt und aufgewertet.

7) Diese Originalmusik wurde in der deutschen Fassung durch ein Standard-Action-Thema ersetzt. Gewiss ist auch dieses nicht schlecht, aber zur Szene hätte das Original besser gepasst.

8) All diese Szenen wurden komplett mit deutscher Zusatzmusik aufgefüllt. An manchen Stellen passt sie ganz gut, an manchen Stellen wirkt sie zu heftig. Ob sie hier immer angebracht ist und der Handlung guttut, mag jeder Zuschauer selbst entscheiden.

Fazit Dies ist mit Sicherheit eine der besten, vor allem jedoch eine der klügsten Episoden. Wie Kimba die Wildkatze zum Freund gewinnt und dabei selbst fast seine Freunde verliert (was in der deutschen Fassung längst nicht so deutlich wird), ist eine absolut realitätsnahe und nachvollziehbare Handlung.

Durch die Streichungen wird wieder einmal deutlich, dass den deutschen Zuschauern oftmals sowohl komisch-lustige als auch berührend-ernste Szenen vorenthalten wurden. Hat man wirklich geglaubt, deutsche Kinder der späten 70-er Jahre würden dies nicht verstehen?

Filmmusik ist eine mächtige Waffe, sie beeinflusst Stimmungen und kann ein gezeigtes Bild völlig verändern bzw. verfälschen. Es bleibt letztlich dem persönlichen Geschmack des Betrachters überlassen, ob die deutsche Musik die Kimba-Serie generell auf- oder abwertet.

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