Kimba
Episodenvergleich - Episode 41 bis 44

Die Nummerierung entspricht der japanischen Original-Reihenfolge.
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Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel Destroyers From The Desert Die Zerstörer aus der Wüste
Inhalt Hinweis: Die deutsche Fassung wurde um ca. 3 Minuten gekürzt, einschließlich der Original-Anfangs- und Schlussszenen. Diese Inhaltsangabe bezieht sich auf die Originalversion und gibt die geschnittenen Szenen kursiv wieder.

Es ist ein wunderschöner und friedlicher Dschungelabend. Kimba, Dinky, Dot und Dash fordern Daniel auf, mit in die Wüste hinauszukommen und sich dort mit ihnen den Sonnenuntergang anzusehen, der um diese Jahreszeit besonders farbenprächtig ist.

"Wann kommst du wieder zurück, Kimba?" fragen einige Tiere ängstlich. "Bald!" antwortet dieser, ohne zu ahnen, dass er damit nicht recht behalten soll. Sie rennen also in die Wüste und bestaunen dort das Naturschauspiel, als plötzlich ein Sandsturm vor der untergehenden Sonne auftaucht. (ca. 50 sek.)

Als der Sandsturm die untergehende Sonne kreuzt, erscheinen am Horizont drei unheimliche Gestalten. Daniel befürchtet, dass dies die drei legendären "Zerstörer aus der Wüste" sind, die der Sage nach Tod und Verderben über jede Gegend bringen, die von ihnen heimgesucht wird.

Es handelt sich um den riesigen Elefanten Nero, den Leoparden Chiller (deutscher Name: Killer) und den Pavian Butcher Boy (deutscher Name: Baboon). Kimba, der ihnen freundlich entgegentritt, wird von den drei Schurken angegriffen und schwer verwundet.

Nach ihrem Sieg halten die Zerstörer einen triumphalen Einzug im Dschungel. Dort unterjochen sie die eingeschüchterten Dschungeltiere und lassen sich von ihnen nach Strich und Faden bedienen.

Inzwischen bringen Daniel und Bucky den verletzten Kimba an einen abgeschiedenen Ort, wo es heilende Schwefelquellen gibt. Kimba will sofort in den Dschungel zurück und seinen Freunden helfen, doch Daniel befiehlt ihm energisch, solange hierzubleiben, bis seine Wunden verheilt sind. Nach Daniels Meinung hat sowieso niemand eine Chance gegen die legendären Zerstörer, weshalb er bereits die Evakuierung des Dschungels plant.

Die Zerstörer fressen währenddessen weiterhin Unmengen und lassen sich bedienen. Kommentar der Dschungelkinder: "Da bleibt bestimmt nichts übrig!" Pauly will die Initiative ergreifen: "Einer muss doch damit anfangen, die zu stoppen!" Daniel: "Aber wie denn?" Pauly: "Ich werde Kimba ein Spezial-Training geben, damit er ihnen gewachsen ist." Daniel, wütend: "NEIN! Wie oft muss ich es euch allen noch sagen, dass Kimba diesmal auch nichts ausrichten kann! Warum glaubt ihr mir nicht? Die sind zu groß und zu stark für ihn!" (ca. 50 sek.)

Aber Pauly will sich nicht geschlagen geben. Ihm schwebt vor, Kimba eine neue Art von Kampftechnik beizubringen, damit er die Schurken am Ende doch noch besiegen kann. Im Versteck bei den Schwefelquellen unterbreitet er Kimba seinen Plan. Dieser willigt ein, und Pauly beginnt mit dem harten Training. Doch aller Anfang ist schwer.

Als Kimba auch nach mehrmaligem Versuch mit Paulys Kampftechnik nicht zurecht kommt, weint er bittere Tränen: "Ich bin ein Versager und zu nichts nutze!" Pauly tröstet ihn und heult ebenfalls: "Nein, es ist alles mein Fehler!" Daraufhin schauen sich beide einen Moment lang an und heulen dann energisch um die Wette! Diese Szene ist ergreifend und komisch zugleich! (ca. 25 sek.)

Doch Kimba gibt nicht auf. Er trainiert eisern weiter, und nach anfänglichen Fehlschlägen wird er immer geschickter. Kitty, die ihn versteckt beobachtet, ist stolz auf ihren Freund. Doch Daniel glaubt weiterhin nicht an Kimbas Siegeschancen und beginnt in eigener Regie mit der Evakuierung aller Tiere.

Die Flucht aus dem Dschungel geschieht heimlich, und als die Zerstörer es bemerken, sind fast alle weg. Doch die drei kleinen Raubkatzen Dinky, Dot und Dash haben den Anschluss verpasst. Als die Bösewichter sie fressen wollen, werden sie durch Paulys mutiges Eingreifen gerettet. Daraufhin nehmen die Zerstörer den Papagei gefangen.

Kitty wird Zeuge dieser Szene und berichtet Daniel und den Tieren davon, die inzwischen bei Kimba angekommen sind. Obwohl Daniel es ihm verbietet, eilt Kimba sofort zur Rettung seines Freundes. Dabei will er gleich testen, ob Paulys Kampftechnik funktioniert.

Sie funktioniert ausgezeichnet, und Kimba kann die drei Zerstörer besiegen. Daniel und alle Tiere werden Zeuge des Kampfes, denn sie können es nicht übers Herz bringen, ihren Kimba allein den drei Schurken auszuliefern.

Nach Kimbas Sieg kommt Kitty angesprungen und leckt ihm die Wunden: "Tun deine Verletzungen weh?" Kimba muss lachen: "Kitty kitzelt mich!" worauf alle Tiere ebenfalls zu lachen beginnen. (ca. 15 sek.)

Die freundliche Einladung Kimbas, hierzubleiben, lehnen die drei Zerstörer ab und verschwinden wieder Richtung Wüste. Alles ist noch einmal gut gegangen.

Die Schlussszene zeigt Kimba und seine Freunde. Daniel spricht: "Also, ich weiß nicht, wie's euch geht, aber ich bin total erledigt." Kimba gähnt: "Ich könnte auch ein wenig Ruhe vertragen." Dinky, Dot und Dash sind so müde, dass sie sich gegenseitig stützen müssen: "Für Gerechtigkeit kämpfen schlaucht ganz schön!" Pauly: "Ich könnt' auf der Stelle einschlafen." Daniel, grimmig: "Aber nicht auf meinem Kopf!" Alle lachen! Die Episode endet mit einer süßen Großaufnahme von Kimba und Kitty. (ca. 40 sek.)

Allge-
meines
Weshalb aus der deutschen Fassung so viel herausgeschnitten wurde, ist völlig unverständlich, denn die betreffenden Szenen enthalten auch nicht mehr Gewalt als der Rest.

Abgesehen von den oben beschriebenen Szenen wurde zusätzlich noch die Sequenz, in der die Zerstörer aus der untergehenden Sonne langsam näherkommen, um rund 30 Sekunden beschnitten: 

1) Die Zerstörer kommen frontal auf die Tiere zu. Diese Szene ist im Original um ca. 10 sek. länger.

2) Die Zerstörer schreiten langsam in Großaufnahme an der Kamera vorbei. (ca. 20 sek.)

Wieder einmal wurden einige gefühlvolle Szenen ein Opfer der Schere. Kein Wunder, dass Kimbas verwundbarer und sensibler Charakter in der deutschen Serie lange nicht so deutlich zum Vorschein kam. Weshalb man außerdem die harmlosen Anfangs- und Schlussszenen herausgeschnitten hat, bleibt ein Rätsel.

Nachdem an dieser Folge so viel herumgeschnippelt wurde, ist es auch nicht verwunderlich, dass es bei den Dialogen zum Teil erhebliche Unterschiede gibt. Ein Lichtblick sind die vielen guten Reim-Texte von Pauly, der in dieser Episode ja eine große Rolle spielt.

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schiede
TEXT
1) Der amerikanische Erzähler schildert die Legende von den Zerstörern noch ein ganzes Stück eindringlicher und furchterregender.

2) In der US-Fassung heißt der Leopard "Chiller" und der Zerstörer-Affe "Butcher Boy".

3) Grobe Aufforderung, Dschungel-Prinz Kimba fertig zu machen: "Chiller, zeig' ihm dein Rezept für Prinzen-Pastete!"

4) Die Formulierung in der US-Episode ist sachlich und brutal: "Wenn ihr nicht genauso wie euer Prinz enden wollt, dann bringt uns was zu essen!"

5) Als Daniel den verletzten Kimba in die heißen Schwefelquellen hineinwirft, sagt er: "Ich werde Dich nie mehr mit ihnen kämpfen lassen!"

6) Daniels Monolog, als er die Evakuierung vorbereitet: "Diese drei sind schon in so viele Gegenden Afrikas gekommen, und das Resultat war immer dasselbe: Totale Zerstörung! Sie können nicht gestoppt werden."  In der Originalfassung besteht kein Zweifel daran, dass es sich bei den dreien tatsächlich um die legendären Zerstörer handelt!

7) In der Originalfassung wird Paulys Absicht für den Zuschauer klarer, als er zu Kimba sagt: "Ich weiß, es ist sehr schwer für dich, eine neue Kampftechnik zu erlernen, aber das ist der einzige Weg, sie zu besiegen!"

8) Nach der Evakuierung der Tiere sagt Daniel zu Kimba: "Ich musste eine Entscheidung treffen, von der ich dachte, dass es die beste für jeden von uns ist, Kimba. Es gibt keine Möglichkeit, unsere Heimat zu retten, jetzt wo die Zerstörer gekommen sind."

9) Als Kitty von Paulys Gefangennahme berichtet, sagt sie: "Pauly ist in Gefahr; sie haben ihn geschnappt. Beeil Dich, bevor es zu spät ist, Kimba. Du bist der Einzige, der ihn retten kann!" - Dann sagt sie noch: "Du verschwendest Zeit, Kimba!" Kitty wirkt in der US-Fassung also viel energischer.

10) Als Kimba losrennt, um Pauly zu retten und die Zerstörer zu besiegen, sagt Kitty in der Originalfassung: "Komm (wieder heil) zurück!" Darauf antwortet Kimba beruhigend: "Das werde ich!"

11) Vor dem Entscheidungskampf sagt Chiller zu Kimba in der US-Fassung: "Du hast Deine Lektion nicht gelernt, wie?"

12) Als Kimba nach bestandenem Kampf bemerkt, dass Daniel und die Tiere ihn beobachten, herrscht in der Originalszene eine völlig andere Stimmung.
Kimba spricht mit zorniger Stimme: "Daniel! Du solltest sie doch alle in Sicherheit bringen! Wie kannst du sie nur wieder hierherbringen?" Daniel, kleinlaut: "Und wie kannst du nur glauben, wir würden dich bei deinem Kampf hier ganz allein lassen? Das haben wir nicht übers Herz gebracht..." Dabei hat er Tränen in den Augen."

13) Ebenfalls große Unterschiede gibt es in dieser Szenenfolge am Ende:
Kimba: "Trotz eurer Übeltaten erlauben wir euch, hierzubleiben - wenn ihr gewillt seid, unseren Dschungelgesetzen zu gehorchen."
Nero: "Wir kamen aus der Wüste, und dorthin kehren wir wieder zurück."
Chiller, drohend: "Aber wundere dich nicht, wenn wir eines Tages zurückkommen!"
Nero: "Nein, Chiller, dies ist das Reich des Weißen Löwen. Hier ist kein Platz für die Zerstörer."

14) Als die drei Zerstörer in die untergehende Sonne wandern, gibt es in der Originalfassung keinen Text.

1) Erzähler Daniel erwähnt ebenfalls alle Details, aber bringt das Ganze etwas gefälliger rüber, so dass es nicht allzu erschreckend wirkt.

2) Bei uns wird "Chiller" zu "Killer". Der Affe heißt "Baboon" (klingt auch nicht sehr deutsch).

3) Der deutsche Text ist da bedeutend harmloser: "Zeig' ihm, wie wir mit Hoheiten verkehren!"

4) In der deutschen Fassung klingt es hier ziemlich salopp: "Schwingt keine Reden, sondern bringt das Fressen, aber 'n bisschen Tempo!"

5) In der deutschen Fassung ist dieser Satz nicht ganz so drastisch. Hier sagt Daniel zu Kimba: "Vorläufig kämpfst Du nicht."

6) In der deutschen Version sagt Daniel: "Ich glaubte damals wirklich, es seien die drei Zerstörer aus der alten Sage, die gekommen waren..." Damit lässt Daniel die Zuschauer wissen, dass es sich bei den drei Schurken nicht um die legendären Zerstörer handelt, wodurch wieder ein wenig Abschwächung betrieben wurde. Vermutlich wollte man den deutschen Kindern mitteilen, dass solch böse Sagengestalten nicht existieren!

7) Paulys deutsche Dichtkunst, mit der er Kimbas Training kommentiert, ist zwar sprachlich origineller, aber die Absicht und damit den Grund, weshalb er Kimba so hart rannimmt, spricht er niemals klar aus.

8) Daniels deutscher Text lautet: "Ich habe die Entscheidung getroffen, Kimba, weil ich keinen anderen Ausweg gesehen habe. Zum Besten aller Tiere, und auch in Deinem Sinne. Die Zerstörer sind stärker!"

9) Die deutsche Kitty klingt durch den hier gewählten Text schon beinahe hysterisch: "Kimba! Sie haben Pauly erwischt! Es geht ihm schlecht! Er ist gefangen, und sie haben gesagt, dass sie ihn umbringen wollen!" - Total hilflos wirkt dann auch ihr Satz: "Na, was machen wir denn nun?"

10) In der deutschen Fassung sagt Kitty: "Ich komm' mit!" Darauf antwortet Kimba pampig: "Das fehlt noch!" - Tja, das ist eben der rotzfreche deutsche Kimba...

11) Killers deutscher Satz ist weniger treffend, dafür umso drastischer: "Wir werden Dich schon sattkriegen."

12) In der deutschen Version klingt diese Szene ganz anders:
Kimba, mit ungläubigem Tonfall: "Daniel! Ich denke, du hast sie alle weggebracht, an einen sicheren Ort? Wieso sind sie alle hier?" Daniel, energisch: "Weil wir sehen wollten, wie du mit einer alten Legende aufräumst, als Schrecken der Zerstörer!" Daniels Gesichtsausdruck mit den Tränen passt überhaupt nicht zu seinem Text!

13) Und das sagen die Tiere in der deutschen Fassung:
Kimba: "Ich glaube, der Schrecken ist vorbei. Euch drei könnte ich sagen, ihr dürft hierbleiben - aber das wäre wohl nichts für euch. Also zieht in Frieden weiter, und haltet auch Frieden, wenn ihr könnt." (Nero antwortet hier nicht.)
Killer, drohend: "Dir werden wir noch zeigen, was wir alles können!"
Nero: "Komm, Killer, mach keine Sprüche. Hier haben wir nichts mehr verloren."

14) Da dies in der deutschen Fassung die Schlussszene ist, bringt Daniel hier noch einige seiner Sprüche unter.

Bucky wird in dieser Episode von Harry Wüstenhagen gesprochen.

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MUSIK
In dieser Episode gibt es ausgesprochen wenig Originalmusik. Viele Szenen enthalten nur Geräusch-Untermalung.

So ist z.B. die komplette Szene vom Beginn des Sandsturms bis zur Ankunft der Zerstörer komplett ohne Musik, nur das Heulen des Windes ist zu hören. Auch bei Kimbas Kampf gegen die Zerstörer gibt es keinerlei Musik.

Die deutsche Zusatzmusik füllt viele Lücken, die im Original leer und bedrohlich wirken. Die langen Anfangsszenen werden durch Trommelwirbel und spannende Musik ausgeschmückt, ebenso die Kampfszenen.

Vieles wurde auch im Deutschen "stumm" gelassen. Die lange Szenenfolge von Paulys Kampftraining enthält in beiden Versionen keine Musik.

Fazit Diese Episode ist spannend und lehrreich. Der Held der Geschichte ist diesmal zweifellos Pauly. Er hat den Mut, gegen den Strom zu schwimmen und Kimba zu trainieren, während der mutlose Daniel sich vorschnell in sein Schicksal ergibt.

Die Botschaft lautet, dass man auch vor unüberwindlich scheinenden Problemen nicht vorschnell kapitulieren und lieber nach einer Lösung suchen soll, auch wenn diese ungewöhnlich sein mag oder mit hartem persönlichem Einsatz verbunden ist.

Detail am Rande: Die Szene, in der Pauly sich nach dem letzten Tropfen reckt, der vom Wasserfall herunterhängt, ist zwar lustig, aber völlig unlogisch: Weshalb sollte der Wasserfall austrocknen, nur weil Nero den Teich leergetrunken hat?




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42
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel The Balloon That Blows Up Auf und davon
Inhalt Hinweis: Die deutsche Fassung wurde um ca. 3 Minuten gekürzt. Diese Inhaltsangabe bezieht sich auf die Originalversion und gibt die geschnittenen Szenen kursiv wieder.

Eines Nachts landet ein Trupp Soldaten mit einem Freiballon in Kimbas Dschungel. Wie sich später herausstellen wird, handelt es sich dabei um die Geheimwaffe einer Rebellenarmee mit einer scharfen Bombe an Bord. Tom und Tab, die Hyänen, schleichen sich an und würden das unbekannte Ding gerne stehlen, doch Kimba vertreibt sie.

Inzwischen sind Dot, Dash und Dinky in den Ballonkorb geklettert und spielen dort. Als Kimba sie entdeckt, wird er zunächst zornig, aber seine Neugier ist stärker, und so klettert er ebenfalls an Bord des unbekannten Gefährts. Weil alle darin auf- und abspringen, reißt die Leine, und der Ballon schwebt auf und davon. Die Soldaten versuchen vergeblich, ihn wieder zurückzuholen.

Der Schreck ist groß, als die Kinder begreifen, was geschehen ist. Dash weint bitterlich und möchte wieder nach Hause. Er will abspringen, doch die anderen halten ihn fest: "Du kannst jetzt nicht mehr raus, sonst fällst du runter!" Seine Freunde trösten ihn: "Hör auf zu weinen, Dash, wir alle wollen ja zurück!" Dot: "Kimba, kannst du nicht rauskriegen, wie wir wieder runterkommen?" Dinky: "Hau doch auf diese Knöpfe!"

Kimba begreift aber nicht recht, wo er draufhauen soll, und haut stattdessen zuerst mal gegen die Steuerkonsole. Dann tanzt er auf Knöpfen und Hebeln herum, aber nichts geschieht. Dinky meint, bevor noch was kaputt geht, sollte man das Ding besser weiterfliegen lassen. Dash heult wieder und will heim - er ist der Kleinste! Doch auch Kimba kann ihm nicht helfen und meint: "Es hilft nichts, wir müssen vorerst in der Luft bleiben." (ca. 50 sek.)

Nach einer schlimmen Nacht im Gewittersturm, wobei den Kindern das Wasser im Ballonkorb bis zum Hals steht, folgt ein strahlend schöner Tag. Nun hat auch Dash keine Angst mehr, und alle genießen die abenteuerliche Fahrt. Sehr schöne Bilder von den unterschiedlichsten Landschaften Afrikas gibt's hierbei zu sehen. Sie kommen an großen Städten vorbei und überfliegen ein Schild mit der Aufschrift "Uganda, Equator" (diese kurze Szene wurde aus der deutschen Version ebenfalls herausgeschnitten).

Hier findet die Reise ein jähes Ende, als der Ballon über einem riesigen Baumwollfeld von einem Flugzeug, das Insektizide versprüht, gestreift wird. Die vier Abenteurer stürzen mit ihrem Gefährt direkt auf die Hütte eines alten Baumwollpflückers. Zum Glück wird niemand verletzt, nur das Haus ist hinüber.

Der alte Mann ist praktisch blind und hat daher gar nicht richtig mitbekommen, was gerade mit seiner Behausung passiert ist. Auch dass es sich bei seinem höflichen Besuch um Tiere handelt, fällt ihm nicht weiter auf. Nachdem er aufs Feld zur Arbeit gegangen ist, machen sich die Freunde an die Reparatur der Hütte. Doch das ist leichter gesagt als getan.

Während sie erfolglos werkeln, taucht aus der Erde ein Maulwurf namens "Lieutenant Downstairs" auf. Er will wissen, was der Krach bedeuten soll. Kimba erklärt ihm, was passiert ist, und dass sie nun Schwierigkeiten beim Wiederaufbau haben. Daraufhin mobilisiert Lt. Downstairs seine Kameraden, und Dutzende von Maulwürfen graben und wühlen sich durch das Fundament. Dabei richten sie aber mehr Schaden als Nutzen an, denn am Ende kracht die Hütte vollends zusammen.

Kimba: "Danke, aber wir machen besser allein weiter. Zu viele Köche verderben den Brei." Als es Abend wird, haben sie es geschafft. Die Hütte steht zwar schief und mit den obligatorischen Heftpflastern geflickt, aber sie steht. Der Maulwurf steckt nochmal seinen Kopf aus dem Loch: "Prima gemacht!" Sie schauen ihn vielsagend an: auf dieses Lob können sie verzichten. (ca. 1,5 min.)

Beim Abendessen in der Hütte des alten Baumwollpflückers erfahren die Tiere, dass dessen Sohn bei der Rebellenarmee unter General Horsefly (deutscher Name: Brüller) Dienst tut. Weil dem Alten die Arbeit immer schwerer fällt, würde er seinen Sohn gerne zurückholen, aber er weiß nicht, wie er das machen soll. Kimba schlägt vor, ihm einen Brief zu schreiben, den die Tiere persönlich überbringen wollen.

Mit Hilfe der Maulwürfe, die das Halteseil des Ballons kappen, gelingt am nächsten Morgen der Start. Obwohl die Luftfahrer keine Ahnung haben, wie der Ballon bedient wird, erreichen sie bald den Bongofluss und nähern sich dem Lager von General Horsefly. Dieser brüllt gerade seine Soldaten zusammen, weil ihnen der Geheimballon abhanden gekommen ist.

Inzwischen versuchen die Tiere verzweifelt zu landen. Die beste Lösung scheint zu sein, den kompletten Proviant an Bord zu verschlingen: "Dann werden wir schwer und sinken!" Erst nachdem sie sich alle vollgestopft haben, begreift Kimba, dass hierdurch lediglich das Gewicht an Bord umverteilt wurde!

Da entdeckt Dash einen Zettel: "Gebrauchsanweisung zur Steuerung des Ballons und zum Abwurf der Bombe." Dass das Ding, in dem sie sitzen, ein Ballon ist, dämmert ihnen nur langsam. Aber was eine Bombe ist, wissen die Dschungelkinder offenbar ganz genau, und sie bekommen große Angst. Im selben Moment werden sich auch schon selber bombardiert.

Die Rebellenarmee will den Ballon abschießen, bevor er in ihrem eigenen Lager landen und die Bombe explodieren kann. Als Geschosse verwenden sie Kokosnüsse, von denen Kimba gleich zwei an den Kopf bekommt. Er läuft rot an vor Zorn, und es folgt einer seiner berühmten Wutausbrüche! (Trotz aller Dramatik sieht er in diesen Szenen richtig süß aus!)

Kimba klettert auf die Ballonhülle und beißt ein Loch hinein. Die Tierkinder vorwurfsvoll: "Warum ist dir das nicht schon früher eingefallen?" Der Ballon kracht zu Boden. Während Dinky, Dot und Dash höchstpersönlich die Jeeps der Rebellen angreifen und die Armee in die Flucht schlagen, zerrt Kimba den brennenden Ballon ins Camp, wo die Bombe explodiert und alles verwüstet. Heftige, brutale Bilder!

Als alles zerstört ist, finden die Tiere unter den Trümmern den bewusstlosen Sohn des alten Baumwollpflückers. Kimba steckt ihm den Brief zu, und die Tiere brechen nach getaner Arbeit in Richtung Heimat auf: "Die Rebellenarmee ist ja wohl auch im Eimer."

Die Sonne geht über den weiten Baumwollfeldern unter, als der Sohn zur Hütte seines Vaters zurückkommt. Die beiden umarmen sich glücklich, während Kimba und seine Freunde draußen sitzen und alles durchs Fenster beobachten. Daraufhin brechen sie endgültig auf.

Nun haben sie einen weiten Rückweg vor sich, denn auf ein fliegendes Hilfsmittel müssen (und wollen) sie von jetzt ab verzichten.

Allge-
meines
In dieser Episode wurden wieder einmal ausgesprochen harmlos-lustige und erschreckend brutale Bilder unter einen Hut gebracht. Es ist kaum zu glauben, dass die Szenenfolge, in der sämtliche Hütten des Rebellencamps in die Luft fliegen, nicht herausgeschnitten wurde.

Teilweise gibt es große Unterschiede zwischen den Dialogen. Vieles wurde freier übersetzt, und oft fallen im Deutschen heftigere Worte als im Original.

Dadurch, dass wieder einige gefühlvolle sowie lustige Szenen entfernt wurden, ist die deutsche Version ein ganzes Stück nüchterner geworden. Deshalb wirkt der Kontrast zwischen der fröhlichen Ballonfahrt und den brutalen Kriegsbildern besonders hart.

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schiede
TEXT
1) Die amerikanische Anfangsszene ist, wie so oft, ohne jeglichen Text.

2) In der US-Fassung heißt der Baumwollpflücker "Jeroboam" (ein biblischer Name), sein Sohn "Halfpint" und der General "Horsefly" (=Pferdebremse).

3) Dialogausschnitt der jungen Ballonfahrer zu Beginn der Reise, als das Gewitter vorbei ist:
Dash: "Nö! Heute will ich mir mal richtig die Welt ansehen!"
Kimba: "Ich dachte, du möchtest so schnell wie möglich wieder heim?"
Dash: "Wer will hier heim? Also, ich weiß ganz genau, dass ich nicht heim will, und Dot weiß es sicher auch, stimmt's?" Dot, zwinkernd: "Genau!" Dash: "Dinky?" Dinky, zwinkernd: "Yeah!" Darauf gibt Kimba sich geschlagen: "Oh, nein..."

4) Beim Ballonabsturz fragen die Tiere: "Kannst du uns nicht stoppen, Kimba?" Seine Antwort: "Ich weiß doch nicht, wie's geht!"

5) Die Tiere fragen den Baumwollpflücker: "Wer ist denn dieser General Horsefly?"
Der Mann: "Sie nennen sich 'The Flying Horsemen' (die fliegenden Reiter)."
Damit ist eine Erklärung gegeben, was es mit dem Pferde-Symbol auf dem Ballon auf sich hat!

6) Beim Abschied sagt der alte Mann zu den Tieren: "Kommt mal wieder vorbei und besucht mich!" Kimba: "Danke! Doch jetzt müssen wir uns auf den Weg machen."

7) Als der Ballon beschossen wird und Kimba rot anläuft, sagt er im Original: "Oh Mann, macht mich das wütend! So eine Gemeinheit! Diesen fliegenden Reitern werde ich's schon zeigen!"

8) In der Schlussszene sagt Kimba zu seinen Freunden: "Spielt es eine Rolle, wie hoch man fliegt oder wie weit man geht? Im Grunde genommen ist's doch nirgends so schön wie daheim!" Die anderen: "Richtig! Lass uns gehen, Kimba!" Der Rest der Szene bis zum Abspann enthält nur noch imposante Orchestermusik.

1) Erzähler Daniel füllt diese Leere durch eine gefällige Einleitung.

2) In der deutschen Fassung wurde der Name des Alten auf "Jero" verkürzt, der Name des Sohns wird nicht erwähnt, und der General erhielt den schönen Namen "Brüller".

3) Und so hört sich dieser Ausschnitt in der deutschen Version an:
Dash: "Aber hoffentlich bleibt jetzt das Wetter gut!"
Kimba: "Naja, sonst landen wir halt und stellen uns irgendwo unter."
Dash: "Nanana, du machst mir Spaß! Weißt du vielleicht, wie? Ich jedenfalls nicht. Und du?"
Dot, zwinkernd: "Nö!"
Dash: "Dinky?"
Dinky, zwinkernd: "Keine Ahnung!" Nun weiß man auch, warum die Tiere an dieser Stelle zwinkern...

4) Die Tiere in der deutschen Fassung sagen: "Tu doch was, Kimba!" Seine Antwort ist pampiger: "Tu doch was! Immer ich! Was soll ich denn machen?"

5) In der deutschen Version lautet die Frage: "Warum heißt der General 'Brüller'?"
Antwort des Alten: "Weil er immer so rumschreit!" Das Symbol der 'Fliegenden Reiter' wird hier nicht erklärt.

6) Der deutsche Text lautet hier: "Ihr werdet ihn erkennen! Seht euch gut um!" Kimba antwortet: "Wir tun unser Möglichstes!"

7) Der deutsche Kimba sagt: "Dieser General Großmaul! Wenn ich den kriege! Dem leg' ich die Bombe ins Bett!"

8) In der deutschen Version sagt Kimba zu seinen Freunden: "Der Traum vom Fliegen ist vorbei." Darauf Dash: "Na, dann geh'n wir halt zu Fuß." Kimba: "Auf jeden Fall geht's jetzt direkt nach Hause." Den Rest der Episode füllt Daniel mit einem pazifistischen Kommentar, der an dieser Stelle sehr gut passt.

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MUSIK
In dieser Episode, in der sehr viele Landschaftsaufnahmen vorkommen, spielt Tomitas Originalmusik eine große Rolle. Besonders das "Ballonfahrer-Lied" ist sehr gut gelungen.

1) Als die Dschungelkinder den Ballon entern und starten, gibt's in der Originalfassung keine Musik. Als die Fahrt jedoch beginnt, bringt Tomita ein großartiges, volles Orchestermotiv, gegen das die deutsche Musik nicht ankommen kann.

2) Als die Ballonfahrer gegen Sturm und Regen ankämpfen, ertönt dramatische, wuchtige Musik, die gut zu den Bildern passt.

3) Die japanische Originalversion des "Ballonfahrer-Liedes" ist in Melodie und Rhythmus schmissig und originell. Leider ist in der US-Fassung nicht viel davon zu hören, da die Crew mit diesem Lied genauso verfuhr wie mit den meisten anderen: der Ton wurde fast komplett runtergeregelt, damit die japanischen Worte nicht mehr zu hören waren, und darüber wurde - möglichst laut - ein neuer Text gesungen.
Bei diesem Lied wirkt das Verfahren extrem schlimm, da durch eine technische Schlamperei Worte und Melodie nicht exakt übereinanderliegen.
Trotz all dieser Mängel wirkt das Lied "echt", weil die Sprecher mit den vertrauten Stimmen selber singen.
Der Text ist in beiden Fassungen relativ unwichtig. Ein Beispiel: "Wer will ein Stubenhocker sein und nie die Welt ansehen ... Nord und Süd rufen mich, Ost und West will ich sehen, warum soll ich da zu Hause bleiben..."

4) Der Mittelteil des Liedes hat keinen Text und wurde deshalb in voller Lautstärke übernommen. Hier bekommt man eine Ahnung, wie das ganze Lied "unverstümmelt" klingen mag - sinfonisch, wuchtig, großartig.

5) Als die Tiere die Hütte reparieren, gibt's im Original keine Musik.

6) Die Originalmusik, als Kimba den Brief schreibt, ist wesentlich schöner und passender.

7) Als die Tiere über dem Bongofluss sind und beraten, wie sie landen sollen, erklingt im Hintergrund nochmals eine Instrumentalversion des Ballonfahrer-Liedes.

Deutsche Zusatzmusik gibt's vor allem bei den Kampfszenen im Lager Bongo. Das Ballonfahrer-Lied wurde komplett neu geschrieben und getextet.

1) Zu diesen Szenen passt die lustige deutsche Musik ausnahmsweise einmal sehr gut. Danach aber ist es schade, dass die schöne, sinfonische Originalmusik nicht übernommen wurde.

2) In der deutschen Fassung wird die Dramatik dieser Szenen durch ein locker-leichtes Swingthema deutlich abgemildert.

3) Für die deutsche Fassung wurde das Ballonfahrer-Lied neu getextet und geschrieben. Die Melodie ähnelt dem Original, hat jedoch einfachere Harmonien und klingt nicht so flott. Ich habe dieses Lied schon als Kind als albern und unpassed empfunden.
Weil nicht die Originalstimmen, sondern zwei Sänger der Musikgruppe zu hören sind, wirkt das Lied auch nicht besonders überzeugend.
Der Text ist genauso belanglos wie beim amerikanischen Original. Ein Auszug: "Schön ist's, die Welt zu seh'n, wenn man sie von oben sieht ... Hier braucht kein Tier zu versteh'n, was auf der Welt geschieht ... Wenn man so als Luftikus nicht auf Erden wandern muss, ahnt man doch, wie schön das wäre, ohne alle Erdenschwere..."

4) Für den Mittelteil des deutschen Liedes hat man ein flottes und fröhliches Swing-Thema komponiert, das die beiden eher langweiligen Hauptthemen gut miteinander verbindet.

5) Hier erklingt eine gelungene und nur an dieser Stelle verwendete Zusatzmusik, eine Variation über die deutsche Kimba-Titelmelodie.

6) Diese Musik wurde leider durch ein sentimentales deutsches Standard-Thema ersetzt.

7) Diese Melodie wurde in der deutschen Fassung beibehalten! Hier kann man sich anhören, wie das Lied in der Originalfassung klingt.

Fazit Diese Episode ist eine krude Mischung aus unbeschwerter Ballonfahrt und bitter-ernstem Kriegsgeschehen. Sie enthält überhaupt keine tiefere Botschaft und dient nur dazu, Kimba und seinen Freunden ein Stück fremdes Afrika näherzubringen.

Außerdem stören bei der Geschichte einige unlogische Szenen: Nachdem beispielsweise der Ballon auf die Hütte des Alten gekracht ist, haben ihn die Tiere offenbar wieder fachmännisch vertäut - wer hätte es sonst machen sollen? Trotzdem wissen sie am nächsten Morgen nicht, wie man das Ding losbekommt, bis die Maulwürfe das Halteseil durchbeißen. Auch dass die drei Tierkinder ganz allein die komplette motorisierte Rebellenarmee besiegen, ist unglaubwürdig.

Detail am Rande: Bei den amerikanischen Fans prägten sich die Namen der Nebenfiguren besser ein, da diese viel öfter genannt werden. Dass beispielsweise die drei kleinen Raubkatzen dieser Episode Dot, Dash und Dinky heißen, muss sich der deutsche Zuschauer mühsam aus den Dialogen herausklauben.




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Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel Monster Of The Mountain Der Räuber vom Donnerberg
Inhalt Hinweis: Die deutsche Fassung wurde um ca. drei Minuten gekürzt. Da die geschnittenen Stellen die Handlung nicht beeinträchtigen, werden sie unter der Rubrik "Allgemeines" genau beschrieben.

Der Erzähler berichtet von einem räuberischen Monster, das in den Atlas Mountains (deutscher Name: Donnerberg) lebt. Die Bewohner einer nahen Siedlung nennen es "Chimera", also Chimäre (deutscher Name: das Phantom), weil es nachts lautlos und unsichtbar ihr Vieh stiehlt.

Kimba hat davon erfahren und macht sich per Floß auf die lange und gefährliche Reise, um dort nach dem Rechten zu sehen. Gegen Kimbas Willen wird er von Cheetah begleitet. Die beiden geraten in einen schweren Gewittersturm und werden fast von Piranhas gefressen, aber sie erreichen trotz allem wohlbehalten ihr Ziel.

In einer glitzernden Edelsteinhöhle des Donnerbergs machen sie die Bekanntschaft mit dem Bärenjungen Teddy, der in Kimba eine Art lebendes Spielzeug sieht. Als die Bärenmama auftaucht und erkennt, dass von den beiden Neuankömmlingen keine Gefahr für ihr Kind ausgeht, schließen alle Freundschaft miteinander.

Kimba und Cheetah werden von den Bären herumgeführt und zum Essen eingeladen. Außerdem erfahren sie etwas über ihre Lebensgewohnheiten und ihren Winterschlaf. Doch als Teddy Kimba stolz einen Haufen Rinderknochen zeigt, hört der Spaß schnell auf. Kimba erkennt plötzlich, dass Mama Bär das gefürchtete Monster der Berge ist!

Da Mama Bär ihre Viehdiebstähle mit dem Argument verteidigt, sie müsse schließlich für Teddy sorgen, rennt Kimba beleidigt davon. Cheetah versucht zu vermitteln: "Vielleicht könnte sie auch eine Farm anlegen, so wie wir? Dann könnten die Rinder so lange leben, bis die Menschen sie umbringen!" (Dieser Satz mit überraschend schwarzem Humor stammt aus der deutschen Fassung!) Kimba antwortet wütend, dass es dafür schon viel zu spät sei, da der Winter vor der Tür steht. Mama Bär wird bald wieder töten müssen.

Cheetah läuft zurück zu den anderen, während Kimba mit sich ringt, ob er bleiben oder gehen soll. Da erscheint plötzlich eine furchterregende Riesenechse in Dinosauriergröße. Sie bedroht Cheetah und die Bären. Mama Bär kämpft mit der Echse und wird von einem herabstürzenden Baum eingeklemmt. Als Teddy sich losreißt und ebenfalls in Gefahr gerät, kann Cheetah den schmollenden Kimba endlich überzeugen, dass es besser wäre, jetzt mal zu helfen!

Und Kimba greift ein. Der Kampf erweist sich als äußerst schwierig, aber schließlich gelingt es ihm, das Riesenvieh zu verwirren und auf eine hohe Klippe zu locken, von wo es in den Fluss stürzt. Die Piranhas freuen sich: es gibt ein Festmahl für sie!

Als Kimba und Cheetah sich verabschieden, fällt in den Bergen bereits der erste Schnee. Mama Bär verspricht, in Zukunft auf die Rinder zu verzichten, und Kimba verspricht, im nächsten Frühling zurückzukommen und den Bären beim Anlegen einer eigenen Farm zu helfen.

Allge-
meines
Folgende Szenen wurden aus der deutschen Fassung herausgeschnitten:

1) Kimba und Cheetah kämpfen auf dem Floß gegen das Gewitter an: Kimbas Kommandos: "Pass auf, es wird ziemlich rauh! Halt dich fest und versuche, auf dem Floß zu bleiben!" Heftige Wellen wirbeln das Floß hin und her; der Blitz schlägt in den Mast ein; beide geraten in einen Strudel. (ca. 50 sek.)

2) Die Szene, in der Kimba und Cheetah in der Edelsteinhöhle auf den unheimlichen Schatten treffen, der sich dann als Teddy herausstellt, dauert im Original etwas länger, wodurch die Spannung erhöht wird. Cheetah fragt: "Was ist das?" Kimba: "Schau jetzt besser nicht hin - ich glaube, es ist das Monster!" (ca. 25 sek.)

3) Auf dem Weg zur Behausung der Bären. Teddy erklärt Cheetah auf seine Frage, was das für merkwürdige Bäume seien: "Kakteen!" Dann springt er von einem Kaktus zum anderen und fordert Kimba auf, ihm zu folgen: "Mir nach!" Kimba tut's, und auch Cheetah will mitmachen, doch er bleibt an den Stacheln hängen und "schält" den Kaktus völlig ab. Wie ein grüner Geist springt er hin- und her. Als Kimba ihn sieht, fällt er vor Schreck in einen schlammigen Teich: "Ich dachte, du bist das Monster!" *) Anmerkung siehe unten. Warum diese lustige Szene entfernt wurde, ist völlig unverständlich. (ca. 40 sek.)

4) Kimba sitzt nachdenklich am Flussufer und macht ein trauriges Gesicht, während er darüber nachdenkt, ob er bleiben oder gehen soll. (ca. 10 sek.)

5) Als Kimba mit der Riesenechse kämpft, lockt er sie in die Kristallhöhle und irritiert sie, indem er zwischen den Felsen umherhuscht und Schattenrisse wirft, die ebenfalls die Form eines Monsters haben. Daraufhin wird die Echse so wütend, dass sie auf die hohe Klippe hinausstürzt. (ca. 30 sek.)

Der Text der deutschen Fassung wurde sehr frei übersetzt, was die Episode an den meisten Stellen deutlich aufwertet. Der Sinn wurde nicht verfälscht, und viele Formulierungen sind in der deutschen Fassung gelungener als im Original.

Der deutsche Titel lautet "Der Räuber vom Donnerberg", obwohl dieses Wort später in der Episode nicht genannt wird und stets vom Monster die Rede ist. Diese Abweichung ist vermutlich durch einen Übertragungsfehler entstanden.

In dieser Episode hat Cheetah seinen großen Auftritt. Ob es allerdings Cheetah Charly oder Cheetah Harley ist, wird in keiner Version erwähnt.

*) Anmerkung: In dieser Szenenfolge ist ein Regiefehler enthalten: Als der "verschlammte" Kimba und Cheetah sich aufgrund ihres Aussehens gegenseitig erschrecken, versteckt sich Kimba kurz hinter einem Baum. Als er dahinter kurz hervorschaut, ist sein Gesicht sauber und in der nachfolgenden Einstellung wieder verschmutzt.

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TEXT
1) Der Einleitungstext der Erzählers ist in der US-Fassung kurz und knapp. In der kompletten Szenenfolge, wo das Monster angreift und wieder verschwindet, fällt kein einziges Wort, wordurch alles viel dramatischer wirkt.

2) Das Monster wird "Chimera" genannt (Chimäre = Figur aus der griechischen Mythologie).

3) Etwas unlogisch in der US-Fassung ist Kimbas Antwort auf Cheetahs Frage: "Ich will oben in den Bergen Jagd auf die Chimäre machen!" Rätselhafterweise zuckt Cheetah nicht schon hier zusammen, wo Kimba den Namen zum ersten Mal nennt, sondern erst beim zweiten Mal!

4) Als sein Floß ablegt, sagt Kimba: "Ich will nicht, dass noch jemand bei der Sache ein Risiko eingeht, deshalb gehe ich lieber allein."

5) Als Kimba Cheetah an Bord zieht, sagt er zu ihm: "Sieht so aus, als seist du jetzt der Sturkopf!" - Cheetah's Worte, als er "vollgesogen" an Bord liegt: "Ich war gerade dabei, vollzulaufen."

6) Als Cheetah ihm zuruft: "Ich kann nicht schwimmen!" antwortet Kimba: "Du musst! Schwimm' oder geh' unter!"

7) Nach den Sturm, als beide im ruhigen Wasser treiben und sich die Piranhas nähern, gibt es in der US-Fassung keinen Text.

8) Als Teddy auf den Baum klettert, sagt Kimba zu Cheetah: "Ich wusste nicht, dass Bären so gut auf Bäume klettern können. Sieht so aus, als seien sie gar nicht so sehr viel anders als du und ich!"

9) Kimbas Reaktion, als Teddy auf ihn springt: "Hör auf damit, du bist nicht gerade federleicht!"

10) Als sie die Winterhöhle betreten, stellt der US-Kimba sachlich fest: "Sehr hübsch, Ihr habt dann also zwei Behausungen?" Außerdem haben die Stimmen von Kimba und von Mama Bär hier einen Hall-Effekt, was die Höhlenatmosphäre noch verdeutlicht.

11) In der US-Fassung erklärt Mama Bär die Sache mit dem Winterschlaf in einfachen, aber kindgerechten Worten. Sie betont hier ausdrücklich, dass Bären den ganzen Winter hindurch schlafen und nicht aufwachen, bevor der Frühling kommt, was zoologisch nicht ganz richtig ist.

12) In der US-Fassung gibt Mama Bär schon viel früher zu, dass der Rinderdiebstahl nicht der richtige Weg ist: "Ich weiß, es ist falsch, aber schließlich muss ich ganz allein für Teddy sorgen, und wir brauchen doch etwas zu essen."

13) Als Kimba wütend davongelaufen ist, sagt Mama Bär in der US-Version zu sich: "Kimba hat recht; ich sollte mich ändern, aber ich weiß nicht wie!"

14) Cheetahs Versuch, den aufgebrachten Kimba wieder zu versöhnen, lautet in der US-Fassung sachlich: "Wir könnten ihr beibringen, eine Farm anzulegen, so wie unsere. Dann bräuchte sie doch kein Vieh mehr zu töten, oder?"

15) Als Kimba überlegt, ob er gehen oder bleiben soll, sagt er in der US-Fassung: "Er (Cheetah) glaubt, er kann die Chimera davon überzeugen, ihr Verhalten zu ändern. Und ich soll ihr beibringen, wie man Nahrungsmittel beschafft, ohne andere Lebewesen zu töten... Nun, vielleicht ist es ja einen Versuch wert."

16) "Manchmal können Piranhas auch sehr praktisch sein - vor allem wenn man ohne Wurm angelt!" Kimba hat mit dem Tod der Riesenechse, die bei lebendigem Leibe aufgefressen wird, offenbar kein Problem.

17) "Die Eidechse ist weg!" sagt Kimba zu Teddy, und der bedankt sich bei ihm. Kimba: "Gern geschehen!"

1) Daniel spricht in der deutschen Fassung zu diesen Szenen viele Kommentare und nimmt den Bildern dadurch ein wenig die Schwere und Dramatik.

2) Bei uns erhielt das Monster den Namen "Phantom".

3) Im Deutschen sagt er: "Ich geh' in die Berge und besuche einen unbekannten Freund, der lebt da!" Den Namen "Phantom" jetzt noch nicht zu nennen, ist wesentlich besser gelöst, denn Cheetah zuckt ja erst erschrocken zusammen, als Kimba später sagt: "Hoffentlich finde ich es bald, das Phantom!"

4) Kimbas deutscher Text stammt wieder mal aus dem Land der Dichter und Denker: "Ich spiel' das Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen!"

5) In der deutschen Version sagt Kimba zu Cheetah: "Na, da wirst du mir am Ziel ja eine schöne Hilfe sein." - Cheetahs Worte an Bord des Floßes lauten: "Ich fürchte, ich hab' etwas Luft geschluckt!"

6) Der deutsche Kimba ist deutlich weniger drastisch: "Halte dich, du musst oben bleiben! Wir sind bald an Land!"

7) Daniel spricht hier die überflüssigen Worte: "Also, wir wollen die Sache nicht zu spannend machen - die beiden haben es tatsächlich geschafft. Sie kamen glücklich an Land." Erstens sind sie noch lange nicht an Land, und zweitens hat ja wohl niemand daran gezweifelt, dass Kimba und Cheetah überleben!

8) Der deutsche Kimba ist wieder mal weniger sachlich und spricht hier: "Guck dir den an, der reinste Kletterkünstler! Der macht uns noch was vor, was meinst du?"

9) Bei uns sagt Kimba: "Sehr komisch! Du bist ein richtiger Spaßvogel!"

10) In der deutschen Fassung lauten Kimbas Worte: "Sehr hübsch, und auch sehr geräumig." Die Mühe mit dem Hall-Effekt hat man sich leider nicht gemacht; hier behalten die Stimmen in der Höhle ihren normalen Klang.

11) In der deutschen Fassung erklärt Erzähler Daniel die Sache mit dem Winterschlaf zoologisch korrekt wie ein Biologielehrer - typisch deutsch! Daniel betont auch, dass der Schlaf nicht sehr tief ist und die Bären zwischenzeitlich immer wieder mal erwachen.

12) Die deutsche Bärenmama ist in dieser Beziehung weit weniger einsichtig, und sie findet sehr deutliche Worte: "Sollen wir vielleicht hungern, nur damit ein paar Rindviecher am Leben bleiben?"

13) In der deutschen Fassung kommt der Bärenmutter verblüffenderweise von selbst die Erkenntnis: "Vielleicht hat er recht, wir müssten's mal mit vegetarischen Vorräten versuchen."

14) Cheetahs deutscher Satz ist ein seltenes Beispiel für rabenschwarzen Humor: "Vielleicht könnte sie auch eine Farm anlegen, so wie wir? Dann könnten die Rinder so lange leben, bis die Menschen sie umbringen!"

15) Der deutsche Kimba schenkt Cheetahs Idee von der Farm keinerlei Beachtung - nicht gerade nett von ihm! Kimbas Text lautet hier: "Wenn ich nur wüßte, wie man den beiden Bären das Rindfleischessen abgewöhnen kann ... Ich muss mir was einfallen lassen!"

16) Der deutsche Kimba ist hier ausnahmsweise etwas ernster: "Und da sagt man immer, Fisch ist gesund! Aber ich will keine makabren Scherze machen. Der Unhold hat es nicht besser verdient - er hätte uns alle umgebracht."

17) In der deutschen Version reden die beiden hier etwas ganz anderes. Teddy: "Bleibst du jetzt hier?" Kimba: "Wir müssen leider zurück."

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MUSIK
In dieser Episode gibt es extrem wenig Originalmusik. Viele lange Szenen enthalten statt Melodien nur Geräuscheffekte.

1) Im Original enthält die komplette Anfangsszene (Beschreibung des Monsters) so gut wie keine Musik.

2) Zur Gewitterszene hat Tomita ein düsteres Motiv mit einem gespenstisch heulenden Chorgesang geschrieben.

3) Als Kimba und Cheetah von den Piranhas angegriffen werden und sich an Land retten, gibt es keinerlei Musik.

4) Ebenfalls fast völlig ohne Musik sind die Szenen, in denen Teddy mit Kimba schmust, weil er ihn für seine Puppe hält, und als alle gemeinsam essen.

5) In der Originalfassung ist der komplette Kampf mit der Riesenechse ohne Musikuntermalung, man hört nur Geräuscheffekte.

Ohne die deutsche Zusatzmusik, die viele "stumme" Originalszenen untermalt, wäre diese Episode ein ganzes Stück düsterer.

1) Zu all diesen Szenen gibt es jede Menge deutsche Spannungsmusik, die den Angriff des Phantoms sogar noch aufregender macht.

2) Dies war für die deutsche Fassung zu unheimlich. Hier ertönen die allgemein bekannten Spannungs-Melodien.

3) Eine betont lustige deutsche Musik schwächt die Dramatik dieser Szene ab und zieht alles ins Lächerliche.

4) Hier passt die deutsche Kling-Klang-Melodie zur Abwechslung mal ganz gut, denn diese Szenen sind wirklich drollig.

5) Der Kampf wird durch deutsche Spannungsmusik noch dramatischer, als er ohnehin schon ist.

Fazit Dieser Episode ist wieder einmal ausgesprochen spannend und abwechslungsreich, denn sie enthält auch viele lustige und liebenswerte Szenen. Hier stimmt eben das Gleichgewicht, was bei manchen Episoden leider nicht der Fall ist.

Für Kimba bedeutet diese Geschichte neben seinen Erkenntnissen über die Gattung Ursus (deutscher Originalton Daniel!) auch wieder einen Schritt in seiner Charakterentwicklung: Trotz seiner Wut auf ihren Rindfleischkonsum hilft er den Bären im Kampf gegen die Riesenechse. Damit beeindruckt er auch Mama Bär, die ab jetzt verspricht, vegetarisch zu leben.

Was "unsympathische" Tiere betrifft, so hatte Osamu Tezuka für Eidechsen offenbar eine Vorliebe. Ob groß oder klein, in vielen Episoden muss Kimba gegen sie kämpfen.




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Druckversion Episode 44
44
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel A Friend In Deed Ein Freund in Not
Inhalt Hinweis: Die deutsche Episode wurde inhaltlich zum Teil stark verändert (siehe "Unterschiede TEXT"). Diese Inhaltsangabe bezieht sich, wie üblich, auf die amerikanische Originalfassung.

Kimba und seine Freunde würden gerne einen Ausflug zum sogenannten "Tal des Regenbogens" machen, doch da in dieser Gegend der Elefantenfriedhof liegt, lassen die Dickhäuter niemanden dorthin. Als Roger Ranger (Ronny) für seine Freude bei Kellyfant um Erlaubnis fragen will, wird er von den Elefanten gefangen genommen.

Kimba fordert empört Rogers Freilassung, doch Kellyfant bleibt stur. Es gibt nur einen Weg, ihren Menschenfreund wieder zu bekommen: Kimba und fünf weitere Tierkinder müssen 10 Tage und Nächte auf einem tückischen Sumpf schwimmen - dies hat bis jetzt noch niemand geschafft. Außerdem: Sollte auch nur einer von ihnen den Test nicht bestehen, gibt es weder die Erlaubnis fürs Regenbogental, noch werden die Tiere dann jemals ihren Freund Roger wiedersehen.

Für Kimba und seine Freunde ist die Sache klar: sie treten zum "Sumpftest" an. Damit den Jungtieren Speedy, Dodie, Dash, Geraldine (Malwine) und Chimpy dabei die Zeit nicht zu lang wird, erklärt sich Kimba bereit, ihnen die komplette Geschichte zu erzählen, wie er seinen Freund Roger einst kennenlernte.

So berichtet Kimba also noch einmal, wie er von Bord des Dampfers sprang und schließlich, unterstützt von der Stimme seiner Mutter aus den Sternen, das rettende Ufer erreichte. Als er wieder zu sich kommt, glaubt er, im Dschungel Afrikas zu sein, doch in Wirklichkeit landet er am Rande einer großen Stadt. (Anmerkung: Im Manga ist dies das jemenitische Aden, doch laut Osamu Tezukas Drehbuch landet Kimba an der Küste von Portugal - siehe hierzu auch: "Wie Kimba entstand".)

Nach seiner Landung wird Kimba gleich sehr unsanft mit der Menschenwelt konfrontiert, da ihn ein Auto voller bewaffneter Gangster beinahe überfährt. Die Verbrecher sind auf dem Weg zum Hauptpostamt, um es zu überfallen.

In diesem Postamt befinden sich gerade Mr. Pompus und sein Neffe Roger. Sie sind auf Urlaubsreise, und da Mr. Pompus seine Brieftasche verloren hat, wartet er nun auf eine telegrafische Geldanweisung. Als die Ganoven die Post stürmen und alle Kunden in Schach halten, gelingt es dem Dackel einer Kundin, Kimba auf sich aufmerksam zu machen, der gerade draußen vorbeigeht. Auf den Hilferuf des Dackels rennt Kimba hinein und verscheucht die Posträuber.

Während die Ganoven verhaftet werden, erfährt Kimba von dem Dackel, dass nicht alle Menschen böse sind oder Spaß am Kämpfen haben. Roger geht zu Kimba und bedankt sich bei ihm: "Du bist ein mutiger Löwe!" Die beiden nehmen Kimba mit in ihr Hotel.

Dort müssen sie in der Küche als Tellerwäscher arbeiten, weil sie ihre Rechnung nicht bezahlen können. Der geschäftstüchtige Hotelmanager sieht in Kimba eine hervorragende Geldquelle. Hinter dem Rücken von Roger und Mr. Pompus verkauft er den kleinen weißen Löwen an den Zoo. Als Kimba abtransportiert wird, ist er bitter enttäuscht und glaubt, seine beiden Freunde hätten ihn verraten.

Doch Kimba gibt sich dort nicht geschlagen. Er bricht aus seinem Käfig aus und macht sofort eine Lautsprecherdurchsage an die Zootiere, dass er sie alle befreien wird, sobald er kann. Der Zoodirektor mobilisiert das Militär mit Panzern, um den angeblich "riesigen Löwen" einzufangen, der nun durch die Stadt rennt.

Als Mr. Pompus und Roger erfahren, dass der Hoteldirektor ihren Löwen verkauft hat, sind sie stocksauer und versuchen, ihn wiederzubekommen. Schließlich kann das Militär beruhigt werden, und alles ist scheinbar wieder gut. Doch Kimba traut den beiden jetzt nicht mehr. Er knurrt sie an und nimmt Reißaus.

Kimba rennt durch die Stadt und flüchtet sich auf eine hohe, baufällige Säule, die gerade eingerissen werden soll. Roger klettert hinauf und riskiert seine Gesundheit, um den Löwen zu retten. Kimba beißt ihm erstmal herzhaft in die Hand. Da stürzt die Säule ein. Zum Glück ist den beiden nichts passiert; Roger hält Kimba schützend im Arm. Nun begreift Kimba, dass er sich in Roger getäuscht hat: "Er ist wirklich mein Freund!"

Während all dieser Geschichten vergehen die Tage, und die Tierkinder schwimmen weiter durch den Sumpf. Ihre Eltern machen sich begreiflicherweise Sorgen, doch Daniel und Pauly sind der Meinung, dass dies für die Jungen gleich eine gute Bewährungsprobe für die Zukunft ist.

Am neunten Tag kommt es zu Problemen. Die Giraffe Geraldine kann nicht mehr und droht zu ertrinken. Kimba rettet sie und hält sie fest. Als die anderen meutern und aufgeben wollen, überzeugt Kimba sie, dass es sich lohnt, durchzuhalten. Außerdem erzählt er ihnen die aufregende Geschichte seiner ersten Tierbefreiung:

Nachdem er mit Hilfe eines geklauten Schlüsselbundes alle Käfige im Zoo geöffnet hat, führt Kimba die Tiere schnurstracks in das Hotel, wo er mit Roger und seinem Onkel wohnt. Dass es hierbei zu turbulenten Szenen kommt, ist kein Wunder. Das ganze Hotel platzt aus allen Nähten und wird unter Wasser gesetzt. Am Ende ziehen die Tiere es vor, wieder in ihre gemütlichen Käfige zurückzukehren!

Als Kimba diese Geschichte beendet hat, sind es nur noch wenige Stunden bis zum Morgen. Bei Sonnenaufgang haben sie den "Sumpftest" grandios bestanden. Kellyfant gratuliert ihnen und entlässt Roger in die Freiheit, der von Kimba und den anderen stürmisch empfangen wird. Am Schluss der Episode besuchen sie alle gemeinsam das Tal des Regenbogens.

Allge-
meines
Von allen Episoden, die in langen Rückblenden Kimbas früheres Leben bei den Menschen zeigen, ist dies die einzige, die in Deutschland gesendet wurde. Deshalb hielt man es wohl für eine gute Idee, die Handlung der Rückblenden von Kimba "erfinden" zu lassen. Die deutschen Zuschauer wussten ja nicht, was es mit diesen Bildern wirklich auf sich hat.

Bei Kimbas Erklärungen zu seiner "Märchenstunde" merkt man ihm seine regelrechte Lustlosigkeit an. Diese Rückblenden-Story passte wohl nicht ins deutsche Kimba-Konzept...

Wenigstens fehlen in der deutschen Fassung keine Szenen. Einige Texte wurden wörtlich übernommen, doch den größten Teil hat man abgeändert und dabei oft verfälscht.

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TEXT
1) Kellyfant über den Sumpftest: "Keiner hat es bis jetzt geschafft, ihn zu bestehen. Aber wenn ihr genug Mut habt...?" Im Original dauert der Test 10 Tage!

2) Zu Beginn des Sumpftests, als Speedy ihn fragt, wie er Roger kennenlernte, sagt Kimba: "Ich erzähle euch jetzt die tatsächliche, komplette Geschichte! Wir können ja ohnehin nicht weg von hier! - Wie ihr ja wisst, habe ich damals das Schiff verlassen und geriet in einen schlimmen Sturm..." Damit wird eine gute Überleitung zu diesen Szenen hergestellt.

3) Als Kimba an Land gespült wird, gibt's im Original erst mal ein wenig Stille. Diese hat man in der deutschen Fassung dazu genutzt, den Betrug mit der "erfundenen Geschichte" einzuleiten (siehe rechte Spalte).

4) Kimbas Eindruck von den Posträubern: "Wenn die Menschen alle so sind wie die, dann will ich bestimmt nichts mit ihnen zu tun haben!"

5) Der Originaldialog zwischen Kimba und dem Dackel:
Kimba: "Die Menschen scheinen andauernd zu kämpfen." Dackel: "Nur die bösen Menschen kämpfen, aber nicht alle sind böse!" Kimba: "Na so was! Ich wusste gar nicht, dass es auch Gute gibt!" Dackel: "Na klar gibt es die!"

6) Zwischendialog der Tiere im Sumpf:
Dodie: "So wurdest du also Rogers Freund?" Speedy: "Aber du hast doch mit ihm zusammen gelebt!" Kimba: "Wart's ab, Speedy, dräng' mich nicht! Ich erzähl dir alles ganz genau. Wir haben so viel Zeit, während wir schwimmen, deshalb sollt ihr die komplette Geschichte erfahren. Nun passt gut auf:..."

7) In der Szene, wo Kimba vor Roger und Mr. Pompus davonläuft, rennt er lange durch die Stadt, bevor er zu der baufälligen Säule kommt. An dieser Stelle hat man in der deutschen Fassung einen Kommentar hinter die Bilder gelegt, der wieder mal Aufschluss über das Wesen des deutschen Kimba gibt (siehe rechte Spalte).

8) Als Kimba auf der Säule hockt, gibt es in der Originalfassung weder Text noch Musik. Hier hat man in der deutschen Fassung einen erklärenden Satz eingebaut, der sehr gut hierherpasst (siehe rechte Spalte).

9) Rogers Worte, als er auf die Säule klettert: "Ich will ihm beweisen, dass manche Menschen gut zu Tieren sind!"

10) Die bitterste Abweichung von allen: Als Roger mit Kimba herabgestürzt ist, hält er ihn fest umklammert und sagt zu ihm: "Ich bin so froh, dass dir nichts passiert ist!" Daraufhin sieht man Kimba in Großaufnahme auf Rogers Arm, und Kimba gewinnt die Erkenntnis: "Ich glaub', ich hab' mich vielleicht doch getäuscht ... Er ist tatsächlich mein Freund ... nach all dem, was geschehen ist ... ein wirklicher Freund!"

11) Alle gemeinsam: "Schwimmt, schwimmt, schwimmt! Wir müssen unseren Freund retten!" Dodie: "Ja, wir müssen ihn einfach retten!" Kimba: "Er ist der beste Freund, den ich je hatte."

12) Am Ende der Geschichte von seiner Zootier-Befreiung sagt Kimba: "Ich fühlte mich damals ganz schrecklich, als ich sah, wie die Tiere das Hotel zugerichtet hatten. Aber Roger war nicht einmal böse auf mich! Er sagte, er habe Verständnis für das, was ich zu tun versucht hatte: den anderen zu helfen, ebenfalls frei zu sein. Damals hat er beschlossen, mich hierher zu bringen, wohin ich gehöre." Speedy: "Ich glaube, Roger Ranger ist der beste Freund, den ein Tier je haben kann." Kimba: "Richtig, Speedy. Darum müssen wir jetzt auch dranbleiben. Nur noch eine Nacht, und wir haben's geschafft. Dann ist er wieder frei!"

13) Rogers Worte, als er Kimba in die Arme schließt: "Oh Kimba, Kimba, ihr habt mir das Leben gerettet, wie kann ich euch je danken?" * siehe Fazit

14) Kimbas Schlussworte im Regenbogen-Tal: "Es ist vor allen deshalb so schön, weil wir unser Erlebnis mit wahren Freunden teilen können!" Roger: "Recht hast du, Kimba, du hast ja so recht!" Die Episode klingt ohne Text aus.

1) In der deutschen Fassung heißt es: "Das ist etwas für Kerle, die Mut haben!" Bei uns dauert der Test auch nur 3 Tage, was - zugegeben - etwas realistischer ist.

2) Auf Speedys Frage, wie er Ronny kennen gelernt habe, antwortet Kimba: "Aber Speedy! Das ist eine uralte Geschichte, und ihr kennt sie alle! Also gut, damit die Zeit vergeht, ein Stückchen davon: die Sache mit dem Sturm." Das ist doppelt falsch, denn wir (die deutschen Zuschauer) kennen die Geschichte überhaupt nicht, und die Sache mit dem Sturm hat auch nichts mit Ronny zu tun!

3) Der deutsche Kimba spricht an dieser Stelle: "Und so bin ich glücklich gelandet. Den Rest kennt ihr ja." Speedy: "Na, dann erfinde doch mal was Neues!" Kimba: "Also gut. Als ich erwachte, befand ich mich in einer großen Stadt. Ich dachte, das wäre der Dschungel..."

4) Kimbas deutscher Text: "Na reizend - genau so hatte sie mir meine Mutter geschildert."

5) Der deutsche Dialog:
Kimba: "Macht den Menschen sowas Spaß?" Dackel: "Oh nein, nicht allen. Die meisten sind friedlich und freundlich - und tierlieb." Kimba: "Sooo... na, dann lass' ich mich mal überraschen." Dackel: "Kennst du denn so wenige Menschen?"

6) Deutscher Zwischendialog:
Dodie: "Das war eine schöne Geschichte! Und wie geht's weiter?" Speedy: "Wie kamst du in den Dschungel?" Kimba: "Nu' mal langsam, nicht so schnell, da muss ich erst mal überlegen. Also, das war so ... äh ... wie war's denn nun eigentlich? Schwimmt erstmal ein Stück weiter! Dann erzähl' ich euch alles."
Das klingt sehr unwillig und gelangweilt. Kimba scheint sich selbst nicht im Klaren darüber zu sein, ober er hier Geschichten erfindet oder die Wahrheit sagt!

7) Kimba: "Und dann bin ich losgerannt und gerannt und bis hierher in den Dschungel, und damit ist die Geschichte aus!" Die Kinder: "Nein, noch nicht aufhören! Irgendwie muss es doch weitergegangen sein!" Kimba: "Also gut, wo war ich stehengeblieben... Ich rannte und rannte und kam plötzlich zu einem Platz..." Man merkt deutlich, dass Kimba das Erfinden seiner Geschichten lästig ist und keinen rechten Spaß macht!

8) "Damals verstand ich die Menschensprache noch nicht und wusste gar nicht, was sie alle von mir wollten!" Dieser wichtige Satz kommt in der US-Fassung nicht vor.

9) Dieser wichtige Satz kommt im Deutschen nicht vor. Hier sagt er: "Nur keine Angst, ich bring ihn schon heil wieder runter!"

10) Zu diesen Bildern spricht der deutsche Kimba im Tonfall eines missmutigen Oberlehrers: "So, und damit ist die Geschichte nun endgültig aus! Und jetzt fällt mir auch dazu ab-so-lut nichts mehr ein!!!" Diese Szene der deutschen Synchronfassung ist an Lieblosigkeit nicht mehr zu übertreffen!

11) Alle gemeinsam: "Eins, zwei, drei - bald ist Ronny frei!" Dodie: "Also weiter, nicht nachlassen!" Kimba: "Die Elefanten werden sich verrechnen!"

12) Deutsche Version: "Und das war das Ende der Geschichte meiner ersten Tierbefreiung! Sehr erfolgreich war ich nicht, aber es hat ja jeder mal klein angefangen. So, und jetzt Schluss mit der Märchenstunde, jetzt schwimmen wir weiter. Noch ein paar Stunden, dann ist es Morgen, und dann haben wir unseren Ronny wieder."
Man merkt, dass auch hier wieder jeder Tiefgang vermieden wurde. Die deutsche Fassung spricht das Thema der Freundschaft zwischen Kimba und Ronny viel weniger deutlich an.

13) Ronnys deutsche Worte: "Ihr seid wirklich gute Freunde, hoffentlich kann ich mich bald mal revanchieren." * siehe Fazit

14) Kimba sagt in der deutschen Fassung: "Der Weg war nicht ganz einfach hierher, aber er hat sich in jeder Hinsicht gelohnt." Roger antwortet nicht, dafür bringt Daniel als Erzähler noch einen guten, sinnigen Spruch am Ende.

Bucky wird in dieser Episode von Harry Wüstenhagen gesprochen.

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MUSIK
In dieser Episode gibt es sehr viel Handlung mit Dialogen und daher nur wenig Originalmusik.

1) Zur Einleitung und Erklärung des Regenbogen-Tals erklingt ein schönes Originalthema.

2) Als die Banditen die Bank ausrauben, gibt es im Original keine Musik.

3) Als Roger und die Tiere am Ende der Episode ins Regenbogental aufbrechen, ertönt eine gefällige und schöne Melodie.

1) In der deutschen Fassung hat man das Original durch eine deutsche Melodie ersetzt, die normalerweise immer gegen Ende der Episode verwendet wird, an dieser Stelle aber ausgesprochen gut passt.

2) Hier hat man wieder ein wenig Abschwächungsarbeit betrieben und diese Szenen mit einem betont-lustigen deutschen Motiv untermalt.

3) Die deutsche Melodie zu den letzten Szenen ist mit der Melodie des Anfangs identisch und passt vom Charakter her ebenfalls sehr gut.

Fazit Diese Episode gehört zu den schönsten und gleichzeitig wichtigsten der gesamten Kimba-Serie. Obwohl man in der deutschen Fassung die Rückblenden-Handlung verfälschte, begreift der Zuschauer, dass es hier um eine bedeutende Sache geht. Erst durch sein schicksalhaftes Zusammentreffen mit Roger wurde Kimba zu dem, der er ist!

Die Botschaft dieser Geschichte ist so einfach wie tiefsinnig: Wahre Freunde helfen einander. Auch wenn es harten Einsatz erfordert und - wie hier - sogar lebensgefährlich werden kann.

*) Für seine Rettung und den mutigen Einsatz der Tierkinder revanchiert sich Roger bereits in der nächsten Folge (Such Sweet Sorrow / Endlich wieder Mary): Dort rettet er letztlich Kimba und allen anderen Tieren das Leben, indem er mithilft, dass aus Tonga wieder Mary wird und damit eine der größten Bedrohungen für die Tiere und insbesondere für Kimba endlich und für immer beseitigt wird.

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