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Episodenvergleich - Episode
41 bis 44
Die Nummerierung entspricht der japanischen Original-Reihenfolge.
Ein Klick auf die Nummer führt direkt zur
jeweiligen Episode.
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41
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Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
Destroyers From The Desert |
Die Zerstörer aus der
Wüste |
| Inhalt |
Hinweis:
Die deutsche Fassung wurde um ca. 3 Minuten gekürzt, einschließlich
der Original-Anfangs- und Schlussszenen. Diese Inhaltsangabe bezieht sich
auf die Originalversion und gibt die geschnittenen Szenen kursiv wieder.
Es ist ein wunderschöner
und friedlicher Dschungelabend. Kimba, Dinky, Dot und Dash fordern Daniel
auf, mit in die Wüste hinauszukommen und sich dort mit ihnen den Sonnenuntergang
anzusehen, der um diese Jahreszeit besonders farbenprächtig ist.
"Wann kommst du wieder
zurück, Kimba?" fragen einige Tiere ängstlich. "Bald!" antwortet
dieser, ohne zu ahnen, dass er damit nicht recht behalten soll. Sie rennen
also in die Wüste und bestaunen dort das Naturschauspiel, als plötzlich
ein Sandsturm vor der untergehenden Sonne auftaucht. (ca. 50 sek.)
Als der Sandsturm die untergehende
Sonne kreuzt, erscheinen am Horizont drei unheimliche Gestalten. Daniel
befürchtet, dass dies die drei legendären "Zerstörer aus
der Wüste" sind, die der Sage nach Tod und Verderben über jede
Gegend bringen, die von ihnen heimgesucht wird.
Es handelt sich um den riesigen
Elefanten Nero, den Leoparden Chiller (deutscher Name: Killer) und den
Pavian Butcher Boy (deutscher Name: Baboon). Kimba, der ihnen freundlich
entgegentritt, wird von den drei Schurken angegriffen und schwer verwundet.
Nach ihrem Sieg halten die
Zerstörer einen triumphalen Einzug im Dschungel. Dort unterjochen
sie die eingeschüchterten Dschungeltiere und lassen sich von ihnen
nach Strich und Faden bedienen.
Inzwischen bringen Daniel
und Bucky den verletzten Kimba an einen abgeschiedenen Ort, wo es heilende
Schwefelquellen gibt. Kimba will sofort in den Dschungel zurück und
seinen Freunden helfen, doch Daniel befiehlt ihm energisch, solange hierzubleiben,
bis seine Wunden verheilt sind. Nach Daniels Meinung hat sowieso niemand
eine Chance gegen die legendären Zerstörer, weshalb er bereits
die Evakuierung des Dschungels plant.
Die Zerstörer fressen
währenddessen weiterhin Unmengen und lassen sich bedienen. Kommentar
der Dschungelkinder: "Da bleibt bestimmt nichts übrig!" Pauly will
die Initiative ergreifen: "Einer muss doch damit anfangen, die zu stoppen!"
Daniel: "Aber wie denn?" Pauly: "Ich werde Kimba ein Spezial-Training geben,
damit er ihnen gewachsen ist." Daniel, wütend: "NEIN! Wie oft muss
ich es euch allen noch sagen, dass Kimba diesmal auch nichts ausrichten
kann! Warum glaubt ihr mir nicht? Die sind zu groß und zu stark für
ihn!" (ca. 50 sek.)
Aber Pauly will sich nicht
geschlagen geben. Ihm schwebt vor, Kimba eine neue Art von Kampftechnik
beizubringen, damit er die Schurken am Ende doch noch besiegen kann. Im
Versteck bei den Schwefelquellen unterbreitet er Kimba seinen Plan. Dieser
willigt ein, und Pauly beginnt mit dem harten Training. Doch aller Anfang
ist schwer.
Als Kimba auch nach mehrmaligem
Versuch mit Paulys Kampftechnik nicht zurecht kommt, weint er bittere Tränen:
"Ich bin ein Versager und zu nichts nutze!" Pauly tröstet ihn und
heult ebenfalls: "Nein, es ist alles mein Fehler!" Daraufhin schauen sich
beide einen Moment lang an und heulen dann energisch um die Wette! Diese
Szene ist ergreifend und komisch zugleich! (ca. 25 sek.)
Doch Kimba gibt nicht auf.
Er trainiert eisern weiter, und nach anfänglichen Fehlschlägen
wird er immer geschickter. Kitty, die ihn versteckt beobachtet, ist stolz
auf ihren Freund. Doch Daniel glaubt weiterhin nicht an Kimbas Siegeschancen
und beginnt in eigener Regie mit der Evakuierung aller Tiere.
Die Flucht aus dem Dschungel
geschieht heimlich, und als die Zerstörer es bemerken, sind fast alle
weg. Doch die drei kleinen Raubkatzen Dinky, Dot und Dash haben den Anschluss
verpasst. Als die Bösewichter sie fressen wollen, werden sie durch
Paulys mutiges Eingreifen gerettet. Daraufhin nehmen die Zerstörer
den Papagei gefangen.
Kitty wird Zeuge dieser Szene
und berichtet Daniel und den Tieren davon, die inzwischen bei Kimba angekommen
sind. Obwohl Daniel es ihm verbietet, eilt Kimba sofort zur Rettung seines
Freundes. Dabei will er gleich testen, ob Paulys Kampftechnik funktioniert.
Sie funktioniert ausgezeichnet,
und Kimba kann die drei Zerstörer besiegen. Daniel und alle Tiere
werden Zeuge des Kampfes, denn sie können es nicht übers Herz
bringen, ihren Kimba allein den drei Schurken auszuliefern.
Nach Kimbas Sieg kommt
Kitty angesprungen und leckt ihm die Wunden: "Tun deine Verletzungen weh?"
Kimba muss lachen: "Kitty kitzelt mich!" worauf alle Tiere ebenfalls zu
lachen beginnen. (ca. 15 sek.)
Die freundliche Einladung
Kimbas, hierzubleiben, lehnen die drei Zerstörer ab und verschwinden
wieder Richtung Wüste. Alles ist noch einmal gut gegangen.
Die Schlussszene zeigt
Kimba und seine Freunde. Daniel spricht: "Also, ich weiß nicht, wie's
euch geht, aber ich bin total erledigt." Kimba gähnt: "Ich könnte
auch ein wenig Ruhe vertragen." Dinky, Dot und Dash sind so müde,
dass sie sich gegenseitig stützen müssen: "Für Gerechtigkeit
kämpfen schlaucht ganz schön!" Pauly: "Ich könnt' auf der
Stelle einschlafen." Daniel, grimmig: "Aber nicht auf meinem Kopf!" Alle
lachen! Die Episode endet mit einer süßen Großaufnahme
von Kimba und Kitty. (ca. 40 sek.) |
Allge-
meines |
Weshalb
aus der deutschen Fassung so viel herausgeschnitten wurde, ist völlig
unverständlich, denn die betreffenden Szenen enthalten auch nicht
mehr Gewalt als der Rest.
Abgesehen von den oben beschriebenen
Szenen wurde zusätzlich noch die Sequenz, in der die Zerstörer
aus der untergehenden Sonne langsam näherkommen, um rund 30 Sekunden
beschnitten:
1) Die Zerstörer
kommen frontal auf die Tiere zu. Diese Szene ist im Original um ca. 10
sek. länger.
2) Die Zerstörer
schreiten langsam in Großaufnahme an der Kamera vorbei. (ca. 20 sek.)
Wieder einmal wurden einige
gefühlvolle Szenen ein Opfer der Schere. Kein Wunder, dass Kimbas
verwundbarer und sensibler Charakter in der deutschen Serie lange nicht
so deutlich zum Vorschein kam. Weshalb man außerdem die harmlosen
Anfangs- und Schlussszenen herausgeschnitten hat, bleibt ein Rätsel.
Nachdem an dieser Folge so
viel herumgeschnippelt wurde, ist es auch nicht verwunderlich, dass es
bei den Dialogen zum Teil erhebliche Unterschiede gibt. Ein Lichtblick
sind die vielen guten Reim-Texte von Pauly, der in dieser Episode ja eine
große Rolle spielt. |
Unter-
schiede
TEXT |
1) Der amerikanische
Erzähler schildert die Legende von den Zerstörern noch ein ganzes
Stück eindringlicher und furchterregender.
2) In der US-Fassung heißt
der Leopard "Chiller" und der Zerstörer-Affe "Butcher Boy".
3) Grobe Aufforderung, Dschungel-Prinz
Kimba fertig zu machen: "Chiller, zeig' ihm dein Rezept für Prinzen-Pastete!"
4) Die Formulierung in der
US-Episode ist sachlich und brutal: "Wenn ihr nicht genauso wie euer Prinz
enden wollt, dann bringt uns was zu essen!"
5) Als Daniel den verletzten
Kimba in die heißen Schwefelquellen hineinwirft, sagt er: "Ich werde
Dich nie mehr mit ihnen kämpfen lassen!"
6) Daniels Monolog, als er
die Evakuierung vorbereitet: "Diese drei sind schon in so viele Gegenden
Afrikas gekommen, und das Resultat war immer dasselbe: Totale Zerstörung!
Sie können nicht gestoppt werden." In der Originalfassung besteht
kein Zweifel daran, dass es sich bei den dreien tatsächlich
um die legendären Zerstörer handelt!
7) In der Originalfassung
wird Paulys Absicht für den Zuschauer klarer, als er zu Kimba sagt:
"Ich weiß, es ist sehr schwer für dich, eine neue Kampftechnik
zu erlernen, aber das ist der einzige Weg, sie zu besiegen!"
8) Nach der Evakuierung der
Tiere sagt Daniel zu Kimba: "Ich musste eine Entscheidung treffen, von
der ich dachte, dass es die beste für jeden von uns ist, Kimba. Es
gibt keine Möglichkeit, unsere Heimat zu retten, jetzt wo die Zerstörer
gekommen sind."
9) Als Kitty von Paulys Gefangennahme
berichtet, sagt sie: "Pauly ist in Gefahr; sie haben ihn geschnappt. Beeil
Dich, bevor es zu spät ist, Kimba. Du bist der Einzige, der ihn retten
kann!" - Dann sagt sie noch: "Du verschwendest Zeit, Kimba!" Kitty wirkt
in der US-Fassung also viel energischer.
10) Als Kimba losrennt, um
Pauly zu retten und die Zerstörer zu besiegen, sagt Kitty in der Originalfassung:
"Komm (wieder heil) zurück!" Darauf antwortet Kimba beruhigend: "Das
werde ich!"
11) Vor dem Entscheidungskampf
sagt Chiller zu Kimba in der US-Fassung: "Du hast Deine Lektion nicht gelernt,
wie?"
12) Als Kimba nach bestandenem
Kampf bemerkt, dass Daniel und die Tiere ihn beobachten, herrscht in der
Originalszene eine völlig andere Stimmung.
Kimba spricht mit zorniger
Stimme: "Daniel! Du solltest sie doch alle in Sicherheit bringen! Wie kannst
du sie nur wieder hierherbringen?" Daniel, kleinlaut: "Und wie kannst du
nur glauben, wir würden dich bei deinem Kampf hier ganz allein lassen?
Das haben wir nicht übers Herz gebracht..." Dabei hat er Tränen
in den Augen."
13) Ebenfalls große
Unterschiede gibt es in dieser Szenenfolge am Ende:
Kimba: "Trotz eurer Übeltaten
erlauben wir euch, hierzubleiben - wenn ihr gewillt seid, unseren Dschungelgesetzen
zu gehorchen."
Nero: "Wir kamen aus der
Wüste, und dorthin kehren wir wieder zurück."
Chiller, drohend: "Aber
wundere dich nicht, wenn wir eines Tages zurückkommen!"
Nero: "Nein, Chiller, dies
ist das Reich des Weißen Löwen. Hier ist kein Platz für
die Zerstörer."
14) Als die drei Zerstörer
in die untergehende Sonne wandern, gibt es in der Originalfassung keinen
Text. |
1) Erzähler
Daniel erwähnt ebenfalls alle Details, aber bringt das Ganze etwas
gefälliger rüber, so dass es nicht allzu erschreckend wirkt.
2) Bei uns wird "Chiller"
zu "Killer". Der Affe heißt "Baboon" (klingt auch nicht sehr deutsch).
3) Der deutsche Text ist
da bedeutend harmloser: "Zeig' ihm, wie wir mit Hoheiten verkehren!"
4) In der deutschen Fassung
klingt es hier ziemlich salopp: "Schwingt keine Reden, sondern bringt das
Fressen, aber 'n bisschen Tempo!"
5) In der deutschen Fassung
ist dieser Satz nicht ganz so drastisch. Hier sagt Daniel zu Kimba: "Vorläufig
kämpfst Du nicht."
6) In der deutschen Version
sagt Daniel: "Ich glaubte damals wirklich, es seien die drei Zerstörer
aus der alten Sage, die gekommen waren..." Damit lässt Daniel die
Zuschauer wissen, dass es sich bei den drei Schurken nicht um die
legendären Zerstörer handelt, wodurch wieder ein wenig Abschwächung
betrieben wurde. Vermutlich wollte man den deutschen Kindern mitteilen,
dass solch böse Sagengestalten nicht existieren!
7) Paulys deutsche Dichtkunst,
mit der er Kimbas Training kommentiert, ist zwar sprachlich origineller,
aber die Absicht und damit den Grund, weshalb er Kimba so hart rannimmt,
spricht er niemals klar aus.
8) Daniels deutscher Text
lautet: "Ich habe die Entscheidung getroffen, Kimba, weil ich keinen anderen
Ausweg gesehen habe. Zum Besten aller Tiere, und auch in Deinem Sinne.
Die Zerstörer sind stärker!"
9) Die deutsche Kitty klingt
durch den hier gewählten Text schon beinahe hysterisch: "Kimba! Sie
haben Pauly erwischt! Es geht ihm schlecht! Er ist gefangen, und sie haben
gesagt, dass sie ihn umbringen wollen!" - Total hilflos wirkt dann auch
ihr Satz: "Na, was machen wir denn nun?"
10) In der deutschen Fassung
sagt Kitty: "Ich komm' mit!" Darauf antwortet Kimba pampig: "Das fehlt
noch!" - Tja, das ist eben der rotzfreche deutsche Kimba...
11) Killers deutscher Satz
ist weniger treffend, dafür umso drastischer: "Wir werden Dich schon
sattkriegen."
12) In der deutschen Version
klingt diese Szene ganz anders:
Kimba, mit ungläubigem
Tonfall: "Daniel! Ich denke, du hast sie alle weggebracht, an einen sicheren
Ort? Wieso sind sie alle hier?" Daniel, energisch: "Weil wir sehen wollten,
wie du mit einer alten Legende aufräumst, als Schrecken der Zerstörer!"
Daniels Gesichtsausdruck mit den Tränen passt überhaupt nicht
zu seinem Text!
13) Und das sagen die Tiere
in der deutschen Fassung:
Kimba: "Ich glaube, der
Schrecken ist vorbei. Euch drei könnte ich sagen, ihr dürft hierbleiben
- aber das wäre wohl nichts für euch. Also zieht in Frieden weiter,
und haltet auch Frieden, wenn ihr könnt." (Nero antwortet hier nicht.)
Killer, drohend: "Dir werden
wir noch zeigen, was wir alles können!"
Nero: "Komm, Killer, mach
keine Sprüche. Hier haben wir nichts mehr verloren."
14) Da dies in der deutschen
Fassung die Schlussszene ist, bringt Daniel hier noch einige seiner Sprüche
unter.
Bucky wird in dieser Episode
von Harry Wüstenhagen gesprochen. |
Unter-
schiede
MUSIK |
In dieser Episode
gibt es ausgesprochen wenig Originalmusik. Viele Szenen enthalten nur Geräusch-Untermalung.
So ist z.B. die komplette
Szene vom Beginn des Sandsturms bis zur Ankunft der Zerstörer komplett
ohne Musik, nur das Heulen des Windes ist zu hören. Auch bei Kimbas
Kampf gegen die Zerstörer gibt es keinerlei Musik. |
Die deutsche Zusatzmusik füllt
viele Lücken, die im Original leer und bedrohlich wirken. Die langen
Anfangsszenen werden durch Trommelwirbel und spannende Musik ausgeschmückt,
ebenso die Kampfszenen.
Vieles wurde auch im Deutschen "stumm" gelassen.
Die lange Szenenfolge von Paulys Kampftraining enthält in beiden Versionen
keine Musik. |
| Fazit |
Diese Episode
ist spannend und lehrreich. Der Held der Geschichte ist diesmal zweifellos
Pauly. Er hat den Mut, gegen den Strom zu schwimmen und Kimba zu trainieren,
während der mutlose Daniel sich vorschnell in sein Schicksal ergibt.
Die Botschaft lautet, dass
man auch vor unüberwindlich scheinenden Problemen nicht vorschnell
kapitulieren und lieber nach einer Lösung suchen soll, auch wenn diese
ungewöhnlich sein mag oder mit hartem persönlichem Einsatz verbunden
ist.
Detail am Rande: Die
Szene, in der Pauly sich nach dem letzten Tropfen reckt, der vom Wasserfall
herunterhängt, ist zwar lustig, aber völlig unlogisch: Weshalb
sollte der Wasserfall austrocknen, nur weil Nero den Teich leergetrunken
hat? |
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42
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Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
The Balloon That Blows Up |
Auf und davon |
| Inhalt |
Hinweis:
Die deutsche Fassung wurde um ca. 3 Minuten gekürzt. Diese Inhaltsangabe
bezieht sich auf die Originalversion und gibt die geschnittenen Szenen
kursiv wieder.
Eines Nachts landet ein Trupp
Soldaten mit einem Freiballon in Kimbas Dschungel. Wie sich später
herausstellen wird, handelt es sich dabei um die Geheimwaffe einer Rebellenarmee
mit einer scharfen Bombe an Bord. Tom und Tab, die Hyänen, schleichen
sich an und würden das unbekannte Ding gerne stehlen, doch Kimba vertreibt
sie.
Inzwischen sind Dot, Dash
und Dinky in den Ballonkorb geklettert und spielen dort. Als Kimba sie
entdeckt, wird er zunächst zornig, aber seine Neugier ist stärker,
und so klettert er ebenfalls an Bord des unbekannten Gefährts. Weil
alle darin auf- und abspringen, reißt die Leine, und der Ballon schwebt
auf und davon. Die Soldaten versuchen vergeblich, ihn wieder zurückzuholen.
Der Schreck ist groß,
als die Kinder begreifen, was geschehen ist. Dash weint bitterlich und
möchte wieder nach Hause. Er will abspringen, doch die anderen halten
ihn fest: "Du kannst jetzt nicht mehr raus, sonst fällst du runter!"
Seine Freunde trösten ihn: "Hör auf zu weinen, Dash, wir alle
wollen ja zurück!" Dot: "Kimba, kannst du nicht rauskriegen, wie wir
wieder runterkommen?" Dinky: "Hau doch auf diese Knöpfe!"
Kimba begreift aber nicht
recht, wo er draufhauen soll, und haut stattdessen zuerst mal gegen die
Steuerkonsole. Dann tanzt er auf Knöpfen und Hebeln herum, aber nichts
geschieht. Dinky meint, bevor noch was kaputt geht, sollte man das Ding
besser weiterfliegen lassen. Dash heult wieder und will heim - er ist der
Kleinste! Doch auch Kimba kann ihm nicht helfen und meint: "Es hilft nichts,
wir müssen vorerst in der Luft bleiben." (ca. 50 sek.)
Nach einer schlimmen Nacht
im Gewittersturm, wobei den Kindern das Wasser im Ballonkorb bis zum Hals
steht, folgt ein strahlend schöner Tag. Nun hat auch Dash keine Angst
mehr, und alle genießen die abenteuerliche Fahrt. Sehr schöne
Bilder von den unterschiedlichsten Landschaften Afrikas gibt's hierbei
zu sehen. Sie kommen an großen Städten vorbei und überfliegen
ein Schild mit der Aufschrift "Uganda, Equator"
(diese kurze Szene wurde
aus der deutschen Version ebenfalls herausgeschnitten).
Hier findet die Reise ein
jähes Ende, als der Ballon über einem riesigen Baumwollfeld von
einem Flugzeug, das Insektizide versprüht, gestreift wird. Die vier
Abenteurer stürzen mit ihrem Gefährt direkt auf die Hütte
eines alten Baumwollpflückers. Zum Glück wird niemand verletzt,
nur das Haus ist hinüber.
Der alte Mann ist praktisch
blind und hat daher gar nicht richtig mitbekommen, was gerade mit seiner
Behausung passiert ist. Auch dass es sich bei seinem höflichen Besuch
um Tiere handelt, fällt ihm nicht weiter auf. Nachdem er aufs Feld
zur Arbeit gegangen ist, machen sich die Freunde an die Reparatur der Hütte.
Doch das ist leichter gesagt als getan.
Während sie erfolglos
werkeln, taucht aus der Erde ein Maulwurf namens "Lieutenant Downstairs"
auf. Er will wissen, was der Krach bedeuten soll. Kimba erklärt ihm,
was passiert ist, und dass sie nun Schwierigkeiten beim Wiederaufbau haben.
Daraufhin mobilisiert Lt. Downstairs seine Kameraden, und Dutzende von
Maulwürfen graben und wühlen sich durch das Fundament. Dabei
richten sie aber mehr Schaden als Nutzen an, denn am Ende kracht die Hütte
vollends zusammen.
Kimba: "Danke, aber wir
machen besser allein weiter. Zu viele Köche verderben den Brei." Als
es Abend wird, haben sie es geschafft. Die Hütte steht zwar schief
und mit den obligatorischen Heftpflastern geflickt, aber sie steht. Der
Maulwurf steckt nochmal seinen Kopf aus dem Loch: "Prima gemacht!" Sie
schauen ihn vielsagend an: auf dieses Lob können sie verzichten. (ca.
1,5 min.)
Beim Abendessen in der Hütte
des alten Baumwollpflückers erfahren die Tiere, dass dessen Sohn bei
der Rebellenarmee unter General Horsefly (deutscher Name: Brüller)
Dienst tut. Weil dem Alten die Arbeit immer schwerer fällt, würde
er seinen Sohn gerne zurückholen, aber er weiß nicht, wie er
das machen soll. Kimba schlägt vor, ihm einen Brief zu schreiben,
den die Tiere persönlich überbringen wollen.
Mit Hilfe der Maulwürfe,
die das Halteseil des Ballons kappen, gelingt am nächsten Morgen der
Start. Obwohl die Luftfahrer keine Ahnung haben, wie der Ballon bedient
wird, erreichen sie bald den Bongofluss und nähern sich dem Lager
von General Horsefly. Dieser brüllt gerade seine Soldaten zusammen,
weil ihnen der Geheimballon abhanden gekommen ist.
Inzwischen versuchen die
Tiere verzweifelt zu landen. Die beste Lösung scheint zu sein, den
kompletten Proviant an Bord zu verschlingen: "Dann werden wir schwer und
sinken!" Erst nachdem sie sich alle vollgestopft haben, begreift Kimba,
dass hierdurch lediglich das Gewicht an Bord umverteilt wurde!
Da entdeckt Dash einen Zettel:
"Gebrauchsanweisung zur Steuerung des Ballons und zum Abwurf der Bombe."
Dass das Ding, in dem sie sitzen, ein Ballon ist, dämmert ihnen nur
langsam. Aber was eine Bombe ist, wissen die Dschungelkinder offenbar ganz
genau, und sie bekommen große Angst. Im selben Moment werden sich
auch schon selber bombardiert.
Die Rebellenarmee will den
Ballon abschießen, bevor er in ihrem eigenen Lager landen und die
Bombe explodieren kann. Als Geschosse verwenden sie Kokosnüsse, von
denen Kimba gleich zwei an den Kopf bekommt. Er läuft rot an vor Zorn,
und es folgt einer seiner berühmten Wutausbrüche! (Trotz aller
Dramatik sieht er in diesen Szenen richtig süß aus!)
Kimba klettert auf die Ballonhülle
und beißt ein Loch hinein. Die Tierkinder vorwurfsvoll: "Warum ist
dir das nicht schon früher eingefallen?" Der Ballon kracht zu Boden.
Während Dinky, Dot und Dash höchstpersönlich die Jeeps der
Rebellen angreifen und die Armee in die Flucht schlagen, zerrt Kimba den
brennenden Ballon ins Camp, wo die Bombe explodiert und alles verwüstet.
Heftige, brutale Bilder!
Als alles zerstört ist,
finden die Tiere unter den Trümmern den bewusstlosen Sohn des alten
Baumwollpflückers. Kimba steckt ihm den Brief zu, und die Tiere brechen
nach getaner Arbeit in Richtung Heimat auf: "Die Rebellenarmee ist ja wohl
auch im Eimer."
Die Sonne geht über
den weiten Baumwollfeldern unter, als der Sohn zur Hütte seines Vaters
zurückkommt. Die beiden umarmen sich glücklich, während
Kimba und seine Freunde draußen sitzen und alles durchs Fenster beobachten.
Daraufhin brechen sie endgültig auf.
Nun haben sie einen weiten
Rückweg vor sich, denn auf ein fliegendes Hilfsmittel müssen
(und wollen) sie von jetzt ab verzichten. |
Allge-
meines |
In
dieser Episode wurden wieder einmal ausgesprochen harmlos-lustige und erschreckend
brutale Bilder unter einen Hut gebracht. Es ist kaum zu glauben, dass die
Szenenfolge, in der sämtliche Hütten des Rebellencamps in die
Luft fliegen, nicht herausgeschnitten wurde.
Teilweise gibt es große
Unterschiede zwischen den Dialogen. Vieles wurde freier übersetzt,
und oft fallen im Deutschen heftigere Worte als im Original.
Dadurch, dass wieder einige
gefühlvolle sowie lustige Szenen entfernt wurden, ist die deutsche
Version ein ganzes Stück nüchterner geworden. Deshalb wirkt der
Kontrast zwischen der fröhlichen Ballonfahrt und den brutalen Kriegsbildern
besonders hart. |
Unter-
schiede
TEXT |
1) Die amerikanische
Anfangsszene ist, wie so oft, ohne jeglichen Text.
2) In der US-Fassung heißt
der Baumwollpflücker "Jeroboam" (ein biblischer Name), sein Sohn "Halfpint"
und der General "Horsefly" (=Pferdebremse).
3) Dialogausschnitt der jungen
Ballonfahrer zu Beginn der Reise, als das Gewitter vorbei ist:
Dash: "Nö! Heute will
ich mir mal richtig die Welt ansehen!"
Kimba: "Ich dachte, du möchtest
so schnell wie möglich wieder heim?"
Dash: "Wer will hier heim?
Also, ich weiß ganz genau, dass ich nicht heim will, und Dot weiß
es sicher auch, stimmt's?" Dot, zwinkernd: "Genau!" Dash: "Dinky?" Dinky,
zwinkernd: "Yeah!" Darauf gibt Kimba sich geschlagen: "Oh, nein..."
4) Beim Ballonabsturz fragen
die Tiere: "Kannst du uns nicht stoppen, Kimba?" Seine Antwort: "Ich weiß
doch nicht, wie's geht!"
5) Die Tiere fragen den Baumwollpflücker:
"Wer ist denn dieser General Horsefly?"
Der Mann: "Sie nennen sich
'The Flying Horsemen' (die fliegenden Reiter)."
Damit ist eine Erklärung
gegeben, was es mit dem Pferde-Symbol auf dem Ballon auf sich hat!
6) Beim Abschied sagt der
alte Mann zu den Tieren: "Kommt mal wieder vorbei und besucht mich!" Kimba:
"Danke! Doch jetzt müssen wir uns auf den Weg machen."
7) Als der Ballon beschossen
wird und Kimba rot anläuft, sagt er im Original: "Oh Mann, macht mich
das wütend! So eine Gemeinheit! Diesen fliegenden Reitern werde ich's
schon zeigen!"
8) In der Schlussszene sagt
Kimba zu seinen Freunden: "Spielt es eine Rolle, wie hoch man fliegt oder
wie weit man geht? Im Grunde genommen ist's doch nirgends so schön
wie daheim!" Die anderen: "Richtig! Lass uns gehen, Kimba!" Der Rest der
Szene bis zum Abspann enthält nur noch imposante Orchestermusik. |
1) Erzähler
Daniel füllt diese Leere durch eine gefällige Einleitung.
2) In der deutschen Fassung
wurde der Name des Alten auf "Jero" verkürzt, der Name des Sohns wird
nicht erwähnt, und der General erhielt den schönen Namen "Brüller".
3) Und so hört sich
dieser Ausschnitt in der deutschen Version an:
Dash: "Aber hoffentlich
bleibt jetzt das Wetter gut!"
Kimba: "Naja, sonst landen
wir halt und stellen uns irgendwo unter."
Dash: "Nanana, du machst
mir Spaß! Weißt du vielleicht, wie? Ich jedenfalls nicht. Und
du?"
Dot, zwinkernd: "Nö!"
Dash: "Dinky?"
Dinky, zwinkernd: "Keine
Ahnung!" Nun weiß man auch, warum die Tiere an dieser Stelle zwinkern...
4) Die Tiere in der deutschen
Fassung sagen: "Tu doch was, Kimba!" Seine Antwort ist pampiger: "Tu doch
was! Immer ich! Was soll ich denn machen?"
5) In der deutschen Version
lautet die Frage: "Warum heißt der General 'Brüller'?"
Antwort des Alten: "Weil
er immer so rumschreit!" Das Symbol der 'Fliegenden Reiter' wird hier nicht
erklärt.
6) Der deutsche Text lautet
hier: "Ihr werdet ihn erkennen! Seht euch gut um!" Kimba antwortet: "Wir
tun unser Möglichstes!"
7) Der deutsche Kimba sagt:
"Dieser General Großmaul! Wenn ich den kriege! Dem leg' ich die Bombe
ins Bett!"
8) In der deutschen Version
sagt Kimba zu seinen Freunden: "Der Traum vom Fliegen ist vorbei." Darauf
Dash: "Na, dann geh'n wir halt zu Fuß." Kimba: "Auf jeden Fall geht's
jetzt direkt nach Hause." Den Rest der Episode füllt Daniel mit einem
pazifistischen Kommentar, der an dieser Stelle sehr gut passt. |
Unter-
schiede
MUSIK |
In dieser Episode,
in der sehr viele Landschaftsaufnahmen vorkommen, spielt Tomitas Originalmusik
eine große Rolle. Besonders das "Ballonfahrer-Lied" ist sehr gut
gelungen.
1) Als die Dschungelkinder
den Ballon entern und starten, gibt's in der Originalfassung keine Musik.
Als die Fahrt jedoch beginnt, bringt Tomita ein großartiges, volles
Orchestermotiv, gegen das die deutsche Musik nicht ankommen kann.
2) Als die Ballonfahrer gegen
Sturm und Regen ankämpfen, ertönt dramatische, wuchtige Musik,
die gut zu den Bildern passt.
3) Die japanische Originalversion
des "Ballonfahrer-Liedes" ist in Melodie und Rhythmus schmissig und originell.
Leider ist in der US-Fassung nicht viel davon zu hören, da die Crew
mit diesem Lied genauso verfuhr wie mit den meisten anderen: der Ton wurde
fast komplett runtergeregelt, damit die japanischen Worte nicht mehr zu
hören waren, und darüber wurde - möglichst laut - ein neuer
Text gesungen.
Bei diesem Lied wirkt das
Verfahren extrem schlimm, da durch eine technische Schlamperei Worte und
Melodie nicht exakt übereinanderliegen.
Trotz all dieser Mängel
wirkt das Lied "echt", weil die Sprecher mit den vertrauten Stimmen selber
singen.
Der Text ist in beiden Fassungen
relativ unwichtig. Ein Beispiel: "Wer will ein Stubenhocker sein und nie
die Welt ansehen ... Nord und Süd rufen mich, Ost und West will ich
sehen, warum soll ich da zu Hause bleiben..."
4) Der Mittelteil des Liedes
hat keinen Text und wurde deshalb in voller Lautstärke übernommen.
Hier bekommt man eine Ahnung, wie das ganze Lied "unverstümmelt" klingen
mag - sinfonisch, wuchtig, großartig.
5) Als die Tiere die Hütte
reparieren, gibt's im Original keine Musik.
6) Die Originalmusik, als
Kimba den Brief schreibt, ist wesentlich schöner und passender.
7) Als die Tiere über
dem Bongofluss sind und beraten, wie sie landen sollen, erklingt im Hintergrund
nochmals eine Instrumentalversion des Ballonfahrer-Liedes. |
Deutsche Zusatzmusik
gibt's vor allem bei den Kampfszenen im Lager Bongo. Das Ballonfahrer-Lied
wurde komplett neu geschrieben und getextet.
1) Zu diesen Szenen passt
die lustige deutsche Musik ausnahmsweise einmal sehr gut. Danach aber ist
es schade, dass die schöne, sinfonische Originalmusik nicht übernommen
wurde.
2) In der deutschen Fassung
wird die Dramatik dieser Szenen durch ein locker-leichtes Swingthema deutlich
abgemildert.
3) Für die deutsche
Fassung wurde das Ballonfahrer-Lied neu getextet und geschrieben. Die Melodie
ähnelt dem Original, hat jedoch einfachere Harmonien und klingt nicht
so flott. Ich habe dieses Lied schon als Kind als albern und unpassed empfunden.
Weil nicht die Originalstimmen,
sondern zwei Sänger der Musikgruppe zu hören sind, wirkt das
Lied auch nicht besonders überzeugend.
Der Text ist genauso belanglos
wie beim amerikanischen Original. Ein Auszug: "Schön ist's, die Welt
zu seh'n, wenn man sie von oben sieht ... Hier braucht kein Tier zu versteh'n,
was auf der Welt geschieht ... Wenn man so als Luftikus nicht auf Erden
wandern muss, ahnt man doch, wie schön das wäre, ohne alle Erdenschwere..."
4) Für den Mittelteil
des deutschen Liedes hat man ein flottes und fröhliches Swing-Thema
komponiert, das die beiden eher langweiligen Hauptthemen gut miteinander
verbindet.
5) Hier erklingt eine gelungene
und nur an dieser Stelle verwendete Zusatzmusik, eine Variation über
die deutsche Kimba-Titelmelodie.
6) Diese Musik wurde leider
durch ein sentimentales deutsches Standard-Thema ersetzt.
7) Diese Melodie wurde in
der deutschen Fassung beibehalten! Hier kann man sich anhören, wie
das Lied in der Originalfassung klingt. |
| Fazit |
Diese Episode
ist eine krude Mischung aus unbeschwerter Ballonfahrt und bitter-ernstem
Kriegsgeschehen. Sie enthält überhaupt keine tiefere Botschaft
und dient nur dazu, Kimba und seinen Freunden ein Stück fremdes Afrika
näherzubringen.
Außerdem stören
bei der Geschichte einige unlogische Szenen: Nachdem beispielsweise der
Ballon auf die Hütte des Alten gekracht ist, haben ihn die Tiere offenbar
wieder fachmännisch vertäut - wer hätte es sonst machen
sollen? Trotzdem wissen sie am nächsten Morgen nicht, wie man das
Ding losbekommt, bis die Maulwürfe das Halteseil durchbeißen.
Auch dass die drei Tierkinder ganz allein die komplette motorisierte Rebellenarmee
besiegen, ist unglaubwürdig.
Detail am Rande: Bei
den amerikanischen Fans prägten sich die Namen der Nebenfiguren besser
ein, da diese viel öfter genannt werden. Dass beispielsweise die drei
kleinen Raubkatzen dieser Episode Dot, Dash und Dinky heißen, muss
sich der deutsche Zuschauer mühsam aus den Dialogen herausklauben. |
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43
|
Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
Monster Of The Mountain |
Der Räuber vom Donnerberg |
| Inhalt |
Hinweis:
Die deutsche Fassung wurde um ca. drei Minuten gekürzt. Da die geschnittenen
Stellen die Handlung nicht beeinträchtigen, werden sie unter der Rubrik
"Allgemeines" genau beschrieben.
Der Erzähler berichtet
von einem räuberischen Monster, das in den Atlas Mountains (deutscher
Name: Donnerberg) lebt. Die Bewohner einer nahen Siedlung nennen es "Chimera",
also Chimäre (deutscher Name: das Phantom), weil es nachts lautlos
und unsichtbar ihr Vieh stiehlt.
Kimba hat davon erfahren
und macht sich per Floß auf die lange und gefährliche Reise,
um dort nach dem Rechten zu sehen. Gegen Kimbas Willen wird er von Cheetah
begleitet. Die beiden geraten in einen schweren Gewittersturm und werden
fast von Piranhas gefressen, aber sie erreichen trotz allem wohlbehalten
ihr Ziel.
In einer glitzernden Edelsteinhöhle
des Donnerbergs machen sie die Bekanntschaft mit dem Bärenjungen Teddy,
der in Kimba eine Art lebendes Spielzeug sieht. Als die Bärenmama
auftaucht und erkennt, dass von den beiden Neuankömmlingen keine Gefahr
für ihr Kind ausgeht, schließen alle Freundschaft miteinander.
Kimba und Cheetah werden
von den Bären herumgeführt und zum Essen eingeladen. Außerdem
erfahren sie etwas über ihre Lebensgewohnheiten und ihren Winterschlaf.
Doch als Teddy Kimba stolz einen Haufen Rinderknochen zeigt, hört
der Spaß schnell auf. Kimba erkennt plötzlich, dass Mama Bär
das gefürchtete Monster der Berge ist!
Da Mama Bär ihre Viehdiebstähle
mit dem Argument verteidigt, sie müsse schließlich für
Teddy sorgen, rennt Kimba beleidigt davon. Cheetah versucht zu vermitteln:
"Vielleicht könnte sie auch eine Farm anlegen, so wie wir? Dann könnten
die Rinder so lange leben, bis die Menschen sie umbringen!" (Dieser Satz
mit überraschend schwarzem Humor stammt aus der deutschen Fassung!)
Kimba antwortet wütend, dass es dafür schon viel zu spät
sei, da der Winter vor der Tür steht. Mama Bär wird bald wieder
töten müssen.
Cheetah läuft zurück
zu den anderen, während Kimba mit sich ringt, ob er bleiben oder gehen
soll. Da erscheint plötzlich eine furchterregende Riesenechse in Dinosauriergröße.
Sie bedroht Cheetah und die Bären. Mama Bär kämpft mit der
Echse und wird von einem herabstürzenden Baum eingeklemmt. Als Teddy
sich losreißt und ebenfalls in Gefahr gerät, kann Cheetah den
schmollenden Kimba endlich überzeugen, dass es besser wäre, jetzt
mal zu helfen!
Und Kimba greift ein. Der
Kampf erweist sich als äußerst schwierig, aber schließlich
gelingt es ihm, das Riesenvieh zu verwirren und auf eine hohe Klippe zu
locken, von wo es in den Fluss stürzt. Die Piranhas freuen sich: es
gibt ein Festmahl für sie!
Als Kimba und Cheetah sich
verabschieden, fällt in den Bergen bereits der erste Schnee. Mama
Bär verspricht, in Zukunft auf die Rinder zu verzichten, und Kimba
verspricht, im nächsten Frühling zurückzukommen und den
Bären beim Anlegen einer eigenen Farm zu helfen. |
Allge-
meines |
Folgende
Szenen wurden aus der deutschen Fassung herausgeschnitten:
1) Kimba und Cheetah kämpfen
auf dem Floß gegen das Gewitter an: Kimbas Kommandos: "Pass auf,
es wird ziemlich rauh! Halt dich fest und versuche, auf dem Floß
zu bleiben!" Heftige Wellen wirbeln das Floß hin und her; der Blitz
schlägt in den Mast ein; beide geraten in einen Strudel. (ca. 50 sek.)
2) Die Szene, in der Kimba
und Cheetah in der Edelsteinhöhle auf den unheimlichen Schatten treffen,
der sich dann als Teddy herausstellt, dauert im Original etwas länger,
wodurch die Spannung erhöht wird. Cheetah fragt: "Was ist das?" Kimba:
"Schau jetzt besser nicht hin - ich glaube, es ist das Monster!" (ca. 25
sek.)
3) Auf dem Weg zur Behausung
der Bären. Teddy erklärt Cheetah auf seine Frage, was das für
merkwürdige Bäume seien: "Kakteen!" Dann springt er von einem
Kaktus zum anderen und fordert Kimba auf, ihm zu folgen: "Mir nach!" Kimba
tut's, und auch Cheetah will mitmachen, doch er bleibt an den Stacheln
hängen und "schält" den Kaktus völlig ab. Wie ein grüner
Geist springt er hin- und her. Als Kimba ihn sieht, fällt er vor Schreck
in einen schlammigen Teich: "Ich dachte, du bist das Monster!" *)
Anmerkung siehe unten.
Warum diese lustige
Szene entfernt wurde, ist völlig unverständlich. (ca. 40 sek.)
4) Kimba sitzt nachdenklich
am Flussufer und macht ein trauriges Gesicht, während er darüber
nachdenkt, ob er bleiben oder gehen soll. (ca. 10 sek.)
5) Als Kimba mit der Riesenechse
kämpft, lockt er sie in die Kristallhöhle und irritiert sie,
indem er zwischen den Felsen umherhuscht und Schattenrisse wirft, die ebenfalls
die Form eines Monsters haben. Daraufhin wird die Echse so wütend,
dass sie auf die hohe Klippe hinausstürzt. (ca. 30 sek.)
Der Text der deutschen Fassung
wurde sehr frei übersetzt, was die Episode an den meisten Stellen
deutlich aufwertet. Der Sinn wurde nicht verfälscht, und viele Formulierungen
sind in der deutschen Fassung gelungener als im Original.
Der deutsche Titel lautet
"Der Räuber vom Donnerberg", obwohl dieses Wort später
in der Episode nicht genannt wird und stets vom Monster die Rede
ist. Diese Abweichung ist vermutlich durch einen Übertragungsfehler
entstanden.
In dieser Episode hat Cheetah
seinen großen Auftritt. Ob es allerdings Cheetah Charly oder Cheetah
Harley ist, wird in keiner Version erwähnt.
*) Anmerkung:
In dieser Szenenfolge ist ein Regiefehler enthalten: Als der "verschlammte"
Kimba und Cheetah sich aufgrund ihres Aussehens gegenseitig erschrecken,
versteckt sich Kimba kurz hinter einem Baum. Als er dahinter kurz hervorschaut,
ist sein Gesicht sauber und in der nachfolgenden Einstellung wieder verschmutzt. |
Unter-
schiede
TEXT |
1) Der Einleitungstext
der Erzählers ist in der US-Fassung kurz und knapp. In der kompletten
Szenenfolge, wo das Monster angreift und wieder verschwindet, fällt
kein einziges Wort, wordurch alles viel dramatischer wirkt.
2) Das Monster wird "Chimera"
genannt (Chimäre = Figur aus der griechischen Mythologie).
3) Etwas unlogisch in der
US-Fassung ist Kimbas Antwort auf Cheetahs Frage: "Ich will oben in den
Bergen Jagd auf die Chimäre machen!" Rätselhafterweise zuckt
Cheetah nicht schon hier zusammen, wo Kimba den Namen zum ersten Mal nennt,
sondern erst beim zweiten Mal!
4) Als sein Floß ablegt,
sagt Kimba: "Ich will nicht, dass noch jemand bei der Sache ein Risiko
eingeht, deshalb gehe ich lieber allein."
5) Als Kimba Cheetah an Bord
zieht, sagt er zu ihm: "Sieht so aus, als seist du jetzt der Sturkopf!"
- Cheetah's Worte, als er "vollgesogen" an Bord liegt: "Ich war gerade
dabei, vollzulaufen."
6) Als Cheetah ihm zuruft:
"Ich kann nicht schwimmen!" antwortet Kimba: "Du musst! Schwimm' oder geh'
unter!"
7) Nach den Sturm, als beide
im ruhigen Wasser treiben und sich die Piranhas nähern, gibt es in
der US-Fassung keinen Text.
8) Als Teddy auf den Baum
klettert, sagt Kimba zu Cheetah: "Ich wusste nicht, dass Bären so
gut auf Bäume klettern können. Sieht so aus, als seien sie gar
nicht so sehr viel anders als du und ich!"
9) Kimbas Reaktion, als Teddy
auf ihn springt: "Hör auf damit, du bist nicht gerade federleicht!"
10) Als sie die Winterhöhle
betreten, stellt der US-Kimba sachlich fest: "Sehr hübsch, Ihr habt
dann also zwei Behausungen?" Außerdem haben die Stimmen von Kimba
und von Mama Bär hier einen Hall-Effekt, was die Höhlenatmosphäre
noch verdeutlicht.
11) In der US-Fassung erklärt
Mama Bär die Sache mit dem Winterschlaf in einfachen, aber kindgerechten
Worten. Sie betont hier ausdrücklich, dass Bären den ganzen Winter
hindurch schlafen und nicht aufwachen, bevor der Frühling kommt, was
zoologisch nicht ganz richtig ist.
12) In der US-Fassung gibt
Mama Bär schon viel früher zu, dass der Rinderdiebstahl nicht
der richtige Weg ist: "Ich weiß, es ist falsch, aber schließlich
muss ich ganz allein für Teddy sorgen, und wir brauchen doch etwas
zu essen."
13) Als Kimba wütend
davongelaufen ist, sagt Mama Bär in der US-Version zu sich: "Kimba
hat recht; ich sollte mich ändern, aber ich weiß nicht wie!"
14) Cheetahs Versuch, den
aufgebrachten Kimba wieder zu versöhnen, lautet in der US-Fassung
sachlich: "Wir könnten ihr beibringen, eine Farm anzulegen, so wie
unsere. Dann bräuchte sie doch kein Vieh mehr zu töten, oder?"
15) Als Kimba überlegt,
ob er gehen oder bleiben soll, sagt er in der US-Fassung: "Er (Cheetah)
glaubt, er kann die Chimera davon überzeugen, ihr Verhalten zu ändern.
Und ich soll ihr beibringen, wie man Nahrungsmittel beschafft, ohne andere
Lebewesen zu töten... Nun, vielleicht ist es ja einen Versuch wert."
16) "Manchmal können
Piranhas auch sehr praktisch sein - vor allem wenn man ohne Wurm angelt!"
Kimba hat mit dem Tod der Riesenechse, die bei lebendigem Leibe aufgefressen
wird, offenbar kein Problem.
17) "Die Eidechse ist weg!"
sagt Kimba zu Teddy, und der bedankt sich bei ihm. Kimba: "Gern geschehen!" |
1) Daniel spricht
in der deutschen Fassung zu diesen Szenen viele Kommentare und nimmt den
Bildern dadurch ein wenig die Schwere und Dramatik.
2) Bei uns erhielt das Monster
den Namen "Phantom".
3) Im Deutschen sagt er:
"Ich geh' in die Berge und besuche einen unbekannten Freund, der lebt da!"
Den Namen "Phantom" jetzt noch nicht zu nennen, ist wesentlich besser gelöst,
denn Cheetah zuckt ja erst erschrocken zusammen, als Kimba später
sagt: "Hoffentlich finde ich es bald, das Phantom!"
4) Kimbas deutscher Text
stammt wieder mal aus dem Land der Dichter und Denker: "Ich spiel' das
Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen!"
5) In der deutschen Version
sagt Kimba zu Cheetah: "Na, da wirst du mir am Ziel ja eine schöne
Hilfe sein." - Cheetahs Worte an Bord des Floßes lauten: "Ich fürchte,
ich hab' etwas Luft geschluckt!"
6) Der deutsche Kimba ist
deutlich weniger drastisch: "Halte dich, du musst oben bleiben! Wir sind
bald an Land!"
7) Daniel spricht hier die
überflüssigen Worte: "Also, wir wollen die Sache nicht zu spannend
machen - die beiden haben es tatsächlich geschafft. Sie kamen glücklich
an Land." Erstens sind sie noch lange nicht an Land, und zweitens hat ja
wohl niemand daran gezweifelt, dass Kimba und Cheetah überleben!
8) Der deutsche Kimba ist
wieder mal weniger sachlich und spricht hier: "Guck dir den an, der reinste
Kletterkünstler! Der macht uns noch was vor, was meinst du?"
9) Bei uns sagt Kimba: "Sehr
komisch! Du bist ein richtiger Spaßvogel!"
10) In der deutschen Fassung
lauten Kimbas Worte: "Sehr hübsch, und auch sehr geräumig." Die
Mühe mit dem Hall-Effekt hat man sich leider nicht gemacht; hier behalten
die Stimmen in der Höhle ihren normalen Klang.
11) In der deutschen Fassung
erklärt Erzähler Daniel die Sache mit dem Winterschlaf zoologisch
korrekt wie ein Biologielehrer - typisch deutsch! Daniel betont auch, dass
der Schlaf nicht sehr tief ist und die Bären zwischenzeitlich immer
wieder mal erwachen.
12) Die deutsche Bärenmama
ist in dieser Beziehung weit weniger einsichtig, und sie findet sehr deutliche
Worte: "Sollen wir vielleicht hungern, nur damit ein paar Rindviecher am
Leben bleiben?"
13) In der deutschen Fassung
kommt der Bärenmutter verblüffenderweise von selbst die Erkenntnis:
"Vielleicht hat er recht, wir müssten's mal mit vegetarischen Vorräten
versuchen."
14) Cheetahs deutscher Satz
ist ein seltenes Beispiel für rabenschwarzen Humor: "Vielleicht könnte
sie auch eine Farm anlegen, so wie wir? Dann könnten die Rinder so
lange leben, bis die Menschen sie umbringen!"
15) Der deutsche Kimba schenkt
Cheetahs Idee von der Farm keinerlei Beachtung - nicht gerade nett von
ihm! Kimbas Text lautet hier: "Wenn ich nur wüßte, wie
man den beiden Bären das Rindfleischessen abgewöhnen kann ...
Ich muss mir was einfallen lassen!"
16) Der deutsche Kimba ist
hier ausnahmsweise etwas ernster: "Und da sagt man immer, Fisch ist gesund!
Aber ich will keine makabren Scherze machen. Der Unhold hat es nicht besser
verdient - er hätte uns alle umgebracht."
17) In der deutschen Version
reden die beiden hier etwas ganz anderes. Teddy: "Bleibst du jetzt hier?"
Kimba: "Wir müssen leider zurück." |
Unter-
schiede
MUSIK |
In dieser Episode
gibt es extrem wenig Originalmusik. Viele lange Szenen enthalten statt
Melodien nur Geräuscheffekte.
1) Im Original enthält
die komplette Anfangsszene (Beschreibung des Monsters) so gut wie keine
Musik.
2) Zur Gewitterszene hat
Tomita ein düsteres Motiv mit einem gespenstisch heulenden Chorgesang
geschrieben.
3) Als Kimba und Cheetah
von den Piranhas angegriffen werden und sich an Land retten, gibt es keinerlei
Musik.
4) Ebenfalls fast völlig
ohne Musik sind die Szenen, in denen Teddy mit Kimba schmust, weil er ihn
für seine Puppe hält, und als alle gemeinsam essen.
5) In der Originalfassung
ist der komplette Kampf mit der Riesenechse ohne Musikuntermalung, man
hört nur Geräuscheffekte. |
Ohne die deutsche
Zusatzmusik, die viele "stumme" Originalszenen untermalt, wäre diese
Episode ein ganzes Stück düsterer.
1) Zu all diesen Szenen gibt
es jede Menge deutsche Spannungsmusik, die den Angriff des Phantoms sogar
noch aufregender macht.
2) Dies war für die
deutsche Fassung zu unheimlich. Hier ertönen die allgemein bekannten
Spannungs-Melodien.
3) Eine betont lustige deutsche
Musik schwächt die Dramatik dieser Szene ab und zieht alles ins Lächerliche.
4) Hier passt die deutsche
Kling-Klang-Melodie zur Abwechslung mal ganz gut, denn diese Szenen sind
wirklich drollig.
5) Der Kampf wird durch deutsche
Spannungsmusik noch dramatischer, als er ohnehin schon ist. |
| Fazit |
Dieser Episode
ist wieder einmal ausgesprochen spannend und abwechslungsreich, denn sie
enthält auch viele lustige und liebenswerte Szenen. Hier stimmt eben
das Gleichgewicht, was bei manchen Episoden leider nicht der Fall ist.
Für Kimba bedeutet diese
Geschichte neben seinen Erkenntnissen über die Gattung Ursus (deutscher
Originalton Daniel!) auch wieder einen Schritt in seiner Charakterentwicklung:
Trotz seiner Wut auf ihren Rindfleischkonsum hilft er den Bären im
Kampf gegen die Riesenechse. Damit beeindruckt er auch Mama Bär, die
ab jetzt verspricht, vegetarisch zu leben.
Was "unsympathische" Tiere
betrifft, so hatte Osamu Tezuka für Eidechsen offenbar eine Vorliebe.
Ob groß oder klein, in vielen Episoden muss Kimba gegen sie kämpfen. |
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44
|
Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
A Friend In Deed |
Ein Freund in Not |
| Inhalt |
Hinweis:
Die deutsche Episode wurde inhaltlich zum Teil stark verändert (siehe
"Unterschiede TEXT"). Diese Inhaltsangabe bezieht sich, wie üblich,
auf die amerikanische Originalfassung.
Kimba und seine Freunde würden
gerne einen Ausflug zum sogenannten "Tal des Regenbogens" machen, doch
da in dieser Gegend der Elefantenfriedhof liegt, lassen die Dickhäuter
niemanden dorthin. Als Roger Ranger (Ronny) für seine Freude bei Kellyfant
um Erlaubnis fragen will, wird er von den Elefanten gefangen genommen.
Kimba fordert empört
Rogers Freilassung, doch Kellyfant bleibt stur. Es gibt nur einen Weg,
ihren Menschenfreund wieder zu bekommen: Kimba und fünf weitere Tierkinder
müssen 10 Tage und Nächte auf einem tückischen Sumpf schwimmen
- dies hat bis jetzt noch niemand geschafft. Außerdem: Sollte auch
nur einer von ihnen den Test nicht bestehen, gibt es weder die Erlaubnis
fürs Regenbogental, noch werden die Tiere dann jemals ihren Freund
Roger wiedersehen.
Für Kimba und seine
Freunde ist die Sache klar: sie treten zum "Sumpftest" an. Damit den Jungtieren
Speedy, Dodie, Dash, Geraldine (Malwine) und Chimpy dabei die Zeit nicht
zu lang wird, erklärt sich Kimba bereit, ihnen die komplette Geschichte
zu erzählen, wie er seinen Freund Roger einst kennenlernte.
So berichtet Kimba also noch
einmal, wie er von Bord des Dampfers sprang und schließlich, unterstützt
von der Stimme seiner Mutter aus den Sternen, das rettende Ufer erreichte.
Als er wieder zu sich kommt, glaubt er, im Dschungel Afrikas zu sein, doch
in Wirklichkeit landet er am Rande einer großen Stadt. (Anmerkung:
Im Manga ist dies das jemenitische Aden, doch laut Osamu Tezukas Drehbuch
landet Kimba an der Küste von Portugal - siehe hierzu auch: "Wie Kimba
entstand".)
Nach seiner Landung wird
Kimba gleich sehr unsanft mit der Menschenwelt konfrontiert, da ihn ein
Auto voller bewaffneter Gangster beinahe überfährt. Die Verbrecher
sind auf dem Weg zum Hauptpostamt, um es zu überfallen.
In diesem Postamt befinden
sich gerade Mr. Pompus und sein Neffe Roger. Sie sind auf Urlaubsreise,
und da Mr. Pompus seine Brieftasche verloren hat, wartet er nun auf eine
telegrafische Geldanweisung. Als die Ganoven die Post stürmen und
alle Kunden in Schach halten, gelingt es dem Dackel einer Kundin, Kimba
auf sich aufmerksam zu machen, der gerade draußen vorbeigeht. Auf
den Hilferuf des Dackels rennt Kimba hinein und verscheucht die Posträuber.
Während die Ganoven
verhaftet werden, erfährt Kimba von dem Dackel, dass nicht alle Menschen
böse sind oder Spaß am Kämpfen haben. Roger geht zu Kimba
und bedankt sich bei ihm: "Du bist ein mutiger Löwe!" Die beiden nehmen
Kimba mit in ihr Hotel.
Dort müssen sie in der
Küche als Tellerwäscher arbeiten, weil sie ihre Rechnung nicht
bezahlen können. Der geschäftstüchtige Hotelmanager sieht
in Kimba eine hervorragende Geldquelle. Hinter dem Rücken von Roger
und Mr. Pompus verkauft er den kleinen weißen Löwen an den Zoo.
Als Kimba abtransportiert wird, ist er bitter enttäuscht und glaubt,
seine beiden Freunde hätten ihn verraten.
Doch Kimba gibt sich dort
nicht geschlagen. Er bricht aus seinem Käfig aus und macht sofort
eine Lautsprecherdurchsage an die Zootiere, dass er sie alle befreien wird,
sobald er kann. Der Zoodirektor mobilisiert das Militär mit Panzern,
um den angeblich "riesigen Löwen" einzufangen, der nun durch die Stadt
rennt.
Als Mr. Pompus und Roger
erfahren, dass der Hoteldirektor ihren Löwen verkauft hat, sind sie
stocksauer und versuchen, ihn wiederzubekommen. Schließlich kann
das Militär beruhigt werden, und alles ist scheinbar wieder gut. Doch
Kimba traut den beiden jetzt nicht mehr. Er knurrt sie an und nimmt Reißaus.
Kimba rennt durch die Stadt
und flüchtet sich auf eine hohe, baufällige Säule, die gerade
eingerissen werden soll. Roger klettert hinauf und riskiert seine Gesundheit,
um den Löwen zu retten. Kimba beißt ihm erstmal herzhaft in
die Hand. Da stürzt die Säule ein. Zum Glück ist den beiden
nichts passiert; Roger hält Kimba schützend im Arm. Nun begreift
Kimba, dass er sich in Roger getäuscht hat: "Er ist wirklich mein
Freund!"
Während all dieser Geschichten
vergehen die Tage, und die Tierkinder schwimmen weiter durch den Sumpf.
Ihre Eltern machen sich begreiflicherweise Sorgen, doch Daniel und Pauly
sind der Meinung, dass dies für die Jungen gleich eine gute Bewährungsprobe
für die Zukunft ist.
Am neunten Tag kommt es zu
Problemen. Die Giraffe Geraldine kann nicht mehr und droht zu ertrinken.
Kimba rettet sie und hält sie fest. Als die anderen meutern und aufgeben
wollen, überzeugt Kimba sie, dass es sich lohnt, durchzuhalten. Außerdem
erzählt er ihnen die aufregende Geschichte seiner ersten Tierbefreiung:
Nachdem er mit Hilfe eines
geklauten Schlüsselbundes alle Käfige im Zoo geöffnet hat,
führt Kimba die Tiere schnurstracks in das Hotel, wo er mit Roger
und seinem Onkel wohnt. Dass es hierbei zu turbulenten Szenen kommt, ist
kein Wunder. Das ganze Hotel platzt aus allen Nähten und wird unter
Wasser gesetzt. Am Ende ziehen die Tiere es vor, wieder in ihre gemütlichen
Käfige zurückzukehren!
Als Kimba diese Geschichte
beendet hat, sind es nur noch wenige Stunden bis zum Morgen. Bei Sonnenaufgang
haben sie den "Sumpftest" grandios bestanden. Kellyfant gratuliert ihnen
und entlässt Roger in die Freiheit, der von Kimba und den anderen
stürmisch empfangen wird. Am Schluss der Episode besuchen sie alle
gemeinsam das Tal des Regenbogens. |
Allge-
meines |
Von
allen Episoden, die in langen Rückblenden Kimbas früheres Leben
bei den Menschen zeigen, ist dies die einzige, die in Deutschland gesendet
wurde. Deshalb hielt man es wohl für eine gute Idee, die Handlung
der Rückblenden von Kimba "erfinden" zu lassen. Die deutschen Zuschauer
wussten ja nicht, was es mit diesen Bildern wirklich auf sich hat.
Bei Kimbas Erklärungen
zu seiner "Märchenstunde" merkt man ihm seine regelrechte Lustlosigkeit
an. Diese Rückblenden-Story passte wohl nicht ins deutsche Kimba-Konzept...
Wenigstens fehlen in der
deutschen Fassung keine Szenen. Einige Texte wurden wörtlich übernommen,
doch den größten Teil hat man abgeändert und dabei oft
verfälscht. |
Unter-
schiede
TEXT |
1) Kellyfant über den
Sumpftest: "Keiner hat es bis jetzt geschafft, ihn zu bestehen. Aber wenn
ihr genug Mut habt...?" Im Original dauert der Test 10 Tage!
2) Zu Beginn des Sumpftests,
als Speedy ihn fragt, wie er Roger kennenlernte, sagt Kimba: "Ich erzähle
euch jetzt die tatsächliche, komplette Geschichte! Wir können
ja ohnehin nicht weg von hier! - Wie ihr ja wisst, habe ich damals das
Schiff verlassen und geriet in einen schlimmen Sturm..." Damit wird eine
gute Überleitung zu diesen Szenen hergestellt.
3) Als Kimba an Land gespült
wird, gibt's im Original erst mal ein wenig Stille. Diese hat man in der
deutschen Fassung dazu genutzt, den Betrug mit der "erfundenen Geschichte"
einzuleiten (siehe rechte Spalte).
4) Kimbas Eindruck von den
Posträubern: "Wenn die Menschen alle so sind wie die, dann will ich
bestimmt nichts mit ihnen zu tun haben!"
5) Der Originaldialog zwischen
Kimba und dem Dackel:
Kimba: "Die Menschen scheinen
andauernd zu kämpfen." Dackel: "Nur die bösen Menschen kämpfen,
aber nicht alle sind böse!" Kimba: "Na so was! Ich wusste gar nicht,
dass es auch Gute gibt!" Dackel: "Na klar gibt es die!"
6) Zwischendialog der Tiere
im Sumpf:
Dodie: "So wurdest du also
Rogers Freund?" Speedy: "Aber du hast doch mit ihm zusammen gelebt!" Kimba:
"Wart's ab, Speedy, dräng' mich nicht! Ich erzähl dir alles ganz
genau. Wir haben so viel Zeit, während wir schwimmen, deshalb sollt
ihr die komplette Geschichte erfahren. Nun passt gut auf:..."
7) In der Szene, wo Kimba
vor Roger und Mr. Pompus davonläuft, rennt er lange durch die Stadt,
bevor er zu der baufälligen Säule kommt. An dieser Stelle hat
man in der deutschen Fassung einen Kommentar hinter die Bilder gelegt,
der wieder mal Aufschluss über das Wesen des deutschen Kimba gibt
(siehe rechte Spalte).
8) Als Kimba auf der Säule
hockt, gibt es in der Originalfassung weder Text noch Musik. Hier hat man
in der deutschen Fassung einen erklärenden Satz eingebaut, der sehr
gut hierherpasst (siehe rechte Spalte).
9) Rogers Worte, als er auf
die Säule klettert: "Ich will ihm beweisen, dass manche Menschen gut
zu Tieren sind!"
10) Die bitterste Abweichung
von allen: Als Roger mit Kimba herabgestürzt ist, hält er ihn
fest umklammert und sagt zu ihm: "Ich bin so froh, dass dir nichts passiert
ist!" Daraufhin sieht man Kimba in Großaufnahme auf Rogers Arm, und
Kimba gewinnt die Erkenntnis: "Ich glaub', ich hab' mich vielleicht doch
getäuscht ... Er ist tatsächlich mein Freund ... nach all dem,
was geschehen ist ... ein wirklicher Freund!"
11) Alle gemeinsam: "Schwimmt,
schwimmt, schwimmt! Wir müssen unseren Freund retten!" Dodie: "Ja,
wir
müssen ihn einfach retten!" Kimba: "Er ist der beste Freund,
den ich je hatte."
12) Am Ende der Geschichte
von seiner Zootier-Befreiung sagt Kimba: "Ich fühlte mich damals ganz
schrecklich, als ich sah, wie die Tiere das Hotel zugerichtet hatten. Aber
Roger war nicht einmal böse auf mich! Er sagte, er habe Verständnis
für das, was ich zu tun versucht hatte: den anderen zu helfen, ebenfalls
frei zu sein. Damals hat er beschlossen, mich hierher zu bringen, wohin
ich gehöre." Speedy: "Ich glaube, Roger Ranger ist der beste Freund,
den ein Tier je haben kann." Kimba: "Richtig, Speedy. Darum müssen
wir jetzt auch dranbleiben. Nur noch eine Nacht, und wir haben's geschafft.
Dann ist er wieder frei!"
13) Rogers Worte, als er
Kimba in die Arme schließt: "Oh Kimba, Kimba, ihr habt mir das Leben
gerettet, wie kann ich euch je danken?" *
siehe Fazit
14) Kimbas Schlussworte im
Regenbogen-Tal: "Es ist vor allen deshalb so schön, weil wir unser
Erlebnis mit wahren Freunden teilen können!" Roger: "Recht hast du,
Kimba, du hast ja so recht!" Die Episode klingt ohne Text aus. |
1) In der deutschen Fassung
heißt es: "Das ist etwas für Kerle, die Mut haben!" Bei uns
dauert der Test auch nur 3 Tage, was - zugegeben - etwas realistischer
ist.
2) Auf Speedys Frage, wie
er Ronny kennen gelernt habe, antwortet Kimba: "Aber Speedy! Das ist eine
uralte Geschichte, und ihr kennt sie alle! Also gut, damit die Zeit vergeht,
ein Stückchen davon: die Sache mit dem Sturm." Das ist doppelt falsch,
denn wir (die deutschen Zuschauer) kennen die Geschichte überhaupt
nicht, und die Sache mit dem Sturm hat auch nichts mit Ronny zu tun!
3) Der deutsche Kimba spricht
an dieser Stelle: "Und so bin ich glücklich gelandet. Den Rest kennt
ihr ja." Speedy: "Na, dann erfinde doch mal was Neues!" Kimba: "Also
gut. Als ich erwachte, befand ich mich in einer großen Stadt. Ich
dachte, das wäre der Dschungel..."
4) Kimbas deutscher Text:
"Na reizend - genau so hatte sie mir meine Mutter geschildert."
5) Der deutsche Dialog:
Kimba: "Macht den Menschen
sowas Spaß?" Dackel: "Oh nein, nicht allen. Die meisten sind friedlich
und freundlich - und tierlieb." Kimba: "Sooo... na, dann lass' ich mich
mal überraschen." Dackel: "Kennst du denn so wenige Menschen?"
6) Deutscher Zwischendialog:
Dodie: "Das war eine schöne
Geschichte! Und wie geht's weiter?" Speedy: "Wie kamst du in den Dschungel?"
Kimba: "Nu' mal langsam, nicht so schnell, da muss ich erst mal überlegen.
Also, das war so ... äh ... wie war's denn nun eigentlich? Schwimmt
erstmal ein Stück weiter! Dann erzähl' ich euch alles."
Das klingt sehr unwillig
und gelangweilt. Kimba scheint sich selbst nicht im Klaren darüber
zu sein, ober er hier Geschichten erfindet oder die Wahrheit sagt!
7) Kimba: "Und dann bin ich
losgerannt und gerannt und bis hierher in den Dschungel, und damit ist
die Geschichte aus!" Die Kinder: "Nein, noch nicht aufhören! Irgendwie
muss es doch weitergegangen sein!" Kimba: "Also gut, wo war ich stehengeblieben...
Ich rannte und rannte und kam plötzlich zu einem Platz..." Man merkt
deutlich, dass Kimba das Erfinden seiner Geschichten lästig ist und
keinen rechten Spaß macht!
8) "Damals verstand ich die
Menschensprache noch nicht und wusste gar nicht, was sie alle von mir wollten!"
Dieser wichtige Satz kommt in der US-Fassung nicht vor.
9) Dieser wichtige Satz kommt
im Deutschen nicht vor. Hier sagt er: "Nur keine Angst, ich bring ihn schon
heil wieder runter!"
10) Zu diesen Bildern spricht
der deutsche Kimba im Tonfall eines missmutigen Oberlehrers: "So, und
damit ist die Geschichte nun endgültig aus! Und jetzt fällt mir
auch dazu ab-so-lut nichts mehr ein!!!" Diese Szene der deutschen Synchronfassung
ist an Lieblosigkeit nicht mehr zu übertreffen!
11) Alle gemeinsam: "Eins,
zwei, drei - bald ist Ronny frei!" Dodie: "Also weiter, nicht nachlassen!"
Kimba: "Die Elefanten werden sich verrechnen!"
12) Deutsche Version: "Und
das war das Ende der Geschichte meiner ersten Tierbefreiung! Sehr erfolgreich
war ich nicht, aber es hat ja jeder mal klein angefangen. So, und jetzt
Schluss mit der Märchenstunde, jetzt schwimmen wir weiter. Noch ein
paar Stunden, dann ist es Morgen, und dann haben wir unseren Ronny wieder."
Man merkt, dass auch hier
wieder jeder Tiefgang vermieden wurde. Die deutsche Fassung spricht das
Thema der Freundschaft zwischen Kimba und Ronny viel weniger deutlich an.
13) Ronnys deutsche Worte:
"Ihr seid wirklich gute Freunde, hoffentlich kann ich mich bald mal revanchieren."
*
siehe Fazit
14) Kimba sagt in der deutschen
Fassung: "Der Weg war nicht ganz einfach hierher, aber er hat sich in jeder
Hinsicht gelohnt." Roger antwortet nicht, dafür bringt Daniel als
Erzähler noch einen guten, sinnigen Spruch am Ende.
Bucky wird in dieser Episode
von Harry Wüstenhagen gesprochen. |
Unter-
schiede
MUSIK |
In dieser Episode
gibt es sehr viel Handlung mit Dialogen und daher nur wenig Originalmusik.
1) Zur Einleitung und Erklärung
des Regenbogen-Tals erklingt ein schönes Originalthema.
2) Als die Banditen die Bank
ausrauben, gibt es im Original keine Musik.
3) Als Roger und die Tiere
am Ende der Episode ins Regenbogental aufbrechen, ertönt eine gefällige
und schöne Melodie. |
1) In der deutschen
Fassung hat man das Original durch eine deutsche Melodie ersetzt, die normalerweise
immer gegen Ende der Episode verwendet wird, an dieser Stelle aber ausgesprochen
gut passt.
2) Hier hat man wieder ein
wenig Abschwächungsarbeit betrieben und diese Szenen mit einem betont-lustigen
deutschen Motiv untermalt.
3) Die deutsche Melodie zu
den letzten Szenen ist mit der Melodie des Anfangs identisch und passt
vom Charakter her ebenfalls sehr gut. |
| Fazit |
Diese Episode
gehört zu den schönsten und gleichzeitig wichtigsten der gesamten
Kimba-Serie. Obwohl man in der deutschen Fassung die Rückblenden-Handlung
verfälschte, begreift der Zuschauer, dass es hier um eine bedeutende
Sache geht. Erst durch sein schicksalhaftes Zusammentreffen mit Roger wurde
Kimba zu dem, der er ist!
Die Botschaft dieser Geschichte
ist so einfach wie tiefsinnig: Wahre Freunde helfen einander. Auch wenn
es harten Einsatz erfordert und - wie hier - sogar lebensgefährlich
werden kann.
*)
Für seine Rettung und den mutigen Einsatz der Tierkinder revanchiert
sich Roger bereits in der nächsten Folge (Such Sweet Sorrow / Endlich
wieder Mary): Dort rettet er letztlich Kimba und allen anderen Tieren das
Leben, indem er mithilft, dass aus Tonga wieder Mary wird und damit eine
der größten Bedrohungen für die Tiere und insbesondere
für Kimba endlich und für immer beseitigt wird. |
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