Kimba
Episodenvergleich - Episode 45 bis 48

Die Nummerierung entspricht der japanischen Original-Reihenfolge.
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45
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel Such Sweet Sorrow Endlich wieder Mary
Inhalt Hinweis: Aus der deutschen Fassung wurden einige Szenen herausgeschnitten, die hier kursiv wiedergegeben werden. Außerdem hat man eine Szenenfolge aus einer fremden Episode eingefügt (siehe "Allgemeines"). Diese Inhaltsbeschreibung bezieht sich, wie generell, auf die Originalfassung.

Die Idylle des Dschungels wird jäh von anrollenden Panzern in Form von Flusspferden gestört: die Großwildjägerin Tonga startet einen neuen Angriff auf Kimbas Königreich. Doch die Tiere sind vorbereitet und wehren sich nach Kräften. Roger gibt Kimba den Tip, dass die schwache Stelle eines Panzers dessen Unterseite ist. Daraufhin drehen die Tiere die Panzer um und können die Armee besiegen.

Tonga, die ebenfalls in einem der Hippo-Panzer steckt, ist voller Zorn über die "Feigheit" ihrer Streitkräfte. Da trifft sie am Flussufer auf Mr. Pompus, den Onkel von Roger Ranger (Ronny). Er ist wieder mal in den Dschungel gekommen, um seinen Neffen in die zivilisierte Welt zurückzuholen.

Mr. Pompus glaubt natürlich sofort, Mary vor sich zu haben. Er versucht, ihr Erinnerungsvermögen aufzufrischen. Doch Tonga hat ihr altes Leben vor ihrem Unfall total vergessen. Sie nimmt Pompus gefangen und sperrt ihn in einen Käfig.

Als Roger von den Dschungeltieren erfährt, dass sein Onkel von Tonga gefangen wurde, bricht er unverzüglich zu dessen Rettung auf. Kimba will ihn begleiten, doch Roger lehnt ab. Er ist zuversichtlich, das Problem allein zu lösen, und schwingt sich wie Tarzan an einer Liane davon.

Kimba spricht sorgenvoll: "Ich denke schon, dass er's schafft, aber Sorgen mache ich mir trotzdem um ihn." Da ertönt eine Stimme aus dem Hintergrund: "Sorgen? Um Roger?" Kimba sieht sich um und erblickt den alten Methusala, der in einer Baumhöhle sitzt. "Anstatt deine Sorgen an ihn zu verschwenden, solltest du dir besser Gedanken um dein Königreich machen!"

Kimba, ungläubig: "Warum?" Methusala: "Nun, weil diese Menschen, die heute gekommen sind, zurückkehren werden, und zwar noch zahlreicher und stärker bewaffnet! Heute warst du in der Lage, den Dschungel zu verteidigen, weil Roger hier war und dir geholfen hat! Doch Roger wird nicht immer da sein, nicht wahr? Bist du wirklich darauf vorbereitet, die nächste Attacke auf uns abzuwehren, mein Junge? Denke sorgfältig darüber nach!" (ca. 40 sek.)

Kimba hält daraufhin eine Ansprache vor seinen versammelten Tieren und weist sie darauf hin, allzeit für die große Schlacht bereit zu sein.

Inzwischen sitzt Mr. Pompus in Tongas Käfig, bemerkt aber bald, dass er kinderleicht durch die Gitterstäbe passt. Auf seiner Flucht in den Dschungel trifft er auf seinen Neffen Roger, der den Onkel zuerst einmal vor gefräßigen Krokodilen retten muss. Beide werden kurz darauf wieder von Tonga eingefangen und eingesperrt - diesmal in einen ausbruchsicheren Käfig. Beide fragen sich, ob diese Schreckensperson tatsächlich Rogers Freundin Mary sein könnte.

Als ein Aufseher an den Käfigen vorbeigeht, bittet Mr. Pompus diesen, ihm zu erzählen, was er über seine Chefin weiß, und ob ihr Name wirklich Tonga sei. Daraufhin berichtet der Aufseher: "Soweit ich weiß ja, aber ich bin noch nicht lange hier. Die Leute sagen, dass der ehemalige Boss dieses Jagdgeländes sie im Dschungel gefunden und adoptiert hat!

Dieser ehemalige Boss war auf einem Jagdausflug, als er plötzlich von einem schwarzen Panther angegriffen wurde. Doch ein gezielter Steinwurf streckte den Panther nieder und rettete ihm das Leben. Der Stein war von dieser jungen Dame geschleudert worden! Der Boss war von dem jungen Ding schwer beeindruckt, und weil er dem Alter nach ihr Vater hätte sein können, adoptierte er sie. Später wurde sie hier die Chefin."

Pompus, nachdenklich: "Also könnte es tatsächlich Mary sein. Nur, wieso erkennt sie uns dann nicht?" (ca. 50 sek.)

Roger erinnert sich plötzlich an damals, als die Regenbogenbrücke unter ihnen zusammenbrach. Da muss etwas mit ihr passiert sein! Vielleicht kehrt ihr Erinnerungsvermögen ja zurück, wenn er auf seiner Flöte spielt. Als Tonga die vertrauten Klänge hört, kommen sie ihr tatsächlich bekannt vor. (In der japanischen Fassung spricht sie dabei die Worte Ken-Ichi (Roger's japanischer Name) klar aus, was bedeutet, dass sie sich offenbar schon an früher erinnern kann, dies jedoch nicht will!)

Trotz alledem wird Tonga von den Flötenklängen nicht in Mary "zurückverwandelt". Ganz im Gegenteil: Mit militärischer Disziplin startet sie ihren nächsten Angriff auf Kimba - diesmal auch noch mit jeder Menge abgerichteter Tiere! Kimba und seine Freunde wehren sich tapfer, doch gegen diese Übermacht können sie nichts ausrichten.

Nachdem Kimba nur äußerst knapp Tongas Maschinengewehrsalven entkommen kann, fliehen sie alle auf eine Insel im Fluss. In dieser tristen und denkbar ausweglosesten Situation fängt es auch noch zu regnen an.

Als die Tiere mutlos und zusammengekauert dasitzen, stimmt Kimba mit schluchzender Stimme die ersten Takte ihres Dschungelliedes an. Diese Szene gehört zu den bewegendsten der ganzen Serie. (ca. 10 sek.)

Schließlich fallen alle in den Gesang ein. Da geht der Regen plötzlich in Schnee über. Am Horizont erscheint wieder der geheimnisvolle Berg, und das riesige Mammut taucht auf. Kimba und seine Freunde fassen neuen Mut, und gemeinsam mit ihrem großen Freund schlagen sie Tongas Armee in die Flucht.

Inzwischen sind Mr. Pompus und Roger von Tongas frierenden Tieren aus ihrem Käfig befreit worden. Sie zünden ein riesiges Feuer an, damit sich alle aufwärmen können. Als Tonga hinzukommt, will sie ihre Tiere zur Strafe auspeitschen, doch diese wenden sich gegen sie und greifen sie an. Roger springt hinzu, um sie zu beschützen. Dabei stürzt Tonga und stößt mit dem Kopf gegen einen Stein. Als sie aus der Ohnmacht erwacht, erkennt sie Roger und dessen Onkel wieder. Ein böser Traum ist zu Ende - Marys Bewusstsein ist zurückgekehrt!

Auch das Mammut macht sich wieder auf den Heimweg, nicht ohne Kimba anzukündigen, dass sie sich eines Tages wiedersehen werden. Nun ist auch für Roger der Zeitpunkt gekommen, Kimba Lebewohl zu sagen. Mr. Pompus, Roger und Mary verlassen den Dschungel auf einem Floß und kehren in die Zivilisation zurück. Der Abschied fällt Kimba sehr schwer - er verliert seinen besten Freund.

Allge-
meines
An der Stelle, wo die Tiere mutlos auf der Insel im Regen sitzen, hat man in die deutsche Fassung eine Szenenfolge eingefügt, die aus Folge 28 (The Wild Wildcat / Der wilde Willi) entfernt wurde.

Es handelt sich um die Bilder, in denen Kimba in Gedanken noch einmal durchlebt, wie er das Schiff verlassen und die lange Strecke durch den Ozean schwimmen muss. Daniel spricht dazu den Hintergrundkommentar: "So hockten wir also auf einer einsamen Insel im Regen. Es war dieser melancholische Regen ... er sorgt dafür, dass unsere Gedanken auf eine Reise gehen und sich erinnern..."

Mit diesem Kommentar versehen, passen diese Bilder durchaus zur Geschichte dieser Episode. Man fragt sich jedoch, weshalb sie gerade hier eingesetzt und nicht, wie alle anderen, ersatzlos weggelassen wurden. Vielleicht bekamen die Verantwortlichen angesichts der vielen geschnittenen Szenen langsam ein schlechtes Gewissen!

Abgesehen von den geschnittenen und angefügten Szenen sind beide Fassungen großteils identisch. Der Text wurde sehr genau übertragen. In der deutschen Fassung fallen jedoch viele harte "militärische" Begriffe, die in der Originalfassung nicht genannt werden.

Bei der Begegnung mit Tonga verwendet Onkel Pompus einmal den Namen "Roger" statt Ronny. Nur hier sowie in der Traumsequenz von "Expedition Tonga" wurde in der deutschen Fassung der Name "Roger" verwendet.

Man beachte die einfallsreichen Details in dieser Episode. Die Falle, in der Roger und sein Onkel gefangen werden, wirkt wie ein überdimensionales, stachelbewehrtes Tier, das zu Tongas höhnischem Gelächter ebenfalls breit grinst! Auch Tongas Panzerfahrzeug bei ihrem letzten Angriff ist einer Art stacheltragende Bulldogge.

Unter-
schiede
TEXT
1) Zu Beginn der Episode gibt es bis zu der Szene, in der die Hippo-Panzer erscheinen, keinen Text.

2) Kimbas Worte im Original: "Schnell Pauly, ruf' alle Tiere zusammen!"

3) Tongas Originalworte nach dem misslungenen Panzerangriff: "Rennt nicht weg, ihr Feiglinge, wir haben ja noch nicht mal angefangen, zu kämpfen!"

4) Bucky und Pauly schicken den abziehenden Truppen einige spöttische Worte hinterher, die aber recht harmlos sind: "Wiedersehen! Kommt und besucht uns mal wieder!"

5) Ein unübersetzbares englisches Wortspiel gibt es, als Tonga auf Mr. Pompus stößt. Als dieser mit Nachdruck darauf pocht, was für ein toller Hecht er ist, antwortet Tonga: "Ich bin nicht beeindruckt, egal wie pompös (engl. pompous) du bist!" Daraufhin ruft er begeistert: "Stimmt genau, ich bin Pompus! Und du musst Mary sein!"

6) Mr. Pompus bei dem Versuch, ihre Erinnerungen aufzufrischen: "Wir sind doch auf Weltreise gewesen! Wir haben große Museen besucht - und Girlie-Shows! Dann hat Roger Kimba gefunden und beschlossen, ihn in den Dschungel zurückzubringen! Ihr beide habt euch doch von mir verabschiedet, und ich wollte euch dann später wieder treffen."

7) Als Mr. Pompus in Tongas Käfig steckt, parodiert er einen amerikanischen Schlager: "I dream of Mary with the dark brown hair..."

8) Rogers Worte im Käfig unterscheiden sich deutlich: "Vielleicht war das alles zu viel für sie. Sie könnte ihr Gedächtnis verloren haben. Aber meine Flöte könnte es zurückbringen." Darauf beginnt er zu spielen.

9) Als das Mammut sagt, es habe nur einen "kleinen Spaziergang" gemacht, erwidert Kimba: "Ich glaube, du nimmst uns ein wenig auf den Arm! Keine Ahnung, woher du wusstest, dass wir Hilfe brauchen, aber du hast uns gerettet." Darauf das Mammut: "Ach Kimba, dein Königreich wurde gerettet, weil ihr so tapfer wart, nicht durch mich! Mein kleiner Besuch geht nun zu Ende, Kimba, aber wir sehen uns wieder, da kannst du sicher sein! Leb wohl, mein kleiner weißer Löwe!"

10) In der Schlussszene, als Roger, Mr. Pompus und Mary den Dschungel auf dem Floß verlassen, hört man nur zweimal Roger laut rufen: "Leb wohl, Kimba, leb wohl!" Der Rest der Episode klingt mit voller Orchestermusik aus.

1) In der deutschen Fassung spricht Daniel eine kluge und passende Einleitung.

2) Bei uns befiehlt Kimba militärisch: "Jeder auf seinen Posten!"

3) Deutsche Fassung: "Ich lass' euch alle verschrotten, wegen Feigheit vor dem Feind!" Tonga erwähnt außerdem die "Operation Kimba" - dieser Ausdruck wird im Original nicht genannt.

4) Bei uns reimen sie: "Eene meene Panzerschreck, eure Panzer sind nur Dreck, und jetzt sind sie weg!" Klingt ja schon etwas heftiger!

5) Hier lautet Tongas Satz: "Das beeindruckt mich nicht! Ich will nur wissen, ob du Pompus bist." Darauf dieser: "Richtig, der bin ich, und du musst Mary sein..." Dass Tonga hier auf den Namen Pompus kommt, ist völlig unlogisch, da sie sich ja nicht an ihr Vorleben erinnern kann. Aber das englische Wortspiel konnte man nicht besser übersetzen!

6) Der deutsche Text: "Wir waren monatelang zusammen! Und jetzt will ich Ronny suchen, der noch immer bei diesem Kimba steckt! Ronny hat mir doch erzählt, wie ihr ihn kennen gelernt habt!" Logischerweise werden Weltreise und Museumsbesuche nicht erwähnt, da diese Episoden in Deutschland nicht gezeigt wurden.

7) In der deutschen Fassung singt er "Hänschen klein".

8) Rogers deutscher Text: "Wer kann schon sagen, was damals wirklich passiert ist? Ich fürchte, keiner. Aber was nützt das schon. Und außerdem glaube ich nicht, dass es Mary ist. Denken wir nicht mehr daran." Dann beginnt er zu spielen. Man beachte den Unterschied!

9) Der deutsche Kimba erwidert auf die Bemerkung des Mammuts: "Naja, dein Spaziergang hat uns allen sehr gut getan. Wir wissen ja, dass Spaziergänge sehr gesund sind, aber diesmal hat es uns das Leben gerettet." Darauf das Mammut: "Vielleicht haben sich eure Feinde die Sache überlegt, als sie mich gesehen haben. Aber wir wollen keine Staatsaffäre daraus machen. Ich komme nicht wegen jeder Kleinigkeit, aber wenn es euch mal wieder so richtig an den Kragen geht, mache ich vielleicht auch mal wieder einen Spaziergang..."

10) Daniel spricht hier einen sehr schönen Schlusskommentar: "Das war der Abschied. Ronny war uns wirlich ein guter Freund, und ich möchte ihn zitieren mit einem Wort, an das ich oft denken muss: Die Intoleranz ist eine Pflanze, die man sorgfältig pflegen muss - damit sie keine Früchte trägt!"

Bucky wird in der deutschen Episode von Harry Wüstenhagen gesprochen.

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MUSIK
In dieser Episode gibt es relativ viel Originalmusik, von der jedoch in der deutschen Fassung nur sehr wenig übernommen wurde.

1) Zu Beginn erklingt sehr schöne, sinfonische Musik, die gut zu den harmonischen Bildern passt.

2) Als die Tiere gegen die Flusspferd-Panzer kämpfen, gibt es diesmal auch im Original spannende Musik.

3) Als Roger und sein Onkel im Käfig darüber diskutieren, ob das wirklich Mary ist, erklingt eine düstere, einfache Melodie.

4) Als Roger auf seiner Flöte spielt, um Marys Erinnerungen zurückzubringen, erklingt folgerichtig das gleiche Thema wie in Episode 3, das er auch dort im Dschungel gespielt hat.

5) Zum großen Angriff von Tongas Armee gibt's spannende Musik, unterbrochen von Passagen, in denen nur Geräusche vorkommen.

6) Als die Tiere sich auf die Insel flüchten und im Regen zusammenkauern, gibt es weder Kommentar noch Musik.

7) Das von Kimba angestimmte Lied heißt "Sing A Happy Song". Die Melodie ist die gleiche wie "Sing A Human Song" aus Episode 3 (A Human Friend), der Text ist jedoch anders. Dadurch, dass es von allen Sprechern und fast ohne Hintergrundmusik gesungen wird, wirkt es sehr echt.

8) Zu den ersten Schneeflocken herrscht absolute Stille. Als das Mammut erscheint, erklingt eine überirdische Sphären-Musik, die drei Minuten lang andauert (bis zum Verschwinden des Mammuts).

Leider wurde in der deutschen Fassung wieder einiges an Originalmusik gelöscht und teilweise durch unpassende Melodien ersetzt.

1) Rätselhafterweise ertönt zu Beginn dieser Episode das deutsche Standard-Thema, mit dem normalerweise der Schluss jeder Episode eingeleitet wird. Die Originalmusik wurde leider gelöscht.

2) Diese Originalmusik wurde in der deutschen Fassung beibehalten.

3) Das melancholische Flötenthema mit Instrumentalbegleitung, das man für die deutsche Fassung hierzu geschrieben hat, passt viel besser zu diesen Bildern.

4) Leider wird hier das obige Flötenthema unverändert fortgeführt. Dies ergibt keinen Sinn, da sich Mary an dieses Thema nicht erinnern kann!

5) In der deutschen Fassung wurden diese Pausen noch mit zusätzlicher Dramatisierungs-Musik gefüllt.

6) Zu diesen Szenen erklingt bis zu der Stelle, wo die Tiere singen, das deutsche Flötenthema aus Punkt 3 in vielen Variationen.

7) In der deutschen Fassung erklingt an dieser Stelle folgerichtig das "Dschungel-Freundschaftslied" aus Episode 3 (Unser neuer Freund). Allerdings wird es hier nur von zwei Mitgliedern der Musikgruppe gesungen und wirkt dadurch ziemlich dünn. Außerdem ist es ohne jeden Übergang an das vorherige Flötenthema "drangepappt"!

8) Zu diesen Szenen gibt es anstatt der Sphärenklänge deutsche Melodien, die an dieser Stelle ebenfalls gut passen.

Fazit Diese ist eine der schönsten und gleichzeitig der traurigsten Episoden. Kimba verliert hier seinen besten Freund, was für sein späteres Leben noch von großer Bedeutung sein wird. Wie man ja aus dem Manga weiß, wird er nie wieder mit Roger/Ronny bzw. Ken-ichi zusammentreffen, wohl aber mit dessen Onkel Mr. Pompus, für den Kimba bzw. Leo am Schluss sogar sein Leben opfern wird.

Botschaften gibt es in dieser dicht gedrängten, handlungsreichen Geschichte mehrere, aber die wichtigste lautet: Kimba muss nun endgültig erwachsen werden und alleine zurechtkommen. Dies wird durch die geschnittenen Szenen noch verdeutlicht. Freilich sind Methusalas Worte nicht so recht überzeugend - schließlich hat Kimba schon jede Menge gefährliche Situationen auch ohne Rogers Hilfe gemeistert, der ja nur in wenigen Folgen auftritt.

Einige Szenen in dieser Episode enthalten blühenden Blödsinn, z.B. als Pompus die Schnauze eines Krokodils wie die Wählscheibe eines Telefons dreht oder Pauly von einem fliegenden Leoparden verfolgt wird. Auch dass die komplette Unterhaltung zwischen Roger und seinem Onkel unter Wasser und zwischen Krokodilangriffen geführt wird, gehört zu Tezukas typischem Humor. Solche Unterwasser-Sprech-Szenen gibt es auch in anderen Episoden (z.B. "Der Glücksritter" und "Die Vulkaninsel").

Überhaupt hatte Tezuka offenbar eine besondere Vorliebe für das Wasser. Kimbas Leben beginnt auf dem Wasser und sein Lebensweg im Wasser. Kimba ist ein regelrechter See-Löwe, und in auffallend vielen Episoden muss er seine Schwimm- und Tauchkünste unter Beweis stellen. Tatsächlich sind Löwen ja auch in Wirklichkeit - im Gegensatz zu den meisten anderen Katzen - gute Schwimmer!




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46
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel The Return Of Fancy Prancy Dschungeldame mit Hut
Inhalt Hinweis: Die deutsche Fassung wurde um dreieinhalb Minuten gekŸrzt. Unter den geschnittenen Szenen ist auch die Original-Anfangssequenz. Diese Inhaltsangabe bezieht sich auf das Original und gibt die geschnittenen Szenen kursiv wieder.

"Kommt alle her, wir wollen unser Lieblingsspiel spielen! Wer zuletzt hier ist, ist mein Onkel!"*) Mit diesen Worten ruft der kleine Affe Chimpy die Tierkinder zu ihrem "Spielbaum". Kimba und die anderen Jungtiere kommen angerannt (sŸ§e Nahaufnahme von Kimba) und erklimmen den Ast. Chimpy erklŠrt die Regeln: "Der Letzte auf dem Ast ist der Sieger! Alles fertig?" Dann beginnt er, den Ast zu schaukeln. Das Bild zeigt den Baum mit den wippenden Kids aus der Vogelperspektive. Dazu rufen alle: "One - two - three --- shake - the - tree!" (ca. 30 sek.)

*) to bei a monkey's uncle = englisch fŸr den "Angeschmierten"

Einer nach dem anderen purzelt runter. Schlie§lich ist nur noch Lynxie Luchs oben und somit der stolze Sieger. Da nŠhert sich ein Auto, und alle Tiere verstecken sich.

Zwei vornehme junge Damen steigen aus: das GepardenmŠdchen Prancy (to prance = einherstolzieren; ihr deutscher Name war FrŠnzi) und dessen elegantes Frauchen, das ihr Haustier wieder genau dort in die Freiheit entlŠsst, wo sie es vor einem Jahr aufgelesen hat. In diesem Jahr in der Gro§stadt ist aus Prancy eine vornehme Dame mit Hut geworden. Mit der Ermahnung, auch in der Wildnis "immer eine Lady zu bleiben", nimmt Prancys Besitzerin Abschied von ihr.

Kimba und Prancys kleiner Bruder Speedy begrŸ§en sie freudig, wŠhrend andere Tiere eher abweisend reagieren. Ihrer Meinung nach passen Prancys Aufmachung und ihr vornehmes Getue nicht in den Dschungel.

Die feine Dame sorgt auch schon bald fŸr jede Menge Wirbel, indem sie allen Cheetah-Junggesellen (und nicht nur ihnen) den Kopf verdreht. Da sie nicht in der einfachen HŸtte ihrer Eltern leben will, lŠsst sie sich von ihren Bewunderern ein prachtvolles Zuhause bauen Ð ausgerechnet am Lieblings-Spielbaum der Kinder. Das gibt natŸrlich erst mal Krach, aber genau genommen steht Kimba der Sache ziemlich gleichgŸltig gegenŸber.

Pauly und Daniel sehen die Sache anders. Sie sind der Meinung, dass Prancy nicht in ihren Dschungel passt. Die Cheetah-Dame hat inzwischen mit Gesangsdarbietungen jede Menge Tiere um den Finger gewickelt und fŸr alle mšglichen Arbeiten eingespannt. Auch Bucky erliegt ihrem Charme Ð er wŠscht ihre dreckige WŠsche!

Mit einer Abordnung empšrter Tiere marschiert Daniel zu Prancy und wird von ihr prompt zum RŸckenkratzen aufgefordert. Doch Daniel besinnt sich noch rechtzeitig seiner WŸrde. Er wettert gegen ihre Art, sich von allen bedienen zu lassen und verweist sie des Dschungels. Doch Prancys zahlreiche Verehrer sind drauf und dran, Ÿber Daniel herzufallen.

Als Kimba dazukommt und Daniel verteidigen will, wird er von ihm barsch angefahren: "Misch dich nicht in die Angelegenheiten Erwachsener ein! Ihr Jungen solltet jetzt besser in der Schule sitzen!" Daraufhin rŸmpfen Kimba und die Jungtiere beleidigt die Nase. FŸr sie ist die Sache erledigt. Doch fŸr Daniel und seine Truppe von "Prancy-Gegnern" beginnt der Krieg jetzt erst richtig.

Daniel erklŠrt sein Restaurant zum Hauptquartier der Prancy-Gegner: "Damit wir wissen, wer auf unserer Seite ist, tragen wir rote BlŠtter auf dem Kopf! Und wir werden gewinnen!" Jedes Tier der Anti-Prancy-Partei trŠgt nun ein rotes Blatt. Das Ganze erinnert stark an Soldaten mit Helmen. Kimba und die Kids stehen mit offenem Mund dabei und verstehen die Welt nicht mehr.

Dan'l: "Unser Hauptquartier ist dieses Restaurant, und wir werden keinen von den anderen nŠherkommen lassen Ð nicht einen Schritt! Es ist beinahe Essenszeit. Zweifellos werden sie bald hier sein, also haltet die Augen offen!"

Die MaulwŸrfe (ebenfalls Prancy-Gegner) erspŠhen sie zuerst: "Da kommen sie! Schnell, wir wollen es Daniel sagen!" Damit wŸhlen sie sich in die Erde. WŠhrenddessen nŠhern sich Prancy und ihre Freunde dem Restaurant. Prancy fragt Rapid: "Sag' mir, ist es ein wirklich gutes Resaturant?" Rapid antwortet: "Ich habe solch kšstliches Essen niemals an einem anderen Ort gekostet, Prancy!" (ca. 1 min.)

Als Prancy mit ihren AnhŠngern beim Restaurant erscheint, werden sie mit Lebensmitteln bombardiert. Schlie§lich entbrennt eine wŸtende Schlacht, in der jeder gegen jeden kŠmpft.

Kimba und die Jungtiere sehen diesem Treiben fassungslos zu. Angesichts dieses dummen und sinnlosen KŠmpfens fŸr nichts und wieder nichts macht Kimba das VernŸnftigste, was er tun kann: er zieht sich in sein Haus zurŸck und geht schlafen.

Doch seine Ruhe ist nur von kurzer Dauer, denn Daniel, der von den Prancy-Fans vernichtend geschlagen wurde, hat eine neue Taktik: Ein Zweikampf soll die Entscheidung bringen, ob Prancy bleiben darf oder nicht. DafŸr braucht er jetzt aber Kimba, da er "der beste ReprŠsentant" und nebenbei auch ein guter KŠmpfer ist.

Ein wenig unwillig erklŠrt sich Kimba dazu bereit. Der Kampf wird gegen Rapid Cheetah, Prancys glŸhendsten Verehrer, ausgetragen. Wer zuerst vom Baum fŠllt, hat verloren und muss sich dem Willen des Gegners unterwerfen.

Mit MŸhe und Not kann Kimba gewinnen. Aber sein Sieg geht in einer Katastrophe unter, gegen die der Kampf der Moralapostel geradezu lŠcherlich wirkt: Millionen von Wanderameisen sind im Anmarsch! Angesichts dieser Gefahr mŸssen nun alle zusammenhalten.

Die folgenden Szenen strotzen nur so von schwarzem Humor im Angesicht der Gefahr: Daniel, Kimba, Prancy, die Kids und noch einige andere Tiere retten sich auf einen Baum, wŠhrend unten die Ameisen wimmeln. Daniel klammert sich an den hšchsten Ast, wŠhrend er mit den HŠnden ganz allein die "Traube" sŠmtlicher Tiere festhŠlt! Am untersten Ende, knapp Ÿber dem Erdboden, hŠngt Bucky und versucht durch Verrenkungen den Ameisen zu entkommen. Daniel schreit: "Wackel' nicht so, Bucky!"

Leider hat bereits eine Ameise ihren Weg auf den Baum gefunden und bei§t Daniel krŠftig in den Schwanz. Er schreit laut auf und fleht Pauly an, der um Daniel herumflattert: "Schlag' sie runter! Schlag' sie runter!" Eilfertig versetzt Pauly Daniel einen Tritt, wodurch dieser fŸr Sekundenbruchteile die Tiere loslŠsst, um sie im letzten Moment nochmal zu greifen. Daniel, wŸtend: "Die Ameise sollst du runterhauen, nicht mich!" Pauly: "Entschuldigung."

Nun haut Pauly mit aller Macht auf Daniels Hinterteil herum, wŠhrend dieser sich nur noch mit den Zehen festhalten kann! Zwischenzeitlich lŠsst er die Traube wieder fallen, erhascht aber gerade nochmal Kimbas Schwanz! Pauly, seelenruhig: "Meine GŸte, das ist die hartnŠckigste Ameise, die ich je gesehen habe!" Schlie§lich pustet er die "weichgeklopfte" Ameise von Daniel runter, worauf dieser den Halt verliert. Mit ihm stŸrzen alle Tiere in die Tiefe und in ganze Haufen von Ameisen hinein. (ca. 50 sek.)

Schlie§lich bleibt den Tieren nur noch die Flucht aus dem Dschungel, der von den gefrŠ§igen Biestern všllig verwŸstet wird.

Der Blick aus der Vogelperspektive zeigt die gewaltigen Massen fliehender Tiere. In einem langen Panoramaschwenk erkennt der Zuschauer, dass alle auf einem hohen Berg Zuflucht suchen. (ca. 25 sek.)

Oben auf dem Berg wollen die Tiere in Sicherheit abwarten, bis die Ameisen weitergezogen sind. Da bemerkt Prancy plštzlich, dass ihr kleiner Bruder Speedy fehlt!

Kimbas Reaktion ist fŸr alle unverstŠndlich: "Wahrscheinlich hat er wieder irgendwo vor sich hingetrŠumt, als wir alle geflohen sind. Geschieht ihm ganz recht dafŸr, dass er so hochnŠsig war, als seine gro§e Schwester aus der Stadt zurŸckkam!"

Nachdem sich die allgemeine Sprachlosigkeit gelegt hat, schimpft Daniel seinen Adoptivsohn aus: "Ausgerechnet du redest von HochnŠsigkeit? Was glaubst du denn, was du in diesem Moment gerade bist?"
Kimba, Ÿberrascht: "Ich, hochnŠsig?" Daniel: "Oh ja, und wenn du nur halb der AnfŸhrer bist, der du immer zu sein vorgibst, dann geh' sofort zurŸck und bring Speedy hierher!" Kimba, Šrgerlich: "Das ist Ÿberhaupt nicht meine Schuld! Ich kann doch nichts dafŸr, dass er nicht mitgekommen ist!" 

Prancy will sich schreiend davonstŸrzen. Daniel kann sie gerade noch packen: "Du kannst nicht zurŸck!" Prancy: "Ich muss!" Daniel: "Nun mal langsam, wir wissen doch gar nicht, ob er in Schwierigkeiten ist; es kšnnte ebensogut alles in Ordnung sein!" Doch Prancy ist nicht zu beruhigen: "Ich muss ihm helfen!"

WŠhrenddessen trinkt Kimba seelenruhig aus einem Wasserbecken: "Das geht mich Ÿberhaupt nichts an. Es ist ja nicht mein Bruder, sondern ihrer." Kimba zeigt hier eine erschreckend herzlose GleichgŸltigkeit und scheint alles vergessen zu haben, wofŸr er sein ganzes Leben lang gekŠmpft hat! Dann erscheint Speedys Bild im Wasser vor ihm, mit traurigem Gesichtsausdruck. Kimba, trotzig: "Ich kann doch nicht fŸr jedes Tier im Dschungel verantwortlich sein!" Er lŠuft davon. Doch dann besinnt er sich: "Aber ich kann's ja versuchen." Und er rennt los.

Auf seinem Weg zurŸck in Richtung Dschungel sieht Kimba in Gedanken Speedy vor sich, wie dieser verzweifelt hin- und herrennt. Diese schwarz-wei§en "Traumbilder" wirken sehr dramatisch. (ca. 15 sek.)

Die Ameisen sind immer noch da, und wie sich herausstellt, ist Speedy tatsŠchlich in grš§ter Gefahr. Kimba rennt durch die Ameisen, schnappt Speedy und rettet ihn. Auf einem HŸgel, wo noch keine Ameisen krabbeln, vergrŠbt er Speedy zu dessen Schutz im Sand. "Aber Kimba, was wird aus dir?" Kimba: "Mach dir um mich keine Sorgen."

Unter zahlreichen heftigen Ameisenbissen gelingt es Kimba, die Viecher zu einer hohen Klippe zu locken. Nach einem wagemutigen 50-Meter-Kopfsprung in den Fluss Ð wieder einmal ist das Wasser sein rettendes Element Ð folgen ihm sŠmtliche Ameisen nach und werden auf diese Weise allesamt fortgeschwemmt.

Als die Tiere in den Dschungel zurŸckkehren, ist dort alles verwŸstet.

Prancy weint bitterlich. Zu ihren FŸ§en liegt ihre rote Schleife, die ihr jetzt Ÿberhaupt nicht mehr wichtig ist. In einer Totale sieht man, dass alle Tiere im Kreis um Prancy herum sitzen. "Mein armer kleiner Bruder! Ich werde ihn nie mehr wiedersehen!"

Daniel tritt heran und versucht sie zu tršsten: "Bitte, Prancy! Es tut mir so entsetzlich leid, dass dein kleiner Bruder vermisst wird, aber es hat doch Ÿberhaupt keinen Sinn, wenn du dich jetzt so gehen lŠsst. Wahrscheinlich bin ich an allem schuld, weil ich so viel LŠrm um Nichts gemacht habe." (ca. 20 sek.)

Doch Prancy erlaubt nicht, dass Daniel die Schuld auf sich nimmt: "Ich hŠtte doch auf meinen kleinen Bruder viel besser aufpassen mŸssen!" Da taucht Kimba am Horizont auf. Langsam und mit gesenktem Kopf nŠhert er sich den Tieren.

Eine Gro§aufnahme zeigt Daniels entsetzten Gesichtsausdruck. Kimba kommt alleine und schwer verletzt angehumpelt. Dann bricht er zusammen. Daniel: "Du bist verletzt! Wo um Himmels Willen hast du gesteckt? Und was ist mit dir passiert?"

Kimba hebt mŸhsam die Pfote. Er kann nur noch schwach murmeln: "Speedy ... im Loch ... auf HŸgel ...". Daniel: "Sieht so aus, als hšrte ich ihn etwas Ÿber Speedy sagen Ð in einem Loch soll er sein!" Prancy erwidert abweisend: "Ich kann absolut nichts von dem glauben, was Kimba sagt." Daniel: "Lass uns nachsehen! Was haben wir zu verlieren?" (ca. 15 sek.)

Daraufhin entdeckt Prancy ihren kleinen Bruder wohlbehalten im Sand. Daniel: "Jetzt verstehe ich erst Ð Kimba ist gar nicht davongelaufen! Genau genommen kam er hierher, um Speedy zu retten..." Prancy, gerŸhrt: "Kimba, du bist einfach wunderbar!"

In der Schlussszene sitzen Kimba und seine Freunde wieder auf ihrem geliebten Spielbaum Ð Prancys Haus wurde entfernt! Daniel feuert Kimba an, Prancy ihren Bruder. Daniel tritt ihr in den Allerwertesten, woraufhin sich beide in die Haare geraten und jede Menge Schimpfworte an den Kopf werfen. Damit wird die Episode ausgeblendet.

Allge-
meines
Wieder fielen einige Minuten der deutschen Schere zum Opfer. Darunter sind makaber-komische Szenen wie die Flucht der Tiere auf den Baum, aber auch wichtige Verbindungsszenen wie den Schwenk auf den Berg. In der deutschen Fassung ist der †bergang zwischen den flŸchtenden Tieren im Dschungel und dem plštzlich auf dem Berg sitzenden Daniel viel zu abrupt!

Da aus der deutschen Fassung so viele Szenen entfernt wurden, musste auch die †bersetzung teilweise geŠndert werden (siehe z.B. Unterschiede TEXT, Punkt 18). Im Ÿbrigen wurde in dieser Episode nur sehr wenig wšrtlich Ÿbersetzt. DafŸr sind viele deutsche Formulierungen witziger als in der US-Version.

In dieser Episode hat Kimba eine schwere "Persšnlichkeits-Entgleisung", weil er gegen seine selbstverstŠndliche Heldenrolle protestiert und sich weigert, Speedy zu helfen. Er ist hier eher stšrrisches Kind als vorbildlicher Dschungelprinz. Dass er am Schluss trotzdem Speedy das Leben rettet, zeugt von seinem guten Charakter.

Osamu Tezuka wollte mit diesen "Entgleisungen" zum Ausdruck bringen, wie schwierig es fŸr einen kleinen wei§en Lšwen ist, immer und Ÿberall den vorbildlichen Helden zu spielen. Deshalb gab er Kimba in den Episoden, die gegen Ende der Serie platziert werden sollten, gelegentlich die Mšglichkeit, sich auch mal ganz anders zu geben als gewohnt.

Dass Kimba tatsŠchlich noch ein Jungtier ist, merkt man auch daran, dass er (und die anderen Dschungelkinder) Daniels Kampf gegen den Verfall der Moral ziemlich ratlos gegenŸberstehen.

Die Episode beginnt gleich mit einem in beiden Fassungen identischen Textfehler: Kimba sagt "Lass los, Dash!" zu der gepunkteten Wildkatze, die in allen anderen Episoden Dot hei§t. In dieser Folge wurde au§erdem der echte (graublaue) Dash in "Speedy Cheetah" umgetauft (siehe auch "Fazit").

Detail am Rande: Dass Prancy nach einem Jahr Abwesenheit ihren kleinen Bruder wiedererkennt, ist genau genommen unmšglich: Dieser kann, gemessen an seiner Grš§e, hšchstens ein habes Jahr alt sein! Und noch ein kleiner Fehler: Tezuka zeichnete die ausgewachsenen Geparden mit einer mehr oder weniger gro§en RŸckenmŠhne. Das entspricht auch nicht der RealitŠt, da nur Jungtiere diese MŠhne haben.

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TEXT
1) "Kimba hat mich runterfallen lassen!" mault Dot (hier Dash genannt), nachdem er vom Baum gepurzelt ist.

2) Lynxie Luchs lŠsst sich im Original noch allgemeiner Ÿber Prancy aus: "Da sieht man, was dabei rauskommt, wenn Tiere verstŠdtert werden. Der Hut ... der Akzent ..."

3) Rapid's Kompliment an Prancy ist hier eher sachlich: "Was fŸr ein hŸbscher Gepard du geworden bist!"

4) Als die Cheetahs das Haus fŸr Prancy errichten wollen, protestiert Kimba: "Niemand kann hier ein Haus ohne unsere Erlaubnis bauen!" Als dann Prancy selbst eine angemessene Behausung fŸr sich fordert, reagiert der US-Kimba in der fŸr ihn typischen, devoten und respektvollen Weise: "Schon Ð aber es verursacht ein Problem..."

5) Daniels Ansprache, als Kimba gerade im Restaurant speist:
Dan'l: "Also, du isst jetzt erst mal, und ich sage dir derweil, was ich denke."
Kimba (mit vollem Mund): "Ist gut, Dan'l. Also, was glaubst du?"
Dan'l: "Ich glaube, das Stadtleben hat diese Gepardendame auf Ÿberspannte Ideen gebracht. Und du hast dich dazu gar nicht geŠu§ert."

6) "Ihr Kleinen solltet lieber in der Schule sein!" Mit diesem Satz beleidigt Bucky Kimba und die anderen Jungtiere.

7) Daniel zu Prancy, als sie zum Restaurant kommt: "Und was macht unsere feine Dame denn hier, wenn ich fragen darf?"

8) Eine ganz starke Abweichung: Daniel sagt zu Kimba, als der Kampf im Gange ist: "Versuche nicht, das hier zu stoppen Kimba, das ist fŸr uns beide eine Nummer zu gro§!"

9) Kimbas Reaktion, bevor er dem Schlachtfeld den RŸcken kehrt: "Das ist mir viel zu dumm. Ich habe keine Lust, zu kŠmpfen!"

10) Daniel, auf dem Berg: "Solange all diese Ameisen den Dschungel durchqueren, bleiben wir besser hier oben, um absolut sicher zu sein."

11) Kimba Ÿber Speedy Cheetah, der vermisst wird: "Er hat wahrscheinlich irgendwo im Dschungel vor sich hingetrŠumt, als die Ameisen kamen und wir aufgebrochen sind. Geschieht ihm recht dafŸr, dass er so hochnŠsig war, als seine gro§e Schwester aus der Stadt zurŸckgekommen ist!"

12) Daniel weist Kimba zurecht: "Kimba, ich muss mich doch sehr Ÿber dich wundern. Gerade du redest von HochnŠsigkeit? Was glaubst du denn, was du jetzt im Moment gerade bist?"
Kimba darauf: "Ich, hochnŠsig?"
Daniel: "Ja, du. Und was noch dazu kommt: Wenn du nur halb der AnfŸhrer bist, der du immer zu sein vorgibst, wŸrdest du zurŸckgehen, Speedy holen und hierher bringen!"
Kimba, Šrgerlich: "Das ist Ÿberhaupt nicht meine Schuld! Ich kann nichts dafŸr, dass er nicht mitgekommen ist, als wir hierhergingen!"

13) Als Kimba sich kratzt, denkt er in der US-Fassung: "Stimmt genau. Es ist ihr Bruder, nicht meiner." Dies klingt besonders herzlos.

14) "Hilfe! Hilf mir, Kimba" ruft Speedy Cheetah seinem Retter entgegen.

15) "Los, Speedy, hilf mir, ein tiefes Loch zu graben!" sagt Kimba zu Speedy. Dies erklŠrt, was Kimba hier gerade vorhat.

16) Auch als er Speedy eingrŠbt, sind Kimbas Worte informativer: "Ich decke dich mit dem Dreck zu!"

17) Auch was er mit den Ameisen vorhat, spricht der US-Kimba deutlich aus: "Vielleicht kann ich sie von hier wegfŸhren!"

18) Prancy zu Daniel, nachdem dieser versucht hat, sie zu tršsten: "Oh nein, bitte, ich erlaube keinesfalls, dass du die Schuld auf dich nimmst. Denn es war ganz und gar mein VersŠumnis, dass ich mich nicht um meinen Bruder gekŸmmert habe!" Sie weint bittere TrŠnen, und Daniel will sie tršsten, doch seine Stimme klingt ebenfalls verweint: "Nein, nicht doch ... Was ist das?" (Hier erscheint Kimba am Horizont.)

19) "Irgend etwas scheint hier schon nach meinem Bruder zu riechen", sagt Prancy als Reaktion auf Kimbas Hinweis, kurz bevor Speedy dann aus seinem Erdloch hervorkommt.

20) Prancy sagt im Original, ehrlich ergriffen: "Mein Bruder! Du bist am Leben!" Und Speedy antwortet: "Oh, hatte ich eine Angst, hatte ich eine Angst!" Darauf entgegnet Prancy: "Aber jetzt bist du in Sicherheit! Ist das nicht schšn?" Dies ist sachlich, positiv und lebensbejahend.

21) Daniels wichtigster Satz wurde in der deutschen Fassung komplett unter den Tisch gekehrt: "Jetzt begreife ich endlich! Kimba ist Ÿberhaupt nicht weggelaufen! Er ist hierher gekommen, um Speedy zu retten!"

22) Prancys Originalsatz verdeutlicht hier ihren 180-Grad-Stimmungswandel: "Oh Kimba, ich finde, du bist wunderbar!"

23) In der Schlusszene ist au§er dem GezŠnk zwischen Prancy und Daniel kein weiterer Text zu hšren. Die Episode klingt unter der Schlussmusik ohne ErzŠhlerkommentar aus. (In dieser Folge kommt kein ErzŠhler vor.)

1) Der deutsche Dot (Dash) sagt hier: "Kimba ist ein Spielverderber!" Das klingt nicht nett und stimmt nicht.

2) In der deutschen Fassung macht er sich nur Ÿber FrŠnzis Hut lustig: "Wer sowas trŠgt, der hat sie doch nicht alle. Oder er gebraucht sie nicht der Reihe nach."

3) Rapids deutsche Worte lauten: "Ja Ð ich muss gestehen, du bist ein wunderschšnes MŠdchen geworden!"

4) Der deutsche Kimba sagt hier, wieder einmal weniger sachlich: "Keiner kann uns hier vertreiben!" Auf Prancys Forderung nach eine angemessenen Wohnung reagiert der deutsche Kimba in der fŸr ihn typischen aggressiven und respektlosen Weise: "Meinetwegen, aber es ist rundum Platz genug!"

5) Und so klingt diese Szene im Deutschen:
Daniel: "Also, ich will dir ja nicht den Appetit verderben, aber..."
Kimba (mit vollem Mund): "Keine Sorge! Mir schmeckt's!"
Daniel: "Sie hat 'nen Floh im Ohr und eine Spinne auf der Backe! Die ist keine Wildkatze, sondern eine eingebildete Ziege!"

6) Der deutsche Bucky bringt hier den Satz: "Wir kšnnen sehr gut auf uns selber aufpassen!" Das klingt nicht ganz so beleidigend.

7) Der deutsche Daniel: "Ganz recht, das Restaurant ist geschlossen, und das ist auch gut fŸr die schlanke Linie!"

8) In der deutschen Fassung lautet Daniels Satz všllig anders: "Ich glaube, wir mŸssen uns zurŸckziehen, Kimba! Es wird langsam brenzlig!"

9) Der deutsche Kimba sagt nur: "Ich muss sagen, das ist mir zu dumm." Dass er nicht kŠmpfen will, erwŠhnt er aber nicht!

10) Der deutsche Daniel: "Ich hoffe, dass die Ameisen schlechte Alpinisten sind und uns wenigstens hier oben in Ruhe lassen!"

11) Der deutsche Kimba ist noch schnippischer: "Tja, meine liebe FrŠnzi, da muss ich dir leider sagen, daran bist nur du schuld. Du hŠttest halt auf dein BrŸderchen mal ein bisschen besser aufpassen mŸssen! Ich kann da leider gar nichts machen."

12) Der deutsche Daniel: "Kimba, ich bin entsetzt Ÿber dich! Was hei§t denn hier Schuld oder Unschuld? Wer bist du denn, dass du darŸber urteilen willst?"
Kimba, stammelnd: "Ja, ich..."
Daniel: "Ja, du! Du bist schlie§lich in erster Linie verantwortlich fŸr die Kleinen! Vielleicht ist Speedy wirklich nicht zu retten, aber so leichtfertig spricht man nicht darŸber! Nimm dir das gefŠlligst zu Herzen!"
Kimba: "Es ist doch nicht meine Schuld! Was soll ich denn machen, jetzt kann ich auch nicht mehr helfen, beim besten Willen nicht!"

13) Der deutsche Kimba lenkt an dieser Stelle bereits ein, denn er denkt: "So'n Mist. Ich kann die Suppe wieder auslšffeln."

14) Speedys deutsche Worte "Die bei§en mich tot!" sind hier viel heftiger!

15) Kimbas deutsche Worte: "Mach' schnell, Tempo, wir mŸssen uns beeilen!" Was er da vorhat, wird im Text nicht erwŠhnt.

16) Der deutsche Kimba spricht hier die makabren Worte "Und dann runter mit dem Kopf!"

17) Der deutsche Kimba scheint von der Reaktion der Ameisen eher zu erschrecken: "Sie kommen mir nach!"

18) Da die vorhergehende Szenenfolge in der deutschen Fassung fehlt, muss FrŠnzi hier natŸrlich etwas anderes sagen: "Glaubst du, dass sie wiederkommen? Vielleicht ist alles zu spŠt gewesen, und Kimba konnte nichts mehr tun ... vielleicht kommt er auch nie wieder ... Ich mach' mir ganz gro§e VorwŸrfe!" Daraufhin sagt Daniel zu ihr: "Wir mŸssen tapfer sein!" Diese Wortwahl ist total daneben. Es klingt hohl und zynisch.

19) Die deutsche FrŠnzi sagt: "Speedy Ð bist du da drin?" Dieser Satz ergibt keinen Sinn, da sie nicht wissen kann, wo sich Speedy befindet Ð Kimbas Hinweis wurde aus der deutschen Fassung entfernt!

20) Die deutschen Texte klingen viel milder: "Oh Speedy, da bist du ja!" Speedy: "FrŠnzi, mein Schwesterchen, ich hab' schon so auf dich gewartet!" FrŠnzis Antwort erinnert an die Mahnung einer Šngstlichen Mutter: "Aber jetzt bleiben wir auch immer schšn zusammen!"

21) In der deutschen Fassung ist die AbŠnderung besonders schlimm. Daniel sagt hier oberflŠchlich: "Tja, Kimba war zwar noch etwas schwach, aber dafŸr war das 'ne besonders starke Geschichte."

22) FrŠnzi spricht wie eine Mutter zu ihrem kleinen Jungen: "Und du, Kimba, warst ein richtiger gro§er Held!" Als ob das was Neues wŠre...

23) Daniel spricht im Hintergrund zu seiner eigenen ZŠnkerei (!) einen sehr guten und wunderbar ironischen Schlusskommentar: "... Mit der Rettung von FrŠnzis kleinem Bruder zog wieder Ruhe und Frieden bei uns ein..."

Bucky wird in der deutschen Episode von Harry WŸstenhagen gesprochen.

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MUSIK
In dieser Episode gibt es extrem wenig Originalmelodien. Viele Szenen sind všllig stumm oder enthalten nur GerŠusch-Untermalung.

1) Die Musik der Anfangsszene (Baumspiel der Tierkinder) passt besser zu den Bildern, erklingt jedoch nur ganz zu Beginn. Der Rest der Szene ist ohne Musik.

2) Die komplette Szenenfolge, als das Auto erscheint und Prancy in den Dschungel zurŸckkehrt, enthŠlt keinerlei Musik! Erst bei Prancys Satz "Bist du nicht Speedy Cheetah?" beginnt die Originalmusik.

3) Prancys Gesangsdarbietung fŸr ihre Verehrer klingt in der Originalfassung anders. Die Melodie ist langsamer, etwas gefŸhlvoller und leicht melancholisch. Wie in der deutschen Fassung singt Prancy nur "La la la", ohne Worte.

4) Keine Musik gibt's zu den Szenen, als beide Parteien bei Daniels Restaurant aufeinander losgehen.

5) Auch der Zweikampf "Rapid gegen Kimba" ist in der Originalfassung ohne jede Musik.

6) Als nach dem Verschwinden der Ameisen der zerstšrte und kahlgefressene Wald zu sehen ist, erklingt keine Musik, wodurch diese Bilder besonders traurig wirken.

7) Als Kimba am Horizont auftaucht und mit gesenktem Kopf nŠher kommt, passt die Originalmusik viel besser zu den Bildern.

8) Die Schlussszene, als die Kinder wieder auf dem Baum spielen und sich Prancy und Daniel in die Haare kriegen, ist zum grš§ten Teil ohne Musik. Erst ganz am Ende, als der Baum von oben in der Totale gezeigt wird, ertšnt wuchtige Orchestermusik, die dann zur Schlussfanfare wird.

Die wenige Originalmusik wurde gro§teils Ÿbernommen. Alle "stummen" Szenen wurden in der deutschen Fassung mit Zusatzmelodien unterlegt und dadurch aufgewertet.

1) Die deutsche Szene ist durchgehend mit fršhlicher Musik (Arpeggien) untermalt, die ebenfalls sehr gut zu der lustigen Handlung passt.

2) Traumhafte und nur an dieser Stelle verwendete deutsche Musik untermalt diese Szenen optimal. Die Originalmelodie am Szenen-Ende wurde ebenfalls durch deutsche Musik ersetzt.

3) In der deutschen Fassung singt Prancy ebenfalls "la la la". Die Melodie ist jedoch anders: sie klingt beschwingter und fršhlicher. Au§erdem gibt's noch eine Schlagzeugbegleitung. Technisch ist die deutsche Fassung besser.

4) Zu diesem sinnlosen Kampf passt die alberne deutsche Zusatzmusik ausgezeichnet.

5) Auch hier passt die deutsche Zusatzmusik hervorragend und lockert das Ganze auf.

6) Zu diesen Szenen erklingt ein gefŸhlvolles deutsches Streicherthema, wodurch der dŸstere Eindruck der Bilder ein wenig abgemildert wird.

7) Hier hat man in der deutschen Fassung eine allzu sentimentale Musik daruntergelegt.

8) Die deutsche Schlussszene ist komplett mit lustiger deutscher Musik (Arpeggien) unterlegt, die zu dieser wahrlich komischen Szene sehr gut passt. Am Ende ertšnt, wie in fast allen FŠllen, ein deutsches Standard-Schlussthema.

Fazit Diese Episode, die in der deutschen Sendestaffel ursprŸnglich die letzte war, ist eine der wertvollsten Ÿberhaupt. Die Geschichte ist ebenso spannend wie lustig und vermittelt einige kluge Botschaften.

Die wichtigste Botschaft zeigt, wie dumm es ist, sich angesichts echter Gefahr um lŠcherliche Kleinigkeiten zu streiten. Hier ist dies Daniels alberner Krieg der Moralapostel gegen die SŸnde mit all seinen militŠrischen †bertreibungen.

Aber auch andere bemerkenswerte Dinge kommen in dieser Episode vor. So wird tatsŠchlich ein Tier von einem Menschen bewusst in die Wildnis zurŸckgebracht. Der Originaltext spielt auf "Born Free" an, einen Lšwen-Dokumentarfilm der 60-er Jahre, der dieses Thema zum Inhalt hat.

Auch der Humor kommt in dieser Episode nicht zu kurz. Kšstlich ist die Szene mit Daniel als Ringrichter. Anstatt den Gong zu schlagen, haut er sich permanent auf die Finger. Auch Bucky als Waschfrau ist hinrei§end und gleicherma§en absurd: Wozu benštigt ein Gepard wohl WŠsche?

Daniels Schlusskommentar, der mit den weisen Spruch "Sieg ist nichts Ð Friede ist alles" endet, passt inhaltlich sehr gut zu dieser letzten (deutschen) Folge, mit der am 4. Oktober 1977 eine der schšnsten Zeichentrickserien aller Zeiten zu Ende ging.

Detail am Rande: Genau wie in Episode 15 (Scrambled Eggs / Keine Feier ohne Eier) wird auch hier der kleine graublaue Gepardenjunge "Speedy" genannt, wŠhrend er in allen anderen Episoden "Dash" hei§t. Dieser Namensfehler unterlief der US-Crew und wurde in der deutschen Fassung brav Ÿbernommen.

Der "richtige" Speedy ist gelb und, ungeachtet der Bezeichnung "Cheetah" (=Gepard) in Wirklichkeit ein Leopard, erkennbar an den grš§eren ringfšrmigen Flecken. Er kommt in den Episoden 5 (Fair Game), 19 (The Mystery Of The Deserted Village / Das Geheimnis des verlassenen Dorfes), 26 (A Revolting Development / Revolte im Dschungel) und 44 (A Friend In Deed / Ein Freund in Not) vor.




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Druckversion Episode 47
47
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel The Cobweb Caper Im Netz der Spinne
Inhalt Im Dschungel treibt eine Riesenspinne ihr Unwesen. Sogar große Tiere wie Boss Rhino fallen ihr zum Opfer und werden von ihr als Futtervorrat eingewickelt. Auch Kimba wird gefangen, kann sich jedoch zum Glück wieder befreien.

Die restlichen Tiere haben sich aus Angst vor der Spinne in die Höhle geflüchtet, doch Hunger und Durst zwingen sie bald, die Deckung zu verlassen. Daniel schärft den Tieren ein, gut aufeinander aufzupassen und nach der Monsterspinne Ausschau zu halten.

Zu allem Unglück wird Kimba von einer Tsetsefliege gestochen und bekommt hohes Fieber. Daniel bleibt bei ihm und kümmert sich um ihn, während Kimba im Fieberwahn um sich schlägt und den armen Daniel mehrmals beißt. Als Daniel ihm erklärt, dass die Tsetsefliege der gefährlichste Feind der Löwen ist, kommt ihnen die Erkenntnis, dass auch die Spinne einen Todfeind hat, nämlich die Spinnenwespe.

Gemeinsam sammeln alle Tiere nun Wespennester. Doch wie soll man die Spinne damit bekämpfen? Kimba, noch sehr angeschlagen, stellt sich schließlich als Freiwilliger zur Verfügung. Er will die Spinne hervorlocken, damit die anderen sie mit den Wespen bombardieren können.

Der Plan gelingt, und Hunderte von Wespen stechen das Ungetüm. Vollgepumpt mit Gift stürzt die Spinne von einer hohen Klippe in den Fluss und verschwindet auf Nimmerwiedersehen im Strudel. Nun können die Tiere endlich die armen Opfer der Spinne auswickeln, die zum Glück noch alle am Leben sind.

Allge-
meines
Die Episode wurde bis auf wenige Szenen wörtlich ins Deutsche übertragen. Es wurde nichts herausgeschnitten oder verfälscht. Einige Stellen hat man, wie gewohnt, freier übersetzt, ohne jedoch den Sinn zu verändern.

In der Originalfassung spricht Kimba Daniel dreimal mit "Onkel Daniel" an. Diese Anrede verwendet er sonst nie. Wieso die US-Crew diese Formulierung wählte, ist nicht bekannt.

Anmerkung: An der Stelle, als Daniel und die anderen Tiere mit den "Bienenstöcken" zum Lager der Spinne marschieren, gibt es einen groben Regiefehler: Kimba ist eigentlich ja nicht dabei, als die anderen die Wespen einsammeln, da sie Kimba auf seinem Krankenlager wähnen. In einer kurzen Einstellung, in der die marschierenden Tiere von oben zu sehen sind, geht Kimba aber schräg hinter Daniel! Kurz darauf taucht Kimba zur Überraschung der anderen auf, um die Spinne herauszulocken!

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schiede
TEXT
1) Zu Beginn gibt es in der US-Version keinen Text, sondern nur düstere Musik zu den unheimlichen Szenen im Dschungel.

2) Als Kimba nach seiner Flucht vor der Spinne aus dem Fluss klettert und feststellt, dass er im Dschungel gelandet ist, sagt er: "Großartig, der Fluss hat mich direkt wieder nach Hause gebracht."

3) Als Daniel den kranken Kimba umarmt, sagt er im Original folgendes: "Lass' den Kopf nicht hängen, du hast mehr Grips als jeder von uns. Das war deine Idee!" (Der Text bezieht sich auf Kimbas Frage, ob die Spinne denn auch Feinde hätte.)

4) Die "Spider Wasps" (Spinnenwespen) werden stets als solche bezeichnet.

5) Daniel meint, sie hätten nun genug Wespen gesammelt, "um eine ganze Schar von Spinnen zu stechen".

6) Auf Kimbas Frage, wie Daniel und die anderen die Spinne besiegen wollen, antwortet der Igel Harry: "Rate mal: mit Spinnenwespen, Kimba!"

7) Als ein Freiwilliger gesucht wird, der die Spinne herauslocken soll, erwidert Daniel auf Buckys Aufforderung, sich zu melden: "Ich bin zu alt, und du weißt das!"

8) Daniel bemerkt beim Kampf gegen die Spinne: "Ich weiß nicht, was wir ohne dich täten, Kimba!" Dieser Satz kommt in der deutschen Fassung nicht vor.

9) Als Pauly und Bucky am Schluss vor einer kleinen Spinne ausreißen, werden sie von den Tierkindern mit einem englischen Kinderreim verspottet.

10) Am größten ist der Unterschied beim Schlussdialog zwischen Daniel und Kimba. In der Originalfassung lautet er:
Kimba: "Oje, Daniel, es scheint so, als sei der Dschungel voll von unfreundlichen Kreaturen - Insekten, Spinnen und all sowas..."
Daniel: "Oh nein, Kimba, wart' einen Moment: nicht alle Insekten und Spinnen sind unfreundlich. Du musst einfach versuchen, die guten von den schlechten zu unterscheiden."

1) Daniel hält in der deutschen Fassung einen wissenschaftlichen Vortrag über Spinnen. Die einleitenden Worte schwächen die düstere Atmosphäre ein wenig ab.

2) In der deutschen Fassung sagt er in elegischem Tonfall: "Ja, Glück muss der Mensch haben, sagte der alte Daniel."  (Man beachte die Feinheiten!) 

3) In der deutschen Fassung sagt Daniel zu Kimba: "Ich weiß, wo es diese Bienenart gibt, und ich sag' auch gleich den anderen Bescheid. Pass' auf, es wird alles gut, wir schaffen es!"

4) Die Feinde der Spinne werden hier abwechselnd als Wespen und als Bienen bezeichnet.

5) Der deutsche Text ist heftiger: Daniel meint, die Menge müsste ausreichen, um "dies Mistvieh geradezu in die Luft zu sprengen".

6) Harrys deutscher Text lautet: "Keinen Schimmer, aber sie werden das schon irgendwie hinkriegen."

7) Bei uns erwidert er vielsagend: "Ich bleib' hier, ich muss das Unternehmen leiten." Damit wird Daniel in der deutschen Fassung als Drückeberger dargestellt!

8) Daniel bemerkt beim Kampf gegen die Spinne: "Du liebe Zeit, die ist nicht totzukriegen!" Dieser Satz kommt in der US-Fassung nicht vor.

9) Der englische Kinderreim wurde verständlicherweise nicht übernommen. Bei uns sagen die Tierkinder lediglich: "Habt ihr gesehen? Die spinnen!"

10) In der deutschen Fassung spricht Daniel erst als Erzähler einen Abschlusskommentar über Spinnen und meint dann: "... Ende gut, alles gut, wobei ich nicht verhehlen möchte, dass dies eine ganz unglaubliche Geschichte war."
Kimba: "Aber Daniel, glaubst du denn, dass man sie uns glauben wird?"
Daniel: "Ach weißt du, Kimba, die beste Tarnung ist die Wahrheit. Die glaubt einem niemand..."

Bucky wird in der deutschen Episode von Harry Wüstenhagen gesprochen.

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MUSIK
In dieser Episode, die hauptsächlich von spannenden Bildern beherrscht wird, ist Tomitas Originalmusik dementsprechend düster und unheimlich. An vielen Stellen gibt es, wie üblich, nur Geräuscheffekte.

1) Als Kimba vor der Spinne flieht und ihr schließlich entkommen kann, erklingt im Original keine Musik. Das gleiche gilt für die Szenen, in denen Kimba gestochen wird.

2) Als Kimba sich der Spinne als Lockvogel anbietet, gibt es im Original keine Musik.

3) Die Musik zur Schlussszene ist wieder einmal schöner und melodischer als in der deutschen Fassung.

In der deutschen Fassung hat man überraschenderweise jede Menge Originalmusik übernommen, auch viele düstere, unheimliche Passagen. Einige stumme Szenen wurden zusätzlich mit deutscher Spannungsmusik unterlegt.

1) Diese Szenen wurden in der deutschen Fassung durch sich steigernde Spannungs-Musik noch zusätzlich verstärkt. Die Originalszenen wirken ziemlich "leer", so dass die Melodien hier gut passen.

2) Hier erklingt ein sehr gutes deutsches Motiv, das meines Wissens nur an dieser Stelle zum Einsatz kam und sonst nirgends mehr verwendet wurde.

3) In der deutschen Fassung kommt statt dessen eine Standard-Schlussmelodie zum Einsatz.

Fazit Diese Episode ist sehr spannend, wenngleich die Handlung ein wenig unglaubwürdig wirkt, was Daniel in der deutschen Fassung auch einräumt. Trotz der schrecklichen Szenen kommt auch hier wiederum der Humor nicht zu kurz, z.B. beim Auftritt von Igel Harry, der auf den kranken Kimba aufpassen soll.

Für Kimbas Entwicklung ist diese Geschichte insofern sehr wichtig, weil er lernen muss, dass die winzigsten Feinde oft die gefährlichsten sind. Tatsächlich bedeutet die Tsetsefliege eine große Gefahr für Löwen. Auch die riesige Spinne kann letztendlich von den kleinen Wespen vernichtet werden.

Viele Zeichnungen vom gestochenen und fiebernden Kimba gehen regelrecht zu Herzen. Wie immer, wenn Kimba (wie auch in einigen anderen Episoden) durch äußere Einwirkungen hilflos ist, wirkt er besonders "menschlich". Dass er sich trotz seines hohen Fiebers der Spinne zum Kampf stellt, zeugt einmal mehr von seinem heldenhaften Charakter.




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48
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel The Red Menace Der Dschungel brennt
Inhalt Rund um Kimbas Dschungel verwüsten Buschbrände das Land. Im Elefantental, wo der kleine Elefant Pee Wee (bekannt aus Episode 25) mit seiner Herde lebt, ist alles Gras verbrannt, und die Elefanten leiden Hunger.

Kimba und seine Freunde Dot, Dash und Dinky rennen trotz Daniels Verbot ins Elefantental, um Pee Wee zu helfen. Sie laden die Elefanten ein, sich im Grasland in der Nähe des Dschungels sattzufressen. Da dies jedoch das Revier von Kellyfant und seiner Herde ist, gibt es bald Ärger. Wie zu erwarten war, ist Kellyfant nicht bereit, den anderen etwas abzugeben.

Daraufhin stehlen Kimba und Pee Wee in der darauffolgenden Nacht eine große Menge Gras, um es den hungernden Elefanten zu bringen. Doch die Hyänen Tom und Tab beobachten sie und verraten es Kellyfant. Wütend lässt dieser daraufhin Kimba und Pee Wee gefangen nehmen und in einen finsteren Turm sperren.

Das Feuer hat sich inzwischen weiter ausgebreitet und schließt alsbald auch den Gefängnisturm ein. Kimba und Pee Wee versuchen verzweifelt, sich zu befreien, und ersticken fast im Rauch. Zum Glück beginnt es noch rechtzeitig zu regnen. Als die anderen Tiere erfahren, was geschehen ist, kommen sie sofort und befreien die beiden Gefangenen.

Das Feuer lodert von neuem auf und wendet sich nun gegen den Dschungel. Kimba hat eine Idee: wenn die dicken Mauern des Turms sie vor dem Feuer beschützt haben, könnte ein hoher Wall vielleicht auch den Dschungel vor dem Feuer retten. In fieberhafter Eile errichten alle Tiere diesen Feuerwall.

Zwischenzeitlich retten Kimba und Pee Wee noch Kellyfant, der mit seinen Elefanten nun selbst vom Feuer bedroht wird. Nachdem Kellyfant seinen Fehler eingesehen hat, gelingt es, gemeinsam mit der Unterstützung der Elefanten den Wall bis zum Seeufer zu bauen. In letzter Sekunde kann das Feuer gebändigt und der Dschungel gerettet werden.

Allge-
meines
Bei dieser Episode hat man den Text sehr frei ins Deutsche übertragen. Es gibt kaum Stellen, die wörtlich übersetzt wurden.

Am Sinn ändert sich dadurch jedoch nichts. Es wurde auch nichts geschnitten. Einige Szenen sind in der deutschen Fassung vom Text her besser und logischer als im Original. Die berührendste Szene der Folge ist leider ziemlich verfälscht worden (siehe "Unterschiede TEXT", Punkt 9).

Kurioserweise hat man diesmal den Namen des Elefantenjungen "Pee Wee" in der deutschen Fassung beibehalten. In Episode 25 (Too Many Elephants / Die Elefanten sollen sterben) hieß das gleiche Elefantenkind hierzulande "Elly" und wurde zum Mädchen.

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TEXT
1) Die Eröffnungsszene beginnt in der US-Fassung ohne Sprecherkommentar.

2) Der Name von Pee Wee's Mutter "Patsy" wird in der Originalfassung wesentlich öfter erwähnt.

3) Pee Wees Ausspruch von den "Gumdrops" kommt auch in der US-Episode vor, wird dort aber nicht so oft zitiert.

4) "Was glaubst du, was sie mit uns machen?" fragt Pee Wee, als beide gefangen genommen werden. Kimbas Antwort: "Ich vermute, sie bringen uns zu Kellyfant!"

5) Kimba im Gefängnisturm: "Sie haben die Tür verschlossen! Lasst uns raus!"

6) Unlogisch, da nicht zu den Bildern passend, ist der amerikanische Dialog im Turm.
Kimba: "Wir müssen den Turm zum Einsturz bringen!" Pee Wee: "Aber wie? Diese Wände sind aus solidem Stein und Lehm!" Dann sagt er, während er springt: "Es ist heiß! Das Feuer kommt immer näher!"

7) Deutlich mehr Tiefgang hat der Originaltext, als Kimba sagt: "Pee Wee, verzeih' mir. Ich habe uns in diesen Schlamassel gebracht, und ich muss auch einen Weg hier raus finden ... aber ich kann's nicht..."

8) Pee Wees Mama in der US-Fassung: "Ich hatte solche Angst, ich würde meinen Pee Wee nie wieder sehen!"

9) Die rührendste Szene ist in der US-Fassung viel schöner. Daniel umarmt Kimba und sagt: "Oh, Kimba, ich hatte solche Angst um dich!" Kimba, weinend: "Es war alles meine Schuld, aber ich musste doch versuchen, für Pee Wee und die anderen Elefanten etwas zu essen zu beschaffen." Daniel: "Ich weiß. Du magst verrückte Ideen haben, Kimba, aber dein Herz sitzt am rechten Fleck." Dazu erklingt eine dezente und leise Originalmelodie, welche die Atmosphäre dieser Szene noch unterstreicht.

10) "Für mich sieht es so aus, als würden die Flammen diesmal den Dschungel zerstören", sagt Daniel, als das Feuer sich erneut ausbreitet.

11) Als Kimba und Pee Wee den eingeklemmten Kellyfant befreien, ist in der Originalfassung ihr Gespräch äußerst sachlich, was den Ernst der Lage betont.

12) Die Schlussdialoge enthalten in der US-Fassung einige Botschaften in Sachen Dankbarkeit und Freundschaft, die im Deutschen wieder mal unter den Tisch gekehrt wurden.
Kellyfant: "Seht, wir würden uns nach allem, was passiert ist, glücklich schätzen, wenn wir unser Gras mit euch teilen könnten, da ihr mitgeholfen habt, es zu retten." 
Patsy: "Es schien uns unmöglich, das Feuer zu stoppen, aber wir konnten es. Und wenn alle mitmachen, ist es möglich, das Unmögliche zu tun, nicht wahr, Pee Wee?" Dieser antwortet: "Das ist richtig, weil es das ist, was Kimba sagt, und wir werden gute Freunde bleiben, nicht war Kimba?" Kimba: "Na klar, so gut wie 'Gumdrops'!"

1) Daniel gibt in der deutschen Fassung einen Kommentar zur Gefahr des Buschbrandes ab.

2) Hier fällt ihr Name nur einmal, als Daniel sie nach dem Regen mit den Worten "Du musst nicht weinen, Patsy ..." zu trösten versucht.

3) Bei uns wird der Spruch von den "Gummibärchen" als sogenannter "Running Gag" wesentlich öfter verwendet.

4) Und so klingt's in der deutschen Fassung: "Kimba, hast du vielleicht irgend eine Idee?" Kimbas Antwort: "Nein, aber ich denke gerade angestrengt nach!"

5) Deutscher Text: "Na, das war's dann wohl ... Wartet nur, bis wir euch kriegen, ihr Feiglinge!"

6) Der deutsche Text entspricht eher den Zeichnungen. Kimba: "Wir klettern 'rauf!" Pee Wee: "Wie denn? Ich bin doch keine Katze! Ich will jetzt nach Hause!" Darauf springt er und fragt: "Sieh mal! Wie hoch komm' ich denn?" Kimba: "Nicht schlecht, aber es reicht noch nicht!"

7) Bei uns sagt Kimba: "Jetzt wird es langsam Zeit für ein kleines Wunder! Wenn ich alles richtig sehe, dann würde ich sagen: es war kein guter Tag..."

8) Typisch deutsch ist diese Reaktion: "Versprich mir, dass du sowas nie wieder machst!"

9) Die deutsche Version wird betont locker gehalten. Daniel: "Na, das war ja wirklich in letzter Minute." Kimba, weinerlich: "Wo wart ihr eigentlich so lange? Wir haben uns direkt Sorgen um euch gemacht!" Daniel: "Jaja, ich weiß, du bist schon ein verrückter Kerl, Kimba, aber es ist ja nochmal alles gut gegangen." Diese unnötige Bemerkung muss Daniel als Erzähler aus dem Hintergrund dann gleich wieder berichtigen, da eben noch lange nicht alles gut ist. Zu alldem erklingt eine sentimentale Schmalz-Musik.

10) Bei uns sagt er: "Wenn das Feuer näher kommt, wird die Farm wohl kaum zu retten sein." Von der Farm ist aber in der gesamten Episode nicht die Rede!

11) Der deutsche Kimba bringt wieder mal seine saloppen Ausdrücke: "Zieh' mal vorne, Pee Wee, der hat seinen Latschen eingeklemmt!"

12) Die deutsche Fassung ist wesentlich oberflächlicher:
Kellyfant: "Wir würden uns glücklich schätzen, wenn wir unser Gras mit Euch teilen dürften, es ist genug da für alle." Patsy: "Keine Sorge Daniel, lass uns nur machen. Wir Elefanten sind Dickköpfe, was wir uns vornehmen, das führen wir auch durch, stimmt's Pee Wee?" Pee Wee: "Wir machen das schon, und das neue Gras wird noch besser schmecken als Gummibärchen. Tschüss Kimba!" Kimba: "Tschüss, wir besuchen Euch bald mal!"

Bucky wird in der deutschen Episode von Harry Wüstenhagen gesprochen.

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MUSIK
Entsprechend der Handlung gibt es auch in dieser Episode hauptsächlich düstere, spannende und schwere Musik von Isao Tomita.

1) Zu den einleitenden Bildern des Buschbrandes erklingt ein gut passendes Tomita-Motiv, das der deutschen Einheitsmelodie durchaus vorzuziehen ist.

2) Als Kimba und die Tierkinder Pee Wee zu Hilfe eilen, ist die Originalmusik spannender - und vor allem abwechslungsreicher.

3) Als Kimba und Pee Wee das Gras stehlen, gibt es im Original keine Musik. Das gleiche gilt für die Szenen ihrer Gefangennahme.

4) Als der Regen einsetzt, erklingt getragene Musik, die vom Charakter her besser passt, da die Gefahr ja noch nicht ausgestanden ist. Ein Erzähler ist nicht zu hören, da er die besondere Stimmung dieser Szene stören würde.

5) Als das Feuer erneut aufflackert, sind im Original nur Windgeräusche und das Knistern der Flammen zu hören. Auch als Kimba Kellyfant zu Hilfe eilt, gibt es keine Musik.

6) Zum Höhepunkt der Handlung, als das Feuer zuerst noch überzugreifen droht, dann aber doch stirbt, gibt es in der Originalfassung keinerlei Musik.

7) Jammerschade ist es auch um die Schlussmusik, die im Original wieder einmal eine Variation über das "Jungle Emperor"-Thema ist und prächtig zu der letzten Szene passt.

Obwohl die deutsche Fassung viel Originalmusik verwendet, wurde auch hier wieder einiges mit Zusatz-Melodien versehen.

1) Hier hat man wieder mal eine der sich ewig wiederholenden deutschen Spannungs-Melodien verwendet.

2) Auch hier wurde leider wieder die übliche deutsche "Taa - Taa" - Spannungsmusik darüber gelegt.

3) Diese "Leerstellen" wurden in der deutschen Fassung allesamt mit Spannungsmusik gefüllt.

4) Über diese Szenen hat man eine versöhnliche "Alles-wird-gut"-Musik drübergelegt. Dazu kommt noch Daniels naiver Kommentar: "Ein kühler Regen auf die heiße Glut gebracht, hat alles wieder gut gemacht."

5) Beide Szenen werden durch die gewohnte deutsche Spannungsmusik noch zusätzlich aufgepeitscht.

6) Diese Bilder sind in der deutschen Fassung mit rhythmisch-lockeren Swing-Themen unterlegt, die angesichts der Flammenhölle völlig deplatziert wirken. Der Höhepunkt wird dadurch vom Charakter her völlig verändert.

7) Hier wurde eine weniger häufig gebrauchte deutsche Schlussmelodie verwendet, die zwar auch recht nett ist, aber nicht an das Original herankommen kann.

Fazit Wie bereits die vorangegangene Folge ist auch diese wieder sehr spannend. Allerdings wirkt die Handlung am Schluss schon recht unglaubwürdig. Auch mit größten Anstrengungen wäre es den Tieren wohl kaum möglich, einen derart hohen und soliden Erdwall im Laufschritt zu errichten, während daneben schon das Feuer lodert.
(Ich will die Baukunst von Kimbas Tieren nicht anzweifeln; schließlich haben sie sogar einen Vergnügungspark angelegt - nur nicht in dem Tempo!) 

Kimba beweist in dieser Episode, wie schon oft vorher, dass er nicht nachtragend ist und auch einem Feind das Leben rettet, der ihn kurz zuvor selbst in Lebensgefahr gebracht hat. Der einzige Unterschied zu ähnlichen Episoden besteht darin, dass er es diesmal im Team tut, zusammen mit seinem Elefantenfreund Pee Wee. So ist diese Folge vor allem ein Loblied auf die Freundschaft.

Wieder einmal schlug Osamu Tezuka seinen Auftraggebern bei NBC ein Schnippchen, als er das Elefantenkind Pee Wee und seine Mutter zum zweiten Mal auftreten ließ und dadurch zeigte, was für dicke Freunde Kimba und Pee Wee trotz ihrer langen Trennung immer noch sind. Eigentlich hatte Tezuka den strikten Auftrag, jede einzelne Episode als abgeschlossene Geschichte zu bringen. Das war natürlich nicht in seinem Sinn. (Siehe auch: "Wie Kimba entstand".)

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