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Episodenvergleich - Episode
9 bis 12
Die Nummerierung entspricht der japanischen Original-Reihenfolge.
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jeweiligen Episode.
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9
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Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
The Flying Tiger |
Fliger, der fliegende Tiger |
| Inhalt |
Eine neue Gefahr
bedroht Kimbas Dschungel: der Adler Clutch (deutscher Name: Kralle) ist
zurückgekehrt, weil er auf seine alten Tage nach leichter Beute sucht.
Kimba will den Adler zurechtweisen, unterliegt jedoch im Kampf.
Danach hat Kimba nur noch
einen Wunsch: er möchte Flügel haben, denn damit, so meint er,
könne er Clutch leichter zum Freund gewinnen.
In der folgenden Nacht taucht
im Dschungel ein fliegendes Ungeheuer auf und raubt eine Antilope, die
Mutter von Dodie. Kimba verdächtigt zuerst den Adler Clutch und greift
ihn an. Da erscheint das wirkliche Monster, ein fliegender Tiger. Kimba
kämpft mit "Flyger" (deutscher Name: Fliger) und wird dabei fast getötet.
Der Adler Clutch kommt ihm im letzten Moment zu Hilfe.
Kimba erfährt nun, dass
ein verrückter Wissenschaftler, Professor Madcap, dem Adler Nerven
und Muskeln entnommen und auf den Tiger übertragen hat. Nun wünscht
sich Kimba erst recht, fliegen zu können - allerdings wird er auch
hier wieder von Selbstzweifeln geplagt.
Inzwischen ist Flyger seinem
Professor untreu geworden und plant, die Herrschaft über Kimbas Dschungel
zu übernehmen. Deshalb bietet der Professor Kimba an, ihn zum fliegenden
Löwen zu machen. Kimba ist einverstanden, doch dann verletzt Flyger
seinen Herrn an der Hand, so dass er nicht mehr operieren kann.
Kimba muss also als normaler
Löwe gegen den fliegenden Tiger kämpfen. Durch die mentale Unterstützung
seiner Freunde gelingt es ihm, ihn zu besiegen.
Als der besiegte Tiger Kimba
bittet, ihn zu töten, erkennt Kimba, dass Flyger unglücklich
über die Flügel ist - sie haben ihn zu einem Monster gemacht,
das von allen Tieren gehasst wird. Dies öffnet Kimba die Augen, und
seine Flugträume sind damit schlagartig ausgeträumt.
Daraufhin kann Kimba den
Professor bewegen, die Operation rückgängig zu machen. Adler
Clutch kann wieder fliegen, Flyger wird wieder zum normalen Tiger, und
Professor Madcap verspricht allen Tieren, der Natur künftig nicht
mehr ins Handwerk zu pfuschen. |
Allge-
meines |
Dass
diese Episode in Deutschland gezeigt wurde, ist eigentlich erstaunlich.
Immerhin beginnt sie gleich ziemlich brutal: Ein Adler tötet ein putziges
Kaninchen. Auch die Szenen, in denen Kimba mit dem Tiger kämpft und
beinahe von ihm ertränkt wird, sind ziemlich heftig.
In dieser Episode gibt es
viele textliche Abweichungen zwischen den beiden Fassungen. Vieles wurde
freier übersetzt. Die deutschen Texte sind oft treffender und teilweise
schärfer - so redet Daniel beispielsweise schon in der Einleitung
von einem "Luftangriff" auf den Dschungel.
In einigen Szenen wurde der
Inhalt völlig geändert. So verleihen beispielsweise Daniels Ausführungen
über den lateinischen Namen des Kronenadlers und seine Rolle in der
Antike der deutschen Fassung ein höheres Niveau, überdecken aber
den eigentlichen Sinn. |
Unter-
schiede
TEXT |
1) Der Adler heißt in der US-Version
"Clutch" = Griff / to clutch = greifen, packen.
2) Der Name des Professors (Madcap) wird mehrmals
erwähnt.
3) Wie so oft ist der US-Kimba in seinen Ausführungen
sachlicher. So fragt er Daniel: "Weshalb sollte er (der Adler) herkommen
und den Frieden unseres Königreiches stören? (...) Wir können
es nicht zulassen, dass die kleinen Tiere ständig in Furcht vor einem
Angriff leben müssen!"
4) "Wenn ich doch nur fliegen könnte! Dann
hätte ich Clutch zum Freund gewinnen können." So lauten Kimbas
Worte nach seinem Kampf mit dem Adler. Auf den Einwand von Dodie, Dash
und Stretch, sie seinen doch seine Freunde, reagiert Kimba nachdenklich
- und ehrlich: "Ich weiß... und ich danke euch für eure Hilfe...
aber trotzdem..."
5) Ein typischer "Pauley-Bucky-Gag" der US-Fassung:
Beide wollen ihren Kimba nach dem Kampf stürmisch umarmen, doch als
sich die Staubwolke legt, sieht man, dass sie sich stattdessen mit geschlossenen
Augen gegenseitig umarmt halten. Beide glauben jeweils, der andere
sei Kimba. Pauley: "Nun haben wir dich endlich gefunden!" Bucky: "Aber
du scheinst abgenommen zu haben!"
6) In der Szene, in der Kimba die Höhle von
Clutch aufsucht (weil er glaubt, dass dieser Dodies Mutter geraubt hat),
lauten seine Worte: "Adlerfedern! Könnte dies hier Clutch's Behausung
sein?"
7) Nach dem Kampf mit Flyger erfährt Kimba
von Clutch, dass dieser durch die Operation flugunfähig geworden ist.
Kimba entschuldigt sich bei ihm mit gesenktem Kopf: "Es tut mir leid. Wenn
ich das gewusst hätte, dann hätte ich doch gar nicht mit dir
gekämpft! Ich hoffe, du erlaubst mir, dass ich mich um dich kümmere."
Auch Dodie bietet ihm spontan ihre Freundschaft an.
8) Vollständig geändert wurde das Gespräch
zwischen Dan'l und Kimba am Krankenlager des Adlers:
Dan'l: "Hmmm... ich kann verstehen, wie der arme
alte Clutch sich fühlen muss. Alt zu werden ist schon schlimm genug,
aber dann auch noch nicht mehr fliegen zu können..."
Kimba: "Er muss sich ganz schrecklich fühlen.
- Ach, ich wünschte, ich könnte fliegen."
Dan'l: "Wenn die Natur gewollt hätte, dass
du fliegst, so hätte sie dir Flügel gegeben!"
Kimba: "Wahrscheinlich hast du recht, Dan'l."
9) Professor Madcap möchte aus Kimba einen
"Flion (Flying lion)" machen.
10) Vor Kimbas Kampf gegen Flyger bedankt sich
Clutch bei ihm für die Pflege: "Jetzt begreife ich, warum du ein so
erfolgreicher Anführer bist: Du wirst geliebt, und Liebe ist eine
sehr starke Kraft. Sieh deine Freunde an: Was auch immer du tust, ihre
Liebe begleitet dich."
11) Kimba reagiert auf Flygers Attacke aus dem
Hinterhalt beinahe anerkennend:"Das war ein sauberer Überraschungsangriff!"
12) Professor Madcap bedankt sich ausdrücklich
bei Kimba für die erhaltene Lektion. Sein Versprechen, der Natur nicht
mehr ins Handwerk zu pfuschen, kommt hier viel deutlicher zum Ausdruck.
13) In der Schlussszene ruft Kimba dem Professor
und seinem Tiger nach: "Kommt und besucht uns mal wieder!"
14) Der Erzähler, der zu Beginn eine kurze
Einleitung spricht, ist am Schluss nicht mehr zu hören. Die Episode
klingt ohne Kommentar aus. |
1) In der deutschen Version heißt
der Adler "Kralle": passt gut, ist aber nicht wörtlich übersetzt.
2) Der Name des Professors wird im Deutschen nicht
erwähnt.
3) Der deutsche Kimba spricht hier wieder einmal
eine kräftigere Sprache und ist längst nicht so sachlich wie
sein US-Pendant: "Warum bleibt er nicht, wo der Pfeffer wächst? (...)
Er soll verschwinden oder sich hier anständig aufführen..."
4) "Er ist wirklich ein altes Rauhbein. Und trotzdem
glaube ich, wir könnten Freunde werden." Dies sind Kimbas Worte in
der deutschen Fassung. Auf den Einwand seiner Freunde Dodie, Dash und Stretch
beschwichtigt Kimba sie: "Aber ja... so mein' ich das doch gar nicht."
Der deutsche Kimba ist hier eindeutig sympathischer.
5) Diese Art von verbalen Gags zwischen Pauly und
Bucky, die in den US-Fassungen häufig vorkommen, war wohl nichts fürs
deutsche Kinderprogramm der 70-er Jahre. Deshalb ließ man Pauly und
Bucky an dieser Stelle gegenseitig belanglose Worte sagen, die die Szene
so aussehen lassen, als ob sich die beiden tatsächlich umarmen
wollten.
6) Der deutsche Kimba hat keinen Zweifel daran,
dass dies Kralles Höhle ist, und seine Worte sind wesentlich drastischer:
"Da wohnt der Verbrecher! Dem werden gleich noch mehr Federn fehlen! Komm
Alter, Feierabend!"
7) In der deutschen Version klingt das alles etwas
salopper. Kralle sagt, dass er "nicht mehr richtig" fliegen kann. Kimbas
Kommentar hierzu lautet: "Na, recht schönen Dank! Für mich warst
du noch stark genug; ich kann nicht klagen." Entschuldigen tut er sich
bei seinem Retter nicht, sondern wird angesichts des jammernden Adlers
ziemlich flapsig: "Nun mach aber mal 'nen Punkt!"
8) In der deutschen Fassung klingt dieser Dialog
wie folgt:
Daniel: "Schaut ihn euch an, unseren König
der Vögel und Vogel der Könige! Schon Zeus wählte ihn aus
zu seinem Waffenträger."
Kimba: "Er war der Glücksbringer des Altertums
- und heute ist er ein rechter Unglücksvogel."
Daniel: "Der wird schon wieder, lass' mal."
Kimba: "Manchmal wünsche ich mir, ich könnte
fliegen."
9) Ebenfalls einfallsreich sind die entsprechenden
deutschen Wortschöpfungen "Fleu" (Fliegender Leu) oder "Flöwe".
10) Diese sehr gefühlvolle Ansprache von Kralle
ist im Deutschen leider nicht übernommen worden. Kralle gibt an dieser
Stelle Kimba Tips für seinen Kampf gegen den Tiger, die sich hinterher
als nicht sehr hilfreich erweisen.
11) Der deutsche Kimba reagiert auf Fligers Überraschungsangriff
empört: "Du hinterlistiger Feigling!"
12) In der deutschen Fassung meint der Professor,
er werde seine Experimente wahrscheinlich aufgeben - aber versprechen
tut er nichts! (Dies entspricht wohl eher der traurigen Realität...)
13) In der Schlussszene gibt's keine Aufforderung
zum Wiederkommen. Daniels Kommentar: "Und da fuhr er hin und ward nicht
mehr gesehen."
14) Daniels Schlusskommentar ist passend und tiefsinnig:
"... Möge er seinen guten Vorsätzen treu bleiben - aber ich fürchte,
irgendwann fängt er doch wieder an, an uns 'rumzuschnippeln..." |
Unter-
schiede
MUSIK |
Wie fast immer
gibt es in der US-Version weniger Musik als in der deutschen. Die Kampfszenen
enthalten fast nur Geräuscheffekte.
1) Als Kimba den Adler aufsucht,
gibt es in der Originalfassung keine Musik. Das gleiche gilt für Kimbas
anschließenden Kampf mit Clutch.
2) Auch als Dodie, Dash und
Stretch ihrem Freund Kimba zu Hilfe eilen, fehlt jegliche Musik.
3) Die Szenen, in denen Kimba
erneut mit dem Adler kämpft, enthalten ebensowenig Musik wie die Kampfszenen
zwischen Kimba und Flyger, sondern nur Geräusche.
4) Nur heftige Windgeräusche,
aber keine Musik enthalten die Szenen, in denen Flyger die Herrschaft über
den Dschungel an sich reißen will. Auch beim großen Kampf zwischen
Flyger und Kimba gibt es praktisch keine Musik.
5) In Kimbas Traumszene,
als er sich vorstellt, Flügel zu haben, erklingt eine wunderschöne
Orchester-Variation der japanischen Kimba-Titelmelodie. |
Deutsche Zusatzmelodien
füllen diese Leerstellen wohltuend aus. Die übrige Originalmusik
dieser Folge wurde zum Großteil beibehalten.
1) Diese Szenen sind im Deutschen
mit sehr gut passender, dezenter Spannungsmusik unterlegt.
2) Hier ist die deutsche
Zusatzmusik unverzichtbar. Die Untermalung dieser Szenen geht zu Herzen
und ist sehr gut gelungen.
3) All diese Szenen enthalten
die wohlbekannten deutschen Spannungs-Melodien (großteils ohne die
heftigen Kampfgeräusche).
4) All diese Szenen wurden
mit deutscher Spannungsmusik versehen.
5) Hier erklingt eine Variation
der deutschen Titelmelodie "Kleiner weißer Löwe...", die ebenfalls
sehr gut passt.
Im Gegensatz zur Originalfassung
ist bei uns die Titelmelodie innerhalb der Episode fast nie zu hören.
Nur in Folge 1, 9, 26, 42 und 49 wird sie kurz angespielt. |
| Fazit |
Die Episode
ist sehr spannend und zeigt deutlich Osamu Tezukas Vorliebe für Wissenschaft
und Technik. Der Gedanke, ein Säugetier durch Muskel- und Nerventransplantation
"flugfähig" zu machen, war für den ehemaligen Mediziner Dr. Tezuka
gewiss reizvoll.
Außerdem ist diese
Folge ein weiterer Schritt in der Entwicklung von Kimbas Persönlichkeit.
Kimba lernt, dass sein Verlangen nach Flügeln in die falsche Richtung
führt: man muss nicht unbedingt fliegen können, um mit einem
Vogel Freundschaft zu schließen oder mehr Anerkennung zu erhalten. |
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10
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Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
Two Hearts And Two Minds |
nicht vorhanden |
| Inhalt |
Ein
Helikopter mit einem Kamerateam fliegt über Kimbas Dschungel und verliert
einen Koffer. Kimba und Pauly finden ihn und machen ihn auf: er enthält
jede Menge Fotos, darunter auch eines von Kitty. Pauly befürchtet,
dass es sich um Tierfänger handeln könnte und dass Kitty vielleicht
schon gefangen ist.
Kimba verbringt eine unruhige
Nacht - im Traum sieht er Kitty, wie sie um Hilfe schreit. Am Morgen ist
er hin- und hergerissen und weiß nicht, was er tun soll: hierbleiben
oder nachsehen? Daniel meint, es sei das Beste, Kitty so bald wie möglich
zu besuchen. Bucky und Pauly begleiten Kimba auf dieser Reise.
Bevor sie aufbrechen, suchen
sie an der Stelle, wo der Koffer vom Himmel fiel, nochmals nach Spuren.
Da taucht der Helikopter wieder auf. Ein Mann sucht nach dem Koffer. Als
er die Tiere sieht, schießt er wild um sich. Nur um Haaresbreite
können Kimba, Pauly und Bucky entkommen.
Die drei Freunde fahren auf
einem Floß den Fluss hinab, Richtung Kittys Heimat. Kimba denkt fortwährend
an Kitty und kann das sonderbare Gefühl in seinem Herzen nicht verstehen.
Pauly erweist sich als erfahrener Freund und klärt ihn auf: Das sei
die natürlichste Sache der Welt, jeder macht das einmal durch, auch
er selbst, als er einst das süßeste Papageienmädchen der
Welt getroffen hat.
Nun erzählt Pauly in
einer Rückblende aus seinem früheren Leben als Haustier eines
Hotelmanagers in einer großen Stadt. Er begrüßt wortgewandt
die Gäste und hat sein bequemes Leben, ist allerdings angekettet.
Eines Tages verirrt sich ein reizendes Papageienmädchen namens Pauline
in die Hotelhalle, und Pauly verliebt sich sofort in sie. Pauline ist auf
dem Weg in den Dschungel. Pauly begreift sie nicht: Wie kann man nur freiwillig
an einem derart schmutzigen Ort leben wollen?
Da passiert ein Unglück:
durch Paulys Schuld fällt einer dicken Dame ein Blumentopf auf den
Kopf. Er bekommt es mit der Angst. Paulines Reaktion: "Siehst du - wenn
du nicht angekettet wärst, könntest du jetzt mir mir flüchten."
Als der Manager erscheint, ist er logischerweise wütend. In der allgemeinen
Verwirrung fängt er Pauline ein und verkauft sie an eine Vogelhandlung.
In der Nacht gelingt es Pauly,
das Schloss an seiner Kette zu knacken. Er fliegt zu dem Vogelhändler
und verschafft sich durch einen Trick Zugang. Er befreit Pauline und alle
anderen Vögel aus den Käfigen, aber der Weg nach draußen
ist versperrt. Der Besitzer taucht auch schon auf und zielt mit einem Gewehr
auf Pauly: "Fang an zu beten!" Die Situation scheint ausweglos.
Da reißt plötzlich
eine gewaltige Explosion ein Loch in die Wand, und alle Vögel können
fliehen. Pauline ist verängstigt und fragt Pauly, was los sei. Pauly
erklärt ihr lakonisch - er ist wirklich ein kluger Vogel - dass die
Menschen gerade mal wieder Krieg führen. Auf ihrer Flucht in den Dschungel
explodiert ein ganzer Eisenbahnzug in ihrer Nähe, und sie müssen
den umherfliegenden Trümmern ausweichen.
Inzwischen wälzt sich
auch eine Armee von Panzern und Infanteristen durch den Dschungel. Die
Tiere fliehen in Panik, und Caesar, der weiße Löwe, fragt wütend:
"Warum müssen die Menschen ihren idiotischen Krieg sogar in meinem
Dschungel austragen?" Er kämpft gegen das Militär und knackt
sogar einen Panzer!
Derweil sucht Pauly verzweifelt
nach Pauline, die im Getümmel von ihm getrennt wurde. Caesar entdeckt
Pauly, und als er erfährt, dass Pauly ein Haustier aus der Stadt ist,
will er ihn verjagen: "Hier ist kein Platz für Tiere, die menschliche
Verhaltensweisen angenommen haben!" Doch einige Vögel klären
Caesar auf, dass Pauly sie alle befreit hat. So darf Pauly bleiben, doch
seine Trauer, Pauline verloren zu haben, kann er nicht so leicht überwinden.
Hier endet die Rückblende.
Der staunende Kimba bittet Pauly, zu erzählen, wie es weiterging.
Darauf erklärt ihm Pauly, dass sein Vater einige Zeit später
die gleichen Herzschmerzen erlebte wie er. Nun erzählt Pauly in einer
weiteren Rückblende, wie Caesar Snowene vor den Jägern rettete
und kennenlernte.
Inzwischen sind Kimba, Pauly
und Bucky in Kittys Heimat angekommen. Hier ist gerade ein Filmteam mit
Dreharbeiten beschäftigt. Der verrückte Regisseur, der übrigens
mit starkem deutschem Akzent spricht, tyrannisiert alle und geht mit brachialer
Gewalt gegen die Natur vor. Während Bucky und Pauly die Filmleute
beobachten, macht sich Kimba auf die Suche nach Kitty.
Der Regisseur will einen
"Höhepunkt" drehen: eine Stampede von Tieren, die vor einem Buschfeuer
fliehen. Dazu lässt er kurzerhand den Dschungel anzünden. Als
Pauly und Bucky das Feuer löschen wollen, wird Bucky gefangen. Man
bindet ihn an einen Jeep und lässt ihn hinterherlaufen. Da taucht
plötzlich Kitty auf. Es gelingt ihr, Bucky zu befreien, doch dabei
stürzt sie in eine tiefe Höhle und bleibt bewusstlos liegen.
Die Filmleute kommen hinzu,
und der Regisseur hat eine neue Idee: er will Kitty in einem Käfig
inmitten des Feuers aussetzen und dort filmen. Währenddessen bringt
Kimba die anderen Tiere der Gegend vor dem Buschbrand in Sicherheit. Als
er erfährt, was mit Kitty geschehen soll, folgt er dem Helikopter,
an dem Kittys Käfig hängt, und springt hinauf. Die Filmcrew schießt
auf Kimba, doch es gelingt ihm, in die Kabine zu klettern, wo er den Regisseur
mit scharfen Worten zur Landung auffordert - andernfalls werde etwas Schlimmes
passieren!
Als er sich schon in Sicherheit
wähnt, zielt ein Crewmitglied von hinten mit dem Revolver auf Kimba.
Pauly sieht dies in letzter Sekunde und kann den feigen Schützen attackieren,
wird dabei aber aus dem Helikopter geschleudert und bleibt bewusstlos liegen.
In seiner Ohnmacht träumt er von Pauline.
Als Pauly wieder zu sich
kommt, ist alles vorbei. Regen hat eingesetzt und das Feuer gelöscht,
und die Filmcrew ist geflohen. Für Paulys Tapferkeit haben sich seine
Freunde eine besondere Belohnung ausgedacht: sie haben Pauline ausfindig
gemacht. Als Pauly sieht, dass Pauline einen großen, stattlichen
Papageienmann und viele Kinder hat, wird er erneut bewusstlos.
In der Schlussszene sagt
Kitty zu Kimba: "Sonderbar, als der Hubschrauber mich fortnahm, hatte ich
von Anfang an das Gefühl, Kimba kommt und rettet mich." "Und ich hatte
von Anfang an das Gefühl, Kitty braucht mich", erwidert Kimba. Beide
können sich ihre Gefühle nicht erklären, und der Abschied
fällt ihnen schwerer als zuvor. |
Allge-
meines |
Dass
diese Episode in Deutschland nicht gezeigt wurde, ist jammerschade. Gewiss
waren die Szenen, in denen Häuser zerbombt und Züge in die Luft
gesprengt werden, für ein Kinderprogramm der 70-er Jahre zu brutal,
aber das hätte man leicht herausschneiden können. Schließlich
wurde an vielen anderen Episoden auch herumgeschnippelt!
Im Wesentlichen geht es in
dieser Folge um große Gefühle: Pauly lernt Pauline kennen, Caesar
trifft Snowene, Kimba hat Herzschmerzen und erfährt, dass dies die
Liebe ist! All das hat man den deutschen Kimba-Fans vorenthalten.
Detail am Rande:
Pauly
bezeichnet sowohl Kitty als auch Snowene als "Weiße Löwin".
Da hat er wohl nicht aufgepasst: weiß sind in Kimbas Erbfolge stets
nur die männlichen Löwen! |
| Musik |
Es
gibt einige schöne musikalische Nummern, wenn auch die Musik in dieser
Episode keine allzu große Rolle spielt.
Erwähnenswert ist auf
alle Fälle Kittys Leitmotiv ("Kitty's Theme"), das Isao Tomita für
die Szenen mit Kitty komponiert hat. Diese Melodie ist zauberhaft und klingt
sehr "japanisch". |
| Fazit |
In dieser Episode
geschieht extrem viel; die Handlung ist verschachtelt und komprimiert.
Für Kimbas Entwicklung gehört sie zweifellos zu den wichtigsten:
Er lernt die Liebe kennen und fühlt, dass Kitty und er untrennbar
zusammengehören.
Osamu Tezuka hat in vielen
Kimba-Episoden seine eigenen Kriegseindrücke verarbeitet. Man sollte
dies stets berücksichtigen, wenn es um die "Gewalt" bei Kimba geht.
Darum ist es nicht verwunderlich, dass in einigen Folgen Bombenangriffe
und Explosionen vorkommen.
Die Idee, Dschungeltiere
eine "Zivilisation" nach menschlichem Vorbild gründen zu lassen, ist
vor dem Hintergrund der japanischen Situation nach dem 2. Weltkrieg zu
sehen: Die Serie ist quasi die verfremdete Darstellung der Entwicklung
Japans von einem verrohten Volk wieder hin zu einer friedlich mit Anderen
zusammenlebenden Gesellschaft. |
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11
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Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
Catch 'Em If You Can |
nicht vorhanden |
| Inhalt |
"Viele Gefahren
hat Kimba in seinem Dschungel schon bewältigt, doch die größte
Gefahr geht nicht von den wilden Tieren, sondern von der sogenannten zivilisierten
Welt der Menschen aus!" Mit diesen Worten beginnt der Erzähler die
Episode.
Miss Tonga - das böse
"Alter Ego" von Mary - schickt Telegramme an die drei berühmtesten
Jäger der Welt und lädt sie zu einem Jagdwettbewerb nach Afrika
ein. In ihrem neu eingerichteten "Wild Animal Hunting Ground" sollen sie
ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Der erste ist der Wissenschaftler
Dr. Bazooka. Er testet gerade das von ihm erfundene Supergewehr, das mit
Druckluft schießt und ganze Baumstämme wie mit einem unsichtbaren
Messer zerschneiden kann.
Der zweite ist der texanische
Cowboy Billy Bully, der seine Zeit damit verbringt, mit dem Revolver Kakteen
und Bäume zu durchlöchern. Als er die Einladung bekommt, nimmt
er sich fest vor, nicht ohne einen Löwen zurückzukehren.
Der dritte Superjäger
ist ein tumber Kraftmensch, der im Zirkus auftritt und dort seine Muskeln
spielen lässt. Sein Name ist "Great Gusto" - ein köstliches englisches
Wortspiel. Alle drei nehmen die Einladung an und reisen nach Afrika.
Während der Blick über
Tongas Gelände schweift, erklärt der Erzähler den Unterschied
zwischen "Game Preserve" und "Hunting Ground": Während das erste dem
Schutz der Tiere dient, kann im letzteren jeder gegen Geld so viele Tiere
abknallen wie er will bzw. sich leisten kann. Die Tiere sind dort eingesperrt,
und normalerweise gibt es für sie kein Entkommen.
Doch einer kräftigen
Gazelle gelingt die Flucht. Sie rettet sich in Kimbas Dschungel und berichtet
dort von Tongas Grausamkeiten: sie lässt die Tiere hetzen und durch
Brände einschüchtern, sie bekommen nichts zu fressen, damit sie
sich gegenseitig jagen und so wild wie möglich werden, denn nur wilde
Tiere stellen die Jäger zufrieden.
Inzwischen sind die drei
berühmten Jäger in Tongas Camp eingetroffen und wärmen sich
schon mal mit diversen Schießübungen auf. Tonga fordert gereizt,
die Tiere müssten noch viel wilder werden, sonst sei es langweilig
für die Jäger. Ihr Adjutant glaubt, es geht ihr hauptsächlich
ums Geld, doch in Wahrheit will Tonga vor allem Kimba fangen - "das einzige
Tier, das ich nicht in der Lage bin, zu beherrschen! Erst wenn ich ihn
besiegt habe, bin ich am Ziel!"
Die Gazelle bittet Kimba,
den Tieren im Jagdbezirk zu helfen. Kimba rennt los, ohne auf Paulys Warnung
zu achten. Ehe er sich's versieht, schließt sich ein automatisches
Gitter hinter ihm, und er ist selbst im Hunting Ground gefangen.
Dort trifft er als erstes
auf den Kraftmenschen, der gerade Jagd auf Büffel macht. Natürlich
will er Kimba als Trophäe und bedient sich eines teuflischen Messers
mit Teleskop-Verlängerung, das ihm am Schluss aber selbst zum Verhängnis
wird: der Kraftprotz schlägt sich selber k.o.
Kimba rennt weiter und wird
schon bald von Tonga entdeckt. Diese gibt sofort Anweisung, ihn einzufangen.
Ihr Adjutant weigert sich: "Wir sind die Chefs, nicht die Jäger!"
Während Tonga vor Wut tobt, nimmt Kimba Kontakt mit den eingesperrten
Tieren auf. Er spricht mit der Antilope Sandy und ermuntert sie, zusammen
mit ihm zu fliehen. Doch Sandy erzählt ihm traurig, dass alle Tiere
entkräftet sind und Angst vor den Fallen haben: "Nicht einmal der
Sohn des großen Caesar kann uns jetzt noch helfen."
Währenddessen legt der
Cowboy Billy Bully aus dem Hinterhalt auf Kimba an, doch bevor er zum Schuss
kommt, aktiviert Tonga ihre in die Felsen eingebauten, ferngesteuerten
Waffen. Eine Art "Bubble Gun" feuert einen Schuss auf Kimba und Sandy ab,
die dadurch in einer Art Kaugummiblase gefangen werden.
Daraufhin wird Kimba in einen
Käfig gesteckt, und Tonga demonstriert ihm ihre brutalen Methoden,
die Tiere aufzuhetzen und wild zu machen. Kimba ist angewidert: "Dich
sollte man in den Käfig stecken, nicht die Tiere!"
In der Nacht, als alles ruhig
ist, versucht Kimba, sich aus seinem Käfig zu befreien. Da wird plötzlich
das Schloss geöffnet. Es ist der Cowboy! Er befreit Kimba, aber nur,
um einen fairen Zweikampf mit ihm auszutragen - und natürlich zu siegen.
"Ich nahm mir vor, mit einem Löwen zurückzukommen, und du bist
der schönste Löwe, den ich je gesehen habe!" Kimba dankt für
die Blumen - doch was ist mit den anderen Tieren? "Die sind mir egal",
erklärt der Cowboy. Kimba bedingt sich aus: "Falls du nicht gewinnst,
versprich mir, dass du mir hilfst, alle Tiere freizulassen!" Der Cowboy
verspricht es.*
(*Solche
"Kuhhandel", die Kimba mit seinen Gegnern abschließt, kommen übrigens
in mehreren Episoden vor - z.B. mit Flyger in "The Flying Tiger", mit Fang
in "Journey into Time", mit Schwarze Braue in "Jungle Justice", mit Boss
Rhino in "Volcano Island" oder "Restaurant Trouble".)
Als Austragungsort schlägt
Kimba das Restaurant des Jagdcamps vor, und es erinnert an einen Western,
als beide einträchtig nebeneinander auf ihre Kampfstätte zuschreiten.
Das Innere des Lokals sieht denn auch stilgerecht wie ein Saloon aus, mit
Schwingtüren und Wildwest-Innenausstattung!
Im Saloon beginnt ein erbitterter
Kampf - der Cowboy schießt mit Kugeln, Kimba mit Flaschen und Gläsern.
Von dem Lärm erwacht Tonga, die im Nebengebäude schläft.
Da fällt der riesige Kronleuchter, dessen Halterungen sich im Kugelhagel
gelockert haben, auf den Cowboy und setzt ihn schachmatt - der Kampf ist
aus. "Jetzt lass uns meine Freunde befreien, wie du's versprochen hast!"
fordert Kimba.
Der Cowboy ist ein Ehrenmann
und gibt ihm die Schlüssel. Als Kimba die Käfige öffnen
will, versperrt ihm Tonga den Weg und zielt auf ihn. Bevor sie abdrücken
kann, schießt der Cowboy ihr das Gewehr aus der Hand: "Sorry, dieser
Löwe hat einen fairen Kampf gewonnen, und ich gab mein Wort, ihm zu
helfen. Beeilt euch und haut ab!" Die Tiere fliehen. Als Tonga einen Wutanfall
bekommt, wiederholt der Cowboy anerkennend Kimbas Worte: "Dich sollte man
in einen Käfig sperren, nicht die Tiere."
Auf ihrer Flucht weist Kimba
die Tiere an, dass die Starken den Schwächeren helfen sollen, und
es ist rührend zu sehen, wie sich alle daran halten. Kimba muss schließlich
ein dickes Nilpferdbaby tragen.
Inzwischen haben Dr. Bazooka
und sein Assistent in einem fliegenden Auto mit mörderischer Kreissäge
die Verfolgung der Tiere aufgenommen. Kimba wird um Haaresbreite getötet,
doch dann verkeilt sich das Auto zwischen zwei Felsen. Bazooka springt
heraus und zielt mit seiner Superwaffe auf Kimba, der verletzt am Boden
liegt.
Da kommt ihm die Antilope
Sandy zu Hilfe: sie schlägt Bazooka das Gewehr aus der Hand und droht,
ihn damit zu erschießen. Bazooka und der Assistent flüchten.
Als Sandy, verblüfft über ihren Erfolg, der Waffe einen verächtlichen
Fußtritt versetzt, geht sie los und trifft das Auto, das in tausend
Stücke zerfetzt wird.
Endlich sind alle wieder
frei. Sandy trägt den verletzten Kimba auf ihrem Rücken, während
im Dschungel alle Freunde schon ungeduldig warten. Die Episode schließt
mit den Worten des Erzählers: "Die Freiheit ist etwas Wunderbares,
aber immer ist jemand da, der sie gewaltsam wegnehmen will. Vielleicht
kommt ja einmal der Tag, an dem es keine Jäger mehr gibt - und keine
Gejagten. Das ist der Tag, von dem Kimba träumt." |
Allge-
meines |
Diese
Episode hätte man in Deutschland durchaus senden können. Auch
wenn es manchmal heftig zugeht, kommt niemand ernsthaft zu Schaden oder
stirbt. Andere Episoden sind oft viel brutaler.
Möglicherweise wurde
diese Episode bei uns nicht gezeigt, weil sie der nachfolgenden Episode
Nr. 12 (The Hunting Ground / Expedition Tonga) sehr ähnlich ist. Diese
beiden Episoden gehören handlungsmäßig zusammen. Trotzdem
hielt man "Catch 'Em If You Can" wohl für entbehrlich.
Natürlich ist keine
einzige Kimba-Episode entbehrlich. Osamu Tezukas Lieblingswerk, an dem
er zuvor rund 10 Jahre geschrieben und gezeichnet hatte, ist ein Gesamtkunstwerk
und hätte nie zerrissen werden dürfen. |
| Musik |
Wie
in vielen Original-Episoden spielt die Musik auch hier nur eine untergeordnete
Rolle. Die action-geladenen Kampfszenen werden nicht durch Musik aufgelockert.
Sehr schön ist Isao
Tomitas sinfonisches Thema am Schluss der Episode, als die Tiere glücklich
vereint in den Dschungel zurückkehren. |
| Fazit |
In dieser Episode
spürt man deutlich Tezukas Begeisterung für Technik - und für
Amerika. Es ist kein Zufall, dass von den drei Jägern ausgerechnet
der Cowboy Kimbas Verbündeter wird. Die Figur des Cowboys, der Kimba
zuerst erlegen will und ihm dann hilft, weil er ihm sein Wort gab, ist
durchaus sympathisch.
Für Kimbas Entwicklung
spielt die Episode keine große Rolle. Immerhin erfährt er die
Bestätigung, dass er sich auf seine Freunde verlassen kann, als Sandy
ihre Angst überwindet und ihm das Leben rettet. |
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12
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Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
The Hunting Ground |
Expedition Tonga |
| Inhalt |
Tongas Vorhaben,
Kimba mit Hilfe der drei größten Jäger der Welt zur Strecke
zu bringen, ist fehlgeschlagen, aber sie gibt nicht auf. Ihr neuester Plan:
sie schickt ihre dressierte Löwin Belladonna zu Kimba, die ihn in
eine Falle locken soll. Der gutherzige und gutgläubige Kimba tappt
auch prompt hinein.
Als Kimba zu sich kommt,
sitzt er wieder mal in einem von Tongas Käfigen - zusammen mit der
Schildkröte Turkle (deutscher Name: Turtle), die ebenfalls gefangen
wurde. Kimba erfährt von der hinterlistigen Belladonna, dass Tonga
gerade eine riesige Jagdexpedition in den Dschungel startet, um auch noch
die letzten Tiere für ihren "Hunting Ground" zu fangen. Es gelingt
Kimba, die Schildkröte durch die Gitterstäbe zu schieben - sie
soll als Eilbote zurück in den Dschungel und die anderen warnen.
Während im Dschungel
Roger Ranger (Ronny) und alle anderen Freunde nach Kimba suchen, passieren
Turkle allerlei Missgeschicke, so dass sie ihre wichtige Botschaft nicht
überbringen kann. Inzwischen kommt Roger alleine in Tongas Camp und
kann dort Kimba gerade noch davor bewahren, hinterrücks erschossen
zu werden. Als Kimba erfährt, dass die Nachricht von der Invasion
nicht ankam, hat Roger die rettende Idee: ein Funkspruch an Tonga mit dem
Befehl zum Rückzug. Dieser Trick klappt und kann Tongas Jagdarmee
vorerst stoppen.
Nachdem Kimba und Roger die
Funkanlage zerstört haben, rennen sie zurück in den Dschungel
und nehmen Belladonna mit, die verspricht, nun brav zu sein. Die falsche
Löwin sinnt jedoch auf Rache. Als es zur Begegnung mit Tonga kommt,
glaubt Roger seine Freundin Mary vor sich zu haben. Tonga (die in Wirklichkeit
ja Mary ist) nimmt ihn gefangen.
Belladonna will ihrer Herrin
zeigen, wo sich Kimba versteckt hat, aber Tonga versteht sie nicht und
stößt die Löwin schließlich wütend einen Felsen
hinunter. Nun hat Belladonna endgültig die Schnauze voll. Sie kehrt
Tonga den Rücken und begreift, dass ein Leben in Kimbas Dschungelreich
für sie doch besser wäre.
Als Kimba aus seiner Deckung
hervorspringt, um Roger zu befreien, kommt es zum großen Kampf. Plötzlich
verdunkelt sich der Himmel, Schneeflocken fallen und der magische Berg
taucht auf. Das geheimnisvolle Mammut erscheint und schlägt Tongas
Armee in die Flucht. Es lobt den tapferen Kimba und verkündet ihm
ein Wiedersehen in ferner Zukunft. Alle sind fasziniert und beeindruckt:
Tiere, Menschen, Fernsehzuschauer und Synchronsprecher... |
Allge-
meines |
Bei
der Bearbeitung dieser Folge hatte das deutsche Team eine wahre Sternstunde.
Die Texte wurden sorgfältig übersetzt und entsprechen zum größten
Teil wörtlich dem amerikanischen Original. Der US-Erzähler spricht
am Ende sogar dieselben Dichterworte, die auch Daniel an dieser Stelle
bringt.
Die deutsche Fassung gewinnt
zusätzlich durch witzige Bemerkungen, die man der Schildkröte
Turkle in den Mund gelegt hat und die im englischen Original gar nicht
vorkommen. Außerdem passt Turkles deutsche Stimme viel besser zu
ihrer komischen Rolle.
In Ronnys Traumbild hört
man Mary sagen: "Roger, ich lieb' dich..." - Nur hier und in einer Szene
von "Endlich wieder Mary" wurde in der deutschen Fassung der Name "Roger"
verwendet.
Die US-Crew bewies große
Treffsicherheit bei der Wahl der (fast immer doppeldeutigen) Namen. So
ist "Belladonna" (= schöne Dame) gleichzeitig die lateinische Bezeichnung
der hochgiftigen Tollkirsche!
Detail am Rande: In
den Szenen, wo Kimba im Käfig mit Belladonna spricht, gleicht er im
Profil einige Male eher einer Maus als einem Löwen. Dieses Problem
taucht in mehreren Episoden auf und zeigt, wie schwierig es ist, Kimba
im Profil realistisch zu zeichnen. |
Unter-
schiede
TEXT |
1) Der US-Erzähler
berichtet in der Einleitung speziell über Tongas Praktik, Tiere zum
Abschuss gegen Geld in ihrem "Hunting Ground" einzufangen: "Dort kann so
viel geschossen werden, wie sich der Jäger leisten kann - und sein
Gewissen ihm erlaubt. Und die Fähigkeiten des Jägers wachsen
im gleichen Maße, wie sein Gewissen schrumpft..."
2) "Die ist ein größeres
Biest als die meisten Tiere", lautet Turkle's Kommentar angesichts der
brutalen Tonga.
3) In der US-Episode fragt
Kimba Bucky und Pauly, ob er mit Belladonna fortgehen soll oder nicht.
Bucky ist die Sache ziemlich egal, und er hat nichts dagegen. Pauly fragt
Kimba vorwurfsvoll, seit wann er denn seine Entscheidungen nicht mehr allein
treffen könne? Daraufhin beschließt Kimba von sich aus, lieber
hierzubleiben.
4) Kimba zu Belladonna, als
er am Rand der Fallgrube hängt: "Dann hast du mich also angelogen?"
Belladonna: "Stimmt genau, mein Plan hat funktioniert!"
5) Als Kimba Turkle durch
die Gitterstäbe schiebt und als "Eilkurier" losschickt, gibt's in
der US-Fassung hierzu keinen lustigen Kommentar. Auch danach bleibt Kimba
(wie üblich) sehr sachlich: "Bitte beeil' dich, Turkle, sonst sind
die Jäger vor dir da."
6) Dagegen enthält die
US-Fassung einen typischen "Pauley-Bucky-Gag": Als Dan'l, Pauley
und Bucky sich wegen Kimbas Abwesenheit Sorgen machen, meint Bucky: "Wie
sollen wir uns nur verteidigen - ohne Kimba?" Pauley's Kommentar: "Ich
könnte ja für ihn einspringen..."
7) Kimba zu Belladonna -
die soeben von ihrer Herrin Tonga verstoßen wurde - mit erhobener
Stimme: "Du ruhst dich jetzt erst mal aus!"
Bella antwortet leise: "In
Ordnung, das werde ich." Ihr Tonfall zeigt, dass sie vom "Bösesein"
nun endgültig genug hat. |
1) Daniel berichtet
in der deutschen Einleitung über die generellen Grausamkeiten der
Tierjagd und nennt Zahlen und Fakten zur Ausrottung und Vernichtung von
Arten. Das wirkt noch viel heftiger als in der US-Version. Tongas "Hunting
Ground" selbst wird nicht erwähnt, da ja die vorherige Folge "The
Hunting Ground" in Deutschland nicht gesendet wurde.
2) Turtles deutscher Text
ist ungleich witziger: "Menschenskind, die hat den Charme eines Fleischwolfs!"
3) In der deutschen Episode
verkündet Kimba in dieser Szene entschlossen, er wolle mit Belladonna
fortgehen. Sowohl Bucky als auch Pauly raten ihm jedoch entschieden davon
ab. Auf ihren Rat hin beschließt Kimba dann, vorerst hierzubleiben.
4) "Was willst du denn von
mir?" fragt der deutsche Kimba, und Belladonna antwortet: "Die Menschen
wollen dich gerne haben!" Kurz darauf bezeichnet Kimba die Löwin wütend
als "Märchentante" - auch dies ist ein witziger deutscher Zusatz.
5) "Ich renne!" Mit dieser
köstlichen Bemerkung aus der deutschen Fassung schiebt Turtle im Zeitlupentempo
ab. Auch Kimbas anschließende Worte sind schnodderig-witzig:
"Die lahme Ente Turtle; hoffentlich legt sie 'n Zahn zu!"
6) Sarkasmus dieser Art gibt
es in der deutschen Fassung nun doch nicht. Bucky sagt hier: "Das ist doch
sonst nicht die Art von Kimba." Paulys Kommentar: "Mächtig verdächtig!"
7) Ganz anders sind Text
und Charakter der deutschen Szene. Kimba, mit weinerlicher Stimme: "Ja,
was machen wir denn jetzt?" Bella: "Wenn ich das nur wüsste." In ihrer
Stimme ist noch immer dieselbe Verschlagenheit zu hören - kann man
ihr trauen oder nicht?
Bucky wird in dieser Episode
von Erich Fiedler gesprochen. |
Unter-
schiede
MUSIK |
In dieser Episode
ist ausreichend Originalmusik vorhanden. Nur wenige Passagen sind "stumm".
1) Als Roger Marys Bild im
Traum sieht, erklingt Roger's gefühlvolles Flötenthema aus "A
Human Friend".
2) Als Roger in Tongas Lager
kommt und Kimba mit Belladonna kämpft, ertönt in der Originalfassung
keine Musik.
3) Zu den "Sturmszenen",
die das Erscheinen des unheimlichen Berges ankündigen, erklingt eine
unheimliche, heulende Musik.
4) Komplett ohne Musik sind
die Szenen, als Roger auf Tonga trifft, Belladonna sich nochmals als Verräterin
versucht, von Tonga brutal verstoßen wird und sich schließlich
zu den "Guten" bekehrt.
5) Die Szenen rund um den
geheimnisvollen Berg sind mit "überirdischer" und zum Teil etwas unheimlich
wirkender Musik vertont: Spährenklänge, dazu ein Chor im Hintergrund.
All das geht schließlich in eine traumhafte Schlussmelodie über. |
In der deutschen
Episode wurde sehr viel Originalmusik übernommen und nur wenig "nachvertont".
1) Diese Szene wurde mit
dem entsprechenden Thema aus "Unser neuer Freund" versehen, das ebenfalls
sehr gut passt.
2) Diese Szenen werden durch
dezente deutsche Untermalungsmusik aufgewertet.
3) Hier erklingt ein deutsches
Motiv aus Streichern und gestopften Trompeten, das die Spannung erhöht,
ohne unheimlich zu wirken.
4) Auch hier passt die deutsche
Musikuntermalung sehr gut und trägt dazu bei, diese komplexe Szenenfolge
aufzuwerten und deren Tiefgang zu verstärken.
5) Diese Szenen wurden fast
alle mit deutschen Melodien unterlegt, die ebenfalls recht gut passen.
Als das Mammut erscheint, ertönt für kurze Zeit die Originalmusik
- so kann man sich in etwa vorstellen, wie die US-Fassung klingt. Am Ende
der Episode kommt, wie üblich, eine deutsche Standard-Schlussmelodie
zur Anwendung. |
| Fazit |
Eine schöne,
gelungene und hochwertige Episode. Die Handlung ist sehr spannend, und
die Brutalität hält sich in Grenzen - wenn auch die mit Speeren
gespickte Grube, in die Kimba stürzt, nicht gerade "kindgerecht" ist.
Auch der Humor kommt nicht
zu kurz - ausgerechnet die Schildkröte als Eilkurier zu schicken,
ist schon komisch. Kimbas Menschenfreund Ronny rettet ihm das Leben, und
das Mammut bereitet Kimba auf seine große Zukunft vor. Durch Kimbas
Mitgefühl und seine ständige Bereitschaft, das Gute im Menschen
bzw. Löwen zu sehen, kann er sogar die fiese Belladonna auf den rechten
Weg zurückführen.
In der Schlussszene, als
der magische Berg wieder verschwindet, spiegeln die Erzähler-Kommentare
(die in beiden Fassungen sehr ähnlich sind) exakt die Gefühle
der US-Crew wieder, als sie diese Folge bearbeitete. Niemand konnte sich
erklären, was das Erscheinen dieses Berges zu bedeuten hatte, und
Tezukas Roman "Janguru Taitei" war im Amerika der 60-er Jahre völlig
unbekannt. (Mehr Informationen hierzu auch im Artikel "Wie Kimba entstand".) |
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