Kimba
Episodenvergleich - Episode 9 bis 12

Die Nummerierung entspricht der japanischen Original-Reihenfolge.
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Druckversion Episode 9
9
Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel The Flying Tiger Fliger, der fliegende Tiger
Inhalt Eine neue Gefahr bedroht Kimbas Dschungel: der Adler Clutch (deutscher Name: Kralle) ist zurückgekehrt, weil er auf seine alten Tage nach leichter Beute sucht. Kimba will den Adler zurechtweisen, unterliegt jedoch im Kampf.

Danach hat Kimba nur noch einen Wunsch: er möchte Flügel haben, denn damit, so meint er, könne er Clutch leichter zum Freund gewinnen.

In der folgenden Nacht taucht im Dschungel ein fliegendes Ungeheuer auf und raubt eine Antilope, die Mutter von Dodie. Kimba verdächtigt zuerst den Adler Clutch und greift ihn an. Da erscheint das wirkliche Monster, ein fliegender Tiger. Kimba kämpft mit "Flyger" (deutscher Name: Fliger) und wird dabei fast getötet. Der Adler Clutch kommt ihm im letzten Moment zu Hilfe.

Kimba erfährt nun, dass ein verrückter Wissenschaftler, Professor Madcap, dem Adler Nerven und Muskeln entnommen und auf den Tiger übertragen hat. Nun wünscht sich Kimba erst recht, fliegen zu können - allerdings wird er auch hier wieder von Selbstzweifeln geplagt.

Inzwischen ist Flyger seinem Professor untreu geworden und plant, die Herrschaft über Kimbas Dschungel zu übernehmen. Deshalb bietet der Professor Kimba an, ihn zum fliegenden Löwen zu machen. Kimba ist einverstanden, doch dann verletzt Flyger seinen Herrn an der Hand, so dass er nicht mehr operieren kann.

Kimba muss also als normaler Löwe gegen den fliegenden Tiger kämpfen. Durch die mentale Unterstützung seiner Freunde gelingt es ihm, ihn zu besiegen.

Als der besiegte Tiger Kimba bittet, ihn zu töten, erkennt Kimba, dass Flyger unglücklich über die Flügel ist - sie haben ihn zu einem Monster gemacht, das von allen Tieren gehasst wird. Dies öffnet Kimba die Augen, und seine Flugträume sind damit schlagartig ausgeträumt.

Daraufhin kann Kimba den Professor bewegen, die Operation rückgängig zu machen. Adler Clutch kann wieder fliegen, Flyger wird wieder zum normalen Tiger, und Professor Madcap verspricht allen Tieren, der Natur künftig nicht mehr ins Handwerk zu pfuschen.

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meines
Dass diese Episode in Deutschland gezeigt wurde, ist eigentlich erstaunlich. Immerhin beginnt sie gleich ziemlich brutal: Ein Adler tötet ein putziges Kaninchen. Auch die Szenen, in denen Kimba mit dem Tiger kämpft und beinahe von ihm ertränkt wird, sind ziemlich heftig.

In dieser Episode gibt es viele textliche Abweichungen zwischen den beiden Fassungen. Vieles wurde freier übersetzt. Die deutschen Texte sind oft treffender und teilweise schärfer - so redet Daniel beispielsweise schon in der Einleitung von einem "Luftangriff" auf den Dschungel.

In einigen Szenen wurde der Inhalt völlig geändert. So verleihen beispielsweise Daniels Ausführungen über den lateinischen Namen des Kronenadlers und seine Rolle in der Antike der deutschen Fassung ein höheres Niveau, überdecken aber den eigentlichen Sinn.

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schiede
TEXT
1) Der Adler heißt in der US-Version "Clutch" = Griff / to clutch = greifen, packen.

2) Der Name des Professors (Madcap) wird mehrmals erwähnt.

3) Wie so oft ist der US-Kimba in seinen Ausführungen sachlicher. So fragt er Daniel: "Weshalb sollte er (der Adler) herkommen und den Frieden unseres Königreiches stören? (...) Wir können es nicht zulassen, dass die kleinen Tiere ständig in Furcht vor einem Angriff leben müssen!"

4) "Wenn ich doch nur fliegen könnte! Dann hätte ich Clutch zum Freund gewinnen können." So lauten Kimbas Worte nach seinem Kampf mit dem Adler. Auf den Einwand von Dodie, Dash und Stretch, sie seinen doch seine Freunde, reagiert Kimba nachdenklich - und ehrlich: "Ich weiß... und ich danke euch für eure Hilfe... aber trotzdem..."

5) Ein typischer "Pauley-Bucky-Gag" der US-Fassung: Beide wollen ihren Kimba nach dem Kampf stürmisch umarmen, doch als sich die Staubwolke legt, sieht man, dass sie sich stattdessen mit geschlossenen Augen gegenseitig umarmt halten. Beide glauben jeweils, der andere sei Kimba. Pauley: "Nun haben wir dich endlich gefunden!" Bucky: "Aber du scheinst abgenommen zu haben!"

6) In der Szene, in der Kimba die Höhle von Clutch aufsucht (weil er glaubt, dass dieser Dodies Mutter geraubt hat), lauten seine Worte: "Adlerfedern! Könnte dies hier Clutch's Behausung sein?"

7) Nach dem Kampf mit Flyger erfährt Kimba von Clutch, dass dieser durch die Operation flugunfähig geworden ist. Kimba entschuldigt sich bei ihm mit gesenktem Kopf: "Es tut mir leid. Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich doch gar nicht mit dir gekämpft! Ich hoffe, du erlaubst mir, dass ich mich um dich kümmere." Auch Dodie bietet ihm spontan ihre Freundschaft an.

8) Vollständig geändert wurde das Gespräch zwischen Dan'l und Kimba am Krankenlager des Adlers:
Dan'l: "Hmmm... ich kann verstehen, wie der arme alte Clutch sich fühlen muss. Alt zu werden ist schon schlimm genug, aber dann auch noch nicht mehr fliegen zu können..."
Kimba: "Er muss sich ganz schrecklich fühlen. - Ach, ich wünschte, ich könnte fliegen."
Dan'l: "Wenn die Natur gewollt hätte, dass du fliegst, so hätte sie dir Flügel gegeben!"
Kimba: "Wahrscheinlich hast du recht, Dan'l."

9) Professor Madcap möchte aus Kimba einen "Flion (Flying lion)" machen.

10) Vor Kimbas Kampf gegen Flyger bedankt sich Clutch bei ihm für die Pflege: "Jetzt begreife ich, warum du ein so erfolgreicher Anführer bist: Du wirst geliebt, und Liebe ist eine sehr starke Kraft. Sieh deine Freunde an: Was auch immer du tust, ihre Liebe begleitet dich."

11) Kimba reagiert auf Flygers Attacke aus dem Hinterhalt beinahe anerkennend:"Das war ein sauberer Überraschungsangriff!"

12) Professor Madcap bedankt sich ausdrücklich bei Kimba für die erhaltene Lektion. Sein Versprechen, der Natur nicht mehr ins Handwerk zu pfuschen, kommt hier viel deutlicher zum Ausdruck.

13) In der Schlussszene ruft Kimba dem Professor und seinem Tiger nach: "Kommt und besucht uns mal wieder!"

14) Der Erzähler, der zu Beginn eine kurze Einleitung spricht, ist am Schluss nicht mehr zu hören. Die Episode klingt ohne Kommentar aus.

1) In der deutschen Version heißt der Adler "Kralle": passt gut, ist aber nicht wörtlich übersetzt.

2) Der Name des Professors wird im Deutschen nicht erwähnt.

3) Der deutsche Kimba spricht hier wieder einmal eine kräftigere Sprache und ist längst nicht so sachlich wie sein US-Pendant: "Warum bleibt er nicht, wo der Pfeffer wächst? (...) Er soll verschwinden oder sich hier anständig aufführen..."

4) "Er ist wirklich ein altes Rauhbein. Und trotzdem glaube ich, wir könnten Freunde werden." Dies sind Kimbas Worte in der deutschen Fassung. Auf den Einwand seiner Freunde Dodie, Dash und Stretch beschwichtigt Kimba sie: "Aber ja... so mein' ich das doch gar nicht." Der deutsche Kimba ist hier eindeutig sympathischer.

5) Diese Art von verbalen Gags zwischen Pauly und Bucky, die in den US-Fassungen häufig vorkommen, war wohl nichts fürs deutsche Kinderprogramm der 70-er Jahre. Deshalb ließ man Pauly und Bucky an dieser Stelle gegenseitig belanglose Worte sagen, die die Szene so aussehen lassen, als ob sich die beiden tatsächlich umarmen wollten.

6) Der deutsche Kimba hat keinen Zweifel daran, dass dies Kralles Höhle ist, und seine Worte sind wesentlich drastischer: "Da wohnt der Verbrecher! Dem werden gleich noch mehr Federn fehlen! Komm Alter, Feierabend!"

7) In der deutschen Version klingt das alles etwas salopper. Kralle sagt, dass er "nicht mehr richtig" fliegen kann. Kimbas Kommentar hierzu lautet: "Na, recht schönen Dank! Für mich warst du noch stark genug; ich kann nicht klagen." Entschuldigen tut er sich bei seinem Retter nicht, sondern wird angesichts des jammernden Adlers ziemlich flapsig: "Nun mach aber mal 'nen Punkt!"

8) In der deutschen Fassung klingt dieser Dialog wie folgt:
Daniel: "Schaut ihn euch an, unseren König der Vögel und Vogel der Könige! Schon Zeus wählte ihn aus zu seinem Waffenträger."
Kimba: "Er war der Glücksbringer des Altertums - und heute ist er ein rechter Unglücksvogel."
Daniel: "Der wird schon wieder, lass' mal."
Kimba: "Manchmal wünsche ich mir, ich könnte fliegen."

9) Ebenfalls einfallsreich sind die entsprechenden deutschen Wortschöpfungen "Fleu" (Fliegender Leu) oder "Flöwe".

10) Diese sehr gefühlvolle Ansprache von Kralle ist im Deutschen leider nicht übernommen worden. Kralle gibt an dieser Stelle Kimba Tips für seinen Kampf gegen den Tiger, die sich hinterher als nicht sehr hilfreich erweisen.

11) Der deutsche Kimba reagiert auf Fligers Überraschungsangriff empört: "Du hinterlistiger Feigling!"

12) In der deutschen Fassung meint der Professor, er werde seine Experimente wahrscheinlich aufgeben - aber versprechen tut er nichts! (Dies entspricht wohl eher der traurigen Realität...)

13) In der Schlussszene gibt's keine Aufforderung zum Wiederkommen. Daniels Kommentar: "Und da fuhr er hin und ward nicht mehr gesehen."

14) Daniels Schlusskommentar ist passend und tiefsinnig: "... Möge er seinen guten Vorsätzen treu bleiben - aber ich fürchte, irgendwann fängt er doch wieder an, an uns 'rumzuschnippeln..."

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MUSIK
Wie fast immer gibt es in der US-Version weniger Musik als in der deutschen. Die Kampfszenen enthalten fast nur Geräuscheffekte.

1) Als Kimba den Adler aufsucht, gibt es in der Originalfassung keine Musik. Das gleiche gilt für Kimbas anschließenden Kampf mit Clutch.

2) Auch als Dodie, Dash und Stretch ihrem Freund Kimba zu Hilfe eilen, fehlt jegliche Musik.

3) Die Szenen, in denen Kimba erneut mit dem Adler kämpft, enthalten ebensowenig Musik wie die Kampfszenen zwischen Kimba und Flyger, sondern nur Geräusche.

4) Nur heftige Windgeräusche, aber keine Musik enthalten die Szenen, in denen Flyger die Herrschaft über den Dschungel an sich reißen will. Auch beim großen Kampf zwischen Flyger und Kimba gibt es praktisch keine Musik.

5) In Kimbas Traumszene, als er sich vorstellt, Flügel zu haben, erklingt eine wunderschöne Orchester-Variation der japanischen Kimba-Titelmelodie.

Deutsche Zusatzmelodien füllen diese Leerstellen wohltuend aus. Die übrige Originalmusik dieser Folge wurde zum Großteil beibehalten.

1) Diese Szenen sind im Deutschen mit sehr gut passender, dezenter Spannungsmusik unterlegt.

2) Hier ist die deutsche Zusatzmusik unverzichtbar. Die Untermalung dieser Szenen geht zu Herzen und ist sehr gut gelungen.

3) All diese Szenen enthalten die wohlbekannten deutschen Spannungs-Melodien (großteils ohne die heftigen Kampfgeräusche).

4) All diese Szenen wurden mit deutscher Spannungsmusik versehen.

5) Hier erklingt eine Variation der deutschen Titelmelodie "Kleiner weißer Löwe...", die ebenfalls sehr gut passt. 
Im Gegensatz zur Originalfassung ist bei uns die Titelmelodie innerhalb der Episode fast nie zu hören. Nur in Folge 1, 9, 26, 42 und 49 wird sie kurz angespielt.

Fazit Die Episode ist sehr spannend und zeigt deutlich Osamu Tezukas Vorliebe für Wissenschaft und Technik. Der Gedanke, ein Säugetier durch Muskel- und Nerventransplantation "flugfähig" zu machen, war für den ehemaligen Mediziner Dr. Tezuka gewiss reizvoll.

Außerdem ist diese Folge ein weiterer Schritt in der Entwicklung von Kimbas Persönlichkeit. Kimba lernt, dass sein Verlangen nach Flügeln in die falsche Richtung führt: man muss nicht unbedingt fliegen können, um mit einem Vogel Freundschaft zu schließen oder mehr Anerkennung zu erhalten.




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Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel Two Hearts And Two Minds nicht vorhanden
Inhalt Ein Helikopter mit einem Kamerateam fliegt über Kimbas Dschungel und verliert einen Koffer. Kimba und Pauly finden ihn und machen ihn auf: er enthält jede Menge Fotos, darunter auch eines von Kitty. Pauly befürchtet, dass es sich um Tierfänger handeln könnte und dass Kitty vielleicht schon gefangen ist.

Kimba verbringt eine unruhige Nacht - im Traum sieht er Kitty, wie sie um Hilfe schreit. Am Morgen ist er hin- und hergerissen und weiß nicht, was er tun soll: hierbleiben oder nachsehen? Daniel meint, es sei das Beste, Kitty so bald wie möglich zu besuchen. Bucky und Pauly begleiten Kimba auf dieser Reise.

Bevor sie aufbrechen, suchen sie an der Stelle, wo der Koffer vom Himmel fiel, nochmals nach Spuren. Da taucht der Helikopter wieder auf. Ein Mann sucht nach dem Koffer. Als er die Tiere sieht, schießt er wild um sich. Nur um Haaresbreite können Kimba, Pauly und Bucky entkommen.

Die drei Freunde fahren auf einem Floß den Fluss hinab, Richtung Kittys Heimat. Kimba denkt fortwährend an Kitty und kann das sonderbare Gefühl in seinem Herzen nicht verstehen. Pauly erweist sich als erfahrener Freund und klärt ihn auf: Das sei die natürlichste Sache der Welt, jeder macht das einmal durch, auch er selbst, als er einst das süßeste Papageienmädchen der Welt getroffen hat.

Nun erzählt Pauly in einer Rückblende aus seinem früheren Leben als Haustier eines Hotelmanagers in einer großen Stadt. Er begrüßt wortgewandt die Gäste und hat sein bequemes Leben, ist allerdings angekettet. Eines Tages verirrt sich ein reizendes Papageienmädchen namens Pauline in die Hotelhalle, und Pauly verliebt sich sofort in sie. Pauline ist auf dem Weg in den Dschungel. Pauly begreift sie nicht: Wie kann man nur freiwillig an einem derart schmutzigen Ort leben wollen?

Da passiert ein Unglück: durch Paulys Schuld fällt einer dicken Dame ein Blumentopf auf den Kopf. Er bekommt es mit der Angst. Paulines Reaktion: "Siehst du - wenn du nicht angekettet wärst, könntest du jetzt mir mir flüchten." Als der Manager erscheint, ist er logischerweise wütend. In der allgemeinen Verwirrung fängt er Pauline ein und verkauft sie an eine Vogelhandlung.

In der Nacht gelingt es Pauly, das Schloss an seiner Kette zu knacken. Er fliegt zu dem Vogelhändler und verschafft sich durch einen Trick Zugang. Er befreit Pauline und alle anderen Vögel aus den Käfigen, aber der Weg nach draußen ist versperrt. Der Besitzer taucht auch schon auf und zielt mit einem Gewehr auf Pauly: "Fang an zu beten!" Die Situation scheint ausweglos.

Da reißt plötzlich eine gewaltige Explosion ein Loch in die Wand, und alle Vögel können fliehen. Pauline ist verängstigt und fragt Pauly, was los sei. Pauly erklärt ihr lakonisch - er ist wirklich ein kluger Vogel - dass die Menschen gerade mal wieder Krieg führen. Auf ihrer Flucht in den Dschungel explodiert ein ganzer Eisenbahnzug in ihrer Nähe, und sie müssen den umherfliegenden Trümmern ausweichen.

Inzwischen wälzt sich auch eine Armee von Panzern und Infanteristen durch den Dschungel. Die Tiere fliehen in Panik, und Caesar, der weiße Löwe, fragt wütend: "Warum müssen die Menschen ihren idiotischen Krieg sogar in meinem Dschungel austragen?" Er kämpft gegen das Militär und knackt sogar einen Panzer!

Derweil sucht Pauly verzweifelt nach Pauline, die im Getümmel von ihm getrennt wurde. Caesar entdeckt Pauly, und als er erfährt, dass Pauly ein Haustier aus der Stadt ist, will er ihn verjagen: "Hier ist kein Platz für Tiere, die menschliche Verhaltensweisen angenommen haben!" Doch einige Vögel klären Caesar auf, dass Pauly sie alle befreit hat. So darf Pauly bleiben, doch seine Trauer, Pauline verloren zu haben, kann er nicht so leicht überwinden.

Hier endet die Rückblende. Der staunende Kimba bittet Pauly, zu erzählen, wie es weiterging. Darauf erklärt ihm Pauly, dass sein Vater einige Zeit später die gleichen Herzschmerzen erlebte wie er. Nun erzählt Pauly in einer weiteren Rückblende, wie Caesar Snowene vor den Jägern rettete und kennenlernte.

Inzwischen sind Kimba, Pauly und Bucky in Kittys Heimat angekommen. Hier ist gerade ein Filmteam mit Dreharbeiten beschäftigt. Der verrückte Regisseur, der übrigens mit starkem deutschem Akzent spricht, tyrannisiert alle und geht mit brachialer Gewalt gegen die Natur vor. Während Bucky und Pauly die Filmleute beobachten, macht sich Kimba auf die Suche nach Kitty.

Der Regisseur will einen "Höhepunkt" drehen: eine Stampede von Tieren, die vor einem Buschfeuer fliehen. Dazu lässt er kurzerhand den Dschungel anzünden. Als Pauly und Bucky das Feuer löschen wollen, wird Bucky gefangen. Man bindet ihn an einen Jeep und lässt ihn hinterherlaufen. Da taucht plötzlich Kitty auf. Es gelingt ihr, Bucky zu befreien, doch dabei stürzt sie in eine tiefe Höhle und bleibt bewusstlos liegen.

Die Filmleute kommen hinzu, und der Regisseur hat eine neue Idee: er will Kitty in einem Käfig inmitten des Feuers aussetzen und dort filmen. Währenddessen bringt Kimba die anderen Tiere der Gegend vor dem Buschbrand in Sicherheit. Als er erfährt, was mit Kitty geschehen soll, folgt er dem Helikopter, an dem Kittys Käfig hängt, und springt hinauf. Die Filmcrew schießt auf Kimba, doch es gelingt ihm, in die Kabine zu klettern, wo er den Regisseur mit scharfen Worten zur Landung auffordert - andernfalls werde etwas Schlimmes passieren!

Als er sich schon in Sicherheit wähnt, zielt ein Crewmitglied von hinten mit dem Revolver auf Kimba. Pauly sieht dies in letzter Sekunde und kann den feigen Schützen attackieren, wird dabei aber aus dem Helikopter geschleudert und bleibt bewusstlos liegen. In seiner Ohnmacht träumt er von Pauline.

Als Pauly wieder zu sich kommt, ist alles vorbei. Regen hat eingesetzt und das Feuer gelöscht, und die Filmcrew ist geflohen. Für Paulys Tapferkeit haben sich seine Freunde eine besondere Belohnung ausgedacht: sie haben Pauline ausfindig gemacht. Als Pauly sieht, dass Pauline einen großen, stattlichen Papageienmann und viele Kinder hat, wird er erneut bewusstlos.

In der Schlussszene sagt Kitty zu Kimba: "Sonderbar, als der Hubschrauber mich fortnahm, hatte ich von Anfang an das Gefühl, Kimba kommt und rettet mich." "Und ich hatte von Anfang an das Gefühl, Kitty braucht mich", erwidert Kimba. Beide können sich ihre Gefühle nicht erklären, und der Abschied fällt ihnen schwerer als zuvor.

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Dass diese Episode in Deutschland nicht gezeigt wurde, ist jammerschade. Gewiss waren die Szenen, in denen Häuser zerbombt und Züge in die Luft gesprengt werden, für ein Kinderprogramm der 70-er Jahre zu brutal, aber das hätte man leicht herausschneiden können. Schließlich wurde an vielen anderen Episoden auch herumgeschnippelt! 

Im Wesentlichen geht es in dieser Folge um große Gefühle: Pauly lernt Pauline kennen, Caesar trifft Snowene, Kimba hat Herzschmerzen und erfährt, dass dies die Liebe ist! All das hat man den deutschen Kimba-Fans vorenthalten.

Detail am Rande: Pauly bezeichnet sowohl Kitty als auch Snowene als "Weiße Löwin". Da hat er wohl nicht aufgepasst: weiß sind in Kimbas Erbfolge stets nur die männlichen Löwen!

Musik Es gibt einige schöne musikalische Nummern, wenn auch die Musik in dieser Episode keine allzu große Rolle spielt.

Erwähnenswert ist auf alle Fälle Kittys Leitmotiv ("Kitty's Theme"), das Isao Tomita für die Szenen mit Kitty komponiert hat. Diese Melodie ist zauberhaft und klingt sehr "japanisch".

Fazit In dieser Episode geschieht extrem viel; die Handlung ist verschachtelt und komprimiert. Für Kimbas Entwicklung gehört sie zweifellos zu den wichtigsten: Er lernt die Liebe kennen und fühlt, dass Kitty und er untrennbar zusammengehören.

Osamu Tezuka hat in vielen Kimba-Episoden seine eigenen Kriegseindrücke verarbeitet. Man sollte dies stets berücksichtigen, wenn es um die "Gewalt" bei Kimba geht. Darum ist es nicht verwunderlich, dass in einigen Folgen Bombenangriffe und Explosionen vorkommen.

Die Idee, Dschungeltiere eine "Zivilisation" nach menschlichem Vorbild gründen zu lassen, ist vor dem Hintergrund der japanischen Situation nach dem 2. Weltkrieg zu sehen: Die Serie ist quasi die verfremdete Darstellung der Entwicklung Japans von einem verrohten Volk wieder hin zu einer friedlich mit Anderen zusammenlebenden Gesellschaft.




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Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel Catch 'Em If You Can nicht vorhanden
Inhalt "Viele Gefahren hat Kimba in seinem Dschungel schon bewältigt, doch die größte Gefahr geht nicht von den wilden Tieren, sondern von der sogenannten zivilisierten Welt der Menschen aus!" Mit diesen Worten beginnt der Erzähler die Episode.

Miss Tonga - das böse "Alter Ego" von Mary - schickt Telegramme an die drei berühmtesten Jäger der Welt und lädt sie zu einem Jagdwettbewerb nach Afrika ein. In ihrem neu eingerichteten "Wild Animal Hunting Ground" sollen sie ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Der erste ist der Wissenschaftler Dr. Bazooka. Er testet gerade das von ihm erfundene Supergewehr, das mit Druckluft schießt und ganze Baumstämme wie mit einem unsichtbaren Messer zerschneiden kann.

Der zweite ist der texanische Cowboy Billy Bully, der seine Zeit damit verbringt, mit dem Revolver Kakteen und Bäume zu durchlöchern. Als er die Einladung bekommt, nimmt er sich fest vor, nicht ohne einen Löwen zurückzukehren.

Der dritte Superjäger ist ein tumber Kraftmensch, der im Zirkus auftritt und dort seine Muskeln spielen lässt. Sein Name ist "Great Gusto" - ein köstliches englisches Wortspiel. Alle drei nehmen die Einladung an und reisen nach Afrika.

Während der Blick über Tongas Gelände schweift, erklärt der Erzähler den Unterschied zwischen "Game Preserve" und "Hunting Ground": Während das erste dem Schutz der Tiere dient, kann im letzteren jeder gegen Geld so viele Tiere abknallen wie er will bzw. sich leisten kann. Die Tiere sind dort eingesperrt, und normalerweise gibt es für sie kein Entkommen.

Doch einer kräftigen Gazelle gelingt die Flucht. Sie rettet sich in Kimbas Dschungel und berichtet dort von Tongas Grausamkeiten: sie lässt die Tiere hetzen und durch Brände einschüchtern, sie bekommen nichts zu fressen, damit sie sich gegenseitig jagen und so wild wie möglich werden, denn nur wilde Tiere stellen die Jäger zufrieden.

Inzwischen sind die drei berühmten Jäger in Tongas Camp eingetroffen und wärmen sich schon mal mit diversen Schießübungen auf. Tonga fordert gereizt, die Tiere müssten noch viel wilder werden, sonst sei es langweilig für die Jäger. Ihr Adjutant glaubt, es geht ihr hauptsächlich ums Geld, doch in Wahrheit will Tonga vor allem Kimba fangen - "das einzige Tier, das ich nicht in der Lage bin, zu beherrschen! Erst wenn ich ihn besiegt habe, bin ich am Ziel!"

Die Gazelle bittet Kimba, den Tieren im Jagdbezirk zu helfen. Kimba rennt los, ohne auf Paulys Warnung zu achten. Ehe er sich's versieht, schließt sich ein automatisches Gitter hinter ihm, und er ist selbst im Hunting Ground gefangen.

Dort trifft er als erstes auf den Kraftmenschen, der gerade Jagd auf Büffel macht. Natürlich will er Kimba als Trophäe und bedient sich eines teuflischen Messers mit Teleskop-Verlängerung, das ihm am Schluss aber selbst zum Verhängnis wird: der Kraftprotz schlägt sich selber k.o.

Kimba rennt weiter und wird schon bald von Tonga entdeckt. Diese gibt sofort Anweisung, ihn einzufangen. Ihr Adjutant weigert sich: "Wir sind die Chefs, nicht die Jäger!" Während Tonga vor Wut tobt, nimmt Kimba Kontakt mit den eingesperrten Tieren auf. Er spricht mit der Antilope Sandy und ermuntert sie, zusammen mit ihm zu fliehen. Doch Sandy erzählt ihm traurig, dass alle Tiere entkräftet sind und Angst vor den Fallen haben: "Nicht einmal der Sohn des großen Caesar kann uns jetzt noch helfen."

Währenddessen legt der Cowboy Billy Bully aus dem Hinterhalt auf Kimba an, doch bevor er zum Schuss kommt, aktiviert Tonga ihre in die Felsen eingebauten, ferngesteuerten Waffen. Eine Art "Bubble Gun" feuert einen Schuss auf Kimba und Sandy ab, die dadurch in einer Art Kaugummiblase gefangen werden.

Daraufhin wird Kimba in einen Käfig gesteckt, und Tonga demonstriert ihm ihre brutalen Methoden, die Tiere aufzuhetzen und wild zu machen. Kimba ist angewidert: "Dich sollte man in den Käfig stecken, nicht die Tiere!"

In der Nacht, als alles ruhig ist, versucht Kimba, sich aus seinem Käfig zu befreien. Da wird plötzlich das Schloss geöffnet. Es ist der Cowboy! Er befreit Kimba, aber nur, um einen fairen Zweikampf mit ihm auszutragen - und natürlich zu siegen. "Ich nahm mir vor, mit einem Löwen zurückzukommen, und du bist der schönste Löwe, den ich je gesehen habe!" Kimba dankt für die Blumen - doch was ist mit den anderen Tieren? "Die sind mir egal", erklärt der Cowboy. Kimba bedingt sich aus: "Falls du nicht gewinnst, versprich mir, dass du mir hilfst, alle Tiere freizulassen!" Der Cowboy verspricht es.*

(*Solche "Kuhhandel", die Kimba mit seinen Gegnern abschließt, kommen übrigens in mehreren Episoden vor - z.B. mit Flyger in "The Flying Tiger", mit Fang in "Journey into Time", mit Schwarze Braue in "Jungle Justice", mit Boss Rhino in "Volcano Island" oder "Restaurant Trouble".)

Als Austragungsort schlägt Kimba das Restaurant des Jagdcamps vor, und es erinnert an einen Western, als beide einträchtig nebeneinander auf ihre Kampfstätte zuschreiten. Das Innere des Lokals sieht denn auch stilgerecht wie ein Saloon aus, mit Schwingtüren und Wildwest-Innenausstattung!

Im Saloon beginnt ein erbitterter Kampf - der Cowboy schießt mit Kugeln, Kimba mit Flaschen und Gläsern. Von dem Lärm erwacht Tonga, die im Nebengebäude schläft. Da fällt der riesige Kronleuchter, dessen Halterungen sich im Kugelhagel gelockert haben, auf den Cowboy und setzt ihn schachmatt - der Kampf ist aus. "Jetzt lass uns meine Freunde befreien, wie du's versprochen hast!" fordert Kimba.

Der Cowboy ist ein Ehrenmann und gibt ihm die Schlüssel. Als Kimba die Käfige öffnen will, versperrt ihm Tonga den Weg und zielt auf ihn. Bevor sie abdrücken kann, schießt der Cowboy ihr das Gewehr aus der Hand: "Sorry, dieser Löwe hat einen fairen Kampf gewonnen, und ich gab mein Wort, ihm zu helfen. Beeilt euch und haut ab!" Die Tiere fliehen. Als Tonga einen Wutanfall bekommt, wiederholt der Cowboy anerkennend Kimbas Worte: "Dich sollte man in einen Käfig sperren, nicht die Tiere."

Auf ihrer Flucht weist Kimba die Tiere an, dass die Starken den Schwächeren helfen sollen, und es ist rührend zu sehen, wie sich alle daran halten. Kimba muss schließlich ein dickes Nilpferdbaby tragen.

Inzwischen haben Dr. Bazooka und sein Assistent in einem fliegenden Auto mit mörderischer Kreissäge die Verfolgung der Tiere aufgenommen. Kimba wird um Haaresbreite getötet, doch dann verkeilt sich das Auto zwischen zwei Felsen. Bazooka springt heraus und zielt mit seiner Superwaffe auf Kimba, der verletzt am Boden liegt.

Da kommt ihm die Antilope Sandy zu Hilfe: sie schlägt Bazooka das Gewehr aus der Hand und droht, ihn damit zu erschießen. Bazooka und der Assistent flüchten. Als Sandy, verblüfft über ihren Erfolg, der Waffe einen verächtlichen Fußtritt versetzt, geht sie los und trifft das Auto, das in tausend Stücke zerfetzt wird.

Endlich sind alle wieder frei. Sandy trägt den verletzten Kimba auf ihrem Rücken, während im Dschungel alle Freunde schon ungeduldig warten. Die Episode schließt mit den Worten des Erzählers: "Die Freiheit ist etwas Wunderbares, aber immer ist jemand da, der sie gewaltsam wegnehmen will. Vielleicht kommt ja einmal der Tag, an dem es keine Jäger mehr gibt - und keine Gejagten. Das ist der Tag, von dem Kimba träumt."

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Diese Episode hätte man in Deutschland durchaus senden können. Auch wenn es manchmal heftig zugeht, kommt niemand ernsthaft zu Schaden oder stirbt. Andere Episoden sind oft viel brutaler.

Möglicherweise wurde diese Episode bei uns nicht gezeigt, weil sie der nachfolgenden Episode Nr. 12 (The Hunting Ground / Expedition Tonga) sehr ähnlich ist. Diese beiden Episoden gehören handlungsmäßig zusammen. Trotzdem hielt man "Catch 'Em If You Can" wohl für entbehrlich.

Natürlich ist keine einzige Kimba-Episode entbehrlich. Osamu Tezukas Lieblingswerk, an dem er zuvor rund 10 Jahre geschrieben und gezeichnet hatte, ist ein Gesamtkunstwerk und hätte nie zerrissen werden dürfen.

Musik Wie in vielen Original-Episoden spielt die Musik auch hier nur eine untergeordnete Rolle. Die action-geladenen Kampfszenen werden nicht durch Musik aufgelockert.

Sehr schön ist Isao Tomitas sinfonisches Thema am Schluss der Episode, als die Tiere glücklich vereint in den Dschungel zurückkehren.

Fazit In dieser Episode spürt man deutlich Tezukas Begeisterung für Technik - und für Amerika. Es ist kein Zufall, dass von den drei Jägern ausgerechnet der Cowboy Kimbas Verbündeter wird. Die Figur des Cowboys, der Kimba zuerst erlegen will und ihm dann hilft, weil er ihm sein Wort gab, ist durchaus sympathisch.

Für Kimbas Entwicklung spielt die Episode keine große Rolle. Immerhin erfährt er die Bestätigung, dass er sich auf seine Freunde verlassen kann, als Sandy ihre Angst überwindet und ihm das Leben rettet.




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Amerikanische Episode Deutsche Episode
Titel The Hunting Ground Expedition Tonga
Inhalt Tongas Vorhaben, Kimba mit Hilfe der drei größten Jäger der Welt zur Strecke zu bringen, ist fehlgeschlagen, aber sie gibt nicht auf. Ihr neuester Plan: sie schickt ihre dressierte Löwin Belladonna zu Kimba, die ihn in eine Falle locken soll. Der gutherzige und gutgläubige Kimba tappt auch prompt hinein.

Als Kimba zu sich kommt, sitzt er wieder mal in einem von Tongas Käfigen - zusammen mit der Schildkröte Turkle (deutscher Name: Turtle), die ebenfalls gefangen wurde. Kimba erfährt von der hinterlistigen Belladonna, dass Tonga gerade eine riesige Jagdexpedition in den Dschungel startet, um auch noch die letzten Tiere für ihren "Hunting Ground" zu fangen. Es gelingt Kimba, die Schildkröte durch die Gitterstäbe zu schieben - sie soll als Eilbote zurück in den Dschungel und die anderen warnen.

Während im Dschungel Roger Ranger (Ronny) und alle anderen Freunde nach Kimba suchen, passieren Turkle allerlei Missgeschicke, so dass sie ihre wichtige Botschaft nicht überbringen kann. Inzwischen kommt Roger alleine in Tongas Camp und kann dort Kimba gerade noch davor bewahren, hinterrücks erschossen zu werden. Als Kimba erfährt, dass die Nachricht von der Invasion nicht ankam, hat Roger die rettende Idee: ein Funkspruch an Tonga mit dem Befehl zum Rückzug. Dieser Trick klappt und kann Tongas Jagdarmee vorerst stoppen.

Nachdem Kimba und Roger die Funkanlage zerstört haben, rennen sie zurück in den Dschungel und nehmen Belladonna mit, die verspricht, nun brav zu sein. Die falsche Löwin sinnt jedoch auf Rache. Als es zur Begegnung mit Tonga kommt, glaubt Roger seine Freundin Mary vor sich zu haben. Tonga (die in Wirklichkeit ja Mary ist) nimmt ihn gefangen.

Belladonna will ihrer Herrin zeigen, wo sich Kimba versteckt hat, aber Tonga versteht sie nicht und stößt die Löwin schließlich wütend einen Felsen hinunter. Nun hat Belladonna endgültig die Schnauze voll. Sie kehrt Tonga den Rücken und begreift, dass ein Leben in Kimbas Dschungelreich für sie doch besser wäre.

Als Kimba aus seiner Deckung hervorspringt, um Roger zu befreien, kommt es zum großen Kampf. Plötzlich verdunkelt sich der Himmel, Schneeflocken fallen und der magische Berg taucht auf. Das geheimnisvolle Mammut erscheint und schlägt Tongas Armee in die Flucht. Es lobt den tapferen Kimba und verkündet ihm ein Wiedersehen in ferner Zukunft. Alle sind fasziniert und beeindruckt: Tiere, Menschen, Fernsehzuschauer und Synchronsprecher...

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Bei der Bearbeitung dieser Folge hatte das deutsche Team eine wahre Sternstunde. Die Texte wurden sorgfältig übersetzt und entsprechen zum größten Teil wörtlich dem amerikanischen Original. Der US-Erzähler spricht am Ende sogar dieselben Dichterworte, die auch Daniel an dieser Stelle bringt.

Die deutsche Fassung gewinnt zusätzlich durch witzige Bemerkungen, die man der Schildkröte Turkle in den Mund gelegt hat und die im englischen Original gar nicht vorkommen. Außerdem passt Turkles deutsche Stimme viel besser zu ihrer komischen Rolle.

In Ronnys Traumbild hört man Mary sagen: "Roger, ich lieb' dich..." - Nur hier und in einer Szene von "Endlich wieder Mary" wurde in der deutschen Fassung der Name "Roger" verwendet.

Die US-Crew bewies große Treffsicherheit bei der Wahl der (fast immer doppeldeutigen) Namen. So ist "Belladonna" (= schöne Dame) gleichzeitig die lateinische Bezeichnung der hochgiftigen Tollkirsche!

Detail am Rande: In den Szenen, wo Kimba im Käfig mit Belladonna spricht, gleicht er im Profil einige Male eher einer Maus als einem Löwen. Dieses Problem taucht in mehreren Episoden auf und zeigt, wie schwierig es ist, Kimba im Profil realistisch zu zeichnen.

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1) Der US-Erzähler berichtet in der Einleitung speziell über Tongas Praktik, Tiere zum Abschuss gegen Geld in ihrem "Hunting Ground" einzufangen: "Dort kann so viel geschossen werden, wie sich der Jäger leisten kann - und sein Gewissen ihm erlaubt. Und die Fähigkeiten des Jägers wachsen im gleichen Maße, wie sein Gewissen schrumpft..."

2) "Die ist ein größeres Biest als die meisten Tiere", lautet Turkle's Kommentar angesichts der brutalen Tonga.

3) In der US-Episode fragt Kimba Bucky und Pauly, ob er mit Belladonna fortgehen soll oder nicht. Bucky ist die Sache ziemlich egal, und er hat nichts dagegen. Pauly fragt Kimba vorwurfsvoll, seit wann er denn seine Entscheidungen nicht mehr allein treffen könne? Daraufhin beschließt Kimba von sich aus, lieber hierzubleiben.

4) Kimba zu Belladonna, als er am Rand der Fallgrube hängt: "Dann hast du mich also angelogen?" Belladonna: "Stimmt genau, mein Plan hat funktioniert!"

5) Als Kimba Turkle durch die Gitterstäbe schiebt und als "Eilkurier" losschickt, gibt's in der US-Fassung hierzu keinen lustigen Kommentar. Auch danach bleibt Kimba (wie üblich) sehr sachlich: "Bitte beeil' dich, Turkle, sonst sind die Jäger vor dir da."

6) Dagegen enthält die US-Fassung einen typischen "Pauley-Bucky-Gag":  Als Dan'l, Pauley und Bucky sich wegen Kimbas Abwesenheit Sorgen machen, meint Bucky: "Wie sollen wir uns nur verteidigen - ohne Kimba?" Pauley's Kommentar: "Ich könnte ja für ihn einspringen..."

7) Kimba zu Belladonna - die soeben von ihrer Herrin Tonga verstoßen wurde - mit erhobener Stimme: "Du ruhst dich jetzt erst mal aus!"
Bella antwortet leise: "In Ordnung, das werde ich." Ihr Tonfall zeigt, dass sie vom "Bösesein" nun endgültig genug hat.

1) Daniel berichtet in der deutschen Einleitung über die generellen Grausamkeiten der Tierjagd und nennt Zahlen und Fakten zur Ausrottung und Vernichtung von Arten. Das wirkt noch viel heftiger als in der US-Version. Tongas "Hunting Ground" selbst wird nicht erwähnt, da ja die vorherige Folge "The Hunting Ground" in Deutschland nicht gesendet wurde.

2) Turtles deutscher Text ist ungleich witziger: "Menschenskind, die hat den Charme eines Fleischwolfs!"

3) In der deutschen Episode verkündet Kimba in dieser Szene entschlossen, er wolle mit Belladonna fortgehen. Sowohl Bucky als auch Pauly raten ihm jedoch entschieden davon ab. Auf ihren Rat hin beschließt Kimba dann, vorerst hierzubleiben.

4) "Was willst du denn von mir?" fragt der deutsche Kimba, und Belladonna antwortet: "Die Menschen wollen dich gerne haben!" Kurz darauf bezeichnet Kimba die Löwin wütend als "Märchentante" - auch dies ist ein witziger deutscher Zusatz.

5) "Ich renne!" Mit dieser köstlichen Bemerkung aus der deutschen Fassung schiebt Turtle im Zeitlupentempo ab. Auch Kimbas anschließende Worte sind schnodderig-witzig:  "Die lahme Ente Turtle; hoffentlich legt sie 'n Zahn zu!"

6) Sarkasmus dieser Art gibt es in der deutschen Fassung nun doch nicht. Bucky sagt hier: "Das ist doch sonst nicht die Art von Kimba." Paulys Kommentar: "Mächtig verdächtig!"

7) Ganz anders sind Text und Charakter der deutschen Szene. Kimba, mit weinerlicher Stimme: "Ja, was machen wir denn jetzt?" Bella: "Wenn ich das nur wüsste." In ihrer Stimme ist noch immer dieselbe Verschlagenheit zu hören - kann man ihr trauen oder nicht?

Bucky wird in dieser Episode von Erich Fiedler gesprochen.

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MUSIK
In dieser Episode ist ausreichend Originalmusik vorhanden. Nur wenige Passagen sind "stumm".

1) Als Roger Marys Bild im Traum sieht, erklingt Roger's gefühlvolles Flötenthema aus "A Human Friend".

2) Als Roger in Tongas Lager kommt und Kimba mit Belladonna kämpft, ertönt in der Originalfassung keine Musik.

3) Zu den "Sturmszenen", die das Erscheinen des unheimlichen Berges ankündigen, erklingt eine unheimliche, heulende Musik.

4) Komplett ohne Musik sind die Szenen, als Roger auf Tonga trifft, Belladonna sich nochmals als Verräterin versucht, von Tonga brutal verstoßen wird und sich schließlich zu den "Guten" bekehrt.

5) Die Szenen rund um den geheimnisvollen Berg sind mit "überirdischer" und zum Teil etwas unheimlich wirkender Musik vertont: Spährenklänge, dazu ein Chor im Hintergrund. All das geht schließlich in eine traumhafte Schlussmelodie über.

In der deutschen Episode wurde sehr viel Originalmusik übernommen und nur wenig "nachvertont".

1) Diese Szene wurde mit dem entsprechenden Thema aus "Unser neuer Freund" versehen, das ebenfalls sehr gut passt.

2) Diese Szenen werden durch dezente deutsche Untermalungsmusik aufgewertet.

3) Hier erklingt ein deutsches Motiv aus Streichern und gestopften Trompeten, das die Spannung erhöht, ohne unheimlich zu wirken.

4) Auch hier passt die deutsche Musikuntermalung sehr gut und trägt dazu bei, diese komplexe Szenenfolge aufzuwerten und deren Tiefgang zu verstärken.

5) Diese Szenen wurden fast alle mit deutschen Melodien unterlegt, die ebenfalls recht gut passen. Als das Mammut erscheint, ertönt für kurze Zeit die Originalmusik - so kann man sich in etwa vorstellen, wie die US-Fassung klingt. Am Ende der Episode kommt, wie üblich, eine deutsche Standard-Schlussmelodie zur Anwendung.

Fazit Eine schöne, gelungene und hochwertige Episode. Die Handlung ist sehr spannend, und die Brutalität hält sich in Grenzen - wenn auch die mit Speeren gespickte Grube, in die Kimba stürzt, nicht gerade "kindgerecht" ist.

Auch der Humor kommt nicht zu kurz - ausgerechnet die Schildkröte als Eilkurier zu schicken, ist schon komisch. Kimbas Menschenfreund Ronny rettet ihm das Leben, und das Mammut bereitet Kimba auf seine große Zukunft vor. Durch Kimbas Mitgefühl und seine ständige Bereitschaft, das Gute im Menschen bzw. Löwen zu sehen, kann er sogar die fiese Belladonna auf den rechten Weg zurückführen.

In der Schlussszene, als der magische Berg wieder verschwindet, spiegeln die Erzähler-Kommentare (die in beiden Fassungen sehr ähnlich sind) exakt die Gefühle der US-Crew wieder, als sie diese Folge bearbeitete. Niemand konnte sich erklären, was das Erscheinen dieses Berges zu bedeuten hatte, und Tezukas Roman "Janguru Taitei" war im Amerika der 60-er Jahre völlig unbekannt. (Mehr Informationen hierzu auch im Artikel "Wie Kimba entstand".)

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