im frühsommer 2001 entstand meine erste web-seite, aber bald war die startseite allzu voll und schrie nach komplexitätsreduktion ...

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altkatholiken

 

Das erste Vatikanische Konzil (1869/70) war insgesamt gekennzeichnet durch die Ablehnung von Rationalismus und Liberalismus; es beschloss unter anderem die Unfehl­barkeit des Papstes, wenn er ex cathedra spricht.

Aus der Ablehnung dieses und der in der Folge verkündeten Dogmen ent­stan­den in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts neue Gemeinden, die sich in der Folge in Deutschland zum Bistum der Alt-Katholiken zusammen­schlossen.

Sie gaben sich 1874 eine bischöflich-synodale Verfassung: die Pfarrer werden von der Gemeinde gewählt; jede Gemeinde entsendet ihre(n) Pfarrer(in) plus 2 oder mehr gewählte Laien (das sollen zur Hälfte Frauen sein) in die Synode, die den Bischof wählt.
In der Schweiz entstand die christ-katholische Kirche.

Schon im 18. Jahrhundert hatten sich Katholiken in den Niederlanden im Streit zwischen den Jesuiten und den sog. Jansenisten vom Papst losgesagt und die Kirche von Utrecht (Oud-Katholieke Kerk van Nederland) gebildet.

Sie haben sich mit den Alt-Katholiken und weiteren "seelenverwandten" Kirchen in Polen, Österreich und der Tschechischen Republik, sowie Einzelgemeinden u.a. in Frankreich und Italien zur Utrechter Union zusammengeschlossen.

Während des Kulturkampfs mit der "römisch"-katholischen Kirche kam Bis­marck diese zunächst inner­kirchliche Rebellion sicher nicht ungelegen.
Den neu ent­standenen von Rom abtrünnigen Gemeinden wurde daher durch Beschluss des Reichs­tags das Recht garantiert, weiterhin ihren "alten" katho­li­schen Glauben auszuüben ("Alt-Katholiken-Gesetze"). So kam es zu der heute üblichen Bezeichnung.

Da an dem virtuellen Konstrukt einer einzigen katholischen Kirche in Deutsch­land aber fest­gehalten wird, bestehen faktisch seitdem zwei Netze von römisch- und alt-katholischen Gemeinden mit jeweils eigenen Bistümern, die die Ober­hoheit des Papstes entweder an­erkennen oder nicht.

Wer bislang in einer römisch-katholischen Gemeinde war, muss daher nicht einen Kirchen­austritt beim Einwohner­meldeamt vornehmen, sondern eine sog. "Um­gemeindung". Das kostet auch weniger ;-) und ich vermute, sowas Schönes gibt es nur in der Bundesrepublik. Als Alt-Katholik zahlt man "natürlich" genauso Kirchensteuer, lediglich der Eintrag in der Lohn­steuer­karte heisst "ak". Und man hat ein besseres Gefühl.

In den Augen der Alt-Katholiken ist der Papst "lediglich" als Bischof von Rom  primus inter pares ohne besondere Lehrautorität, sie treten für den "ur­sprüng­lichen Glauben des ersten Jahr­tausends" ein, bedauern somit also auch das Schisma der orthodoxen Kirchen im Jahr 1054 und sehen eines ihrer Hauptanliegen in der Ökumene. Seit 1931 besteht eine sog. volle Sakraments-Gemeinschaft der Utrechter Union mit der anglikanischen Kirche, seit 1985 eine Ver­ein­barung mit der EKD über eine gegen­seitige Einladung zur Eucharistie.

Demzufolge werden unter anderem auch das Zölibat, die Pflicht zur Ohren­beichte und die Dogmen von der un­befleckten Empfängnis und leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel abgelehnt, Empfängnis­verhütung, vorehelicher Geschlechts­verkehr, Homo­sexualität hin­gegen nicht. Seit 1994 sind im deutschen Bistum auch Frauen zu allen kirchlichen Ämtern zu­gelassen, was jedoch nicht von allen Kirchen der Utrechter Union an­erkannt wird. Die Kirchen in der Schweiz, Österreich und den Niederlanden erkennen die Frauen-Ordination an, die in Nord­amerika, Polen und der Tschechischen Republik nicht.

Gegen Ende der Weimarer Republik und unter der national-sozialistischen Diktatur traten einer­seits einzelne völkisch gesinnte Alt-Katholiken im Wahn für so etwas wie eine deutsche Reichs­kirche ein und warben um Nazis als neue "Gläubige", was allerdings - man möchte sagen: Gottseidank! - auf keine rechte Gegenliebe bei der Nazi-Elite stieß.
Anderer­seits scheint sich die schweigende Mehrheit der Alt-Katholiken an die Vor­stellung einer un­po­li­ti­schen Kirche ge­klammert zu haben, die sich "aus allem raushalten" könne. Zu diesem wenig rühmlichen Kapitel gibt es eine Stellung­nahme von Bischof emeritus Joachim Vobbe, die leider aber derzeit nirgends mehr im Webabrufbar ist.

  • ak Gemeinde Köln; dort gibt es auch ausführlichere Infos und weitere Links.
  • christen heute, altkatholische Kirchenzeitung;
  • Alt-katholisch-theologische Fakultäten der Universitäten Bonn und Bern
  • Ignaz Döllinger, seit 1868 durch Ludwig II. zum "Ritter von" geadelt, in den 1870er Jahren einer der "Gründerväter der altkatholischen Gemeinden in Deutschland;
  • wikipedia: altkatholische Kirche in Deutschland;


Obwohl wir die Existenz Gottes nicht fühlen, beweisen können wir sie nicht.
Georg Christoph Lichtenberg: Sudelbücher. J 1143.  
Frankfurt am Main (Insel) 1972, S. 428 (Insel Taschenbuch 792)  

 






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polke1-6.jpg

Sigmar Polke hat die Bundesrepublik bei der Biennale in Venedig 1986 vertreten. Zu seiner Ausstellung gehörten auch sechs großflächige "Kunststoffsiegel-Bilder", die seither im Museum auf dem Abteiberg in Mönchengladbach gezeigt werden. (10. Juni 2001)

 

 

architektur & kunst

       
neues museum nuernberg, 23. april 2005. nmn050423.jpg Neues Museum Nürnberg für Kunst und Design (1999; Architekt: Volker Staab). Ein kleines Wunder, weder aus Lebkuchen noch aus Sandstein. Und davor ist ein Platz entstanden, wo früher Ödnis war. (23. april 2005)

"I'm not going to design rectangular buildings anymore. It's too difficult."

Gehry bei der Begehung des neuen Gebäudes der DG-Bank am Pariser Platz in Berlin.
["Der mit den Häusern tanzt" 3sat, 13.08.2001 23:00]

Frank Gehry

Gehry hat Düsseldorf um 3 schön verrückte oder vielleicht besser gesagt: verdrehte Häuser am rechten Rheinufer bereichert: ein kleines silbernes in der Mitte und je eines in den Landesfarben ruut un wieß. Viel Platz ist ja nicht mehr, aber vielleicht könnte man netterweise noch ein grünes daneben zaubern, zumindest einen Kiosk ...

Weitere sehenswerte Entwürfe von Gehry:


Gehry: "Man muss eben sehr aufpassen, was man macht und was nicht. Und vor allem mit wem und mit wem nicht."
Patrick Barton/SZ: "Hinterher ist man immer klüger."
Gehry: "Ja. Vorher ist aber besser."

Frank Gehry über Dummheit. Das Interview. Von Patrick Barton. Süddeutsche Zeitung 25.-26.10.2003 (Jg. 59 Nr. 246) Seite IV






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calvin & hobbes

     

von Bill Watterson; erschienen von November 1985 bis Ende 1995. Mein Lieblings-Comic. Auf der "offiziellen" Calvin & Hobbes-Seite wurden seit 1996 nochmal alle Cartoons nochmal online veröffentlicht, also jeweils genau 11 Jahre nach dem Erscheinen in der Presse. Seit 2007 werden die Comics in einer mir nicht mehr durchschaubaren wilden Reihenfolge wiederholt, wovon die der jeweils letzten 14 Tage frei zugänglich sind, die anderen nur noch nach Registrierung. Hier ein paar der besten, in Klammern das Datum der Erstveröfentlichung im Web.

  • Where babies come from (19860124)
  • Lächerliche Ideen (19870107)
  • Dad, how do people make babies? (19870418)
  • Neujahrsvorsätze (19890101)
  • Aliens Welcome! (19890616)
  • Extraterrestrische Intelligenz (19891108)
  • Wahres Glück (19900107)
  • Liebe (19910120)
  • Schneemänner (19910121)

"Calvin & Hobbes" ist ein Warenzeichen des Universal Press Syndicate.

     

 

 

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heldenplatz

   

Walter Benjamin * Berlin 15.07.1892, + Port Bou 27.09.1940
Ernst Bloch * Ludwigshafen 08.07.1885 + Tübingen 04.08.1977
Heinrich Böll * Köln 21.12.1917 + Kreuzau-Langenbroich 16.07.1985
Ray Douglas Bradbury * Waukegan/Il. 22.08.1920
Rolf Dieter Brinkmann * Vechta 16.04.1940, + London 23.04.1975
William S. Borroughs (William Lee) *  St. Louis/Mi. 05.02.1914 + Lawrence/Ka. 02.08.1997
Raymond Carver * Clatskanie, Or. 25.05.1938, + Port Angeles/Wa. 02.08.1988
Raymond Thornton Chandler * Chicago/Il. 23.07.1888 + La Jolla/Ca. 26.03.1959
Sir Winston Leonard Spencer-Churchill * Woodstock/Oxfordshire, England 30.1.1874 + London 24.01.1965
Bob Dylan * 24.05.1941 Duluth, Minnesota, USA als Robert Allen Zimmerman;
Georg Elser * Hermaringen/Württemberg 04.01.1903 + Dachau 09.04.1945
Daniel Gabriel Fahrenheit * Danzig 24.05.1686 + Den Haag 16.09.1736
Raymond Federman * Paris-Montrouge, Frankreich 15.05.1928 in ; + San Diego/Ca. 06.10.2009
George Harrison * Liverpool 25.02.1943 + Los Angeles 29.11.2001
Gustav Walter Heinemann * Schwelm/Westf. 23.07.1899 + Essen 07. 07.1976
James Marshall Hendrix * Seattle/Wa., 27.12.1942 + London 18.09.1970
Eric J. Hobsbawm * Alexandria/Ägypten, 09.06.1917
John Lee Hooker * Clarksdale/Ms. 22.08.1917 (1920?) + San Francisco/Ca. 21.06.2001
Ernst Jandl * Wien 01.08.1925, + Wien 09.06.2000
Uwe Johnson * Cammin/Pommern 20.07.1934, + Shearness-on-Sea/Kent 23.02.1984
Janis Joplin * Port Arthur/Tx. 19.01.1943, + Hollywood/Ca. 05.10.1970
Tony Judt * London 02.01.1948 + New York City 06.08.2010
Immanuel Kant * Königsberg 22.04.1724 + Königsberg 12.02.1804
John Lennon * Liverpool 09.10.1940 + New York City 08.12.1980
Georg Christoph Lichtenberg * Oberramstadt bei Darmstadt 01.07.1742 + Göttingen 24.02.1799
Jan Lukasiewicz * Lemberg 21.12.1878 + Dublin 13.02.1956
Rosa Luxemburg (Rozalia Luksenburg) * Zamośź/Kreis Lublin 05.03.1871 + Berlin 15.01.1919
Rainer (René) Maria Rilke * Prag 04.12.1875 + Val-Mont/Montreux 29.12.1926
Alfred Erik Satie (Leslie) * Honfleur 17.05.1866 + Paris 01.07.1925
Matthew Wayne Shepard * Casper/Wy. 01.12.1976 + Fort Collins/Co. 12.10.1998
Felix Wankel * Lahr bei Offenburg 13.08.1902 + Heidelberg oder Lindau 09.10.1988
Frank Wedekind * Hannover 24.07.1864 + München 09.03.1918
Samuel "Billy" Wilder * Sucha bei Krakau 22.06.1906 + 27.03.2002 Beverly Hills/Los Angeles
Ludwig Joseph Johann Wittgenstein * Wien 26.04.1889 + Cambridge 29.04.1951






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island

       

Ich erinnere mich an einen Arbeitsplatz, an dem ein bemerkens­wertes Klima herrschte. Im November konnte ich endlich 3 Wochen Urlaub nehmen und überlegte damals, nach Island zu fliegen, um ein wenig Wärme zu tanken. (Umsomehr Grüße von hier aus an Mark & Petra, Christiane, Margarete, Silke und Rudi!)

Der Christopher-Street-Day/Gay Pride Reykjavik wird üblicherweise am ersten Wochenende im August gefeiert, nächster Termin ist der 04. bis 07. August 2011.

Aktuelle Wetterdaten

Island ist bizarr, nicht nur landschaftlich. Das Land hat im Abkommen von 1951 seine Landes­verteidigung komplett an die USA abgetreten und ist militärisch deren 51. Bundes­staat. Der genetische Code seiner knapp 300.000 Menschen zählenden Bevökerung wurde an ein Privat­unternehmen verkauft. Der Export besteht im wesent­lichen aus Fisch und - neuer­dings - auch Björk. Die Insel ist 103.000 qkm groß und hat kein Eisenbahnnetz. Norwegen ist etwa 800 km entfernt, Grönland 330 km.






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Was für ein Beruf! Wie kam es nur, dass ich von allen Erwerbszweigen
gerade den gewählt habe, der am wenigsten zu mir passte?
Ein Arzt muss eins von beiden sein: Menschenfreund oder ehrgeizig. -
Es ist allerdings wahr, damals glaubte ich von mir, ich sei beides.

Hjalmar Söderberg, Doktor Glas. in: Die Spieler. 12 Erzählungen und 1 Roman. Hrsg. von Hans Magnus Enzensberger.
Frankfurt am Main ("Die andere Bibliothek", Eichborn Verlag), 2000. S. 138f. (ISBN 3-8218-4184-2).


medizin-links

 EKG-Lineale               

Allgemeine Stadieneinteilung

I. Man merkt es selber.
II. Die anderen merken es auch schon.
III. Man merkt es selber nicht mehr.

(nach Dr. Klaus Werdermann, ehem. Chefarzt der Pulmolog. Abt. des ehem. Kamillianer-Krankenhauses, jetzt Med. Klinik 4, Khs. St. Kamillus/Maria Hilf 3, Mönchengladbach)

In einem für die Verhältnisse distinguierter deutscher Internisten doch recht verzweifelt klingenden Hilferuf haben sich im Frühjahr 2003 die früheren Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, darunter die Crème de la crème des Fachs, namentlich genannt seien die Prof. Gross ("Herr Kollege, nehmen sie Antwort D. Glauben Sie mir, ich verstehe was von Porphyrien."), Schölmerich, Ulmer und Bock, für den Erhalt ihres Fachgebietes eingesetzt: "Für die Abschaffung des Gebietes Innere Medizin gibt es keinen vernünftigen Grund. Offener Brief an die deutschen Ärztinnen und Ärzte." Leider hat es nix genutzt.

Lektüre-Tip:
Petr Skrabanek, James McCormick: Torheiten und Trugschlüsse in der Medizin.
Mainz (Kirchheim) 3. Aufl. 1993. ISBN 3-87409-060-4.

Da das Buch im Handel leider seit Jahren vergriffen und nur noch antiquarisch erhältlich ist, hier der Link zur Skrabanek Foundation, wo man den Text sowie den der beiden anderen Bücher Skrabaneks als pdf-Datei runterladen kann.

Nudeln mit Tomaten schützen die Prostata: Chen L, Stacewicz-Sapuntzakis M, Duncan C et al: Oxidative DNA Damage in Prostate Cancer Patients Consuming Tomato Sauce-Based Entrees as a Whole-Food Intervention. JNCI 2001; 93: 1872-9. (Abstract)

die welt der pulmologie


die welt der pulmologie auf einer größeren Karte anzeigen





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mensa

       
 

Eine kleine, aber heftig umstrittene Frage: Wann soll das Salz ins Nudel­wasser? Im Jahr 2001 tobte darum eine heftige Diskussion in der ZEIT, die schließlich mit dem Hinweis auf den 2. Hauptsatz der Thermo­dynamik beendet wurde: es ist egal. Faustregel: pro Esser 1.6 L Wasser, 160 g Spaghetti und 16 g Salz.

Keine ordentliche Web-Seite darf bekannt­lich auf Lieblings­rezepte verzichten. Die folgenden sind sämtlich nicht von mir, aber Klassiker und jedenfalls von mir nachgekocht, manchmal auch verändert, jedenfalls für essbar befunden; und einfach.






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musik

   
 

"Offen gesagt, ich verstehe nichts von Musik."
(Max Schmeling bei der Wiedereröffnung der Bayreuther Festspiele 1951;
zit. nach: Klaus Umbach: Das heilige Narrenfest. Spiegel 30.07.2001 S.146)

eintrittskarte biermann-konzert november 1976

Es war fast schon dunkel, als Georg St. in meiner WG anrief und sagte, Wolf Biermann würde heute abend in der Sporthalle ein Konzert geben. Man hielt es zunächst für einen Scherz. Die Gewerkschaftsordner waren, wenig überraschend, ziemlich mürrisch, von wegen freie Platzwahl; ich saß dann in der riesigen Sporthalle irgendwo links in der Mitte (was mir heute ein ";-)" ermöglicht).

Die schöne alte Sporthalle steht nun nicht mehr, mutmaßlich wegen Schramma, Oppenheim & Esch;
es dauerte dann aber noch knapp 13 Jahre bis zur Öffnung der Mauer.

wiki/biermann






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transrapid

    Eisenbahn-Museum Nürnberg
KVB

Der einzige kommerziell betriebene Transrapid schwebt bekanntlich in Shanghai im fernen China. Vermutlich wird es nicht mehr lange dauern, bis die chinesische Industrie die famosen Magnet-Schwebe­bahnzüge selber baut und womöglich dann für einen deutschen Transrapid Lizenzgebühren verlangen darf. Die Metrorapid-Seite der nordrhein-westfälischen Landesregierung ist schon lange nicht mehr erreichbar. Herr Clement ist nicht mehr in der SPD. Otzenrath und die Spange der A44 östlich davon sind abgerissen. Darüber gab's mal einen guten Film ("Otzenrath 3° kälter"), sogar preisgekrönt bei Phoenix, und zeitweise auch als Podcast erhätlich, jetzt aber leider nicht mehr, nur noch als DVD für 35 Euros.

  • Howstuffworks' "How Maglev Trains Work": eine ganz anschauliche Erklärung der tech­nischen Grund­lagen.
  • Web-Seite der IABG zum Transrapid. Die IABG Ottobrunn ist die derzeitige - private - Betreibergesellschaft der Versuchs­anlage Emsland (TVE) wwischen Dörpen und Lathen. Dort finden sich auch ein paar biographische Angaben zu Hermann Kemper, der das Konzept des elektro­magneti­schen Schwebens in den 30er Jahren maßgeblich entwickelt hat. Eine Fahrt kostete zuletzt 18 Euro pro Erwachsenem, zur Zeit seien aber keine Mitfahrten mölich.
  • Die Web-Seite von Transrapid International, einem Tochter­unternehmen von ThyssenKrupp & Siemens, bietet Infos zu Technik und Geschichte.
  • Ein Exkurs in den Schweizer Untergrund der Zukunft: ein paar Eidgenossen planen, den Transrapid als Swissmetro durch Tunnels flitzen zu lassen. Ein Artikel von Lucian Haas (brandeins 4/2000). Mit dem anfallenden Abraum könnte man sicher Helgoland etwas vergrößern oder auch Usedom.
  • Die Transrapid-Seite von Andy Braatz, wirklich schön gemacht.

 

 

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            blick vom balkon meiner tante; november 2000.

 

ur- & frühgeschichte

   





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wankel

                    heldenplatz
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falls sich das dingsbums hierdrüber nicht bewegen sollte, bitte auf die graphik klicken (oder hier) und in einem neuen fenster öffnen. oder die seite neu laden und vorher gucken, ob in den optionen beim internet explorer unter "web-inhalt" die felder "animierte GIFs" und "looping" angeklickt sind.

Es schaut auf den ersten Blick einfach aus, und dann fragt man sich doch, ob es eine optische Täuschung sein könnte. Aber es ist keine: ein Rotor dreht sich in einem Hohlraum, wobei beide so geformt sind, dass im Lauf einer Umdrehung des Rotors mehrere Räume zwischen ihnen entstehen, an Volumen zunehmen, dann wieder abnehmen, schließlich verschwinden und sich an anderer Stelle wieder neu auftun.

Da anders als beim Viertakter-Otto-Motor bestimmte Unwuchten gar nicht erst entstehen, ist der Kreis­kolben­motor relativ laufrauhig und leise. Er wurde allerdings in der Bundes­republik nur bis Anfang der 70er Jahre von den großen Automobil­bauern, ins­besondere Audi/NSU und Daimler-Benz, weiter­entwickelt. Paradoxer­weise wurde er auch ein Opfer der da­ma­li­gen "Öl­krise", obwohl in dem Konzept das Potential geschlummert hätte, einen ver­mutlich wesent­lich verbrauchs­gün­stigeren Antrieb zu entwickeln.
Hinzu kam, dass sowohl die Motorenbauer mit diesem völlig anders­artigen Motor offen­sicht­lich er­hebliche Anlauf­probleme in der Fertigung hatten, sodass zahl­reiche "Kinder­krank­heiten" auftraten, dass aber auch die Werk­stätten oft überfordert oder schlicht und einfach unwillig waren. Als dann noch namhafte Angehörige terrori­sti­scher Gruppen in den 70ern mit einem Ro 80 fuhren, einem der wenigen je in Serie gebauten Wankel­fahr­zeuge, zeigten die Damen und Herren zwar einer­seits, dass sie zumindest was von Motoren verstanden, aber dem Image des Wagens dürfte das den Garaus gemacht haben. Leider waren zu diesem Zeitpunkt auch die Chinesen mit anderem beschäftigt ...

Das Ur-Patent dürfte inzwischen vergammelt sein, laut SPIEGEL wurden die Anteilsscheine irgend­wann in den 80er Jahren für Pfennige verramscht. Viele wichtige Anschlusspatente liegen vermutlich in Japan. Mazda baute bis in die 90er Jahre den RX 7 und bietet jetzt als Nachfolger den RX-8 .

Felix Wankel (* Lahr bei Offenburg 13.08.1902, + 09.10.1988; der Sterbeort ist unklar, sowohl Heidelberg wie Lindau werden genannt, mein dtv-Brockhaus schweigt sich aus), der Erfinder des Kreis-Kolben-Motors, hatte zwar keinen Führerschein, aber Stil: er ließ sich in einem NSU Ro 80 fahren. Die baden-württem­ber­gi­sche Landes­regierung hatte zumindest soviel Stil, ihm im Alter von 85 die Professoren­würde zu verleihen.
Aber er war auch ein NSDAP-Mitglied, vielleicht kein wirklicher Nazi, vielleicht durch Arbeits­losig­keit in die Partei getrieben, wie damals viele, vielleicht "nur" ein harmloser, mög­licher­weise sogar ein "linker" Nazi, also Anhänger des sog. Strasser-Flügels, aber in der NSDAP war er, wenn auch nur kurz, und er hatte offen­sichtlich auch kaum Bedenken, sich mit seinen Fähig­keiten den damals Herrschenden anzudienen.

 

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yeziden

  Kurdistan  
 

Die Yeziden (auch: Jesiden, Yezidi; Eigenbezeichnung: Dawasin) sind eine wegen ihrer Religion verfolgte Minderheit der Kurden im Grenz­gebiet Türkei - Armenien - Iran - Irak - Syrien. Wahr­schein­lich sind die Yeziden die Minderheit der Kurden, die nicht zum Islam konvertiert ist. Aufgrund der Verfolgung ihres Glaubens sind sie in der Bundesrepublik durch ein Urteil des Bundes­verfassungs­gerichtes vom 30.06.92 als asyl­berechtigte Gruppe (!) anerkannt.

Die in der Bundes­republik lebenden Yeziden (ca 50.000) stammen meist aus dem Bergland im Süd-Osten der heutigen Türkei und sprechen als Mutter­sprache Kurdisch. Die Zahl der Yeziden welt­weit soll eine 3/4 Million betragen, 80 % davon im Irak; in der Türkei vermutet man noch höchstens ein- bis zweitausend Yeziden.

 

geschichte

 

Die Religion dürfte bereits in vor-christlicher Zeit entstanden sein, hat aber offen­sichtlich immer wieder Ele­men­te be­nach­barter Religionen aufgenommen und umgekehrt großen Einfluß auf diese ausgeübt: zwischen Sunna und Schia sowie dem Yeziden­tum stehen die Sufis und die Alewiten.

Es ist postuliert worden (Izady), dass die yezidische Religion eine gemeinsame Wurzel mit dem im Iran noch fort­bestehenden Ali-Haq-Glauben (Yarsanismus) und dem Alewiten­tum teilt, da bei allen dreien die Verehrung der Engel eine Hauptrolle spielt. Gott spielt eher die Rolle eines Welt­geistes ("haq"). 7 Engel be­herrschen den Kosmos, sie sind die ersten Re-Inkar­na­tio­nen (Avatare) des Schöpfers. Der oberste Engel heisst Melek Taus, wird symbolisch in Gestalt des Pfaus verehrt und wurde, nachdem er sich zunächst gegen Gott auf­gelehnt hatte, nach Reue und Bewährung mit der Verwaltung der Erde belehnt. Gott hat sich weitgehend zurückgezogen aus der ganzen Genesis, gibt für das Geschehen eigentlich nur die Initialzündung und ein bißchen Start­hilfe, schon bald nach der Geschichte mit der Perle, die immerhin 40.000 Jahre gedauert haben soll, ruht er sich aus, fährt Böt­chen auf dem See und schreibt alles auf (!). Da Melek Taus nach seiner Wieder­bestallung kein "Teufel" mehr ist, darf der Yezide diesen Namen nicht aussprechen, auch keine Wörter, die sich darauf reimen. Die Rollen "Gott" und "Melek Taus" als seiner ersten Re­inkarna­tion sind aber nicht stets scharf getrennt.

In der Auseinandersetzung mit den neuen monotheistischen Religionen Christentum und Islam während des ersten Jahr­tausends christlicher Zeit­rechnung hat sich vermutlich eine Moder­nisierung des Yezidismus durch Übernahme einiger "zeitgemäßer Schnörkel" abgespielt, durch die zu­neh­mende Betonung der Rolle Gottes, der die Engel schuf bzw. sich in ihrer Gestalt re-inkar­nierte, wandelte sich der ursprünglich reine Engels-Glaube zu einer eben­falls mono­theisti­schen Religion. Das Yezidentum "letzter Hand" ent­stand dann durch die Reformen des Sheikh Adi (1074 - 1162), einem bedeutenden Sufi-Lehrer (!), der in der Nähe von Lalish gelebt haben soll und offen­sichtlich jeder der beiden Religionen Inhalte der anderen nahebrachte.

Die Lehre ist "nicht-dualistisch", Gutes wie Böses komme von ein und demselben Gott; sie nimmt christ­liche und jüdische, aber auch isla­mische Inhalte auf, zeigt aber auch Parallelen zum alt-persi­schen Mithras-Kult der Sonnen­anbetung und zum Zoro­astrismus. Mohammed fungiert als Wieder­geburt des "haq". Jesus wird als Initiator der Anerkennung des Yeziden­tums als Religion angeführt. Der Mensch wird wieder­geboren. Einen Erlöser gibt es nicht.

Als religiöses Zentrum gilt der Ort Lalish in der Nähe von Mossul im heutigen Nord-Irak.
Die Yeziden haben je ein weltliches ("Mîr" oder "Emir Sheikh") und ein geist­liches Oberhaupt ("Baba Sheikh"). Diese Ämter können nur von männlichen Angehörigen bestimmter Familien ausgeübt werdenund werden offensichtlich vererbt. Zusammen mit ca 8 weiteren, oft ebenfalls an Familien gebundenen Funktionären bilden sie den Rat der Würden­träger, das oberste Organ in religiösen und politischen Angelegen­heiten.
Die gesamte Gesellschaft ist in Kasten geteilt: einerseits die Mir, Pir, Sheikhs und andere, die unter­schiedliche religiöse und weltliche Aufgaben wahr­nehmen, anderer­seits das einfache Volk ("Murid"), die Laien. Heirat zwischen den verschiedenen Kasten ist nicht erlaubt, sozialer Kontakt allerdings durchaus.

überlieferung

 

Dass es den Yeziden untersagt ist, ihren Glauben anderen mitzuteilen, erklärt zum Teil, wes­halb es nur wenige fun­dierte Informa­tio­nen darüber gibt. Da zur Zeit der Ent­stehung des Islam keine nennens­werte schrift­liche Über­lie­fe­rung exi­stier­te oder ein "Heiliges Buch" wie Koran, Altes oder Neues Testa­ment, wird das Yeziden­tum vom Islam nicht als "Buch-Religion" an­erkannt, viel­mehr gelten die Yeziden ent­weder als Ungläubige, die zum Islam be­kehrt werden müssen (Türkei), oder als Ab­trünnige vom rechten Glauben, die auf den rechten Weg zurück­gebracht werden sollen (Irak, Syrien).

Die Überlieferung der Traditionen und Glaubensinhalte geschah und geschieht vor­wiegend mündlich durch Lieder (Qewls), die von einer Priester-Kaste (Qewals) weiter­gegeben werden. Die spärliche schrift­liche Über­lieferung besteht im wesent­lichen aus den beiden heiligen Büchern "Meshefa Res" ("Die Schwarze Schrift") und "Kiteba Celwe" ("Buch der Offen­barung"). Weder Verfasser noch Entstehungs­zeit (um 1200 ?) oder Verbleib der Hand­schriften sind be­kannt. Die einzige m. W. publizierte Fassung ist eine Über­setzung von Maximilian Bittner aus dem Jahr 1913, deren Vorlage ein Karmeliterpater von einem verräterischen Yeziden bekommen haben soll.

Der Inhalt ist mythisch und erzählt von der Erschaffung der Welt, der sieben Engel sowie Adam & Evas, und schließlich (!) auch der Yeziden. Dazwischen finden sich geschichtliche Versatz­stücke eingestreut, offen­sichtlich vorwiegend zum Zweck der historischen Legitima­tion (auch Jesus, Sheikh Adi und Auseinander­setzungen mit Christen, Moslems und Persern werden erwähnt) sowie Verhaltens­regeln. Der Inhalt ist auch unter den Yeziden nicht un­umstritten und keines­wegs allgemein-verbindlich.

Das "Schwarze Buch" macht den Eindruck, aus mehreren Schichten zu bestehen, als ob unter­schied­lich ak­zentu­ierte Ver­sionen der Schöpfungs­geschichte an­einan­der geflickt worden wären: zu Beginn heisst es, Gott erschaffe 7 Engel, am Schluss, er erschaffe aus sich heraus 6 andere Götter. Dies ist als Abfolge multipler Re-Inkarna­tionen des Welt­geistes gedeutet worden.

Oder die Sache mit der Perle: einmal hat Gott sie nach der Zeugung einem Vogel zum Bebrüten ge­geben, es schlüpft schließ­lich übrigens die Erde; ein andermal gerät er aber in Zorn über ebendiese Perle, er kickt sie weg, sie zer­schellt, und aus ihren Splittern ent­stehen Erde, Himmel und mehr. Ein alt-meso­pota­mi­scher Comic, der aber auch wunderbar il­lustriert, dass Gott nach yezidi­schem Glauben auch Launen, Schwächen und böse Anteile hat, Ying & Yang in einem.
Daher kann auf Dauer auch keine Gegen­macht als Allegorie des Dunklen gegen den All­mäch­tigen be­stehen. Gut und Böse kommen von dem­selben Gott. Der Mensch ist weder aus­erwählt noch von Erbsünde belastet. Vernunftbegabt und frei in seinen Ent­schei­dungen und Hand­lungen, wird er je nach seinen Taten in einer besseren oder miese­ren Aus­gangs­lage wieder­geboren.

name

 

Oft findet man die Erklärung, der Name leite sich von dem ommajadi­schen Kalifen Jesid I. (= Yazid Ibnu Maàwiya; regierte 680 - 683), der in seinem Kampf gegen die - nach sunniti­scher Lehre - rechtmäßigen Erben des Propheten Hilfs­bataillone gesucht und aufgrund seiner liberale­ren Haltung ihnen gegenüber in den Yeziden gefunden hatte. (Von islami­scher Seite wird den Yeziden die Ermordung von Mohammeds Nachkommen während dieser Aus­einander­setzung angelastet.) Diese Her­leitung des Namens wird heute politisch auch dazu ver­wendet, die Yeziden als isla­mische Randgruppe zu subsumieren, und sie hängt etwas in der Luft, da es die Religion und ihre Anhänger ja damit eingestandenermaßen schon vor Kalif Jesid gab: aber bis dahin namenlos? Alternativ - und plausibler - wird der Name "YezidI" vom alt-perischen "yazata" (= Engel) abgeleitet.

regeln

 

Yezide kann man nur durch Geburt werden, Heirat mit Nicht-Yeziden ist nicht erlaubt. Der Yezide soll in einer Großfamilie oder Gruppe von min­destens 9 Personen leben, daher entstanden auch in der BRD typische Knubbel vor allem in Nieder­sachsen. Jeder Yezide muss ein bestimmtes indivi­duelles Unter­hemd tragen, soll fünfmal täglich beten und wenn möglich an bestimmten Festen teil­nehmen. Die Frau wird zwar hoch geachtet, hat aber im Alltag wenig und in der religiösen Hierarchie keine Rechte. Die Beurteilung der Homosexualität ist mir nicht bekannt.

 

NB.: Wüschenswert wäre mal eine Tabelle mit den Spalten "Juden, Christen, Islam, Sufis, Alewiten, Yezidi, Ali-Haq, Mithraisten, Zoroastrier, Parsen, ..." und den Reihen "Monotheismus, Stellung der Frau, Wiedergeburt, Eintritt, Austritt, Missionierung, Prädestination, Priestertum, Oberhaupt, ...".






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letzte Änderung: 17.03.2014.

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