Johann Wolfgang Goethe

* 28.08.1749 Frankfurt am Main
+ 22.03.1832 Weimar

Wandrers Nachtlied


 


Der du von dem Himmel bist,
alles Leid und Schmerzen stillest,
den, der doppelt elend ist,
doppelt mit Erquickung füllest,
ach, ich bin des Treibens müde!
Was soll all der Schmerz und Lust?
Süßer Friede,
komm, ach komm, in meine Brust!

Ein Gleiches



Über allen Gipfeln
ist Ruh.
In allen Wipfeln
spürest du
kaum einen Hauch;
die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
ruhest du auch.

 

Anmerkung von Karl Heinemann zum 2. Nachtlied:

Gedichtet in der Nacht vom 6. zum 7. September 1780 auf dem Gickelhahn und dort auf die Wand des (1870 abgebrannten) Bretterhäuschens geschrieben.

Goethes Werke. Hrsg. v. Karl Heinemann. Kritisch durchgesehene u. erläuterte Ausgabe. Leipzig und Wien (Bibliographisches Institut) o. J. (1900), S. 62






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im Netz seit 14.03.2002; letzte Änderung: 11.02.2008.
http://www.magicvillage.de/~reinhard_kaaden/mecklenburg/goethe_nachtlieder.html