Issue 2 |
News from The House of God, Dahl, Xanadu |
November 11, 2006 |
WEITERBILDUNG
Das Kalk-ErhaltungsgesetzAn einem verregneten Novembernachmittag im Röntgenbilderbefundungsraum unseres Klinikums fanden Larisa, Frank, Felix und meine Wenigkeit bei der Betrachtung von Aufnahmen der Wirbelsäule in jedem Fall um so mehr Verkalkungen der großen Gefäße, je brüchiger und durchsichtiger die daneben sichtbaren Wirbelkörper des Patienten schienen: es musste sich offensichtlich um eine gesetzmäßige Transmineralisation handeln. Dies führte nach kurzer Diskussion zur Formulierung des Ersten Hauptsatzes der humanen Mineralodynamik ("Kalkerhaltungsgesetz"): "Die Gesamtmenge des Kalks im menschlichen Körper bleibt ab dem 30. Lebensjahr konstant." Die Rolle der Nierensteinbildung bliebe allerdings noch zu diskutieren. |
AUS DER WISSENSCHAFT
Aus der Mathematik. Topologisches. |
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Eine unsystematische Aufzählung von Funktionen, bei deren längerer (verständnisloser) Betrachtung einigen schwindlig werden könnte. Vielleicht muss man, um sich sowas anzugucken, auch einige Jahre in einer Wohngemeinschaft verbracht haben, optimalerweise mit einem Kandidaten der Mathematik, der an einer Diplomarbeit in der Topologie arbeitet und so nebenbei mal beim Frühstück einen Küchentisch mit Beinen aus Langlochprofilen als Torus n-ten Geschlechts beschreibt. (Grüße an Dieter!) Die Universität Regensburg hat ein paar schöne Beispiele ins Netz gestellt: Sammlung topologischer Modelle der Uni Regensburg Monsterkurven sind Kurven mit außergewöhnlichen Eigenschaften, etwa Kurven, die "raumfüllend" sind wie die Peano-Kurve, oder stetig aber nicht differenzierbar wie die Koch-Kurve; viele sind Fraktale. Die Grafik in der linken Spalte zeigt eine Peano-Kurve; die halbe "umgebene" Fläche ist grau gefärbt. Die Peano-Kurve ist also die mäandrierende Linie zwischen der weißen und der grauen Fläche. Karl Theodor Wilhelm Weierstraß, * 31. Oktober 1815 in Ostenfelde bei Ennigerloh/Münsterland, + 19. Februar 1897 in Berlin, deutscher Mathematiker. Das sog. Weierstraß-P: ℘ sieht zwar vielleicht ein bißchen danach aus, hat aber nichts mit der Paulskirchenverfassung zu tun. | ||||
EMERITI
Worte zum Montag |
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"Also ich hab ja heute Hintergrund. Aber rufen Sie mich bloß nicht an, ich bin eh in der Sauna."
"Erst mal schönen Dank für das EKG, das Sie da von meiner Privatpatientin X am Sonntag geschrieben haben. War aber viel zu viel, deshalb hab ich den langen Streifen abgerissen, das waren ja mindestens nochmal zwölf Blätter. Nur, wo sollen denn nun die Rhythmusstörungen sein? Ich sehe hier keine. ... Im Papierkorb? ... Nun regen Sie sich doch nicht gleich so auf! Sie scheinen ja ein Sensibelchen zu sein.">
"Meine Assistenten brauchen keine Arztzimmer. Die sollen arbeiten und nicht sitzen." | ||||
AUS DEM KIRCHLICHEN LEBEN
Julia, Maria und andere.Standfotos aus dem Bereich der Caritas. Oktober 2007. | ||||
juliaJulia, wir wollen sie so nennen, weil es so schön ukrainisch klingt, arbeitet seit mehreren Jahren in der Klinik. "Ich bin Soldat", meint sie lakonisch, wenn sie gefragt wird, was ihr Ehemann dazu sagt, wenn sie elf 24-Stunden-Dienste in diesem Monat im Krankenhaus leistet, und danach oft noch Visiten und Stationsarbeit bis in die Mittagsstunden macht. Oft, das heißt genau betrachtet: regelmäßig, nach jedem 24-Stunden-Dienst. "Wir sind jetzt schon über 10 Jahre verheiratet, da kommt es nicht mehr so drauf an." Kinder haben sie ja keine, bislang. Sie wechselt schnell das Thema und erzählt von ihrem neuen silber-metallic-farbenen Wagen in Sportausstattung, den sie jetzt seit ein paar Monaten hat: "Ich fahre gern schnell. Ich parke ihn immer so, dass ich ihn vom Dienstzimmer aus sehen kann." | ||||
der chefEr ist nicht zu sprechen, er hat gerade Urlaub. Als Chefarzt und Professor an einem akademischen Lehrkrankenhaus hat er keine festen Arbeitszeiten. Wahrscheinlich nimmt er seit einiger Zeit einen Betablocker, und das ist auch gut so. Er regt sich immer sehr darüber auf, wenn Entlassbriefe der Patienten nicht pünktlich diktiert werden. Mit den Meldungen "Microsoft Word hat ein Problem entdeckt und muss beendet werden. Wollen Sie einen Problembericht an Microsoft senden?" und "Die Veränderungen haben Auswirkungen auf die Datei Normal.dot. Wollen Sie die Änderungen speichern?" kann er wenig anfangen. Sein drängendstes Problem ist momentan die Umgestaltung seines nicht eben kleinen Grundstücks nach den Regeln der japanischen Gartenkunst. | ||||
joachim, der kardinalJoachim Kardinal Meisner sitzt am Schreibtisch; er formuliert eine Rede, in der er erneut auf den Schutz der Familie hinweisen wird. Ein Unternehmen seiner Caritas hat gerade eine neue Tochtergesellschaft nach privatwirtschaftlichem Recht gegründet, in das nun eine größere Gruppe vor allem weiblicher Mitarbeiter ausgelagert werden soll, die zum Beispiel in der Reinigung und in der Küche beschäftigt sind. Für die gilt dann ein anderer Tarifvertrag, nicht die kirchliche AVR. Ein Einstieg in den Niedriglohnsektor für die Kirche. Von der Wahl eines Betriebsrates wird man aber versuchen, die Mitarbeiter abzuhalten. Auch der Lohn nach der AVR war beileibe nicht üppig, aber mit dem in der neuen Firma vorgesehenen Stundenlohn hat es auch eine Vollzeitkraft noch ein bißchen schwerer, mit 3 Kindern über die Runden zu kommen. | ||||
mariaMaria, nennen wir sie einfach mal Maria, weil das so schön polnisch klingt, ist gebürtig aus Oberschlesien; sie raucht hastig eine Filterzigarette, ihren Reinigungswagen hat sie am Nebeneingang geparkt. Die Putzfeudel ragen sauber, aber etwas traurig in den Oktoberhimmel. Kardinal Meisner blättert jetzt in einer durchaus bibliophilen Ausgabe der Schriften des Hl. Augustinus. Die Kinder seiner Reinigungskraft sehen gerade Gerichtsfernsehen. | ||||
AUS DEM MUSIKALISCHEN LEBEN
The Ronettes | ||||
DAS ELEMENT DER WOCHE
Calcium |
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im Netz seit seit 14.11.2006; letzte Änderung: 12.04.2011.
http://www.magicvillage.de/~reinhard_kaaden/ndjm_2.html