liechtenstein also |
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In den Schubladen der Hardthöhe liegen die Pläne, akribisch und gründlich. Wenn nach der Einführung des Euro im Frühjahr vor der Bundestagswahl die Stimmung im Lande sinkt, will Schröder auf bewährte Methoden zurückgreifen: auch Maggie Thatcher war es schließlich gelungen, durch den Falkland-Krieg den von ihr so gehassten Defaitismus in massenhafte Zustimmung zu ihrer Regierung umzumünzen. Und Ronnie Reagan war sich auch nicht für einen "One-Nite-Stand" auf Grenada zu schade in seinem Alter.
Liechtenstein also. Hm. Für Liechtenstein sprechen vor allem 2 Gründe: einmal stellt es immer noch einen Hauptumschlagsplatz für graues und schwarzes bundesrepublikanisches Geld dar. Kollege Eichel würde sich die Finger lecken, wenn er nur einen Bruchteil der hinterzogenen Steuern bekäme. Aber das träfe im wesentlichen auch auf die Kanalinseln zu oder - sagen wir - Monaco. Aber genau hier wird es heikel: Die Kanalinseln sind ein souveränes Herzogtum unter Elizabeth II., der letzte Rest der einstmaligen Besitztümer der normannischen Herzöge, die einstmals den englischen Thron eroberten. Ein Krieg gegen die derzeitige Herzogin, in Personalunion Königin von Großbritannien und Nordirland, erscheint aber politisch höchst ungelegen, bei einem Eingreifen etwa der britischen Marine sogar unkalkulierbar. Zwei Nato-Partner stünden sich gegenüber: undenkbar. Auf Monaco hat jedoch schon Frankreich fest seine Hand gelegt, da laut dem 1951 erneuerten Schutzvertrag von 1918 beim Aussterben der Dynastie Grimaldi das Fürstentum an Frankreich fällt. (Nun sehen sie die Sorge des Fürstenhauses um zahlreiche nicht-debile Nachkommen in einem ganz anderen Licht, oder? Und den Unfalltod Grace Kellys möglicherweise auch.) Ganz im Gegensatz dazu ist Liechtenstein eigentlich sowieso ein Bundesland. Es weiß nur kaum einer. Beleuchten wir mal die Staatlichkeit dieses Fürstentums: von offizieller liechtensteinischer Seite wird erklärt, das Land sei mit dem Beitritt zum Rheinbund 1806 souverän geworden. Bis dahin war Liechtenstein ein Teil des Heiligen Römischen Reiches deutscher ... Sie wissen schon. Der Fürst hatte somit sein Lehen vom deutschen Kaiser. Ein Austritt aus dem Reich war gar nicht möglich. Nun gingen dem in besagten Jahren nicht nur die Liechtensteiner, sondern viele andere von der Fahne, auf Geheiß Napoleons. Während aber alle anderen Abspenstigen bald wieder eingefangen und beim Wiener Kongreß dahin geschlagen wurden, wo sie bis heute ein Dasein als Baden-Württemberg oder sonstwas fristen, wurde Liechtenstein einfach vergessen: staatsrechlich somit ein letzter Rest des ersten deutschen Kaiserreiches, dessen Rechtsnachfolger unzweifelhaft die heutige Bundesrepublik darstellt. Und hier also "Plan L": 1. Der Bundespräsident entzieht dem Fürsten von Liechtenstein wegen Reichsuntreue das Lehen. 2. Das Bundesland wird vorübergehend nach Art. xx GG unter Bundesverwaltung gestellt, Neuwahlen für den liechtensteinischen Landtag (sic!) werden anberaumt. Falls die in einer Volksabstimmung zu bestätigende neue Landesverfassung dies vorsieht, könnte Liechtenstein dann auch als Bundesland ein konstitutionelles Fürstentum bleiben, etwa in Form einer Wahl-Monarchie. Die Durchführung der Besetzung ist nicht unproblematisch, da die Neutralität der Schweiz unbedingt geachtet werden soll, aufgrund der jüngsten Streitigkeiten um die Anflugschneise für den Flughafen Zürich auch keine Überfluggenehmigung von den Eidgenossen zu erwarten ist, und der Landweg über Österreich ebenfalls politisch ... Da kam Klaus rein und meinte, ich solle mal den Fernseher anmachen ... (11.09.2001 21:17) Ach so: vom Bodensee aus den Rhein aufwärts, mit Schnellbooten. Das sollte der Bundesgrenzschutz eigentlich in einem Nachmittag erledigen können. |
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im Netz seit 29.10.2001; letzte Änderung: 09.09.2002. |
http://www.magicvillage.de/~reinhard_kaaden/zeugs/liechtenstein.html |