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Episodenvergleich - Episode
21 bis 24
Die Nummerierung entspricht der japanischen Original-Reihenfolge.
Ein Klick auf die Nummer führt direkt zur
jeweiligen Episode.
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21
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Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
The Bad Baboon |
Tödliche Feindschaft |
| Inhalt |
Der böse
Pavian Big-O (deutscher Name: Bigot) kehrt mit seinen Getreuen in den Dschungel
zurück und fordert Daniel zum Machtkampf heraus. Daniel, der Big-O
vor zehn Jahren noch besiegen konnte, ist inzwischen nicht mehr der Jüngste
und hat kaum Chancen zu gewinnen.
Kimba will für Daniel
einspringen, doch dieser fürchtet um sein Ansehen und lehnt entschieden
ab. Um Daniel vor sich selbst zu schützen, sperren ihn seine Freunde
in eine Höhle. Da erfahren sie, dass Big-O zur Strafe alle Tiere töten
will, falls Daniel nicht persönlich zum Kampf antritt.
Hierzu hat der böse
Pavian, wie sich später herausstellt, von seinen Helfern eine versteckte
Pipeline aus hohlen Baumstämmen bauen lassen, durch die er giftige
Schwefeldämpfe in den Dschungel leiten will.
Während alle Tiere verzweifelt
nach der Gasleitung suchen, versucht sich Kimba bei Big-O als Vermittler.
Er wird jedoch gefangen genommen und kann nichts dagegen tun, dass Big-O
nun die Leitung öffnet und das Giftgas in den Dschungel strömen
lässt.
Inzwischen kann Daniel sich
aus der Höhle befreien und seine eigenen Vorbereitungen zur Rettung
des Dschungels starten. Er besorgt spezielles Gras, das angezündet
werden soll. Der Rauch kann die giftigen Gaswolken vertreiben.
Kimba befreit sich von den
Fesseln und kämpft mit Big-O, wobei die Pipeline kaputt geht. Nun
werden der böse Pavian und seine Affen selbst vom Giftgas bedroht.
Kimba vermeidet eine Panik und bringt alle aus der Gefahrenzone in den
Dschungel, wo mittlerweile das Gas durch den "Gegenrauch" neutralisiert
wurde.
Als Big-O seine Affen wieder
zum Kampf gegen Daniel auffordert, weigern sie sich, denn sie erkennen,
dass sie alle ihr Leben Kimbas Rettung verdanken. Daniel wird erneut als
Chef aller Paviane bestätigt, und Big-O's Affenbande kehrt ihrem Anführer
den Rücken. Alleine und gekränkt zieht Big-O von dannen. Kimbas
Freundschaftsangebot schlägt er aus - zumindest vorerst. |
Allge-
meines |
Bis
auf geringe Abweichungen gibt es zwischen beiden Versionen keine großen
Unterschiede. Es wurde nichts geschnitten oder verfälscht.
Die deutschen Texte sind
stilistisch oft besser und wirken flotter. Allerdings fallen diesmal zum
Teil härtere Töne als in der Originalfassung - meistens ist es
umgekehrt! Schon der deutsche Titel "Tödliche Feindschaft" ist heftiger
als "The Bad Baboon (Der böse Pavian)".
Der englische Name "Big-O"
ist ein Wortspiel auf "bigot" (blinder Anhänger). In der deutschen
Fassung wurde der Pavian zum Franzosen: "Bigot", mit stummem "t" ausgesprochen,
hat die gleiche Bedeutung.
Interessanterweise wurde
das englische Wort "baboon" (Pavian) im deutschen Liedertext nicht übersetzt
(siehe "Unterschiede MUSIK"). |
Unter-
schiede
TEXT |
1) In der US-Fassung
ist die Einleitung nüchtern und sachlich. Der Erzähler stellt
den bösen Big-O vor: "Er ist voller Hass und Neid, und heute hat er
vor, Rache zu nehmen."
2) Im Original ist stets
von "baboon" (Pavian) die Rede, obwohl genau genommen sowohl Daniel als
auch Big-O ebensogut Mandrills sein könnten.
3) Der höfliche US-Kimba:
"Hallo Mr. Storch, Sie sehen sehr besorgt über irgend etwas aus!"
4) Auf die Bedenken des Storchs,
dass Dan'l für einen Kampf zu alt sei, antwortet Kimba: "Das stimmt.
Armer Dan'l!"
5) Als Kimba dazukommt, wie
Dan'l gerade gegen Big-O kämpft, entspannt sich folgender Dialog:
Big-O: "Ach, das ist also
dein Plan, Dan'l, nicht wahr?"
Dan'l: "Was meinst du?"
Big-O: "Für den Fall,
dass du mich nicht besiegen kannst, hat du Verstärkung mitgebracht!"
Dan'l: "Das war nicht mein
Plan! Ich weiß, dass Paviane Mann gegen Mann kämpfen müssen!"
Big-O: "Ich hatte schon
befürchtet, dass du jemanden mitbringst, der dir hilft - ich bin darauf
vorbereitet!"
6) Im Original sagt Big-O:
"Kimba, für diesmal gewinnst du. Ich nehme meine Affen und ziehe mich
zurück."
7) Dan'l zu Cheetah, der
gerade Big-O's Nachricht überbracht hat: "Darauf kannst du deine Flecken
wetten, dass es ernst ist!"
8) In der Originalfassung
wird die Bedrohung durch das Schwefelgas deutlicher, als Roger sagt: "Sie
haben vor, einen Giftgasangriff zu machen."
9) Auf die besorgte Frage
eines Eichhörnchens, wo man sich verstecken solle, wenn das Gas kommt,
antwortet ein anderes: "Mach dir darüber keine Sorgen. Wir haben jetzt
genug damit zu tun, unseren Freunden zu helfen!"
10) Die Worte eines Maulwurfs
zu seinem Freund: "Was meinst du damit, dass uns nie jemand was erzählt?
Wir sind doch alle zur Notstandssitzung eingeladen!"
11) Big-O zum gefangenen
Kimba: "Bald geht die Sonne auf, und ich werde das Giftgas loslassen."
Darauf Kimba: "Du willst doch nicht wirklich einen Krieg anfangen?"
12) Der amerikanische Dan'l
redet Roger ehrfurchtsvoll mit "Mr. Ranger" an!
13) Rogers Befehl "Ihr holt
alle Tiere!" richtet sich an alle Umstehenden, also Bucky, Pauly, Dodie,
Linda und weitere.
14) Als der Rauch das Giftgas
besiegt hat, hört man in der US-Fassung zum langen Kameraschwenk auf
alle Dschungelbewohner nur allgemeines Freudengeschrei, aber keine Einzelstimmen.
15) Der US-Kimba sagt mit
ungläubiger Stimme: "Ihr meint - Daniel zeigte euch, wie man
das Giftgas bekämpft?" Durch die Betonung wird klar, dass er
es selbst nicht gewusst hätte!
16) Eindeutig besser und
sinnvoller sind die Schlussworte der US-Episode, die diesmal nicht der
Erzähler, sondern Daniel selbst spricht: "(...) Einige von uns alten
Pavianen lernen nur langsam etwas dazu, aber früher oder später
kapieren wir es. Wenn du einen Freund haben willst, musst du selber ein
Freund sein. Mach's gut, Big-O, wir werden auf dich warten." |
1) Die deutsche
Einleitung von Erzähler Daniel ist stimmiger und passt besonders gut,
da es in dieser Episode ja unmittelbar um sein eigenes Schicksal geht.
2) In der deutschen Fassung
wird daher gelegentlich auch das Wort "Mandrill" verwendet.
3) Der lockere deutsche Kimba:
"Hallo Freund Storch! Na, du siehst ja ziemlich vermickert aus! Hast du
was?"
4) Der deutsche Kimba ist
hier wieder mal viel salopper, denn er antwortet: "Fürchte auch. Pech
für Daniel."
5) Und so lautet der Dialog
in der deutschen Fassung:
Big-O: "Na, das ist gut!
Der alte Daniel!"
Daniel: "Was soll das heißen?"
Big-O: "Du schreist um Hilfe
- nach der kleinen weißen Maus?"
Daniel: "Ich brauche keine
Hilfe. Ich weiß, dass du nicht so stark bist, wie du tust!"
Big-O: "Und du tust mir
leid, du halbe Portion! Mit euch mach' ich kurzen Prozess!"
6) In der deutschen Fassung
sagt Bigot: "Also Kimba, geh' mit Opa Daniel nach Hause und koch' ihm ein
kräftiges Süppchen!"
7) In der deutschen Fassung
wurde dieser Witz leider nicht übernommen. Daniel sagt hier lediglich:
"Natürlich macht er ernst, was glaubt ihr denn?"
8) Im Deutschen wird diese
Stelle etwas abgeschwächt durch Ronnys Formulierung: "Es sieht aus,
als ob sie die Schwefeldämpfe in den Dschungel leiten wollen."
9) In der deutschen Fassung
lautet die Antwort des Eichhörnchens ganz anders: "Denk nicht darüber
nach. Wir haben zu tun. Es wird schon irgendwie weitergehen."
10) Hier hat man dem deutschen
Maulwurf einen deutlich passenderen Text in den Mund gelegt. Er sagt zu
seinem Freund: "Was stehst du noch 'rum? Komm, lass uns gehen, die warten
nicht auf uns!"
11) Bigots deutsche Worte
sind mal wieder ziemlich drastisch: "Wenn die Sonne aufgeht, dann sollt
ihr alle eingehen!" Darauf Kimba: "Willst du unbedingt alle umbringen?"
12) Das gibt es in der deutschen
Fassung nicht. Hier sind alle Tiere mit ihrem Freund Ronny per "du".
13) Ronny sagt in der deutschen
Version: "Bucky, hol' die Tiere!" und überträgt damit der braven
Antilope eine große Verantwortung.
14) In der deutschen Fassung
lässt man beim Schwenk Ronny laut "Geschafft!" sagen. Daraufhin hört
man noch Daniel: "Na, dann ist ja alles gut."
15) Der deutsche Kimba sagt
fast dasselbe, aber der Unterschied liegt in der Betonung: "Ist das wahr?
Daniel zeigte euch, wie man's macht, dass das Gas verfliegt." Das
betont er so, als hätte er es selber auch gewusst.
16) In der deutschen Episode
bringt Daniel als Erzähler aus dem Off neben belanglosem Gerede auch
noch lateinische Weisheiten von Aristoteles: "Quid novi ex africa." Für
die eigentliche Zielgruppe (Kinder ab sechs Jahren) etwas schwer verständlich.
Vielleicht wollte man dadurch zum Ausdruck bringen, dass Kimba für
Zuschauer jeder Altersgruppe interessant ist!
Bucky wird in dieser Episode
von Erich Fiedler gesprochen. |
Unter-
schiede
MUSIK |
Es gibt ausreichend
Originalmusik und jede Menge Geräuscheffekte in dieser action-geladenen
Episode. Nur wenige Szenen bleiben völlig "stumm".
1) Als das Rhinozeros den
Löwen angreift und dann von den Affen besiegt wird, gibt es in der
Originalfassung keine Musik.
2) Das "Arbeitslied der Affen"
ist in der US-Version eindeutig schlechter als in der deutschen. Die Melodie
ist kaum hörbar, da die US-Crew den Originalton mit den japanischen
Worten fast völlig herrunterregeln musste. Darüber sangen sie
dann den englischen Text: laut, schräg und ziemlich falsch. (Auszug:
"Wir singen alle zur Arbeit, und es ist uns ganz gleich, wie oder was wir
singen... - Wir lassen Kimba in Ohnmacht fallen, denn wir lieben diesen
hässlichen bösen Affen.")
3) Zuerst bringt Bucky Pauly
in Sicherheit, dann nimmt Cheetah Bucky auf den Rücken! Diese schöne
Szene, die gut die Zusammenarbeit der Tiere zeigt, enthält im Original
keine Musik.
4) Zu Kimbas Endkampf gegen
Big-O gibt es in der Originalfassung keine Musik.
5) Die Original-Schlussmusik
setzt erst ein, als Big-O begreift, dass Kimba sein Leben gerettet hat.
Sie ist diesmal komplett in Moll gehalten und betont den eher traurigen
Schluss, bei dem die tragische Figur Big-O erst richtig deutlich wird. |
Die deutsche Fassung übernimmt
fast die komplette Originalmusik. Die meisten "stummen" Szenen enthalten
Zusatzmelodien, einige wurden aber auch stumm gelassen.
1) Diese Szenen wurden mit der wohlbekannten deutschen
"Action-Musik" unterlegt.
2) Die deutsche Version des Liedes ähnelt
in Versmaß und Melodie dem japanischen Original. Der Text unterscheidet
sich inhaltlich von der US-Fassung und ist etwas sinnvoller geraten. (Auszug:
"Unser Krieg bringt den Sieg und bringt uns an die Macht - Unser Stolz
ist unser Tun, für Bigot, den hässlichen Baboon.")
Technisch ist das deutsche Lied wesentlich besser,
da es - wie alle deutschen Kimba-Lieder - von Profi-Musikern komplett neu
gesungen und gespielt wurde.
3) Hier wurde in der deutschen Fassung ein albern-komisches
Motiv darunterlegt, das diese - gewiss auch lustige - Szene leider komplett
ins Lächerliche zieht.
4) Statt Spannungsmusik ertönt hier einmal
lediglich eine markante Buschtrommel, die sehr gut zu der Handlung passt.
5) Hier beginnt die Schlussmelodie bereits bei
der Szene, in der Bigots "Oberaffe" ihm klarmacht, wem sie ihr Leben zu
verdanken haben. Das deutsche Standard-Schlussthema klingt versöhnlich
wie immer, ist aber eigentlich zu positiv für den nachdenklichen Schluss. |
| Fazit |
Diese Episode
ist sehr spannend. Die Handlung ist fast schon krimi-artig. Trotzdem kommt
auch der Humor nicht zu kurz, z.B. als die Tiere das Feuer anfachen oder
der schwitzende Pauly sein Federkleid wie einen Pullover auszieht! Die
optische Darstellung, wie beide "Qualm-Monster" gegeneinander kämpfen,
ist sehr beeindruckend.
Kimba erweist sich einmal
mehr als selbstloser Helfer in der Not. Es ist geradezu typisch, dass er
Feinde rettet, die ihn zuvor vernichten wollten. Lehrreich ist auch Bigots
Reaktion auf Kimbas Freundschaftsangebot: Er zieht lieber seiner Wege.
Kein Happy-End mit Zuckerguss, aber eine Perspektive für einen neuen
Anfang.
Man beachte einmal genau
den Gesichtsausdruck von Kimba, als er die Affenbande vor ihrem eigenen
Giftgas in Sicherheit bringt. Dieses überlegene Lächeln! Überhaupt
gehört Kimbas ausdrucksvolles Mienenspiel zu den schönsten Bestandteilen
dieser Serie! |
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22
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Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
Dangerous Journey |
Gefährliche Reise |
| Inhalt |
Im
Dschungel ist eine gefährliche Seuche ausgebrochen, das "Stony Mountain
Speckled Fever". Daniel erinnert sich, dass diese Krankheit vor vielen
Jahren schon einmal aufgetreten war und dass er von dem alten Widder Pop
Wooly damals eine Medizin bekam. Kimba und seine Freunde suchen daraufhin
sofort Pop Wooly auf.
Dieser erklärt ihnen,
dass das Heilmittel in den weit entfernten "Stony Mountains" (deutscher
Name: "Steinernes Meer") zu finden ist. Dort steht ein uralter Baum, dessen
Rinde die Medizin enthält.
Kimba will die Medizin besorgen
und bittet den alten Widder, ihm den Weg zu erklären. Pop Wooly ist
jedoch der Meinung, dass Kimbas weiche Pfoten für das steile und steinige
Gelände ungeeignet sind und will deshalb lieber selbst gehen. Kimba
besteht aber darauf, ihn zu begleiten.
So machen sich die beiden
zusammen auf die gefährliche Reise. Unterwegs muss Kimba erst einmal
ein paar freche Leoparden vermöbeln. Als sie die "Stony Mountains"
erreicht haben, merkt Kimba bald, dass der Widder mit seinen Kletterhufen
hier im Vorteil ist, und lässt ihn allein weitergehen.
Trotz fliegender Echsen,
schwindelerregender Abgründe und anderer Gefahren gelingt es Pop Wooly,
die Medizin zu besorgen. Zusammen mit Kimba kehrt er in den Dschungel zurück,
wo nun alle kranken Tiere behandelt werden können.
Als schließlich wieder
alle gesund sind und kein Gramm Medizin mehr übrig ist, bricht das
Fieber plötzlich bei Pop Wooly aus. Während sich Kimba besorgt
um den Widder bemüht, weichen die anderen Tiere ängstlich zurück,
um nicht erneut angesteckt zu werden. Pauly schnauzt sie an: "Zeigt ihr
so eure Dankbarkeit?"
Da er die Gesundheit der
Tiere nicht gefährden will und auch nicht zulässt, dass Kimba
für ihn nochmals die gefährliche Reise zum Medizinbaum macht,
zieht sich Pop Wooly zum Sterben zurück (*
siehe
Anmerkung unten).
In dieser Nacht erscheint
Kimba im Traum sein Vater Caesar und erinnert ihn energisch an seine Pflichten
gegenüber den Schwächeren. Daraufhin begreift Kimba und bricht
sofort in Richtung Steinernes Meer auf.
Weil er kein Bergschaf mit
Kletterhufen ist, fällt ihm der Weg doppelt schwer. Noch dazu bedrohen
ihn die fliegenden Echsen, und er muss erst einen anstrengenden Kampf mit
deren Anführer durchstehen. Trotz aller Gefahren kann Kimba schließlich,
schwer angeschlagen aber glücklich, dem alten Papa Wooly die Medizin
bringen. Als dieser wieder wohlauf ist, feiern alle Tiere eine große
Party.
*)
Pop Wooly spricht an dieser Stelle (in beiden Fassungen) den "Standardtext",
den die US-Crew bei solchen Szenen verwendete: "Ich lege mich hier hin
und ruhe mich etwas aus." Mit diesen Worten wurden offensichtliche Sterbeszenen
kaschiert (siehe auch: Wie Kimba entstand). |
Allge-
meines |
Die
Texte der beiden Versionen sind nahezu identisch, was eine große
Seltenheit darstellt. Einiges wurde, wie üblich, im Deutschen freier
übersetzt und stilistisch verbessert.
Der Widder wird in der deutschen
Fassung manchmal "Pop Wooly" und manchmal "Papa Wooly" (dt.
Übersetzung von "Pop") genannt.
Wie auch den Löwenchef
Specklerex spricht der amerikanische Kimba den alten Pop Wooly mit "Sir"
an. Der Unterschied zwischen Teenager und Respektsperson wird dadurch deutlicher
als in der deutschen Fassung, wo Kimba in seiner typisch lockeren Art ganz
zwanglos mit dem Widder umgeht.
Bei dieser Episode wurde
bereits aus der amerikanischen Fassung eine Szene wegen zu großer
Brutalität herausgeschnitten. Es handelt sich um die Sequenz, wo Kimba
mit dem Anführer der fliegenden Echsen kämpft. In der deutschen
Version beißt Kimba ihm in den Schwanz und wirbelt zweimal herum
- damit endet die Szene. In der US-Fassung sieht man, wie die Echse nach
dem 2. Herumwirbeln ihren Schwanz
abwirft und böse grinst,
während Kimba verdutzt dasteht. Hiermit endet die Szene in der US-Fassung.
In der japanischen Originalfassung schlingt sich danach die schwanzlose
Echse um Kimbas Hals und stranguliert ihn. Beide stürzen gemeinsam
einen Abhang hinab und fallen im Zeitlupentempo in eine tiefe Schlucht.
Diese Bilder sind so brutal, dass für den Betrachter der Eindruck
entsteht, Kimba würde diesen Sturz nicht überleben. |
Unter-
schiede
TEXT |
1) Die Krankheit
heißt im Original "Stony Mountain Speckled Fever".
2) "Bleib weg, Adler!" lauten
Pop Woolys Worte, als er von diesem angegriffen wird.
3) Als Pop Wooly Kimba den
Medikamentenbeutel überreicht, sagt Kimba rätselhafterweise:
"Gut für Sie, Sir." Darauf fragt Pop Wooly: "Fertig für den Rückweg?"
Kimba bestätigt: "Aha."
4) Kimba zum kranken Pop
Wooly, der ihn daran hindern will, für ihn Medizin zu holen: "Doch,
Sir! Ich muss! Ich kann es schaffen!" Diese Worte beziehen sich auf die
klare Anweisung, die ihm Caesar im Traum zuvor gegeben hat.
5) Der "Running Gag" mit
den Leoparden ist in der US-Fassung besser gelungen. Als Kimba zum 2. Mal
bei den Leoparden vorbeirennt (und sie diesmal nicht verdrischt),
machen sie erleichtert "Puuh!"
6) Kimbas Worte, als er dem
kranken Pop Wooly die Medizin einflößt: "Nehmen Sie einen kräftigen
Bissen von der Medizin und kauen Sie gründlich. Sobald die Sonne scheint,
können Sie wieder mit Ihren Hufen ausschlagen."
7) In der Originalfassung
gibt es keinen Schlusskommentar, wodurch die Szene trotz des glücklichen
Endes etwas traurig wirkt. |
1) In der deutschen
Fassung ist von "Dschungelfieber" die Rede.
2) "Hau ab, du Mistkrähe"
lässt man den deutschen Papa Wooly an dieser Stelle sagen.
3) Dieser Wortwechsel klingt
in der deutschen Fassung viel passender. Kimba fragt Papa Wooly: "Genug
für alle?" Dieser antwortet: "Genug für alle!" Kimba freut sich:
"Fein!"
4) Der deutsche Kimba sagt
hier: "Doch Pop Wooly, ich will. Und ich werde." Dies entspricht eher der
Mentalität des trotzigen deutschen Kimba, der weniger zum braven Befehlsempfänger
tendiert - im Grunde ist er natürlich der gleiche gute Kerl.
5) In der deutschen Fassung
hat man diesen Gag gründlich vergeigt. Hier lassen die Leoparden ein
verwundertes "Hää?" hören, als Kimba bei ihnen vorbeirennt.
Dies ergibt keinen Sinn.
6) Die Worte des deutschen
Kimba sind salopp und herzlich: "So, Papa Wooly, auf den Mund, rein mit
der Heile-Heile und gut kauen. Wenn die Sonne aufgeht, bist du wieder gesund
und so munter wie ein Teenager!"
7) Im Deutschen spricht Daniel
einen wunderbaren und sehr gut passenden Schlusskommentar. |
Unter-
schiede
MUSIK |
In dieser Episode
spielt die Musik eine große Rolle. Viele Szenen werden von großartiger,
sinfonischer Orchestermusik begleitet, die dem Soundtrack eines anspruchsvollen
Kinofilms in nichts nachsteht.
1) Die lange Szenenfolge,
in der Kimba und seine Freunde sich auf die Suche nach Pop Wooly machen,
enthält wuchtige, beeindruckende Musik.
2) Als Pop Wooly vom gefährlichen
Weg zu dem Medizinbaum und von den Echsen erzählt, erklingt sehr leise
Hintergrundmusik. Das gleiche gilt für die Szenen, wo die Bergschafe
den alten Widder nicht gehen lassen wollen.
3) Einfach großartig
ist die Musik, als Kimba und Pop Wooly zu ihrer gefährlichen Reise
in Richtung "Stony Mountains" aufbrechen.
4) Keine Musikbegleitung
gibt es zu der langen Szenenfolge, als Kimba sich über die Genesung
aller Tiere freut, eine Party zu Ehren Pop Woolys vorschlägt und dann
alle Tiere nach dem Widder suchen.
5) Äußerst bewegend
ist die gefühlvolle Originalmusik zu der Szene, wo Kimbas Vater ihm
im Traum erscheint.
6) Vollständig ohne
Musik und nur mit heftigen Geräuscheffekten untermalt ist Kimbas Kampf
gegen die Echsen. Hier fehlt eindeutig etwas.
7) Die Original-Schlussmusik
wurde diesmal auch in der deutschen Fassung beibehalten. (Dies ist zwar
kein "Unterschied", aber eine so große Ausnahme, dass sie hier extra
erwähnt werden soll.) |
In der deutschen
Fassung wurden einige schöne Originalmelodien durch deutsche Standard-Themen
ersetzt, was nicht nötig gewesen wäre, da es an den jeweiligen
Stellen gute und passende Musik gibt.
1) Die deutsche Ersatzmusik
zu dieser Szenenfolge ist auch ganz schön - solange man das Original
nicht kennt. Hier hätte man nichts zu ersetzen brauchen.
2) Zu dieser Szenenfolge
passt die effektvolle deutsche Spannungsmusik (gestopfte Trompeten) sehr
gut.
3) Dass man dieses tolle
Thema in der deutschen Fassung durch eine monotone Standard-Melodie ersetzt
hat, ist jammerschade und nicht nachvollziehbar, da alle weiteren Szenen
im Steinernen Meer (bis zur Rückkehr in den Dschungel!) dann nur noch
Originalmusik enthalten.
4) All diese Szenen wurden
in der deutschen Fassung mit gefühlvollen Zusatzmelodien (Streicherthemen)
unterlegt, die sehr gut zur Handlung passen.
5) Hierzu erklingt ein Streicherthema
aus dem deutschen Kimba-Musikbaukasten, das an dieser Stelle ebenfalls
gut passt.
6) Deutsche Spannungs- und
Action-Musik untermalt all diese Kampfszenen in bewährter Weise.
7) siehe linke Spalte. |
| Fazit |
Diese Episode
gehört trotz ihrer einfachen und vorhersehbaren Handlung zu den wertvollsten
der Serie. Nur in wenigen Episoden sieht man Kimba sonst noch so deutlich
abgequält und mitgenommen, während er wieder einmal selbstlos
einem Schwächeren hilft.
Die Thematik der Krankheit
und der damit verbundenen Hilflosigkeit gehört auch zu Kimbas Entwicklung:
zuerst ist er auf die lebensrettende Hilfe des Widders angewiesen, dann
rettet er ihm selbst das Leben.
Neben aller "Gewalt" kommen
Witz und Humor auch in dieser Folge nicht zu kurz; z.B. in den Szenen,
wo die kranken Tiere ihre Medizin bekommen, oder bei Kimbas zweiter Begegnung
mit den Leoparden.
Zwei kleine Regiefehler:
1) Der Beutel, in dem Kimba
die Medizin transportieren will, taucht am Fuß des Medizinbaums plötzlich
"aus dem Nichts" auf - wo hatte er ihn vorher?
2) Als Kimba aus dem Fluss
klettert, trägt er den Medizinbeutel nicht mehr um den Hals, während
er ihn in der nächsten Szene wieder umhat. |
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23
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Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
The Gigantic Grasshopper |
Der Schrecken im Berg |
| Inhalt |
Ein erdbebenartiges
Geräusch verbreitet Angst und Schrecken im Dschungel. Wie sich herausstellt,
hat die Sache mit dem Heuschreckenschwarm zu tun, den die Tiere vor langer
Zeit in eine Höhle gesperrt hatten, um ihre Farm zu retten.
Die Insekten haben sich so
stark vermehrt, dass der Berg zu rumoren beginnt. Durch ein Loch entweichen
jede Menge der Viecher. Die Raubtiere im Dschungel werden daher beauftragt,
so viele Heuschrecken wie möglich zu fressen.
In der Nähe des Dschungels
ist kurz zuvor ein rätselhaftes Flugobjekt vom Himmel gestürzt,
wodurch radioaktive Strahlung freigesetzt wurde. In der Folge kommt es
zu zwei Mutationen: eine Blume wächst zu gigantischer Größe
heran, und eine der gefangenen Heuschrecken in der Höhle wird zu einem
Riesenmonster.
Kimba will das Riesenvieh
zusammen mit den Raubtieren bekämpfen, doch die sind inzwischen so
vollgefressen, dass sie sich kaum noch bewegen können. Ein neues Problem
stellt sich für Kimba: wie kann man Futter haltbar machen, das im
Überfluss vorhanden ist?
Schließlich muss Kimba
sich allein der Riesenheuschrecke zum Kampf stellen. Es gelingt ihm, das
Monster aus der Höhle zu bekommen und in den Vulkankrater zu treiben,
wodurch es vernichtet wird. Danach fühlt sich Kimba ziemlich mies,
denn trotz aller Bedrohung tut ihm das Vieh leid, und er hat es nur widerwillig
getötet.
Auch als die Maulwürfe
eine Methode entdecken, wie man Heuschreckeneier haltbar machen und als
Futtervorrat anlegen kann, ist Kimba zuerst skeptisch, lässt sich
aber dann doch überzeugen. |
Allge-
meines |
Es
ist erstaunlich, dass diese Episode in Deutschland gezeigt wurde. Die Szenen,
in denen Kimba gegen die Monsterheuschrecke in der düsteren Höhle
kämpft, wirken ausgesprochen unheimlich und werden durch die deutsche
Spannungsmusik noch zusätzlich verstärkt.
Es gibt in dieser Episode
keine Streichungen oder Verfälschungen, aber der Text wurde oft sehr
frei übersetzt. (Ein gutes Beispiel hierfür siehe "Unterschiede
TEXT", Punkt 6.) An manchen Stellen fällt die deutsche Version heftiger
aus als das Original. So kommt in einer Szene Kimbas wildes japanisches
Erbe viel stärker zum Ausdruck als in der US-Version.
Wieder einmal sieht man Kimba
als Lehrer der Dschungelschule, nicht als Schüler. Dass er in einigen
späten Episoden plötzlich unter den Kleinen in der Klasse sitzt,
ergibt keinen Sinn (Nr. 38: Volcano Island / Die Vulkaninsel, und Nr. 40:
The Troublemaker / Ärger mit Benny).
Diese Episode enthält
einen besonderen musikalischen Leckerbissen, nämlich das geheimnisvolle
Lied der Eulen, mit dem die Folge beginnt und endet (siehe "Unterschiede
MUSIK"). |
Unter-
schiede
TEXT |
1) Der Erzähler
spricht zu Beginn der Einleitung sehr wenig: "Es ist Nacht in Kimbas Dschungel,
und es ist Neumond."
2) Kimba verkündet als
Lehrer der Klasse: "Morgen machen wir an dieser Stelle weiter."
3) Zur Großaufnahme
der Riesenblume hört man Dan'l in der US-Fassung sagen: "Das erzähle
ich besser Roger Ranger!"
4) In seine Höhle sagt
Roger Ranger: "Nein, Dan'l, ich glaube nicht, dass dies ein Werk des Teufels
ist."
5) Die Gefahr der Strahlung
wird in der US-Fassung viel deutlicher. So sagt Roger: "Das ganze Gebiet
könnte hochgradig radioaktiv sein!" Außerdem weist er die Tiere
ausdrücklich an: "Bleibt so lange von der Stelle weg, bis ich euch
sage, dass keine Gefahr mehr besteht." Darauf antwortet Kimba ehrfurchtsvoll:
"Yes, Sir!"
6) Die Diskussion über
das Erdbeben zwischen Kimba und Daniel lautet in der US-Fassung:
Kimba: "Hilfe! Ein Erdbeben!"
Dan'l: "Das sieht mir aber
nicht nach Erdbeben aus."
Kimba: "Dan'l, bist du in
Ordnung? Wow, das war das heftigste, das ich je erlebt habe!"
Dan'l: "Junge, worüber
redest du denn?"
Kimba: "Das Erdbeben! Hast
du es nicht gemerkt?"
Dan'l: "Da war kein Erdbeben!"
Kimba: "Kommt mir reichlich
merkwürdig vor! Willst du dich über mich lustig machen?"
Dan'l: "Glaubst du denn,
dass ich's will?"
Kimba: "Nein, aber ich bin
sicher, dass ich ein Erdbeben gespürt habe!"
Dan'l: "Oh, davon bin ich
überzeugt - genauso sicher wie ich letzte Nacht war!"
Kimba (begreift): "Dann
hast du's wirklich gespürt!"
Dan'l: "Natürlich!
Du und ich, wir sind offenbar die Einzigen, die das Beben bemerkt haben.
Aber es ist immer nur an einer bestimmten Stelle, und sonst nirgends! Das
ist doch unnatürlich! Ich glaube, es ist das Werk des Teufels!"
Kimba: "Da würde dir
Roger Ranger aber nicht zustimmen."
7) Diskussion über die
Heuschrecken zwischen Roger und Kimba am Flussufer:
Kimba: "Ich hab' mir gedacht,
es ist immer noch besser, wenn die fleischfressenden Tiere Heuschreckeneier
essen und keine anderen Tiere. Aber sie stopfen sich dermaßen voll."
Roger: "Du meinst, sie essen
zu viel. Und sie werden fett und faul."
Kimba: "Warte, bis du sie
siehst. Du würdest es nicht glauben."
8) Dialog zwischen Kimba
und den vollgefressenen Raubtieren:
Raubkatze: "Alle anderen
Tiere sind doch blöd!"
Kimba: "Das ist nicht sehr
nett von dir!"
Raubkatze: "Hast du eine
bessere Idee? Wenn wir die Heuschrecken nicht fressen, dann fressen sie
unsere Ernte auf. Willst du uns etwa verhungern lassen?"
9) Kimba, als er das Monster
erblickt: "Es ist eine riesige Heuschrecke!"
10) Rogers Erklärung
zur Entstehung der Riesenheuschrecke: "Die Radioaktivität, die auch
die Pflanze hervorgebracht hat, muss dafür verantwortlich sein."
11) Als Kimba die vollgefressenen
Raubkatzen um Hilfe beim Kampf gegen das Monster bittet, sagt er im Original:
"Gerade jetzt, wo wir euch brauchen, um das Monster zu bekämpfen!
... Ihr begreift es nicht! ... Unser Königreich ist dabei, ausgelöscht
zu werden, und ihr seid nicht mal in der Lage, bei der Verteidigung zu
helfen!"
12) Als Pauly vorschlägt,
Nahrung durch Einfrieren haltbar zu machen, fragt Kimba: "Aber wo bekommen
wir das Eis her?" Pauly: "Ich könnte es in den Bergen holen!"
13) Kimbas Dialog mit Roger
am Schluss der Episode klingt in der US-Fassung ganz anders.
Roger: "Warum fühlst
du dich so mies, Kimba?"
Kimba: "Weil ich die Riesenheuschrecke
töten musste. Ich will doch überhaupt kein Lebewesen töten,
Roger Ranger!"
Roger: "Was du getan hast,
war richtig, Kimba. Es war eine Laune der Natur, durch einen Unfall zu
solch riesenhafter Größe angewachsen. Du hast getan, was getan
werden musste. - Ich weiß, wie du dich fühlst, Kimba. Mir gefällt
es auch nicht, wenn ich mitansehen muss, wenn etwas getötet wird.
Aus diesem Grund bin ich hierher in den Dschungel gekommen, um dort zu
leben. Denk' immer daran, Kimba: Wir haben alle möglichen Arten von
Monstern in uns oder um uns, die wir bewältigen müssen. Und wenn
das einmal geschafft ist, dann entwickeln sich die Dinge in der Regel so,
wie wir es uns vorgestellt haben. Du wirst sehen, ob ich nicht recht habe."
14) Die unterirdisch gelagerten
Heuschreckeneier schmecken in der US-Fassung wie "jelly beans" (=Geleebohnen,
also Süßigkeiten).
15) Der Schlusskommentar
des Erzählers schildert sachlich Kimbas Gefühle - traurig und
sorgenvoll - und bezieht sich danach auf das "Eulenlied" (siehe auch: "Wie
Kimba entstand"). |
1) Erzähler
Daniel bringt hier zusätzlich die Worte: "Hier im Dschungel gibt es
keine nächtlichen Raubzüge mehr - und keine Angst vor Feinden."
2) In der deutschen Fassung
ruft Kimba: "Das wäre alles für heute. Und keine Hausaufgaben!"
3) In der deutschen Fassung
kommt dieser Satz nicht vor. Daniel sagt an dieser Stelle gar nichts.
4) Ronny sagt an dieser Stelle
zu Daniel: "Nein, sicher nicht. Es gibt weder gute noch böse Geister."
5) Im Deutschen wird diese
Stelle etwas abgemildert, wenngleich das Wort "Radioaktivität" auch
hier fällt. Ronny empfiehlt den Tieren, wegzubleiben und um die ganze
Gegend einen weiten Bogen zu machen. Seinen Freund Ronny mit "Sir" anzureden,
wäre für den saloppen und kumpelhaften deutschen Kimba undenkbar.
6) Die Diskussion in der
deutschen Fassung ist vom Inhalt her ganz ähnlich, aber die Wortwahl
ist oft weniger sachlich:
Kimba: "Vorsicht! Die Erde
bebt!"
Daniel: "Hm - das sieht
mir aber gar nicht nach Erdbeben aus."
Kimba: "Ist hier alles in
Ordnung? Na, das war vielleicht ein Schreck! Wie war's bei dir?"
Daniel: "Worüber sprichst
du eigentlich?"
Kimba: "Na, über das
Erdbeben! Du hattest recht!"
Daniel: "Der will mich wohl
auf'n Arm nehmen!"
Kimba: "Sag mal, machst
du dich über mich lustig, oder was?"
Daniel: "Ich denk' ich hab'
nur geträumt."
Kimba: "Nein, es stimmt,
ich hab' es vorhin selbst gespürt!"
Daniel: "Na, das beruhigt
mich ja direkt, muss ich sagen."
Kimba: "Komm, sei nicht
so nachtragend."
Daniel: "Bin ich ja gar
nicht. Aber was ich merkwürdig finde: Das Beben ist immer nur an ganz
bestimmten Stellen und sonst nirgends. Ist das nicht komisch?"
Kimba: "Na, also komisch
würd' ich es nicht gerade nennen."
7) Der deutsche Text an dieser
Stelle ist deutlich kürzer und dafür wieder einmal ein wenig
lockerer:
Kimba: "Es ist natürlich
nicht vegetarisch - aber - naja. Bloß: Jetzt stopfen sie sich voll
damit."
Roger: "Sicher übertreiben
sie 'n bißchen."
Kimba: "So kann man es auch
nennen. Sieh sie dir an. Sie platzen!"
8) In der deutschen Fassung
hört sich die Szene so an:
Raubkatze: "Heuschrecken
sind sehr nützliche Tiere!"
Kimba: "Und du bist ein
unnützer Dickwanst!"
Raubkatze: "Bitte keine
Belehrungen! Besser fressen als gefressen werden! Denk' doch an unsere
Ernte!"
9) Kimbas deutsche Worte
lauten: "Das ist ja entsetzlich! Ein Riese!"
10) In der deutschen Fassung
wird das Wort "Radioaktitivät" hier vermieden. Ronny sagt: "Es ist
dieselbe unbekannte Kraft. Erst die Blume, dann das Riesentier."
11) Im Deutschen sind Kimbas
Worte viel heftiger und aggressiver, aber die akute Gefahr erwähnt
er überhaupt nicht: "Schaut euch an - fett wie die Eunuchen! ... Faul
und verfressen seid ihr! ... Ich pfeif' auf eure Hilfe! ... Erstickt in
eurem eigenen Fett!" In dieser Szene zerfetzt Kimba, völlig außer
sich, einen Baumstamm. Dazu passen die kraftvollen deutschen Worte allerdings
perfekt.
12) Der deutsche Kimba klingt
hier etwas naiver, denn er scheint den Begriff "Eis" gar nicht zu kennen:
"Aber wie kommen wir an die Kälte?" Pauly antwortet: "Oh, ich weiß
- ich hol' uns Eis!"
13) Und so lautet der deutsche
Dialog:
Ronny: "Du, sag' mal, fühlst
du dich nicht gut?"
Kimba: "Nein, eigentlich
gar nicht. Irgendwie tut mir das Riesenvieh leid. Aber ich sah keinen anderen
Ausweg."
Ronny: "Du hast nichts Unrechtes
getan, Kimba. Du hast eine grausame Laune der Natur zerstört und damit
vielfältig Leben gerettet. Es musste getan werden. Sei deshalb nicht
traurig. Weil ich im Grunde so denke wie du, deshalb lebe ich hier bei
euch im Dschungel. Und glaub' mir Kimba: Manchmal ist es viel schwerer,
gegen das Ungeheuer zu kämpfen, das in uns sitzt, als gegen den äußeren
Feind. Und genau zu erkennen, wo Sieg ist und wo Niederlage, das ist eine
schwere Sache. Aber diesmal hast du gesiegt."
14) Laut deutscher Übersetzung
schmecken die Eier wie "in Sülze eingelegte Bohnen". Ob die Tiere
von diesem Geschmack wirklich so begeistert wären?
15) Daniels deutscher Schlusskommentar
beginnt ziemlich oberflächlich: "Und so wurde einmal mehr eine große
Gefahr gebannt, und alle Tiere konnten wieder ihrem täglichen Kleinkram
nachgehen..."
Bucky wird in dieser Episode
von Harry Wüstenhagen gesprochen. |
Unter-
schiede
MUSIK |
Isao Tomitas
Musik ist ausreichend vorhanden. Viele spannende Stellen der US-Episode
enthalten bewusst keine Musik, sondern nur Geräuscheffekte.
1) Zur Einleitung erklingt
bereits geheimnisvolle und etwas unheimlich wirkende Musik, die dann in
den Eulenchor übergeht.
2) Das Lied der Eulen wurde
aus finanziellen Gründen von der US-Crew unverändert von der
Original-Tonspur übernommen. Die Eulen singen also japanisch,
weshalb der Sprecher hierzu auch am Schluss entschuldigend erklärt:
"Nun ja, wer von uns versteht schon die Eulensprache?" (siehe auch "Wie
Kimba entstand")
3) Zu Kimbas und Dan'ls Dialog
über das Erdbeben gibt es in der Originalfassung keine Musik. Hier
ist eigentlich auch gar keine Musik nötig.
4) Komplett ohne Musik ist
die lange Szenenfolge, als der Berg zu rumoren beginnt und schließlich
die Heuschrecken durch das Loch entweichen.
5) Keine Musik, als der Affe
Oskar das Monster entdeckt und zu Tode erschrocken aus der Höhle kommt.
Auch alle Szenen in der Höhle, Kimbas erster Kontakt mit der Heuschrecke
und sein kompletter Kampf gegen das Monster bis zum Tod im Vulkankrater
enthalten nur Geräuscheffekte, aber keine Musik. Vermutlich blieben
diese Szenen aus gutem Grund "stumm"- es schont auf alle Fälle die
Nerven.
6) Als Kimba nach vollbrachter
Tat von Selbstzweifeln geplagt wird, erklingt ein einsames, melancholisches
Geigenthema, das der Handlung viel besser entspricht.
7) Die Episode endet nach
dem Ausklang des Eulengesangs mit einer surrealistischen Mischung aus Hintergrundchor,
Bläserfanfare und Vibraphon. Tomita hat hier wirklich tolle Klangschöpfungen
vollbracht, die Gänsehaut erzeugen. |
Die deutsche
Fassung enthält neben viel Originalmusik auch sehr viele Zusatzmelodien,
mit denen praktisch alle "stillen" Szenen unterlegt wurden.
1) In der deutschen Fassung
hört man hier nur eine monotone Buschtrommel, die nicht ganz so unheimlich
wirkt.
2) Der deutsche Eulen-Song
wurde nach der japanischen Melodievorlage neu eingespielt und gesungen.
Es singt dieselbe Gruppe, die auch das deutsche Kimba-Titellied gesungen
hat. Der Text passt hervorragend. Ein echtes Highlight, inhaltlich und
musikalisch gesehen!
3) Diese Szenen wurden in
der deutschen Fassung komplett mit Effekten und Spannungsmusik unterlegt,
wodurch eine unheimliche und nervige Atmosphäre entsteht.
4) All diese Szenen enthalten
deutsche Spannungsmusik, die das unheimliche Geschehen zusätzlich
verstärkt.
5) Auch all diese Szenen
enthalten fast ununterbrochen deutsche Spannungsmusik. Die Kampfszenen
in der Höhle, die ohnehin schon sehr unheimlich sind, werden durch
die ständige Musik noch zusätzlich aufgepeitscht. Das Geschehen
wird völlig unnötig verstärkt.
Etwas weniger Musik hätte
hier gutgetan. Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind nach dieser Episode
Alpträume hatte.
6) Dieses Thema wurde durch
eine Kombination mehrerer deutscher Standard-Melodien ersetzt. Dadurch
wirkt die Szene natürlich ganz anders.
7) Leider hat man dieses
einmalige End-Thema durch ein überlanges Ausklingen des deutschen
Eulenliedes ersetzt, an welches dann ohne Übergang die deutsche Abspannmelodie
angehängt wurde. |
| Fazit |
Diese Episode
ist zweifellos eine der spannendsten und unheimlichsten. Die Bedrohung
durch Radioaktivität und der Kampf gegen die mutierte Bestie sind
für kleine Kinder ziemlich heftig. Zum Glück kommt als Ausgleich
auch der Humor zu seinem Recht; z.B. in den Szenen mit den fetten, vollgefressenen
Raubtieren.
Kimbas Dilemma über
das Töten eines Lebewesens kommt in keiner Episode so stark zum Ausdruck
wie hier. Er muss die schmerzliche Erfahrung machen, dass man manchmal
töten muss, um Leben zu retten.
Die gezeichneten Hintergründe
sind ein wichtiges Element der gesamten Kimbaserie. Sie sind oft surrealistisch,
futuristisch oder auch Angst einflößend. So hat der unheimliche
Berg, in dem sich die Höhle befindet, das Aussehen eines Teufels mit
zwei Hörnern. |
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24
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Amerikanische
Episode |
Deutsche
Episode |
| Titel |
Gypsy's Purple Potion |
nicht vorhanden |
| Inhalt |
Dass es in Kimbas
Dschungel so friedlich zugeht, ist kein Zufall. Der große Caesar
rief einst alle Tiere zur Brüderlichkeit auf, und Kimba setzt die
Pläne seines Vaters nach Kräften fort. Deshalb haben die Tiere
beschlossen, zu Ehren von Caesar und Kimba einen prachtvoll geschmückten
Turm zu errichten.
Die Hyänen Tom und Tab
spionieren wieder einmal herum und berichten ihren Chefs Cassius und Claw
von den Vorbereitungen. Claw will natürlich sofort dieses Ehrenmal
zerstören, aber Cassius hat einen besseren Plan. Er erinnert sich
an die alte Eule Gypsy, die weit weg im "Desolated Valley" lebt und früher
seine Kumpanin bei allerlei Missetaten war. Gypsys Spezialität ist
die Giftmischerei und die Herstellung von Zaubertränken.
Cassius ist sicher, dass
er auch heute noch die Eule nach seiner Pfeife tanzen lassen kann, und
befiehlt ihr, einen Trank zu brauen, der Kimba außer Gefecht setzt.
Doch Gypsy hat der Zauberei abgeschworen und will auf ihre alten Tage ein
anständiges Leben führen. Als sie sich weigert, zwingt Cassius
sie mit brutaler Gewalt, zu gehorchen. Gypsy macht sich also widerstrebend
ans Werk. Tom und Tab bleiben als Aufpasser bei ihr.
Als die Eule im Dschungel
Zutaten für ihre Giftpille sammelt, wird sie versehentlich von Dinky,
Dot und Dash von einem Baum geschüttelt. Sogleich kümmern sich
die Tiere um sie und versorgen sie. In der Nacht schläft sie neben
Kimba, der sehr lieb und fürsorglich zu ihr ist und sie am nächsten
Tag persönlich nach Hause trägt.
Gypsy bedankt sich und schenkt
ihm zum Abschied eine "besonders leckere Nuss" - Gypsy's purpurfarbene
Giftpille. Kimba schluckt sie und wird wenig später von schrecklichen
Krämpfen geschüttelt. Dann läuft er komplett lila an und
fällt ins Koma.
Währenddessen sind die
Tiere im Dschungel mit den Arbeiten am Ehrenmal fast fertig. Da kommt Cheetah
angerannt und berichtet von dem Unglück, das Kimba widerfahren ist.
Pauly witzelt noch, Kimba habe vielleicht nur zu viele Weintrauben gefressen,
als Claw und Cassius die Lichtung betreten, gefolgt von Tom und Tab, die
den leblosen Kimba herbeitragen. "Schaut nur genau hin, was denen passiert,
die sich Claw widersetzen!"
Als die Schurken beginnen,
den Turm zu zerstören, greifen die Tiere sie beherzt an. Doch gegen
Claw und Cassius haben sie keine Chance. Gypsy beobachtet diese Szene nachdenklich
aus der Ferne.
Alle Tiere liegen verheerend
geschlagen am Boden. Daniel untersucht den bewußtlosen Kimba und
schüttelt wortlos den Kopf, als wolle er den anderen sagen "Wir können
hier nichts mehr tun, er ist tot." Daraufhin trägt er Kimba vorsichtig
zu seinem Lager und legt ihn behutsam auf das Fell seines Vaters. Dann
beginnt Daniel bitterlich zu weinen - in keiner anderen Folge sieht man
ihn so verzweifelt. Diese sehr realistischen Szenen gehen jedem Betrachter
an die Nieren.
Plötzlich reißt
sich Daniel zusammen und ergreift ein großes Stück Holz. Er
geht zu den Ruinen des Ehrenmals und beginnt, es wieder aufzubauen. "Wir
haben ein Fest vorzubereiten, und wenn wir ein frohes Leben in unserem
Dschungel haben wollen, müssen wir dafür arbeiten." Daraufhin
raffen sich alle Tiere, obgleich böse angeschlagen, wieder auf und
beginnen den Turm Stück für Stück erneut aufzubauen. Und
schließlich steht die Pyramide wieder aufrecht wie zuvor.
Gypsy beobachtet das Geschehen
aus der Ferne: "Was für ein wunderbarer Beweis für die Liebe
und Zuneigung zu ihrem Kimba... Sie verdienen es, ihren Anführer zurückzubekommen
- und sie werden ihn zurückbekommen!"
Als die Hyänen Gypsy
zur Feier von Claws Machtübernahme mitnehmen wollen, greift die Eule
zu einer List. Sie erklärt ihnen, dass Kimba bis jetzt nur im Koma
liegt. "Ihr hättet einen echten Grund zum Feiern, wenn er tatsächlich
tot wäre. Ihr beide könntet ihn erledigen, wenn ihr wollt, und
dann muss Claw euch belohnen!"
Die dummen Hyänen fallen
darauf rein. Die Eule gibt ihnen eine Flüssigkeit, die die beiden
in Kimbas Mund träufeln sollen. "Wenn sich das mit dem Gift in Kimbas
Körper vermischt, krieg' ich, was ich will, und ihr kriegt, was ihr
verdient." Gypsy schärft ihnen ein, sich ja nicht erwischen zu lassen.
Tom und Tab schaffen es auch
und träufeln die Flüssigkeit unbemerkt in Kimbas Mund. Natürlich
ist es ein Gegenmittel, das Kimba wieder zum Leben erweckt. Während
die Hyänen noch voller Vorfreude tanzen, kommt Kimba wieder zu Kräften
und gibt ihnen umgehend ihre "Belohnung".
Alle Tiere sind außer
sich vor Freude. Kimba rennt zu Gypsy, um sich bei ihr zu bedanken. Als
er sie nirgends finden kann, ahnt er, dass Claw und Cassius sie geschnappt
haben, um sich an ihr zu rächen, und rennt zum Schlupfwinkel der Schurken.
Die beiden erwarten ihn schon.
Bevor Kimba handeln kann, schleudert der gemeine Cassius eine Ladung Fangeisen
auf ihn. Eines der Eisen schnappt zu und verletzt ihn böse am Bein.
Kimba schreit - er hat fürchterliche Schmerzen, die der Zuschauer
hautnah mitbekommt. Darauf stürzt er in einen Abgrund und wird bewusstlos.
Cassius' Kommentar: "Es geht doch nichts über von Menschen gebaute
Fallen, die machen einen sauberen Job!"
Als Kimba wieder zu sich
kommt, sitzt er mit Gypsy in Claw's Gefängnis, einer Höhle in
der Nähe des Vulkans. Die Eule hat Kimba das Fangeisen abgemacht;
zum Glück ist nichts gebrochen. Sie ist tief betrübt und bedauert
ihre Taten. Kimba vergibt der verdatterten Eule und streichelt sie: "Mach
dir nichts daraus, Gypsy, die beiden haben schon zu meines Vaters Zeiten
versucht, den Dschungel zu übernehmen". Gypsy ist gerührt: "Hätte
ich in jungen Jahren jemanden wie dich kennen gelernt, wäre ich nie
so böse geworden."
In der Höhle steigen
heiße Dämpfe auf. Als Kimba von Gypsy erfährt, dass ein
kochender Fluss vom Vulkan hindurchfließt und das Gestein durch die
Hitze weich geworden ist, gräbt er einen Tunnel an die Oberfläche.
Dabei gerät er selbst versehentlich ins heiße Wasser und verbrennt
sich böse die Pfoten.
Währenddessen wollen
die Schurken den Turm zum zweiten Mal einreißen. Da erscheint Kimba
- "ja, ich hab's geschafft mich zu befreien, trotz meiner Verletzungen!"
Er beißt Claw und Cassius mit aller Kraft ins Bein. "Damit unser
Kampf ein bisschen fairer ist!" Es folgt ein verbitterter Kampf. Kimba
zerbricht schließlich die dünne Uferwand des Heißwasserbeckens,
worauf Claw, Cassius, Tom und Tab von einer Flut kochenden Wassers davongeschwemmt
werden. Dabei hat Kimba sich wieder weh getan, und er leckt mit schmerzverzerrtem
Gesicht seinen wunden Fuß.
In der Schlussszene liegt
Kimba mit verbundenem Bein, zusammen mit Caesars Fell, auf der blumengeschmückten
Pyramide. Die Tiere genießen ihre neu geschenkte Freiheit und tanzen
dankbar um den Turm herum. Kimba kommt sich dabei ein wenig doof vor und
will herunterhumpeln, aber Gypsy schiebt ihn energisch zurück. "Alle
deine Freunde wollen dir zeigen, wie sehr sie dich mögen, nun tu'
ihnen den Gefallen und lass' ihnen die Freude!" |
Allge-
meines |
Dass
diese Folge ausgelassen wurde, ist nicht verwunderlich. Sie passt einfach
nicht in das Schema der harmlosen, lustigen Kindersendung, die die deutsche
Kimbaserie sein sollte.
Nicht die Brutalität
ist in dieser Episode das Problem, sondern das Leid. In keiner anderen
Episode wird Kimba so oft verletzt oder gequält, und in keiner anderen
Episode wird der Zuschauer so schonungslos mit seinen Schmerzen konfrontiert.
Kimbas Qualen, als er die Giftpille geschluckt hat, sind so realistisch
gezeichnet, dass man als Betrachter den Schmerz zu fühlen glaubt.
Auch als er in das Fangeisen gerät, sind seine Schmerzen so heftig,
dass man automatisch mitleidet. Konsequenterweise wird er am Schluss bandagiert
und humpelnd gezeigt.
Der bewegungslos daliegende
und tief violett gefärbte Kimba sieht außerdem sehr unheimlich
aus. Jedem Kimba-Fan tut es weh, ihn so sehen zu müssen.
Die Handlung ist nicht weiter
anspruchsvoll. Dass Claw und Cassius versuchen, Kimba auszuschalten, passiert
schließlich öfter. Entscheidend (und beunruhigend) ist, dass
sie es diesmal tatsächlich schaffen. In keiner anderen Episode wird
die Atmosphäre der Unsicherheit so deutlich - was geschieht mit dem
Dschungel, wenn es Kimba einmal nicht mehr gibt?
Ein kleiner Regiefehler:
Cheetah hat zu Beginn der Szenenfolge, als er den Tieren die Nachricht
von Kimbas Koma überbringt, eine gelbes Fell wie ein Leopard. Bei
den Großaufnahmen ist er dann wieder in seiner üblichen Geparden-Sandfarbe
gezeichnet. |
| Musik |
Abgesehen
von einer feierlichen Melodie zu Beginn und zum Schluss gibt es in dieser
Episode so gut wie keine Musik. Die Untermalung besteht zum großen
Teil aus Geräuscheffekten.
Als Dan'l den bewusstlosen
Kimba zu seinem Lager trägt, erklingt eine traurige, düstere
Melodie, die die schlimmen Bilder noch zusätzlich verstärkt. |
| Fazit |
Was die Botschaft
betrifft, ist diese Episode wohl eine der wertvollsten. Die Handlungsweise
der Tiere, sich nicht unterkriegen zu lassen und wieder von vorn anzufangen,
obwohl alles am Boden liegt und ihr geliebter Kimba mit dem Tod ringt,
ist unglaublich bewegend und positiv. Dass die Eule Gypsy von der bösen
zur guten Seite wechselt und Kimba schließlich das Leben rettet,
gehört ebenfalls zur positiven Botschaft.
Mitleid ist das große
Gefühl, das diese Episode dominiert. Die meisten Kimba-Fans lieben
ihren weißen Löwen ja gerade deshalb, weil er eben kein unverwundbarer
Superheld ist, sondern genauso verletzbar wie sie selbst. |
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